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Veröffentlicht am 26.01.2025

Spannender erster Band

Zwergenzorn
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Jahrhundertelang unterdrückten die Oger mit Hilfe der Trolle die Menschen und Zwerge, bis sich diese durch die Unterstützung der Elben endlich gegen sie auflehnen konnten. Ein Krieg brach aus, der viele ...

Jahrhundertelang unterdrückten die Oger mit Hilfe der Trolle die Menschen und Zwerge, bis sich diese durch die Unterstützung der Elben endlich gegen sie auflehnen konnten. Ein Krieg brach aus, der viele Opfer forderte und mit einer Überraschung endete. Die Geschichte war damit aber noch lange nicht zu Ende.

Ich mag Romane mit Zwergen, habe aber wohl noch keinen gelesen, in dem Oger die Welt beherrschten. Das ist für mich nicht nur eine neue, sondern auch eine interessante Prämisse. Die Oger hier sind intelligent, sonst hätten sie es gar nicht erst so weit bringen können, während die Trolle ihnen untergeordnet, aber ohne Zweifel auf ihrer Seite sind.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, darunter sind Zwerge und Menschen, aber auch Oger. Mir gefällt das gut, bekommt man doch so einen umfassenden Eindruck, und durch die Perspektivewechsel auch immer wieder kleine oder auch größere Cliffhanger. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, zumindest die, die öfter auftauchen, denn manche Perspektive erscheint, zumindest bisher, nur einmal. Die meisten aber sind Charaktere, die wichtig sind und daher öfter vorkommen. Neben den schon erwähnten Völkern gibt es weitere, die aber, zumindest zum Teil, zunächst geheimnisvoll bleiben, und deren Hintergründe sich erst noch in den weiteren Bänden komplett offenbaren müssen. Interessant und erwähnenswert ist auch, dass es einen größeren Zeitsprung gibt, der aber der Geschichte geschuldet ist, und somit unumgänglich ist.

Erzählt wird außerdem sehr lebendig und bildhaft, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen, das Kopfkino bekam viel zu tun. Frank Rehfeld hat eine interessante Welt erschaffen. Leider enthält uns der Roman nicht nur eine Karte, sondern auch ein Personenregister vor. Ich kam zwar auch ohne beides aus, manch einer könnte sich aber von der Vielzahl der Namen und ihrer Zuordnung erschlagen fühlen.

Bis kurz vor Ende ging ich noch davon aus, einen Einzelband zu lesen, doch tatsächlich handelt es sich um einen ersten Band. Da ich Mehrbänder gerne lese, freue ich mich darüber und bin auf den nächsten Band gespannt.

„Zwergenzorn“ ist der Auftaktband einer neuen Fantasy-Reihe, spannend, mit interessanten Charakteren, einer gut gebauten Welt und viel Potential für weitere Bände.

Veröffentlicht am 24.01.2025

Vor allem für Jüngere interessant, aber auch für Ältere von wert

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest - Kapitalanlage, Versicherungen & Altersvorsorge
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Finanzen sind ein Thema für sich. Wer möchte nicht sein Geld zukunftssicher anlegen können, sich an guten Zinsen erfreuen und sich ein gutes Polster ersparen? Einfach ist das nicht, man kann dabei auch ...

Finanzen sind ein Thema für sich. Wer möchte nicht sein Geld zukunftssicher anlegen können, sich an guten Zinsen erfreuen und sich ein gutes Polster ersparen? Einfach ist das nicht, man kann dabei auch viel falsch machen und am Ende mehr verlieren als gewinnen.

Die Stiftung Warentest hat daher diesen Ratgeber herausgebracht. In 21 Punkten soll er dazu beitragen, die Leserin, den Leser zu befähigen, ihr, mit seinem Geld richtig umzugehen und es bestmöglich anzulegen. Dazu gehören neben Tagegeldkonto und Aktiendepot auch die Rente und Schulden, die man besser erst gar nicht macht.

Angesetzt wird dabei am Anfang, es werden viele Basics vermittelt. Meiner Meinung nach spricht der Ratgeber vor allem junge Leute an, die von Anfang an in die Lage versetzt werden sollen, das beste aus ihrem Geld zu machen. Bei manchen Anlageform wird zum Beispiel eine Laufzeit von 20 oder 30 Jahren vorausgesetzt. Auch sich eine bestmögliche Alterssicherung zu erarbeiten ist dabei Thema.

Menschen im fortgeschritteneren Alter können natürlich auch profitieren, denn alles wird gut erklärt, auch das Glossar am Ende ist umfangreich und ausführlich. So habe am Ende auch ich das eine oder andere mitgenommen. Allerdings habe ich beim Lesen auch immer mehr überflogen, so wurde zum Beispiel manches, teils sogar mehrfach, wiederholt. Das liegt aber auch daran, dass man das Buch nicht unbedingt von vorne bis hinten lesen muss, sondern sich den einen oder anderen Punkt auch herauspicken kann. Es liegt aber auch daran, dass manches auch später vertiefter dargestellt wird, eben um auf die 21 Punkte zu kommen. „Keep it simple“ oder „Lass die Gefühle aus der Geldanlage“zum Beispiel hätte vielleicht keinen eigenen Punkt ausmachen müssen, vieles ist auch einfach logisch, wie zum Beispiel „Setze auf vertrauenswürdige Informationen“, wobei hier dann auch Beispiele für eben diese aufgelistet beziehungsweise verlinkt sind.

