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Veröffentlicht am 06.11.2020

Hat mich nicht überzeugt

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Combe, 997: Edgar, jüngster und sehr talentierter Sohn eines Bootsbauers will seinen Heimatort mit der Frau, die er liebt, verlassen, ein gutes Arbeitsangebot hat er schon. Doch dann fallen die Dänen ein, ...

Combe, 997: Edgar, jüngster und sehr talentierter Sohn eines Bootsbauers will seinen Heimatort mit der Frau, die er liebt, verlassen, ein gutes Arbeitsangebot hat er schon. Doch dann fallen die Dänen ein, töten Edgars Vater und Geliebte und lassen seine Familie mittellos zurück. Nur durch Glück erlangen sie die Möglichkeit, einen Hof in Dreng‘s Ferry bewirtschaften zu können.

Cherbourg, 997: Ragna, Tochter des Grafen, ist im heiratsfähigen Alter, aber sie stellt gewisse Ansprüche an ihren zukünftigen Ehemann und hat noch keinen passenden gefunden. Hals über Kopf verliebt sie sich in den Aldermann Wilwulf aus England, der gekommen ist, einen Vertrag mit dem Grafen auszuhandeln. Doch Wilwulf reist zunächst ohne Ragna wieder ab. Erst später schickt er seinen Bruder Wynstan, den Bischof von Shiring, der für ihn um Ragnas Hand anhalten soll. Überglücklich nimmt Ragna das Angebot an, doch wirklich glücklich wird sie in England nicht.

Zur selben Zeit weilt auch der Mönch Aldred in Cherbourg. Er hat für sein Kloster ein paar wertvolle Bücher beschafft und träumt davon, sein Kloster zu einem gelehrten und beliebten Ort zu machen, doch seine Prinzipien und Bischof Wynstan machen ihm einen Strich durch die Rechnung.

Drei Protagonisten, ein Antagonist, und eine Vielzahl weiterer Charaktere bevölkern diesen Roman, der die Vorgeschichte zu „Die Säulen der Erde“ erzählt und den Leser wissen lässt, wie Kingsbridge zu Kingsbridge wurde. Die Wege der Vier kreuzen sich schnell und ihre Geschicke verzahnen sich. Edgar, der ein Talent hat, alles bauen zu können, neben Booten z. B. auch Häuser, ist mir sehr schnell sympathisch gewesen, bei Aldred war ich zunächst etwas unsicher, aber dann mochte ich auch ihn sehr, beide Protagonisten haben mich auch emotional berührt.

Weniger gut gelang mir das mit Ragna, die sich zuerst als patente und selbstbewusste junge Frau präsentiert, die aber auch leichtsinnig und nicht immer vorausschauend handeln kann. Ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachempfinden. Als Antagonist ist Wynstan schon fast zu überzeichnet, wie übrigens alle „Bösen“ in diesem Roman, die eine oder andere Grauschattierung hätte ihm gut gestanden. Viele der Charaktere sind im Grunde Klischees und in meinen Augen nicht immer überzeugend.

Aufgeteilt ist der Roman in vier Teile, die alle mit einleitenden anschaulichen Illustrationen versehen sind. Erzählt wird in einem sehr einfachen, oft regelrecht naiven Ton, der mir immer wieder Probleme machte, in den Roman (zurück)zufinden. Ich habe schon einige Romane des Autors gelesen, solche Probleme hatte ich bisher aber nie. Außerdem ist der Ton oft sehr derbe, was größtenteils durchaus passt, wenn aber die adelige Ragna z. B. das „F-Wort“ benutzt, und das in nicht geringem Maße, dann spricht mich das überhaupt nicht an. Es gibt zudem zu viele Wiederholungen, man sollte dem Leser durchaus zumuten können, sich manches zu merken, und vieles wird übermäßig ausgewalzt. Ein paar hundert Seiten weniger hätten dem Roman kaum geschadet und die Geschichte knackiger gemacht. Vieles ist zudem vorhersehbar. Ich persönlich finde auch das viele Drama, das dieser Roman enthält, sehr ermüdend.

Interessant sind die Ausführungen, wie damals gearbeitet und gebaut wurde, wie man lebte und sich kleidete und wie es mit dem politischen und sozialen Leben stand. Diese Zeit wurde die „Dark Ages“ genannt, da wenig überliefert wurde, so dass ein Autor gute Möglichkeiten hat, Dinge auszuschmücken. Leider hat der Autor kein Nachwort geschrieben, in dem er ausführlich darauf eingeht, was tatsächlich historisch überliefert und was reine Fiktion ist – sehr schade!

Am Ende der Geschichte sind zehn Jahre vergangen, es hat sich viel verändert. Noch dauert es gute 100 Jahre bis zu den Ereignissen aus „Die Säulen der Erde“, aber der Leser hat eine Vorstellung erhalten, wie es um die Anfänge von Kingsbridge stand.

Leider konnte mich der Roman wenig überzeugen, schon die Erzählweise machte mir Probleme, Geschichte und Charaktere sind zudem sehr klischeebehaftet. Interessant ist, wie auch schon im o. g. Roman die Erzählung der Arbeits- und Lebensweise und manche Charaktere kann man liebgewinnen. Ich vergebe 2,5 Sterne. Wer die Kingsbridge-Romane kennt, kann, aber muss nicht zugreifen.

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Veröffentlicht am 23.10.2020

Ein spannendes Geburtstagsgeschenk

Petronella Apfelmus - Zaubertricks und Maulwurfshügel (Band 8)
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Die Zwillinge Lea und Luis feiern Geburtstag und natürlich darf Apfelhexe Petronella Apfelmus dabei nicht fehlen. Und Petronella hat am Ende auch das schönste Geschenk für die beiden: Sie dürfen sie in ...

