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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2021

„Verity“ konnte mich vollkommen überzeugen.

Verity
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Ich hörte diesen ungewöhnlichen Genremix und klebte förmlich die 9 Stunden und 26 Minuten an den Stimmen von Lisa Stark und Marlene Rauch.

Der Wechsel zwischen den verstörenden Einblicken in die Manuskripte ...

Ich hörte diesen ungewöhnlichen Genremix und klebte förmlich die 9 Stunden und 26 Minuten an den Stimmen von Lisa Stark und Marlene Rauch.

Der Wechsel zwischen den verstörenden Einblicken in die Manuskripte und Tagebücher der komatösen Erfolgsautorin Verity Crawford und in die gegenwärtige Situation von Lowen Ashleigh ergeben eine spannende, fesselnde Geschichte, die selbst in den normalen und ruhigeren Szenen interessant erzählt wird. Gedankengänge, Reaktionen und Gespräche wirkten auf mich authentisch, Schlussfolgerungen und Zweifel nachvollziehbar.
Geschmackvoll und intensiv drangen die erotischen Momente, das unausgesprochene Verlangen und die knisternde Atmosphäre zwischen Lowen und Jeremy spürbar über die Lautsprecher, während ich den Zwiespalt, die diese bestehende Anziehung mit sich brachte, zu gut verstehen konnte. Colleen Hoover schildert die bittersüße Situation, die angespannte emotionale Lage und auch die fragliche Beziehung der Hauptcharaktere schonungslos, und entfacht eine Frage in den Leser, dessen Antwort einen fahlen Nachgeschmack hinterlässt: Würdest Du Dir eine Liebschaft mit einem Mann erlauben, dessen Frau mehr tot als lebendig ein Stockwerk über Dir dahin vegetiert?
Skrupellosigkeit und Lügen hüllen die Hintergründe und Charaktere in einen undurchdringlichen Schleier, der erst am Ende gelüftet wird und all das, was „Verity“ zu bieten hatte, in ein anderes Licht rückt. Ich zumindest musste die Geschichte mit den Erkenntnissen der letzten Szenen nochmal revue geschehen lassen.
Die subtile Gefahr, die im Hintergrund lauert, das Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt, schwingt präsent im nervenzerreißenden Verlauf mit und lässt keine Zeit für Langeweile. Ich vermutete und überlegte, kombinierte aus den Informationen die das Tagebuch enthüllt, Bilder entstanden greifbar vor meinen Augen und einige detaillierte Ausführungen ließen mich genauso schlucken wie Lowen.
Colleen Hoover geizt in dem ereignisreichen Verlauf nicht mit einschneidenden Schock- und Überraschungsmomente, sodass der Spannungsbogen bis zum tragischen, unerwarteten Schluss konstant bleibt und durch eine gewisse mystische Atmosphäre untermauert wird. Durch immer neue Informationen, vermeintliche Wahrheiten und aufgedeckte Gräuel steht die Geschichte nie still, entwickelt und baut sich vorstellbar auf. Die eindrucksvolle, perfekt ausgearbeitete Handlung ist trotz zahlreicher Wendungen und Enthüllungen verständlich und logisch, sodass die Sogwirkung, die dieses Buch mit sich bringt, unausweichlich ist.

„Verity“ ist intensiv, betörend und leidenschaftlich, ein Wechselbad der Gefühle. Zeitgleich auf grauenvolle Weise erschreckend wie auch emotional berührend. Mir ging die Mischung aus geheimnisvollem Thrill und ergreifender Romantik tief unter die Haut.

Der Roman „VERITY“ von Colleen Hoover erschien am 13. März 2020 bei dtv, das Hörbuch wurde durch HörbucHHamburg HHV GmbH vertont

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Veröffentlicht am 29.12.2020

Großartig.

Diener des Ordens
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Nach all den Plätzchen, der Schokolade und dem Kuchen, dem Kitsch und der Romantik verlangt der Körper doch regelrecht nach düsterem HIGH-FANTASY:

Die Trilogie
♟ Diener des Ordens ♟
spielt in einem mittelalterlichen ...

