Ein Neuanfang
MirabellentageNach "Mühlensommer" war ich besonders interessiert, wie es wohl weiter gehen wird. Es war eine sehr schöne Überraschung, dass die Nebenfigur aus Mühlensommer hier ihre eigene Geschichte bekommen hat.
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Nach "Mühlensommer" war ich besonders interessiert, wie es wohl weiter gehen wird. Es war eine sehr schöne Überraschung, dass die Nebenfigur aus Mühlensommer hier ihre eigene Geschichte bekommen hat.
Der Schreibstil ist ruhig, atmosphärisch und sehr lebendig. Besonders gelungen sind die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die ein stimmiges Bild vom einfachen, oft auch einengenden Leben in einer katholischen Dorfgemeinschaft zeichnen. Für viele Leser:innen dürfte hier ein hoher Wiedererkennungswert entstehen, gerade wenn eigene Erinnerungen an das Landleben mitschwingen.
Emotional bietet das Buch eine breite Palette: von nachdenklichen Momenten über berührende Szenen bis hin zu humorvollen Episoden. Allerdings ist genau dieser Humor nicht durchgehend treffsicher. Einige Einfälle, etwa rund um den neuen Pfarrer und sprachliche Missverständnisse, wirken eher überzogen oder albern und treffen nicht jeden Geschmack. Hier verliert die Geschichte stellenweise etwas an Wirkung.
Dennoch überzeugt der Roman insgesamt durch seine stimmige Atmosphäre, die liebenswerte Hauptfigur und das Thema des späten Aufbruchs. Annas Reise, sowohl innerlich als auch äußerlich, entwickelt eine leise, aber nachhaltige Kraft.
Fazit:
Ein warmherziger, atmosphärischer Dorfroman über Verlust, Erinnerungen und den Mut zum Neuanfang. Nicht jeder Humor zündet, doch die authentische Stimmung und die sympathische Protagonistin machen Mirabellentage zu einer gelungenen, emotionalen Lektüre, besonders für Fans von ruhigen, lebensnahen Geschichten.