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Veröffentlicht am 15.06.2025

Alte Geheimnisse, neue Allianzen

Arc & Ruin
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„Arc & Ruin“ knüpft direkt an den ersten Band an und liefert einen gelungene Neustart mit einem Rückblick, der genau erklärt, was im ersten Teil passiert ist. Dadurch fühlt man sich sofort wieder mitten ...

„Arc & Ruin“ knüpft direkt an den ersten Band an und liefert einen gelungene Neustart mit einem Rückblick, der genau erklärt, was im ersten Teil passiert ist. Dadurch fühlt man sich sofort wieder mitten im Geschehen – so clever! Trotzdem würde ich jedem empfehlen, erst Band 1 zu lesen, bevor man hier einsteigt.

In diesem Band wird das fiktive Universum noch weiter ausgebaut – fast wie in einem Reisetagebuch, in dem man Stück für Stück mehr über die Geschichte und die Welt erfährt. Die Autorin führt uns durch längst zurückreichende Ereignisse, die die Charaktere geprägt haben, und lässt uns deren Hintergründe besser verstehen. Dabei müssen die Helden schwere Entscheidungen treffen und Allianzen schmieden, was der Geschichte richtig Drive verleiht.

Was mir besonders gefallen hat, ist, wie die Figuren weiterentwickelt werden. Die Ich-Perspektive in den Kapiteln von Rah, Irin sowie auch von Shina und Mae sorgt dafür, dass man deren Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen kann. Rah glänzt mit ihrer starken Entwicklung und ihre Verbindung zu den geheimnisvollen Wölfen wird immer spannender. Irin bekommt hier mehr Tiefgang: Rückblenden in seine Vergangenheit als Arax machen seine Entscheidungen und Beweggründe greifbarer. Shina und Mae sorgen zwar für aufregende Momente, werden aber manchmal von den anderen Charakteren überschattet.

Der Schreibstil von Marie Graßhoff ist einfach angenehm zu lesen. Die Beschreibungen sind lebendig, sodass man echt in die Geschichte eintauchen kann. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Mischung aus Action, Emotionalität und Rückblicken macht das Lesen zu einem echten Abenteuer.

Der Abschluss des Buches ist ein gelungener, spannender Showdown, der genug Raum bietet, sich von den Charakteren zu verabschieden und neugierig auf ihre Zukunft zu machen. Für alle, die im ersten Band schon heiß auf die Geschichten von Rah, Irin und den anderen waren, ist „Arc & Ruin“ ein absolut empfehlenswertes Lesevergnügen.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 14.06.2025

Lustig, spannend und voller Überraschungen!

Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) - Plötzlich Werwolf
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Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) – Plötzlich Werwolf ist eine richtig coole Mischung aus Grusel, Humor und Abenteuer. Fynn war eigentlich ein ganz normaler Junge – bis ihn ein mysteriöser Hund ...

Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) – Plötzlich Werwolf ist eine richtig coole Mischung aus Grusel, Humor und Abenteuer. Fynn war eigentlich ein ganz normaler Junge – bis ihn ein mysteriöser Hund beißt und plötzlich alles anders ist. Vollmond verwandelt ihn in einen Werwolf, und zack, schon landet er in der schrägsten Schule der Welt: der Nightmore Academy.

Die Schule selbst ist einfach nur verrückt. Eine Todesfee als Direktorin, das Monster von Loch Ness als Lehrer und ein Sport namens Blutball? Klingt nach einem Ort, an dem man nicht freiwillig bleibt! Doch genau das macht das Buch so spannend und witzig. Die Figuren sind kreativ und total unterhaltsam, und man fiebert richtig mit Fynn mit, während er versucht, einen Weg aus der Schule zu finden – oder vielleicht doch einen Platz darin?

