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Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Bloemenmarkt

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Rosie hat den Alltagstrott in England satt. Um endlich ihrer wahren Leidenschaft nachgehen zu können, zieht sie kurzerhand nach Amsterdam, wo sie auf dem ›Bloemenmarkt‹ einen Stand eröffnet. Der schwimmende ...

Rosie hat den Alltagstrott in England satt. Um endlich ihrer wahren Leidenschaft nachgehen zu können, zieht sie kurzerhand nach Amsterdam, wo sie auf dem ›Bloemenmarkt‹ einen Stand eröffnet. Der schwimmende Blumenmarkt in den pittoresken Grachten erobert sofort ihr Herz – genau wie ihr Hausboot-Nachbar Max. Doch bei dem in sich gekehrten Künstler stößt sie mit ihrer umtriebigen Art zunächst auf Widerstand. Bis nach und nach etwas zwischen ihnen zu wachsen beginnt – zart und voller Möglichkeiten. Als das Leben sie vor ungeahnte Hürden stellt, werden ihre Gefühle füreinander auf eine harte Probe gestellt. Sind sie bereit, gemeinsam für ihre Träume zu kämpfen?

Ich habe gut in die Geschichte hineingefunden und habe die Protagonistin Rosie sofort als sympathisch wahrgenommen. Auch die Sprecherin Hannah Baus hat mir gut gefallen.

Rosie hat mir mit ihrer optimistischen, lebensfrohen Art und ihrem Mut, in einem anderen Land neu anzufangen und ihren Traum zu verwirklichen, wirklich sehr gefallen und man musste sie einfach direkt ins Herz schließen. Manchmal war sie vielleicht auch etwas zu naiv, aber dennoch sehr liebenswert.

Ihr grumpy Nachbar Max war von seiner neuen und recht lauten Nachbarin zunächst wenig begeistert, öffnet sich ihr gegenüber aber auch immer mehr. Mit der Zeit versteht man, dass er in der Vergangenheit sehr verletzt wurde und anfängt, neuen Mut zu sammeln, um auch beruflich wieder Fuß zu fassen.

Die Probleme, die zwischen den beiden im Laufe der Handlung entstehen, wurden mir manchmal ein wenig zu schnell abgehandelt und es herrschte bald wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Da hätte ich mir für die gesamte Geschichte ein bisschen mehr Tiefgang erhofft.

Da Rosie auch Kräuter verkaufen möchte und auch immer wieder erwähnt wird, dass sie auch Vorträge zu ihren Pflanzen halten möchte, hätte ich es schön gefunden, wenn dieser Handlungsstrang noch etwas stärker vertieft worden wäre und man noch mehr über Pflanzen und Kräuter gelernt hätte.

Die Beschreibungen des Bloemenmarktes haben mir ebenfalls richtig gut gefallen, obwohl ich manchmal gar nicht mehr so sehr wahrgenommen habe, dass es sich um einen schwimmenden Markt handelt.

Trotz kleiner Schwächen hat mir der erste Teil der "Love and the City"-Reihe ein paar cozy Hörstunden verschafft, die mich für ein paar Stunden dem Alltag entfliehen ließen.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Spannender Island-Thriller

DUNKEL
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Eine junge Frau suchte Sicherheit, doch was sie fand, war der Tod…

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen ...

Eine junge Frau suchte Sicherheit, doch was sie fand, war der Tod…

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen cold case , aussuchen – und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet. Der Tod einer jungen Frau wirft während der Ermittlungen düstere Rätsel auf, und die Zeit, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, rennt. Eine Wahrheit, für die Hulda ihr eigenes Leben riskiert …

"Dunkel" ist der erste Teil dieser Reihe und hat mich von Beginn an gefesselt, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Die Protagonistin Hulda hat als einzige Frau in ihrer Dienststelle mit dem Patriachat zu kämpfen und scheint auch bei so mancher Beförderungsmöglichkeit übergangen worden zu sein. Gleich zu Beginn der Geschichte wird man Teil eines von ihr geführten Verhörs und ihre dabei getroffene Entscheidung lässt sie einerseits empathisch wirken, andererseits ist dieser Weg absolut falsch. Trotz so vieler Jahre Berufserfahrung wirkt sie im Verlauf der Ermittlungen manchmal doch etwas leichtgläubig.

Das Buch wurde in drei Teile gegliedert: erster Tag, zweiter Tag und letzter Tag. Im mittleren Teil bekommt man mehr und mehr Einblick in Huldas bisheriges Leben, was für den Ausgang der Geschichte durchaus relevant ist. Zudem bekommt man Einblick in die Geschichte einer weiteren Person, die mit dem Fall in Verbindung steht. Hier möchte ich aber nicht spoilern und gehe deshalb nicht weiter darauf ein.

Das Ende war absolut unerwartet, aber irgendwie auch sehr passend und konsequent.

Wie ich aus den Klappentexten der Folgebände entnehmen konnte, scheint Huldas Leben bzw. ihre Karriere rückwärts erzählt zu werden und endet quasi mit ihrem ersten Fall. Diese Erzählweise ist mal etwas ganz anderes und macht mich sehr neugierig.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Nichts besonderes

Das kleine Zuhause in Prag
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Es ist Jahre her, dass Anna ihren Ex-Mann Leo zuletzt gesehen hat. Nun begegnet sie ihm zufällig in Prag wieder. Anna ist in der Stadt, um etwas über Craft Bier zu lernen, und hat ein Zimmer im Zentrum ...

