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Veröffentlicht am 01.06.2025

Zwischen göttlichem Erbe und menschlicher Identität – Magisch, aber nicht ganz rund

Faded Gods
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Faded Gods – Das Erbe des Hades bietet einen spannenden Auftakt in eine Welt, in der griechische Mythologie auf moderne Romantasy trifft. Die Grundidee, eine junge Frau kurz vor der Hochzeit aus ihrem ...

Faded Gods – Das Erbe des Hades bietet einen spannenden Auftakt in eine Welt, in der griechische Mythologie auf moderne Romantasy trifft. Die Grundidee, eine junge Frau kurz vor der Hochzeit aus ihrem Alltag herauszureißen und in ein göttliches Netz aus Intrigen, Herkunftsfragen und uralten Mächten zu werfen, hat definitiv Potenzial. Die Geschichte wirft Coralynn mitten hinein in ein Leben, das sie bisher nicht kannte – samt Halbgott, Unterwelt und dunkler Geheimnisse.

Jenn Roberts schreibt in einem flüssigen, angenehm lesbaren Stil. Besonders die bildhaften Beschreibungen der Unterwelt und der rasante Einstieg haben mir gut gefallen. Man ist direkt in der Handlung und möchte wissen, wie sich alles entwickelt. Auch die mythologischen Anspielungen sind interessant und wecken die Lust auf weitere Teile.

Allerdings empfand ich manche Entwicklungen als zu überstürzt – vor allem in Bezug auf die Liebesgeschichte. Die Dynamik zwischen Coralynn und Corbin wirkte anfangs spannend, wurde aber recht früh mit einer Portion Spice versehen, die für meinen Geschmack zu forciert wirkte. Hier hätte ich mir mehr emotionale Tiefe und weniger Eile gewünscht.

Coralynn ist eine vielversprechende Protagonistin, deren Herkunft und Zerrissenheit neugierig machen. Corbin hingegen bleibt stellenweise zu sehr in der Rolle des typischen, attraktiven Bad Boys. Auch wenn einige Nebenfiguren angedeutet werden, hätten sie gerne noch stärker ausgearbeitet sein dürfen.

Fazit: Ein atmosphärischer und unterhaltsamer Einstieg in eine Reihe mit viel Potenzial – besonders für Fans von Mythologie-Retellings. Wer eine Mischung aus Romantik, Götterwelt und innerem Konflikt mag, wird hier fündig. Für mich fehlte es noch an Tiefe und Balance, besonders in der Figurenentwicklung und Liebesgeschichte. Neugierig auf mehr, aber mit Hoffnung auf stärkere Fortsetzungen.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Fantasy mit Licht und Schatten

The Deer and the Dragon
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The Deer and the Dragon entführt in eine märchenhaft anmutende Fantasywelt, die mit Mythen, Magie und Romantik spielt. Im Zentrum steht eine Protagonistin, die zwischen zwei Welten steht und sich sowohl ...

The Deer and the Dragon entführt in eine märchenhaft anmutende Fantasywelt, die mit Mythen, Magie und Romantik spielt. Im Zentrum steht eine Protagonistin, die zwischen zwei Welten steht und sich sowohl emotional als auch moralisch behaupten muss. Die Geschichte verbindet klassische Fantasy-Elemente mit modernen Themen, was dem Buch einen besonderen Reiz verleiht.

Die Umsetzung des Themas ist insgesamt gelungen – die Welt ist liebevoll ausgestaltet, voller Geheimnisse und überraschender Wesen. Es gibt viele interessante Ideen, aber manchmal verliert sich die Handlung in zu vielen Details oder Nebensträngen, was den Lesefluss stellenweise bremst.

Der Schreibstil von Piper CJ ist bildhaft, atmosphärisch und emotional. Besonders Fans von romantischer, leicht poetischer Sprache kommen hier auf ihre Kosten. An manchen Stellen wirkt der Stil aber ein wenig überladen oder unnötig dramatisch, wodurch der Text nicht immer so flüssig ist, wie man es sich wünschen würde.