Nach all den Plätzchen, der Schokolade und dem Kuchen, dem Kitsch und der Romantik verlangt der Körper doch regelrecht nach düsterem HIGH-FANTASY:

Die Trilogie
♟ Diener des Ordens ♟
spielt in einem mittelalterlichen Setting und dass es sich hier um das Erstlingswerk von Gina Riot handelt, ist kaum zu glauben: interessant, durchdacht, wendungsreich und authentisch führt uns die junge Autorin durch einen schonungslosen Verlauf, der trotz verzweigter Stränge absolut nachvollziehbar und schlüssig ist.

Blutig, erotisch, mystisch.
Spannend und fesselnd - von der ersten bis zur letzten Seite.
Oder wie eine andere Leserin treffend zusammen fasst:
"EIN SAUSTARKES DEBÜT" - eine Einschätzung, der ich mich kommentarlos anschließen kann.

Intrigen, Machtgier und Magie, sexuelle Spannung, geheimnisvolle Rituale und blutige Szenen: ein Pageturner, dessen Fortsetzung sehnlichst erwartet wird!

"Wristagul, das Land der purpurnen Wiesen befindet sich im Wandel. König Ebrahim ist längst verblichen und sein Erbe unauffindbar. Die Grenzen wurden niedergerissen und Zuzügler aus allen Ländern finden in Wristangul ihr Zuhause. Doch nicht nur die weisen Obligaten mit ihrer Magie, die Vaagtonhs mit ihren Kriegskünsten, edle Vahlagde und Pargatmäen finden ihren Weg nach Wristangul. Auch die Uszmiten aus dem Westen dringen immer tiefer in das Land vor, meucheln und vergewaltigen.

Ein Geheimorden führt seine Anhänger auf einen Pfad, um nicht nur gegen das Reich der Uszmiten, sondern auch gegen die Intrigen im eigenen Land vorzugehen. Doch hinter dem politisch geführten Orden verbirgt sich ein düsterer Abgrund, der bereits beim Ritual des Treueschwurs auf makabere Hintergründe schließen lässt..."

EBOOK, TASCHENBUCH und HARDCOVER SIND VORHANDEN - schmeißt euer Weihnachtsgeld raus, es lohnt sich!

Außerdem möchte ich mich bei Gina für die Erwähnung ihres Bloggerteams in der Danksagung bedanken. ❣ Es war unglaublich rührend, meinen Namen dort zu sehen...

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Veröffentlicht am 29.12.2020

Verschenktes Potenzial.

Mohnblütenträume
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„Mohnblütenträume“

Auf meine erste Fantasy-Geschichte von Lilyana Ravenheart war ich sehr gespannt. Vor allem, da hinter dem sinnlichen Cover eine tragische Liebesgeschichte voller Sagen und Mythen liegen ...

„Mohnblütenträume“

Auf meine erste Fantasy-Geschichte von Lilyana Ravenheart war ich sehr gespannt. Vor allem, da hinter dem sinnlichen Cover eine tragische Liebesgeschichte voller Sagen und Mythen liegen sollte. Sollte? Ja, denn letztlich konnte mich diese Romance Story nicht begeistern.