Es ist Jahre her, dass Anna ihren Ex-Mann Leo zuletzt gesehen hat. Nun begegnet sie ihm zufällig in Prag wieder. Anna ist in der Stadt, um etwas über Craft Bier zu lernen, und hat ein Zimmer im Zentrum angemietet. Doch sie muss die gemütliche Dachwohnung ausgerechnet mit Leo teilen – ihrem neuen Mitbewohner.
Und es kommt noch schlimmer: Auch Leo wird die nächsten Wochen an einer Weiterbildung und einem Brauerei-Wettbewerb teilnehmen. Sie sind also Konkurrenten! Ausgeschlossen, dass längst vergessene Gefühle zwischen ihnen erwachen. Aber während sie durch die idyllischen Straßen Prags wandern und die Sehenswürdigkeiten zwischen dem hübschen Wenzelsplatz und der beleuchteten Karlsbrücke auf sich wirken lassen, beginnt der Zauber der romantischen Stadt schon bald auf sie zu wirken…

Zu Beginn mochte ich die Geschichte noch gern, obwohl von vornherein ziemlich durchschaubar war, wie es enden würde. Ist bei diesen Geschichten ja oft so, dennoch höre ich so etwas leichtes gerne mal zwischendurch, um abzuschalten.

Irgendwann habe ich die Geschichte aber leider doch als recht langatmig empfunden und auch das Drama wirkte nur künstlich erzeugt. Die Protagonisten blieben für für mich ebenfalls eher blass, sodass ich auch keine richtige Bindung zu ihnen aufbauen konnte.

Die Sprecherin Hannah Baus hat aber durchaus einen guten Job gemacht und ich konnte ihr gut zuhören.

Leider war "Das kleine Zuhause in Prag" für mich eher eine weitere 08/15-Geschichte aus diesem Genre ohne größere Überraschungen.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Weihnachtliche Kurzgeschichten

Hol Oma von der Bowle weg!
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Weihnachten ohne Mundschutz auf Mallorca. Ohne Heizung in Böhmen. Oder zu Hause ohne Wein und Braten. Was auch immer gerade fehlen mag – die Verwandten sind zuverlässig dabei. Ob eingeladen oder überraschend ...

Weihnachten ohne Mundschutz auf Mallorca. Ohne Heizung in Böhmen. Oder zu Hause ohne Wein und Braten. Was auch immer gerade fehlen mag – die Verwandten sind zuverlässig dabei. Ob eingeladen oder überraschend angereist. Der Schwager mit neuem Tinderdate, die Tochter mit neuen Tattoos, die Tante vegan, der Onkel verstimmt. Wenn dann das Netz ausfällt und Opa von seinen Heldentaten erzählt, wenn die Enkel am Baum kokeln und Oma noch einmal das Glas hebt, bevor sie endgültig unter den Tisch sackt … heißa, dann ist Weihnachtstag!

Vor einigen Jahren hatte ich aus dieser Reihe schon den ersten Teil gelesen und habe mich davon gut unterhalten gefühlt. Daher habe ich mich auch auf diesen Teil gefreut.

Leider konnten die 21 Kurzgeschichten, die von unterschiedlichen AutorInnen geschrieben wurden, nicht so sehr überzeugen.

Einige der Geschichten hatten viel schwarzen Humor und haben mir wirklich gut gefallen, andere dagegen fand ich einfach nur langweilig.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Bewegender Auftakt der Sturm-Trilogie

Regenglanz
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Schmerzlich schön wie ein Tattoo ...

Als Sportstudent Simon ein peinliches Tattoo – eine schmerzhafte Erinnerung an seine Ex-Freundin – loswerden will, trifft er in einem Tattoo-Studio in Hamburg auf ...

Schmerzlich schön wie ein Tattoo ...

Als Sportstudent Simon ein peinliches Tattoo – eine schmerzhafte Erinnerung an seine Ex-Freundin – loswerden will, trifft er in einem Tattoo-Studio in Hamburg auf die begabte Kunststudentin und Tätowiererin Alissa. Oh nein! Auf gar keinen Fall. Er kann das furchtbar demütigende Ding unmöglich einer Frau zeigen, zu der er sich spontan hingezogen fühlt. Dummerweise missversteht Alissa seine plötzliche Abwehrhaltung als Zweifel an ihrer Kompetenz, weil sie eine Frau ist – und reagiert entsprechend wütend. Mist! Das ging ja mal so richtig nach hinten los. Simon entschuldigt sich und bittet sie, ihm zu helfen. Während der Sitzungen lernen sich die beiden kennen – und mit jedem Treffen knistert es mehr. Doch keiner der beiden ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass sie mit ihrer beginnenden Beziehung gerade ein Tabu brechen …

"Regenglanz" war mein erster Roman der Autorin und konnte mich von Beginn an überzeugen und in seinen Bann ziehen. Ich konnte das Hören nur schwer unterbrechen.

Letzteres lag ganz sicher auch an den beiden großartigen Sprechern Elmar Börger und Dagmar Bittner, die abwechselnd die Geschichte aus den Sichtweisen von Simon und Alissa vortragen.

Die beiden Protagonisten haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Bei Büchern dieser Art gibt es ja häufiger Mal vermeidbare Missverständnisse und Streitereien, weil die Personen einfach nicht miteinander reden, sondern stattdessen nur voreilige Schlüsse ziehen. Das ist hier zur Abwechslung mal überhaupt nicht der Fall. Alissa und Simon wirken beide sehr reif und ich mochte ihre Gespräche sehr. Seien es die humorvollen Auseinandersetzungen, wie auch die tiefgründigeren Unterhaltungen.

Eine überraschende Wendung in der Mitte der Geschichte sorgt für eine unerwartete Tiefgründigkeit, ohne dass es erzwungen wirkt.

Das Hörbuch war gleich zu Beginn des Jahres ein Highlight und ich freue mich auf die weiteren Teile der Reihe.

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