Die Figuren haben mir größtenteils gut gefallen. Die Hauptfigur ist stark, aber auch verletzlich – das macht sie nahbar. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar, auch wenn manche Nebenfiguren etwas eindimensional bleiben. Die Liebesgeschichte ist präsent, nimmt aber nicht überhand und fügt sich gut in den Rest der Handlung ein.

Mich hat das Buch vor allem durch die Atmosphäre und die Mischung aus Magie, Mythologie und Emotion angesprochen. Piper CJ beweist viel Fantasie und Mut zum Detail, auch wenn sie erzählerisch nicht immer ganz die Balance hält.

Fazit: The Deer and the Dragon ist ein romantisches Fantasy-Abenteuer mit starken Ideen und einer außergewöhnlichen Welt. Wer märchenhafte Settings und gefühlvolle Geschichten mag, wird hier fündig. Einige Längen und stilistische Schwächen trüben das Lesevergnügen leicht, aber insgesamt ist es ein lesenswerter Titel. Besonders für Fans von emotionaler, atmosphärischer Fantasy empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Ein stiller Thriller mit Tiefgang

Der dunkle Sommer
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In Der dunkle Sommer begleitet man die Architektin Tilda, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag in einem verlassenen Dorf auf Sardinien neu anfangen will. Sie kauft eine Ruine für einen Euro – ein ...

In Der dunkle Sommer begleitet man die Architektin Tilda, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag in einem verlassenen Dorf auf Sardinien neu anfangen will. Sie kauft eine Ruine für einen Euro – ein faszinierendes Szenario, das sofort neugierig macht. Doch was zunächst wie ein stiller Rückzug wirkt, entpuppt sich schnell als beklemmende Reise in eine düstere Vergangenheit.

Die Geschichte spielt geschickt mit verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven, was der Handlung Tiefe verleiht. Besonders beeindruckt hat mich der Strang um Franka – emotional intensiv, erschütternd und sehr eindringlich erzählt. Vera Buck greift Themen wie familiäre Schuld, alte Machtstrukturen und verdrängte Geschichte auf – spannend, manchmal unbequem, und immer mit einem kritischen Unterton.

Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht und bildhaft. Die sengende Hitze, das bröckelnde Mauerwerk, das beklemmende Schweigen des Ortes – all das wird so greifbar, dass man beim Lesen fast den Staub auf der Zunge spürt. Dennoch wirkte die Handlung stellenweise etwas konstruiert, einige Entwicklungen vorhersehbar, und besonders das Verhältnis zwischen Tilda und ihrem Bruder Nino hat für mich nicht immer überzeugt.

Das Buch hat definitiv Potenzial, wirkt aber phasenweise etwas langatmig. Manche Wendungen habe ich kommen sehen, andere haben mich überrascht. Die düstere Grundstimmung und das geheimnisvolle Setting haben mich trotzdem bei der Stange gehalten.

Fazit: Der dunkle Sommer ist kein temporeicher Thriller, sondern ein leise erzählter, atmosphärisch dichter Roman mit psychologischem Tiefgang. Wer düstere Familiengeheimnisse, verlassene Orte und Geschichten mit historischer Dimension mag, wird hier fündig – sollte aber Geduld mitbringen.
Für mich 3,5 von 5 Sternen – mit Luft nach oben, aber definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Ein Band voller Potenzial – leider nicht ausgeschöpft

Shifter Island - Der Wächter der Seelen
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Nach dem spannenden und atmosphärischen ersten Band bin ich mit großen Erwartungen an den zweiten Teil herangegangen. Leider konnte „Der Wächter der Seelen“ diese nicht vollständig erfüllen. Zwar fand ...