Die vielen Links, die man in allen Abschnitten finden kann, sind auf jeden Fall sehr nützlich. Manche führen zu Seiten der Stiftung Warentest selbst, und kosten eventuell noch einmal etwas, dafür erhält man aber auch immer wieder aktualisierte Informationen. Andere führen zu wichtigen und/oder interessanten Seiten von Ministerien, Verbraucherschutzorganisationen und ähnlichem.

Am Ende findet sich ein umfangreiches und ausführliches Glossar sowie ein Register, mit dem man schnell Stichwörter findet.

Ich denke, dass der Ratgeber vor allem für jüngere Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema Finanzen und Geldanlagen auseinandersetzen möchten, gut geeignet ist. Aber auch ältere können den ein oder anderen Tipp finden. Vor allem die vielen Links sind nützlich.

Veröffentlicht am 20.01.2025

Gut recherchierter historischer Roman

Die Wächterin von Köln
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Köln, 1423: Elsbeth Biremaker ist nicht nur die Wirtin des Dirnenhauses „Schöne Frau“ in Köln, sondern auch die illegitime Schwester eines mächtigen Mannes. Niemand weiß davon, doch Elsbeth sieht es als ...

Köln, 1423: Elsbeth Biremaker ist nicht nur die Wirtin des Dirnenhauses „Schöne Frau“ in Köln, sondern auch die illegitime Schwester eines mächtigen Mannes. Niemand weiß davon, doch Elsbeth sieht es als ihre Pflicht, dessen Familie zu schützen. Damit hat sie viel zu tun, doch sie hat auch einiges an Macht.

Ich bin ein großer Fan der historischen Romane Petra Schiers, und auch dieses Mal hat sie mich wieder überzeugt. Vor allem, weil dieser Roman besonders ist, und nicht nur lose mit anderen Romanen der Autorin verknüpft ist, sondern viel tiefer damit verwurzelt ist. Im Grunde werden die Geschehnisse einer ihrer Reihen hier noch einmal aus einer anderen Perspektive, nämlich Elsbeths erzählt. Aber das ist natürlich nicht alles, darüberhinaus lernen wir Elsbeth nicht nur näher kennen, sondern erfahren wir auch viel über ihr Leben, begleiten sie in Rückblicken, beginnend mit Elsbeths Eintritt in das Dirnenhaus als junge Frau.

Elsbeth ist eine interessante und liebenswerte Frau, die schon in anderen Werken der Autorin aufgetreten ist, hier lernen wir sie nun näher kennen. Wir erleben ihre Entwicklung mit, erfahren von ihren Ideen und Träumen und davon, wie sie das Leben der Hübschlerinnen, wie die Dirnen auch genannt werden, verbessern möchte. Das alles basiert durchaus auf historischen Gegebenheiten, wie wir aus dem interessanten Nachwort der Autorin erfahren, ebenso wie andere Dinge, die hier eine Rolle spielen, wie etwa die Abbitte.

Elsbeth zur Seite stellt Petra Schier den Henker Johannes Leyendecker, mit dem Elsbeth mehr verbindet als eine Geschäftsbeziehung, denn dem Henker sind unter anderem die Dirnenhäuser unterstellt. Ebenso eine größere Rolle spielt der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, den man ebenfalls schon aus anderen Romanen der Autorin kennt. Und dann gibt es natürlich noch die Hübschlerinnen und anderen Charaktere, die Elsbeth unterstellt sind. Die Autorin hat mit ihnen allen wieder einzigartige Personen geschaffen, die man sich gut vorstellen kann.

Da viele Szenen in einem Dirnenhaus spielen, gibt es auch welche, die das Leben der Frauen dort recht explizit zeigen. Für mich gehört das zu dieser Geschichte einfach dazu, man erfährt dadurch unter anderem auch viel über Elsbeths Charakter.

Als Extras gibt es ein Personenverzeichnis und eine Karte Kölns des Jahres 1423, auf der man die Wege der Charaktere nachvollziehen kann.

Der Roman war für mich eine Überraschung, ich hätte nicht gedacht, dass eine andere Geschichte, die Petra Schier bereits erzählt hat, eine so große Rolle darin spielt. Da wir hier aber eine andere Perspektive erfahren, und darüber hinaus noch viel mehr erzählt wird, hat es mir gut gefallen, man konnte Charaktere wiedertreffen und neue kennenlernen. Zudem wird etwas aufgelöst, was bisher noch offen war. Am Ende habe ich den Roman zufrieden zugeklappt, und hoffe auf eine Wiedersehen mit Elsbeth und Johannes in weiteren Romanen.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Lesenswerter historischer Roman

Die Tochter der Drachenkrone
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Der Roman erzählt ein Stück walisischer Geschichte aus Sicht Gwenllians, einer Tochter Rhys ap Gryffydds, des Fürsten von Südwales. Die Erzählung setzt ein im Jahr 1196, Gwenllian ist zwölf Jahre alt, ...