Die Idee hinter „Mohnblütenträume“ finde ich nach wie vor ausgesprochen gut; denn die Autorin spinnt in dem Auftakt ihrer "Göttlichen"-Reihe ein stets aktuelles Thema ein: Vorurteile gegenüber der Vermischung von verschiedenen Kulturen, Rassismus. Dies in eine Liebesgeschichte zwischen zwei Göttern aus unterschiedlicher Mythologie einzubauen besitzt definitiv potenzial. Potenzial, um den Leser zu überraschen, mitzureißen und emotional zu berühren.
Es gab Szenen, in die ich mich bildlich träumen konnte, überrascht wurde und neugierig war; die, ausgearbeitet, Spannung und ergreifende Gefühle versprechen. Eine katzenhafte Göttin die sich für einen griechischen Gott opfert, allein aus der Hoffnung heraus, irgendwann wieder zueinander zu finden: Der Gedanke allein lässt doch schon zu Taschentüchern greifen. Aber leider nicht hier, denn in meinen Augen ist dieser Roman unausgereift und überarbeitungswürdig. Ganz nett waren die Sequenzen aus der Vergangenheit, denn dort gab es einen Hauch der erhofften Tragik, wenn auch die Verflechtung mit der Gegenwart nicht hundertprozentig stimmig scheint. Gerne wäre ich tiefer in die göttlichen Welten abgetaucht, um unter anderem mehr Einblicke in den Zwiespalt der Gottheiten untereinander zu bekommen. Gewünscht hätte ich mir zudem, etwas über den Ursprung der verbannten Macht, ihre Verbindung zu Baset zu erfahren, denn diese wurde zwar wirklich vielversprechend und geheimnisvoll in den Verlauf geworfen, doch was, wieso dahinter steckt, erschließt sich nicht.
Diesen 200 Seiten fehlt es an Tiefe, an Authentizität, an Gefühl. Häufig stolperte ich über (Wort-) Wiederholungen und Füllwörter, zudem empfand ich den Schreibstil als zu einfach, nüchtern. Kurz: für mich versteckt sich in
„Mohnblütenträume“ eine großartige Idee, die nicht ausgearbeitet, oberflächlich geschrieben wurde und somit nicht mehr als eine Idee ist.

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Gute Idee, langweilige Umsetzung.

COLDTOWN – Stadt der Unsterblichkeit
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🖤„COLDTOWN – Stadt der Unsterblichkeit“🖤

war für mich weder
"brillant" noch "atemberaubend" und schon gar kein blutiger Vampir-Thriller.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den neuen Fantasyroman von ...

🖤„COLDTOWN – Stadt der Unsterblichkeit“🖤

war für mich weder
"brillant" noch "atemberaubend" und schon gar kein blutiger Vampir-Thriller.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den neuen Fantasyroman von Holly Black, vor allem als Vampirfan war ich gespannt, was die Autorin auf 480 Seiten erschaffen hat.
Doch statt Grauen und Schock, Spannung und Horror
umfing mich fast ausschließlich Langeweile und das, obwohl der Einstieg vielversprechend war. Ein vampiristischer Fantasy-Thriller? Wohl kaum.
Die wenigen spannenden, blutigen Szenen hat Holly Black zwar genau und vorstellbar gezeichnet, doch sowohl diese wie auch schlüssige Hintergründe und Details zu wichtigen Dingen gehen unter, dafür holt die Autorin bei Nichtigkeiten weit aus. Hartnäckig kämpfte ich mich durch die zähflüssig geschriebenen Seiten, bildlich und atmosphärisch befand ich mich mitten im Geschehen, sah Ereignisse und Orte vor mir. Jedoch wurde ich nicht gepackt. Oder geschockt.
Die Rückblicke, durch die das gegenwärtige Treiben regelmäßig unterbrochen werden, tragen zwar zu einer unspektakulären Ausdehnung der Geschichte und einigen Informationen über Tana und Gavriel bei, jedoch bin ich der Meinung, dass „Coldtown“ großteils aus zahlreichen Längen und unauthentischen Charakteren besteht, deren Reaktionen man nicht ernst nehmen kann.
Als Tana und ihre Begleiter endlich die größte Stadt der Vampire erreichten stieg der Spannungsbogen im Gesamten, es gab zunehmend fesselndere, unerwartete Ereignisse – doch selbst in diesem Teil des Buchs stieß ich auf Wirrungen.
Die Idee hinter „Coldtown“ ist komplex und vielschichtig, logisch ausgearbeitet wäre es interessant dieses ungewöhnliche System zu ergründen. Doch die Umsetzung in diesem Buch ist - für mich - gescheitert. Ein ungünstiger Handlungsaufbau, zahlreiche, teilweise komplizierte oder widersprüchliche Verstrickungen und Regeln, dazu die unendlich scheinenden Ausschweifungen trugen dazu bei, dass am Schluss keine nachvollziehbare, durchdachte Geschichte entstand.

