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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2023

Idylle mit Rissen

One of the Girls
1

Inhalt:

„Es sollte der perfekte Kurzurlaub werden: Lexi reist mit fünf Freundinnen auf eine griechische Insel, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Von der abgelegenen Villa mit Meerblick bis hin ...

Inhalt:

„Es sollte der perfekte Kurzurlaub werden: Lexi reist mit fünf Freundinnen auf eine griechische Insel, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Von der abgelegenen Villa mit Meerblick bis hin zu den malerischen Tavernen und weiß getünchten Straßen scheint der Urlaub zu schön, um wahr zu sein. Und tatsächlich bekommt die Idylle bald Risse, denn abgesehen von ihrer Freundschaft mit Lexi haben die Frauen nur eines gemeinsam: Sie alle haben etwas zu verbergen. Nach und nach kommen versteckte Absichten ans Licht, Geheimnisse werden enthüllt und die Masken fallen – bis eine Leiche auf den Klippen unterhalb der Villa liegt…“





Schreibstil/Art:

Nicht nur die überschaubare Anzahl der Charaktere sondern auch die verschiedenen Perspektiven, gestalten das Lesen einfach und sorgen für mehr Dynamik. Jede einzelne der sechs Freundinnen hat ein Geheimnis, etappenweise kommt man der Tragödie immer näher und näher und blickt dabei immer tiefer in den jeweiligen Charakter. Fiese Cliffhanger runden das Ganze ab und sorgen für den nötigen Nervenkitzel. 



Die Auflösung wirkt in sich sehr schlüssig und das Herantasten bis dahin ist logisch und sehr durchdacht beschrieben. 





Fazit:

Ein Junggesellinnenabschied, den man sich so nicht wünscht. Die Tatsache, dass es eine Leiche geben wird, hat mich die ganze Zeit miträtseln lassen wer ist denn nun sein wird. 



Ein Roman über komplizierte Freundschaften, gutversteckte Gefühle, verborgene böse Absichten und einem spannenden Blick hinter die Fassade.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Grandiose Spannung

Stranded - Die Insel
1

Inhalt:
„Für Maddy wird ein Traum wahr: Sie nimmt an einem neuartigen Fernsehexperiment teil, in dem acht Fremde auf einer einsamen schottischen Insel überleben müssen, ein Jahr lang, mit nur minimaler ...

Inhalt:
„Für Maddy wird ein Traum wahr: Sie nimmt an einem neuartigen Fernsehexperiment teil, in dem acht Fremde auf einer einsamen schottischen Insel überleben müssen, ein Jahr lang, mit nur minimaler Ausrüstung und ohne Kontakt zur Außenwelt.

18 Monate später ist Maddys Traum zum Albtraum geworden. Die Behörden greifen die junge Frau in einem Fischerdorf auf dem Festland auf. Verzweifelt berichtet sie, wie das Boot, das die Teilnehmer nach einem Jahr abholen sollte, nicht kam. Und davon, wie in den folgenden Wochen einer nach dem anderen starb, nicht durch Hunger oder Krankheit, sondern durch menschliche Hand. Doch was verschweigt Maddy? Und wie schaffte sie es, die Insel lebend zu verlassen?“


Schreibstil/Art:
Dieses Buch ist das Debüt der jungen Autorin und diese Tatsache überrascht mich wirklich sehr, denn sie ist total talentiert und hat ein gutes Gespür für ihre Figuren.

Die Beschreibungen sind präzise, eindringlich und unmissverständlich. Das blanke Überleben in dieser Extremsituation ist in Perfektion ausgearbeitet. Ich hatte durchgehend das Gefühl als würde ich selbst hungern, nach Nahrung suchen und den Überlebensmodus einschalten müssen. Ich bin sehr froh, dass sich die Autorin für Maddy als Protagonistin entschieden hat. Ich hatte einen guten Draht zu ihr, konnte sie greifen und ihr Handeln nachvollziehen.


Fazit:
Der Aufbau, der Ablauf, die Wendungen, die Auflösung – alles passt einfach zusammen.
Ich hatte das Gefühl als hätte die Autorin wirklich an alles gedacht: Ekel, Ängste, Selbstversorgung, Hass und Neid, Kenntnisse und Fertigkeiten, praktische und/oder geringe Hilfsmittel, minimale grundlegende Ausrüstung und natürlich Nervenkitzel.

