Hin und her
No Place to be Single – This Love Tastes Like TroubleDieses Buch hat mich vor allem deshalb neugierig gemacht, weil mir Courting von der Autorin so gut gefallen hat. Außerdem wurde es als eine moderne Interpretation von Stolz und Vorurteil beschrieben – ...
Dieses Buch hat mich vor allem deshalb neugierig gemacht, weil mir Courting von der Autorin so gut gefallen hat. Außerdem wurde es als eine moderne Interpretation von Stolz und Vorurteil beschrieben – eine Kombination, die für mich sehr vielversprechend klang. Leider konnte mich die Geschichte am Ende nicht ganz so überzeugen wie erhofft, auch wenn sie durchaus einige Stärken besitzt.
Die Handlung spielt in einem idyllischen Dorf in der Toskana, umgeben von Weinbergen, Olivenhainen und jeder Menge Dorfklatsch. Als Michael D'Arcy in seine Heimat zurückkehrt, sorgt das für ordentlich Aufregung. Nur Elisa bleibt von seinem Charme unbeeindruckt. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine Rivalität, die nicht nur beruflicher Natur ist. Die Grundidee hat mir gut gefallen und besonders die Anlehnung an Stolz und Vorurteil war deutlich erkennbar.
Allerdings wurde die Liebesgeschichte für meinen Geschmack durch zu viele Missverständnisse, Geheimnisse und Stolz unnötig in die Länge gezogen. Immer wenn sich die beiden Protagonisten nähergekommen sind, tauchte wieder ein neues Hindernis auf, das sie auseinandergebracht hat. Anschließend waren beide zu stur, um den ersten Schritt aufeinander zuzugehen, sodass häufig Nebencharaktere eingreifen mussten, um die beiden wieder zusammenzubringen. Dieses ständige Hin und Her wurde mit der Zeit etwas anstrengend und konnte mich emotional nicht vollständig abholen.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch den Schreibstil der Autorin. Dieser ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Besonders die Beschreibungen der Toskana, des Weinguts und auch von London waren sehr bildlich und atmosphärisch. Dadurch konnte ich mir die Schauplätze jederzeit lebhaft vorstellen und fühlte mich beim Lesen direkt in die Geschichte versetzt.
Auch einige Plot Twists konnten mich überraschen. Manche Entwicklungen kamen unerwartet und sorgten dafür, dass die Handlung trotz der wiederkehrenden Konflikte interessant blieb. Die Nebencharaktere haben ebenfalls zur lebendigen Atmosphäre beigetragen und dem kleinen Dorf viel Charme verliehen.
(Spoilerfrei)
Das Happy End hat mir letztendlich sehr gut gefallen und konnte für mich noch einiges retten. Insgesamt bin ich während des Lesens immer wieder zwischen drei und vier Sternen geschwankt. Obwohl mich die ständigen Missverständnisse und die Sturheit der Protagonisten teilweise frustriert haben, konnte mich der flüssige Schreibstil und das italienische Setting gut unterhalten.
Fazit: Eine leichte, romantische Geschichte mit viel Toskana-Flair, die vor allem Fans von Rosamunde Pilcher und klassischen Enemies-to-Lovers-Geschichten gefallen dürfte. Wer Geduld für einige Missverständnisse und ein ausgedehntes Hin und Her mitbringt, wird hier eine unterhaltsame Wohlfühlromanze finden.