Lesenswert!
Ein Kranich unter WölfenAls Iseuls Schwester zur Beute des grausamen Königs Yeonsan wird, beschließt die 17-Jährige, die Sicherheit ihres Dorfes zu verlassen und sich auf den Weg in die Hauptstadt zu machen, um Suyeon nach Hause ...
Als Iseuls Schwester zur Beute des grausamen Königs Yeonsan wird, beschließt die 17-Jährige, die Sicherheit ihres Dorfes zu verlassen und sich auf den Weg in die Hauptstadt zu machen, um Suyeon nach Hause zu holen. Schnell erkennt das Mädchen, dass die Macht des Königs absolut ist, seine Taten das Volk in Angst hüllen und jede Verweigerung von Treue Yeonsan gegenüber, jedes falsche Wort den Tod bedeuten könnte.
Daehyun hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Reich von seinem Bruder und dessen Schreckensherrschaft zu befreien. Lange genug litten die Menschen unter dem skrupellosen Tyrannen. Unter seiner Unberechenbarkeit. Seiner sucht nach Leid und Schmerz.
Als sich die Schicksale von Daehyun und Iseul kreuzen, überwiegen Abneigung und Misstrauen, und doch beschließen sie, zusammenzuarbeiten und gemeinsam entweder eine Veränderung für Joseon zu erzwingen oder zusammen zu sterben. …
„Ein Kranich unter Wölfen“ spielt Anfang des 15. Jahrhunderts und orientiert sich in Teilen an realen historischen Ereignissen, was dem Jugendroman etwas Durchdringendes, Relevantes gibt. Erzählt wird in einem recht einfachen, leicht verständlichen Stil aus diversen Blickwinkeln, sodass wir einen umfangreichen Eindruck der allgemeinen Situation des Reiches, des Regimes und der Hauptakteure bekommen. Dass June Hur neben den historischen Aspekten und der soften, sich im Hintergrund abspielenden Romanze auch Crime einfließen lässt, ist der Spannung und der Atmosphäre zuträglich. Denn in Joseon treibt ein Mörder sein Unwesen – einer, der es auf ganz bestimmte AnhängerInnen abgesehen zu haben scheint.
Insgesamt fand ich das Buch wirklich abwechslungsreich und, abgesehen von einigen Stolpersteinen und unrunden Sätzen, gut zu lesen. Lediglich die einen oder anderen (koreanischen) Namen und Begrifflichkeiten erfordern Konzentration. Dafür bekommen wir authentisch wirkende Gegeben- und Gepflogenheiten, eine sture Protagonistin und einen im Herzen guten Prinzen. Im Verlauf finden sich jedoch Wiederholungen und Längen, zudem wirkt die Geschichte nicht immer rund. Positiv waren die subtile Liebesgeschichte, die Planung des Putsches und die Mordermittlungen wie auch die politisch angespannte Lage, das allumfassende Misstrauen, die nicht wegzudenkende Gefahr und der Drang, mitzurätseln.
Trotz Kritikpunkten ist „Ein Kranich unter Wölfen“ ein lesenswerter Roman, der Wichtiges anspricht und darstellt.