Der Roman erzählt ein Stück walisischer Geschichte aus Sicht Gwenllians, einer Tochter Rhys ap Gryffydds, des Fürsten von Südwales. Die Erzählung setzt ein im Jahr 1196, Gwenllian ist zwölf Jahre alt, und endet 1219.

Sabrina Qunaj nimmt einen vom ersten Satz an gefangen, sie erzählt bild- und lebhaft und lässt die damalige Zeit lebendig werden. Gwenlillan macht sich ihre eigenen Gedanken über ihr Volk, dessen Probleme mit den Freinc, den Fremden, die im Rest der Insel sesshaft geworden sind, diese beherrschen und sich auch Wales einverleiben möchten. Im Laufe der Geschichte wird sich diese Meinung wandeln, Gwenllian wird erwachsener, blickt tiefer, bleibt aber ihrem Volk eng verbunden. Als Frau muss sie damit rechnen „gewinnbringend“ eingesetzt zu werden, und so muss sie sich auch mit Heiratskandidaten auseinandersetzen.

Immer wieder gibt es Zeitsprünge, jedoch jeweils nur von wenigen Jahren. Der Roman ist insgesamt ein umfangreiches Werk, das aber nie langweilig ist und mich oft zum googeln anregte. Gwenllian, aber auch andere Charaktere sind mir nahe gekommen, der Autorin ist es sehr gut gelungen, mich in die damalige Zeit zu entführen. Lediglich das Ende ist etwas kitschig, aber irgendwie auch passend.

Zu Beginn des Romans befindet sich ein Personenverzeichnis, in dem historische Personen gekennzeichnet sind, und das einem auch die Aussprache der walisischen Namen näher bringt. Ebenso gibt es Stambäume sowie eine Karte, die ich selbst aber kaum zu Rate gezogen habe. Das Nachwort der Autorin ist lesenswert und sollte nicht überblättert werden.

Der Roman hat mir nicht nur das Leben im Wales jener Zeit, sondern auch einige der damals lebenden historischen Persönlichkeiten nahe gebracht, und ich habe viel über den Kampf der Waliser gegen die für sie Fremden, die normannischen Herrscher über England, erfahren. Zudem hat mich der Roman gut unterhalten. Wer historische Romane mag, sollte hier zugreifen.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Vierter Band

Tod am Traitors' Gate
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Eine Frauenleiche wird nahe des Traitor Gate‘, des Verrätertors, gefunden, brutal geschlagen und erwürgt. Es stellt sich heraus, dass die Tote aus einer guten Familie kam und sich gegen den Willen ihrer ...

Eine Frauenleiche wird nahe des Traitor Gate‘, des Verrätertors, gefunden, brutal geschlagen und erwürgt. Es stellt sich heraus, dass die Tote aus einer guten Familie kam und sich gegen den Willen ihrer Familie für die Armen eingesetzt hat. Wer könnte ein Motiv gehabt haben, sie zu töten oder war sie vielleicht ein Zufallsopfer? Ist der Fundort Zufall oder hielt sie jemand für eine Verräterin?

Ich habe es wieder einmal getan, und bin mit einem späteren Band in eine Reihe eingestiegen, dieses Mal ist es ein vierter Band. Normalerweise macht mir das wenig aus, doch dieses Mal hatte ich öfter das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt. Das liegt auch daran, dass der Roman nicht nur einen aktuellen Fall behandelt, sondern offenbar auch einem roten Faden nachgeht, der sich seit dem ersten Band durch die Reihe zieht.

Im Mittelpunkt steht Inspektor Basil Stockworth und seine Ehefrau Charlotte, deren Geschichte es ist, die sich durch die Bände zieht, und die anscheinend hier ihre Auflösung findet. Da bisher kein weiterer Band der Reihe erschienen ist, handelt es sich womöglich um den letzten Band der Reihe. Neben diesen beiden gibt es eine ganze Reihe weiterer Charaktere, die wohl auch schon länger eine Rolle spielen und Stockworth bei der Lösung seiner Fälle behilflich sind, darunter ein Arzt, ein Anwalt und eine ehemalige Konkubine. Alle diese Personen haben mir gut gefallen, so dass ich auf jeden Fall auch die drei Vorgängerbände lesen möchte.

Der Roman spielt im London der viktorianischen Zeit, wobei ich zunächst eher das Gefühl hatte, dass der historische Hintergrund weniger eine Rolle spiele, im Laufe des Romans erhielt er aber mehr Raum, so erfährt man unter anderem Hintergründe zum berüchtigten Gefängnis Newgate. Der Kriminalfall um die Tote am Traitors Gate wird am Ende nachvollziehbar aufgelöst.

Der Roman hat mir gut gefallen, ich habe die Ermittlungen gespannt verfolgt und mochte die Charaktere. Ich empfehle allerdings die Reihe chronologisch zu lesen, da die einzelnen Bände miteinander verknüpft zu sein scheinen und es offenbar einen durchgehend roten Faden gibt.