Abschließend kann ich sagen, dass diese Geschichte das perfekte Paradebeispiel dafür ist, wenn Menschen plötzlich zu Tieren werden. Für mich rundum gelungen. Dieser Thriller spielte sich die ganze Zeit wie ein Film in meinem Kopf ab. Mega!

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Veröffentlicht am 27.03.2023

Okay aber nicht herausragend

Would You Trust Me?
0

Inhalt:
„Die 15-jährige Alia ist stinksauer. Nach der Trennung ihrer Eltern muss sie mit ihrer Mutter zu deren neuen Lover ziehen – hunderte Kilometer weg von ihren Freunden und ihrem Leben. Zu allem Überfluss ...

Inhalt:
„Die 15-jährige Alia ist stinksauer. Nach der Trennung ihrer Eltern muss sie mit ihrer Mutter zu deren neuen Lover ziehen – hunderte Kilometer weg von ihren Freunden und ihrem Leben. Zu allem Überfluss setzt ihr Stiefbruder Colin alles daran, sie möglichst schnell wieder loszuwerden. Ist er wirklich so dumm zu glauben, sie hätte eine Wahl gehabt? Zumindest in der Schule scheint es anfangs ganz gut zu laufen und das introvertierte Mädchen findet schnell Anschluss an eine Clique. Aber dann tauchen Drohzettel mit einer klaren Botschaft auf: "Niemand will dich hier!" Steckt wirklich Colin hinter dieser Aktion? Sind die zerstochenen Fahrradreifen und die blutrote Botschaft an der Mensawand erst der Anfang? Alia ist unsicher, ob sie ihre neuen Freunde um Hilfe bitten soll. Treibt vielleicht einer von ihnen ein falsches Spiel? Wem kann sie wirklich vertrauen?“


Schreibstil/Art:
Der Schreibstil wird der Jugend (ab 13) gerecht, ist unkompliziert und easy to read. Es gibt keine verschachtelten Sätze dafür aber viele eingestreute Details und einige falsche Fährten.

Alia selbst ist den anderen gegenüber sehr schweigsam und zurückhaltend, der Leser wird aber komplett in ihre Welt eingebunden und erlebt sie und ihr Gemüt hautnah. Oft wird sie missverstanden oder gar nicht erst wahrgenommen. An dieser Stelle hätte ich mir durchaus mehr Präsenz und Einschreiten von den Eltern gewünscht sowie aufklärende Gespräche mit ihnen.


Fazit:
Ein seichtes Jugendbuch mit stellenweise wichtigen Themen aber auch vielen nebensächlichen Aspekten, die im Nachhinein eher weniger eine Rolle spielen. Den Spannungsaufbau fand ich leider nur am Anfang stark, später verliert sich dieser und man wartet quasi nur noch auf die Auflösung, die ich ab der Mitte des Buches schon erahnen konnte. Okay aber nicht herausragend.

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Veröffentlicht am 17.03.2023

Das Buch lebt von seiner Unaufgeregtheit

Leonard und Paul
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Inhalt:

„Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als Ghostwriter für Kinderenzyklopädien tätig ist, arbeitet Paul als Aushilfsbriefträger. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen, wohlgeordneten ...

Inhalt:

„Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als Ghostwriter für Kinderenzyklopädien tätig ist, arbeitet Paul als Aushilfsbriefträger. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen, wohlgeordneten Bahnen – bis jedem von ihnen etwas widerfährt, das eine ganze Reihe von Veränderungen in Gang setzt ...

In seinem hochgelobten Debütroman widmet Rónán Hession (Übersetzung: Andrea O’Brien) sich jenen Menschen, die im Alltag oftmals übersehen werden. Sie beteiligen sich nicht am Lärmen der Welt, sondern zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die häufig unterschätzt werden: Freundlichkeit, Sanftmut und Bescheidenheit.“





Schreibstil/Art:

Es ist schön zu sehen - oder besser gesagt, zu lesen, mit wie viel Verständnis und Feingefühl der Autor an die Geschichte und Charaktere rangeht. Zwischen den Zeilen finden sich unglaublich viele Weisheiten, die man inhalieren und direkt umsetzen möchte. Der Ton ist stets passend zur Atmosphäre gewählt; mal voller Witz, mal etwas seriöser, genau richtig. Das Buch kommt im Prinzip ganz ohne Dramaturgie aus und trotzdem wird es nicht langweilig. Ganz im Gegenteil - ich nahm wahr wie respektvoll, freundlich und liebevoll, vor allem Leonard und Paul, miteinander umgegangen sind.