Was das Buch besonders macht, sind die liebevollen Illustrationen, die die Story perfekt ergänzen. Der Schreibstil ist locker, einfach zu lesen und genau richtig, um von Anfang bis Ende in die Geschichte einzutauchen. Perfekt geeignet zum Vorlesen oder Selberlesen.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Mit Stil und Respekt durchs Leben

Der neue Taschen-Knigge
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Herbert Schwinghammer gelingt es mit Der neue Taschen-Knigge, die klassischen Regeln der Etikette zeitgemäß zu präsentieren. Während gute Umgangsformen oft als veraltet oder überflüssig empfunden werden, ...

Herbert Schwinghammer gelingt es mit Der neue Taschen-Knigge, die klassischen Regeln der Etikette zeitgemäß zu präsentieren. Während gute Umgangsformen oft als veraltet oder überflüssig empfunden werden, zeigt dieser moderne Ratgeber, dass sie wichtiger denn je sind – sei es im Berufsleben, in der digitalen Kommunikation oder als Gastgeber.

Besonders gelungen finde ich die klare Struktur des Buches: Die Unterteilung in verschiedene Themenbereiche macht es leicht, genau die Tipps zu finden, die einen interessieren. Gerade die Kapitel zu moderner Kommunikation und den Umgangsformen im Beruf haben mich besonders angesprochen. Der Schreibstil ist angenehm verständlich und nie belehrend, sondern lädt dazu ein, das eigene Verhalten reflektiert zu betrachten.

Ein Highlight ist der Fettnäpfchen-Radar am Ende jedes Kapitels, der humorvoll auf häufige Fehler hinweist – manchmal mit überraschenden Erkenntnissen! Auch die Erweiterungen der neuen Auflage, wie der Gesundheits-Knigge und Tipps zur Gendersprache, machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter für den Alltag.

Natürlich sind manche Regeln altbewährt, doch die Aktualisierung durch moderne Aspekte sorgt dafür, dass das Buch sich nicht wie eine verstaubte Sammlung von Vorschriften liest, sondern als praktischer Leitfaden für ein harmonisches Miteinander.

Insgesamt ist Der neue Taschen-Knigge ein hilfreicher Ratgeber für alle, die Wert auf stilvolles Benehmen legen oder einfach ihre Kenntnisse in bestimmten Bereichen auffrischen möchten. Ein Buch, das nicht nur informiert, sondern auch inspiriert! Eine klare Empfehlung für ein respektvolles und angenehmes Miteinander.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Glanz, Schatten und Intrigen – Londons Nachtleben in den 1920ern

Nacht über Soho
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Kate Atkinson entführt uns mit Soho in das pulsierende London der 1920er Jahre – eine Welt voller Glamour, Exzessen, Machtspielen und dunkler Machenschaften. Im Zentrum steht die faszinierende Figur der ...

Kate Atkinson entführt uns mit Soho in das pulsierende London der 1920er Jahre – eine Welt voller Glamour, Exzessen, Machtspielen und dunkler Machenschaften. Im Zentrum steht die faszinierende Figur der Nachtclubbesitzerin Nellie Coker, eine Frau, die sich ihren Erfolg hart erkämpft hat und mit sechs Kindern eine Familie führt, die selbst ihre eigenen Pläne verfolgt. Doch während in ihren Clubs Adelige neben Gangstern feiern und das Nachtleben floriert, lauern Gefahren in den Schatten: rivalisierende Gangs, ein skrupelloser Mafioso und der hartnäckige Inspektor John Frobisher, der sich vorgenommen hat, die Wahrheit über das Verschwinden vieler junger Frauen aufzudecken.

Das Setting ist brillant eingefangen – Atkinson schafft es meisterhaft, die Atmosphäre des "Roaring Twenties"-London zum Leben zu erwecken. Die opulenten Nächte, die Kontraste zwischen schillerndem Vergnügen und düsteren Abgründen, die sozialen und wirtschaftlichen Spannungen der Nachkriegszeit – all das fließt detailreich und überzeugend in die Erzählung ein. Dabei gelingt es der Autorin, einen historischen Roman mit Krimi-Elementen zu verbinden, sodass die Handlung nicht nur lebendig, sondern auch spannend bleibt.