Holly wollte viel: viele Charaktere, viel Handlung, viele Gefühle und irgendwie auch Grausamkeiten – doch am Ende ist es lediglich ein netter, chaotischer Roman, in dem hin und wieder Blut fließt.

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Veröffentlicht am 18.11.2020

„Astralliebe“…

Astralliebe
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... ist ein stiller Roman, der den Leser einen Nachmittag lang auf ungewöhnliche Weise nach Edinburgh, Paris und in eine abgeschiedene Waldhütte trägt – auf der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit, ...

... ist ein stiller Roman, der den Leser einen Nachmittag lang auf ungewöhnliche Weise nach Edinburgh, Paris und in eine abgeschiedene Waldhütte trägt – auf der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit, Leben und… Tod. Immer dazwischen.

Während der Einstieg spannend und vielversprechend war, auf eine geheimnisvolle Reise voller Übernatürlichkeit hindeutete, sprang der magische Funke in mir leider nicht über.

Sissi Steuerwald beschreibt Gefühle und Gedanken malerisch und detailliert, lässt die Selbstzweifel der jungen Protagonisten authentisch, wenn auch wiederholend, erscheinen. Bildlich stand ich bei Nacht an wundervoll geschilderten Orten, sah das winterliche Glitzern des Schnees und spürte das (un-)angenehme Kribbeln, die Anziehung der beiden.
Hannahs Einstellung, ihre Sichtweise und die spürbare Liebe zu ihrer Sheltiehündin erweckten augenblicklich Sympathie – genau wie sich ihre beste Freundin durch eine unverblümte, direkte Art in mein Herz witzelte. Dass Liam etwas verbirgt, mit sich selbst ringt, macht ihn undurchsichtig, regt zu Vermutungen an – und letztendlich wurde ich überrascht, denn womit Liam hadert, was ihn zum Traumwandeln brachte, … damit hatte ich genauso wenig gerechnet wie Hannah.
Ben, - der Auslöser des Unglücks oder des Glücks? - seine Rolle in der Geschichte und sein Verhalten waren mir ein Dorn im Auge, ebenso wenig nachvollziehbar wie seine übertriebene Reaktion, als er Liam zu Gesicht bekam - bis… bis auch er nach jahrelangen Schweigen & Selbstgeißelung den Mut hat, den Schrecken in Worte zu fassen, der ihn so verändert hat. Doch diese Offenbarung treibt Hannah von dem weg, was sie sich selbst so sehr wünscht.

Das Zusammenspiel der Charaktere, ihre Unterschiede und Eigenheiten sind gut gelungen, auch wenn ich die Entwicklung der Beziehung zwischen Liam und Hannah als zu einfach und schnell empfand. Trotz einer Menge Gefühl, einem gewissen Ernst im Verlauf verzichtet die Autorin nicht gänzlich auf Humor, sodass sich auf 326 Seiten eine leicht zu lesende, intensive Liebe zwischen zwei Menschen entwickelt, die sich ohne einen schwerwiegenden Unfall vielleicht nie begegnet wären?!
Mir persönlich fehlte etwas. Was genau? Das Astrale, das Mystische und Verträumte. Ich fand es schade, dass die Handlung mit schlichten Dingen gefüllt wurde, anstatt den Fokus auf dieses interessante Thema zu legen.

Am Ende ist „Astralliebe“ ein Fantasy-Jugendroman, der von Vergebung, Überwindung und Verzeihen, von Freundschaft und Liebe erzählt, zum Nachdenken anregt und dem Leser wortlos die Frage stellt:
Was ist wirklich wichtig im Leben?

FUNFACT: In jeder Geschichte von Sissi taucht ein Sheltie auf.

Herausgegeben wurde das Buch am 05. November bei BoD.

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