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Veröffentlicht am 23.07.2021

Liebe? #neindanke

Love is for Losers … also echt nicht mein Ding
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Inhalt:
„Hormone, nein danke!
Denn die lästigen Botenstoffe machen Phoebe das Leben gerade zur Hölle, und das, obwohl sie sich eigentlich auf die Prüfungen vorbereiten muss:

• Ihre beste Freundin ist ...

Inhalt:
„Hormone, nein danke!
Denn die lästigen Botenstoffe machen Phoebe das Leben gerade zur Hölle, und das, obwohl sie sich eigentlich auf die Prüfungen vorbereiten muss:

• Ihre beste Freundin ist zum ersten Mal verliebt und scheint Phoebe aus ihrer Erinnerung gelöscht zu haben.

• Ihre Mutter hat extreme Muttergefühle – bloß nicht für sie, sondern für alle anderen Menschen auf der Welt. Deshalb ist sie aktuell in Syrien und hat Phoebe wieder bei Tante Kate geparkt.

• Das wäre eigentlich ganz okay, wenn Kate nicht ständig über Sex reden würde …

Phoebe ist eins klar: Offensichtlich lösen Hormone im Gehirn einen chemischen Shitstorm aus. Und das kann sie echt nicht gebrauchen, neben den Prüfungen und so! Doch dann trifft sie Emma – und wird selbst zum Opfer …“


Schreibstil/Art:
Phoebes Alltag ist mit all ihren (komplizierten) Gedankengängen und Erlebnissen in Form eines Tagebuchs geschrieben. Der tagtägliche Einblick in ihr Privatleben ist oftmals echt zum Schmunzeln - halt typisch für ihr Alter.

Der jugendliche, leichte und moderne Stil liest sich gut. Die Bekanntmachung mit den anderen Charakteren hat meiner Meinung nach zu viel Raum in diesem Buch eingenommen. Ein, zwei Nebencharaktere waren mir übrigens auch ein wenig symphytischer als Phoebe selbst. Ihre ständige Wiederholung, dass sie Menschen hasst, empfand ich einfach als too much und unangebracht.

Die Vielfalt an Themen fand ich bis zu einem gewissen Punkt passend, später dann aber den Eindruck bekommen, dass das Buch unnötig gefüllt werden sollte.


Fazit:
Phoebe hab ich mir einfühlsamer und offener vorgestellt. Sie ist megaungeschickt, was die Gefühle anderer angeht. Andererseits hat es die Autorin geschafft genau diese Tollpatschigkeit gut zu vermitteln. Ihr Gefühlschaos als sie Emma trifft, verwirrt sie anschließend total.

Die Nähe zwischen den beiden fand ich übrigens sehr süß. Loben möchte ich die Autorin dafür, dass sie das Thema Homosexualität hier als was völlig normales beschreibt. Es wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass die beiden Mädels komisch angesehen werden oder irgendjemand ein Problem mit ihnen hat. In dem ein oder anderen Buch stellte eine gleichgeschlechtliche Beziehung häufig ein Problem dar und hier eben halt so gar nicht.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Leider nicht mein Lieblingsermittlungsteam

SCHULD! SEID! IHR!
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Inhalt:
„"Ihr habt mein Leben mit Füßen getreten.
Ihr habt mir das Liebste genommen.
Jetzt ist die Zeit meiner Rache gekommen.
Und ich nehme euch alles."

In der Lüneburger Heide nehmen sich ein obdachloser ...

Inhalt:
"Ihr habt mein Leben mit Füßen getreten.
Ihr habt mir das Liebste genommen.
Jetzt ist die Zeit meiner Rache gekommen.
Und ich nehme euch alles."


In der Lüneburger Heide nehmen sich ein obdachloser Mann und ein pensionierter Polizist unter größten Qualen das Leben. Was verbindet diese beiden Männer? Und welche Bedeutung haben die Tarotkarten, die neben den Toten gefunden werden?“


Schreibstil/Art:
Durch die Einteilung in insgesamt 6 Akte, hat man das Gefühl, dass man ein Manuskript zu einem Theaterstück vor sich liegen hat. Diese Idee und Umsetzung hat mir gut gefallen. Auch fand ich es informativ hin und wieder mal aus Sicht des Gehängten, also dem Täter selbst Einblicke in seine Gedankenwelt zu erhaschen.

Durch die späte Erleuchtung, dass es sich hierbei um einen 2. Band handelt, hab ich erst im Nachhinein verstanden warum ich solche Schwierigkeiten hatte mich wohl im Ermittlungsteam zu fühlen. Zwar werden einige Zusammenhänge zum ersten Teil gut erklärt aber mir hat es nicht gereicht um ganz durchzublicken.
Die Beschreibung zu den Charakteren wirkte auf mich leider auch eher blass und nicht ganz so aussagestark.