Ihr Schreibstil ist anspruchsvoll, aber faszinierend. Ich musste mich erst ein wenig einlesen, denn die Geschichte wird in mehreren Erzählsträngen und Zeitsprüngen erzählt. Gerade am Anfang war es nicht ganz einfach, die verschiedenen Figuren und ihre Beziehungen zueinander zu sortieren. Besonders die Coker-Familie mit ihren sechs Kindern ist komplex angelegt, und ich hätte mir ein Personenverzeichnis oder einen Stammbaum gewünscht, um den Überblick zu behalten. Doch sobald man sich in die Erzählweise eingelebt hat, entwickelt die Geschichte einen Sog, der einen nicht mehr loslässt. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet: Nellie Coker ist eine fesselnde, vielschichtige Protagonistin, die mit eiserner Entschlossenheit ihr Imperium verteidigt. Auch Inspektor Frobisher und Gwendolen, die junge Bibliothekarin, die sich ins Nachtleben begibt, um verschwundene Mädchen zu finden, sind starke Figuren, die das Buch bereichern.

Die Dialoge sind präzise, oft mit feinem britischem Humor gewürzt, und die sprachliche Eleganz Atkinsons verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe. Die Mischung aus historischen Details, sozialer Kritik und Kriminalgeschichte hält die Spannung konstant aufrecht. Besonders hat mir gefallen, wie Atkinson die Gegensätze von Glanz und Dunkelheit herausarbeitet: Während das Nachtleben rauschend und unbeschwert erscheint, lauert im Hintergrund stets eine Bedrohung.

Allerdings muss man sich auf die vielen Namen, Perspektiven und Zeitsprünge einlassen – wer einen geradlinigen Roman erwartet, könnte Schwierigkeiten haben, den roten Faden immer sofort zu erkennen. Manche Abschnitte sind komplex, und es gibt Momente, in denen die zahlreichen Charaktere und ihre Beweggründe etwas überwältigend wirken. Doch wer sich darauf einlässt, wird mit einer atmosphärisch dichten und intelligent konstruierten Geschichte belohnt.

Für Fans historischer Romane mit vielschichtigen Figuren, elegantem Schreibstil und einer faszinierenden Zeitperiode ist Soho eine klare Empfehlung. Es ist kein Buch, das man leicht nebenbei liest – aber wer tief in das London der 20er Jahre eintauchen und sich in einem Netz aus Intrigen, Machtkämpfen und gesellschaftlichen Abgründen verlieren möchte, wird hier ein literarisches Highlight entdecken. Trotz kleiner Herausforderungen beim Einstieg hat mich Atkinsons Erzählweise überzeugt, und ich werde dieses Buch sicher noch einmal lesen, um alle feinen Nuancen zu erfassen.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Schreibstil passt nicht zu mir

Sputnik
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Cover und Klappentext dieses Buches fand ich sehr ansprechend, aber leider bin ich mit dem Schreibstil nicht warm geworden.
Die ersten 5 Kapitel sind aus seiner Sicht aus dem Mutterleib heraus ...

Cover und Klappentext dieses Buches fand ich sehr ansprechend, aber leider bin ich mit dem Schreibstil nicht warm geworden.
Die ersten 5 Kapitel sind aus seiner Sicht aus dem Mutterleib heraus geschrieben. Mir wurde das echt zu viel als er tiefenintensiv die Gefühle des Babys unter der Geburt beschrieb. Das ist für mich irgendwie zu abgehoben. Und bei dieser Art Schreibstil bleibt es auch größtenteils.
Später kommen lange und ausführliche Passagen über erotische Gedanken, Sexualität entdecken und ausleben. Auch das wurde mir einfach zu viel des Ganzen. Natürlich gab es auch interessante Passagen: über die RAF, die DDR, die problematische Eltern-Kind Beziehung die hier zu kurz kommt. Aber dann folgen endlose Beschreibungen über Szenen auf der Bühne. Ich bin immer wieder abgedriftet.
Sehr schade, hatte mich sehr auf das Buch gefreut.

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