Spannend, emotional und nachdenklich
Not Quite Dead Yet„Not Quite Dead Yet“ war mein erstes Buch von Holly Jackson und ich kann jetzt schon sagen, dass es sicher nicht mein letztes sein wird. Die Ausgangssituation ist ungewöhnlich und hat mich sofort neugierig ...
„Not Quite Dead Yet“ war mein erstes Buch von Holly Jackson und ich kann jetzt schon sagen, dass es sicher nicht mein letztes sein wird. Die Ausgangssituation ist ungewöhnlich und hat mich sofort neugierig gemacht. Von Anfang an herrscht eine bedrückende Spannung, die einen nicht mehr so leicht loslässt.
Besonders spannend fand ich die Figur von Jet. Sie ist keine klassische Thrillerheldin, sondern wirkt zu Beginn unsicher, planlos und irgendwie orientierungslos. Sie hat in ihrem Leben bisher kaum etwas zu Ende gebracht und weiß nicht so richtig, wohin sie gehört. Genau diese Unentschlossenheit macht ihre Entwicklung interessant, denn man erlebt mit, wie sie unter extremem Druck plötzlich gezwungen ist, Verantwortung zu übernehmen. Ihr schwarzer Humor hat der ganzen Geschichte zusätzlich eine besondere Note verliehen und sie trotz der ernsten Situation nahbar gemacht.
Der Spannungsbogen ist von Beginn an sehr hoch, da man genau weiß, dass die Zeit für Jet begrenzt ist. Dadurch hatte ich das Gefühl, ständig mit ihr mitzuzählen und unbedingt wissen zu wollen, wie sich alles entwickelt. Holly Jackson schreibt sehr flüssig und packend, sodass ich stellenweise kaum aufhören konnte zu lesen. Gleichzeitig gab es aber auch Momente, in denen ich dachte, dass die Figuren sich für ihr eigentliches Alter oft etwas jugendlicher verhalten haben. Gerade Jet und ihr Umfeld wirkten auf mich manchmal eher wie Anfang 20 und nicht wie Ende 20, was mich beim Lesen hin und wieder etwas irritiert hat.
Trotzdem hat mich die Handlung insgesamt überzeugt. Es gibt viele Wendungen, die ich so nicht erwartet habe, und das Ende war für mich stark und emotional. Es ist nicht nur ein Thriller, der auf Spannung setzt, sondern auch eine Geschichte, die nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Für mich war „Not Quite Dead Yet“ ein wirklich gutes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Kleine Abzüge gibt es für die Figurenzeichnung, die nicht immer altersgerecht wirkte, aber das hat den Lesegenuss nur minimal getrübt.