Fazit:
Die vielen positiven Meinungen kann ich größtenteils nachvollziehen und bestätigen und trotzdem hatte ich das Gefühl recht viele Hänger und Lücken zu haben. Fürs Verständnis und einen besseren Überblick empfehle ich den ersten Teil gelesen zu haben.

Mein Lieblingsteam werden die Charaktere in diesem Buch leider nicht. Es passte weder die Chemie noch die Sympathie.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Fragwürdige Vermittlung

Himmel oder Hölle?
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Inhalt:
„Danielle lernt im Skiurlaub mit ihren Freundinnen den gut aussehenden Dante kennen. Der Student spielt ihrer Meinung nach in einer ganz anderen Liga, und dennoch scheint er sich für sie zu interessieren.
Zurück ...

Inhalt:
„Danielle lernt im Skiurlaub mit ihren Freundinnen den gut aussehenden Dante kennen. Der Student spielt ihrer Meinung nach in einer ganz anderen Liga, und dennoch scheint er sich für sie zu interessieren.
Zurück in Amsterdam kann Danielle ihr Glück kaum fassen, als ihr Dante zufällig wieder über den Weg läuft. Doch gerade als die beiden sich näherkommen, entdeckt sie Dantes dunkles Geheimnis: Seine letzte Freundin Florine wurde ermordet, und ausgerechnet Dante war der Hauptverdächtige. Kann Danielle ihm wirklich vertrauen?“


Schreibstil/Art:
Wie immer hab ich an dem modernen, jugendlichen und mühelosen Schreibstil nichts auszusetzen. Allerdings muss ich die Darstellung einer Freundschaft extrem kritisieren. Ich mag es einfach nicht, dass es eine Clique gibt in der sich fast nur angezickt wird und überhaupt kein Freundschaftsgefühl aufkommt. Diese Eigenschaft nervt mich ein wenig in den Büchern der Autorin.
Ich hätte mir zur Abwechslung einfach mal ein anderes Bild gewünscht; mehr Zusammenhalt, mehr Harmonie und nicht der ständige Vergleich untereinander.

Auch die „Beziehung“ zwischen Dante und Dany empfand als ich sehr fraglich und finde, dass es ein sehr schlechtes Bild vermittelt hat. Dany als Protagonistin wirkte auf mich viel zu naiv und nicht mal ansatzweise selbstsicher.


Fazit:
Für mich bisher leider das schwächste Buch der Autorin. Ich hab das Gefühl, dass sich vieles häufig aus den vorherigen Büchern wiederholt … Stress unter Freunden, falsche Freunde, jemanden gesehen und auf Anhieb verliebt, … es passiert, bis auf die Beschreibung des Tatmotivs und den Mord an sich, irgendwie kaum Neues, zumindest werde ich wenig überrascht.

Für einen Jugendthriller ist der Plot natürlich okay aber die Darbietung einiger Szenen ist meines Erachtens nicht korrekt.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Ein Irrer, der deine Fahrt bestimmt

Eskalation
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Inhalt:
„»Nicht langsamer werden«, befiehlt die verzerrte Stimme durch die Freisprecheinrichtung. Dina Martin ist allein auf der Autobahn unterwegs. Hinter ihr ein riesiger Wagen, der plötzlich bedrohlich ...

Inhalt:
»Nicht langsamer werden«, befiehlt die verzerrte Stimme durch die Freisprecheinrichtung. Dina Martin ist allein auf der Autobahn unterwegs. Hinter ihr ein riesiger Wagen, der plötzlich bedrohlich nah auffährt. Zu den Schuldgefühlen, dass Dina heute Abend nicht bei ihrer Tochter ist, gesellt sich jetzt die Angst. »Abfahren«, kommandiert die Stimme. Sie sind mittlerweile kilometerweit von ihrer eigentlichen Ausfahrt entfernt. Nach der Kurve sieht Dina ein rotes Licht aufflammen: Halt Polizei. Alles wird gut werden, denkt Dina noch. Doch dann ertönt ein Schuss - und der wahre Albtraum beginnt.“


Schreibstil/Art:
Dass der Psychothriller aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, empfand ich als sehr angenehm und erfrischend. Es bringt eine gefällige Unruhe mit sich, ohne für Verwirrung zu sorgen. Die Spannung wird wie ein Ball von einer Perspektive zur nächsten zugeworfen.