Nach dem spannenden und atmosphärischen ersten Band bin ich mit großen Erwartungen an den zweiten Teil herangegangen. Leider konnte „Der Wächter der Seelen“ diese nicht vollständig erfüllen. Zwar fand ich es schön, dass wir mehr über Nais Vergangenheit und ihre Familie erfahren, und die Reise ins Totenreich bietet viele spannende Ansätze. Trotzdem hat mich die Umsetzung oft nicht ganz überzeugt.
Viele Entwicklungen passieren einfach zu schnell, wodurch wichtige Momente ihre emotionale Wucht verlieren. Statt Spannung aufzubauen und die düstere/dramatische Atmosphäre wirklich wirken zu lassen, werden einige entscheidende Szenen eher "abgehandelt", was ich sehr schade fand. Gerade nach der starken Grundlage des ersten Bandes hätte ich hier mehr Tiefe und Komplexität erwartet.
Zum Glück wurde es ab der Mitte besser – da hat mich die Geschichte wieder mehr gepackt und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Welt von Shifter Island wird weiter ausgebaut, was grundsätzlich Lust auf mehr macht. Dennoch blieb am Ende das Gefühl, dass einiges an Potenzial ungenutzt blieb.

Insgesamt ist "Der Wächter der Seelen" eine solide Fortsetzung, die nette Lesemomente bietet, aber im Vergleich zum Auftakt leider hinter meinen Erwartungen zurückbleibt.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Toller Start mit Luft nach oben

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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"The Wind Weaver – Sturmverführt" hat mich zuerst mit seinem atemberaubend schönen Buchdesign begeistert. Farbschnitt, Cover, die liebevolle Gestaltung – ein echtes Schmuckstück fürs Regal! Inhaltlich ...

"The Wind Weaver – Sturmverführt" hat mich zuerst mit seinem atemberaubend schönen Buchdesign begeistert. Farbschnitt, Cover, die liebevolle Gestaltung – ein echtes Schmuckstück fürs Regal! Inhaltlich habe ich eine düstere Romantasy mit Magie und einer starken Heldin erwartet – und genau das habe ich größtenteils auch bekommen.

Die Geschichte rund um Rhya, die als Halb-Fae in einer Welt voller Misstrauen und Gefahren lebt, ist spannend und emotional. Ohne zu spoilern: Es geht um Flucht, Magie, düstere Geheimnisse – und natürlich gibt es auch einen grummeligen, geheimnisvollen Begleiter. Kommt einem bekannt vor? Vielleicht. Aber es funktioniert trotzdem richtig gut!

Besonders gefallen hat mir, dass Rhya keine perfekte Heldin ist. Sie muss ihre Kräfte erst mühsam erlernen, stolpert, zweifelt – und genau das macht sie authentisch und greifbar. Ich konnte richtig mitfühlen, wie sie wächst und an ihren Aufgaben reift. Auch die Nebenfiguren bringen Humor, Herz und zusätzliche Tiefe in die Geschichte. Bei General Scythe war ich etwas zwiegespalten: Er ist der klassische düstere Love Interest, wirkt aber teilweise zu unnahbar und widersprüchlich.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und schafft es immer wieder, tolle atmosphärische Bilder zu zeichnen. Der Einstieg war etwas zäh und insgesamt hätte ich mir stellenweise weniger Geheimnistuerei und ein schnelleres Tempo gewünscht – aber es lohnt sich, dranzubleiben.

Mein größter Kritikpunkt bleibt die Liebesgeschichte: Sie war für meinen Geschmack zu klischeehaft und hatte stellenweise toxische Züge. Da hätte ich mir mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit gewünscht.

Ein vielversprechender Auftakt mit toller Welt, sympathischer Heldin und einer Prise Magie. Wer düstere Settings, langsamen Beziehungsaufbau und spannende Enthüllungen mag, wird hier auf seine Kosten kommen – trotz kleiner Schwächen in der Romance. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht!

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