Fazit:

Ein Roman, der genau das Richtige für Fans von Ewald Arenz sein könnte. Diese wundervolle Erzählung reflektiert die Abzweigungen in unserem Leben und zeigt wie unproblematisch es auch gehen kann. Es erwärmt das Herz und lädt dazu ein, das Leben anders zu sehen und selbst vielleicht ein wenig gelassener zu werden. Wunderbar und herzerwärmend.

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Liebe im 21. Jahrhundert

Nach einem Traum
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Inhalt:
„Marie hat sich in Simon verliebt, und Simon sich in Marie. Aber Simon ist verheiratet und versucht, der körperlichen Anziehung zu widerstehen – dennoch finden sie eine Möglichkeit, sich einander ...

Inhalt:
„Marie hat sich in Simon verliebt, und Simon sich in Marie. Aber Simon ist verheiratet und versucht, der körperlichen Anziehung zu widerstehen – dennoch finden sie eine Möglichkeit, sich einander nahe zu fühlen: im digitalen Raum. Die beiden schreiben sich intensive Nachrichten. Mit der Zeit steigert sich Maries Sehnsucht nach Simon, nach Intimität, nach Kontrolle zu einem fieberhaften Bedürfnis. Immer tiefer taucht sie in den sozialen Medien in sein Leben ein und verliert dabei ihr eigenes aus dem Blick. Ihre Karriere als Cellistin und ihre Freundschaften treten hinter dem Bedürfnis zurück, nach versteckten Botschaften von Simon in seinen Stories und Posts zu suchen. Auch der Versuch, eine Beziehung mit dem musikbegeisterten Philipp einzugehen, scheitert. Als Simon den Kontakt abbricht, fällt es Marie noch schwerer, loszulassen. Bald ist sie nicht mehr nur regelmäßig auf Simons Profil unterwegs, sondern auch auf denen seiner Frau und seiner Kinder. Marie bemerkt die Grenzüberschreitung und versucht, sich abzulenken, doch es ist wie verhext: Jedes Mal, wenn sie gerade etwas Distanz zu Simon bekommt, läuft sie ihm zufällig über den Weg. Oder sind ihre Begegnungen gar nicht so zufällig?“


Schreibstil/Art:
In diesem Roman erfährt der Leser nicht mehr oder weniger als der Klappentext hergibt, nur die letzten paar Sätze sind eine kleine Überraschung. Die Autorin fokussiert sich komplett auf Marie und dessen Leidensweg bzw. die Phasen, die sie durchlebt. Der Schreibstil ist dabei ziemlich ehrlich, unaufgeregt, gezielt und modern zugleich. Bis auf die Textnachrichten ist alles als Fließtext geschrieben, selbst die Dialoge sind nicht in Anführungszeichen gesetzt. Mir fehlte deshalb etwas mehr „Normalität“ im Geschriebenen.

Die Thematik selbst könnte nicht aktueller sein. Die Grundidee hat mir deshalb zugesagt. Auch die Kombination zwischen den Gefühlen, der Grenzüberschreitung und dieser innerlichen Zerrissenheit hat mir gut gefallen.


Fazit:
„Simon ist wie ein Zustand, in den sie abgedriftet ist und den sie nur schwer wieder verlassen kann. Es ist ihr Zustand.“

Dieser Roman macht deutlich wie schwer es ist, die Kontrolle über einen anderen Menschen abzugeben. In Zeiten wie diesen macht es die Digitalisierung dem Leidtragenden gar nicht einfach, Abstand zu nehmen. Die Autorin beschäftigt sich unter anderem mit der Tatsache, was ein Like anrichten kann und was es mit einem macht. Liebe/Abhängigkeit/Kontrolle im 21. Jahrhundert.

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