An einem gewissen Punkt hatte ich doch tatsächlich das Gefühl zu wissen wer der wahre Täter ist. Deshalb hatte ich mich schon auf ein relatives umspannendes Ende eingestellt aber nein, die Autorin hat dann doch noch für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Auch die Aufklärung zum Tatmotiv war ausführlich beschrieben.


Fazit:
„Er war wie ein Navigationsgerät. Nur, dass niemand wusste, an welches Ziel es führte.“

Was für eine gruselige Vorstellung von einem Irren angerufen und ins Ungewisse navigiert zu werden. Die originelle Idee, seine Daten öffentlich preiszugeben, so wie Dina Martin, die ihre Werbung vom Nagelstudio samt Handynummer auf dem Auto hat, ist um ehrlich zu sein gar nicht so undenkbar. Die Umsetzung ist der Autorin jedenfalls wirklich gelungen und regt zum Nachdenken an. Mich konnte der Thriller überzeugen und ließ sogar in mancher Situation richtig ekeln.

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Veröffentlicht am 14.07.2021

Gewaltig – eindeutig zweideutig

In diesen Sommern
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Inhalt:
„„Mein Vater, wie er ganz ruhig den Tag beginnt, nicht ausgeglichen, aber stabil. Nie schrie er am Beginn des Tages, er ging mit vorsichtigen Schritten, manchmal etwas Weiches in seinem Gesicht. ...

Inhalt:
„„Mein Vater, wie er ganz ruhig den Tag beginnt, nicht ausgeglichen, aber stabil. Nie schrie er am Beginn des Tages, er ging mit vorsichtigen Schritten, manchmal etwas Weiches in seinem Gesicht. Als hätte sich erst danach etwas verändert, als führten erst der Mittag und der Nachmittag in eine andere Richtung, und an jedem Morgen hätte es die Möglichkeit zu einem anderen Verlauf der Geschichte gegeben, die ich schreibe.“

Behutsam tastet sich Teresa an ihre Kindheit und Jugend heran, ihr Blick in die Vergangenheit ist vorsichtig geworden. Erste unsichere Versuche auf dem Fahrrad an der Seite des Vaters, lange Urlaubstage im Pool mit dem Bruder, Blumenkästen bepflanzen mit der Mutter in der heißen Sommersonne. Doch die unbeschwerten Momente werden immer wieder eingetrübt von Augenblicken der Zerrüttung, von Gefühlen der Hilflosigkeit und Angst. Da schwelt etwas Unausgesprochenes in dieser Familie – alle scheinen machtlos den Launen des Vaters ausgeliefert zu sein, Situationen beginnen gefährlich zu entgleisen. Ebenso unaufdringlich wie fesselnd erzählt Janina Hecht von schönen und schrecklichen Tagen, von Ausbruch und Befreiung und vom Versuch, sich im Erinnern dem eigenen Leben zu stellen. "In diesen Sommern" ist die bewegende Geschichte einer Familie auf der unentwegt gefährdeten Suche nach einem stillen Glück.“


Schreibstil/Art:
Die junge Debütautorin erzählt wie in einem unaufgeregten Zeitraffer bzw. vielen kleinen Einblicken aus Teresas Leben. Der aufeinanderfolgende Aufbau ist zwar nicht zusammenhängend, erinnert aber an Momentaufnahmen, die ihr Leben und das ihrer Familie geprägt haben. Oft wird der Eindruck vermittelt, dass ein Kapitel anfangs noch recht harmlos ist, doch dann kommt eine unerwartete Handlung und schon ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Einiges wird nicht ganz ausgesprochen aber die Intensivität und das mit sich bringende Ausmaß ist durchaus klar.

Ungewöhnlich aber angenehm fand ich die Art, dass Dialoge eingerückt und nicht in Anführungszeichen gesetzt worden sind.


Fazit:
Ein idyllisches Cover mit einer heftigen Thematik und einer Gabe, gesammelte Erinnerungsstücke auf insgesamt 175 Seiten niederzuschreiben, ohne, dass man das Gefühl hat, etwas zu verpassen oder noch mehr zu wollen.

Die Beweggründe für die Alkoholsucht und die gewalttätigen Ausraster findet man hier nicht. Teresa selbst erzählt überwiegend aus ihrer Kind- und Jugendzeit. Sie beschreibt nicht nur die düsteren und traurigen, sondern auch innige und schöne Erinnerungen.

Für mich ein Highlight, da dieses Buch zum Nachdenken anregt und das Leben einer Familie, die Angst und Hilflosigkeit empfindet und den Launen des Vaters machtlos ausgeliefert ist, nüchtern aber erschütternd beschreibt.

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