Die Zwillinge Lea und Luis feiern Geburtstag und natürlich darf Apfelhexe Petronella Apfelmus dabei nicht fehlen. Und Petronella hat am Ende auch das schönste Geschenk für die beiden: Sie dürfen sie in die Welt unter der Erde begleiten. Dass sie dabei auch noch ein gefährliches Abenteuer erleben, konnte Petronella nicht ahnen …

Der bereits achte Band der Reihe bietet wieder ein buntes Programm: Lehrreiches, Spannendes, Lustiges, Nachdenkenswertes und bietet Kindern gute Identifikationsmöglichkeiten. Wer wäre nicht gerne Luis oder Lea und könnte einmal mit Petronella zu den Maulwürfen, den Maulwurfsgrillen oder den Regenwürmern reisen? Dabei verquickt die Reihe sehr gelungen Reales mit Fantastischem, denn neben Hexen wie Petronella gibt es auch andere fantastische Wesen.

Passend dazu gibt es wieder wunderschöne Illustrationen von SaBine Büchner, die die Geschichte schön ergänzen. Auch ich als Erwachsene habe meine Freude mit Text und Illustrationen.

Auch der achte Band der Reihe konnte mich wieder vollkommen überzeugen. Ich empfehle ihn gerne uneingeschränkt für Jung und Alt und vergebe volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 17.10.2020

Prequel zur Reihe und zu Band 7

Moabit
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Haftanstalt Moabit, 1927: Christian Ritter ist einer der wenigen nicht korrupten Wärter. Eines Tages wird er Zeuge eines Kampfes zwischen Schränker Adolf Winkler vom Ringverein Berolina, der nur noch wenige ...

Haftanstalt Moabit, 1927: Christian Ritter ist einer der wenigen nicht korrupten Wärter. Eines Tages wird er Zeuge eines Kampfes zwischen Schränker Adolf Winkler vom Ringverein Berolina, der nur noch wenige Tage abzusitzen hat, und einem neuen Häftling, der Winkler offenbar gnadenlos töten möchte. Ritter geht dazwischen.

Die Kurzgeschichte ist nicht nur ein Prequel zur gesamten Gereon-Rath-Reihe, sondern insbesondere zum siebten Band, der den Vorfall noch einmal ans Licht holt. Erzählt wird aus drei Perspektiven, in der zweiten Person Singular die des Schränkers, in der ersten Person Singular die des Wärters und in der dritten Person Singular die der Tochter des Wärters, die keine andere ist als Charlotte Ritter, die jeder Leser der Reihe als Charly kennt, Gereon Raths große Liebe. Diese Erzählweise ist interessant, vor allem, weil die Geschichte mit jeder Perspektive wieder von vorne beginnt, so wie sie eben von diesem speziellen Charakter erlebt wurde.

Wer aufmerksam liest, kann sich schon einen gewissen Reim darauf machen, was passiert sein könnte, zumal wenn man die Reihe bereits kennt, und das empfehle ich dringend. Wirklich aufgelöst wird das Ganze hier aber noch nicht, das wird wohl in Band 7 erfolgen (den ich mittlerweile angefangen habe zu lesen).

Rath selbst spielt in dieser Kurzgeschichte keine Rolle, denn der ist noch gar nicht in Berlin gelandet, dafür aber Wilhelm Böhm. Über weitere bekannte Charaktere will ich hier noch nichts verraten.

Ganz so gut wie die Romane hat mir diese Geschichte nicht gefallen, ich mag einfach Kutschers längere Geschichten lieber, dennoch habe ich sie gerne gelesen. Sie wird zusätzlich aufgewertet durch die zur Zeit passenden Illustrationen von Kat Menschik. Leider sind die auf meinem Kindle nur in Schwarz-Weiß zu sehen, auf meinem Handy konnte ich sie mir aber auch in Farbe ansehen. Mir gefallen sie wirklich gut.

Diese Kurzgeschichte aus der Gereon-Rath-Reihe sollte man als Einleitung zum siebten Band der Reihe lesen, denn dieser nimmt Bezug auf die hier vorgefallenen Ereignisse. Durch ihre besondere Erzählweise und die Illustrationen fällt sie ein bisschen aus dem Rahmen, mir gefällt sie aber gut. Ich empfehle sie daher auf jeden Fall den Fans der Reihe, meiner Meinung nach sollte man die Reihe vor dem Lesen unbedingt kennen, und vergebe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Die Titelgeschichte fand ich noch am besten

Lustiges Taschenbuch Nr. 506
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Mich hat das Cover dieses LTB angelacht und die Information, dass die Titelgeschichte eine Parodie auf die TATORT-Reihe ist. Das Cover ist ja schon sehr passend gestaltet, und in der entsprechenden Geschichte, ...

Mich hat das Cover dieses LTB angelacht und die Information, dass die Titelgeschichte eine Parodie auf die TATORT-Reihe ist. Das Cover ist ja schon sehr passend gestaltet, und in der entsprechenden Geschichte, die gleich die erste ist, kann man wirklich einige der bekanntesten TATORT-Ermittler erkennen, auch meine Lieblingsermittler aus Münster. Auch die Geschichte ist nett gemacht und hat mir von allen am besten gefallen.

Insgesamt enthält der Band 11 Geschichten, die mir allerdings nicht alle gleich gut gefallen haben. Die meisten sind aber recht unterhaltsam. Wie in diesen Bänden üblich, trifft man auch hier alle möglichen Entenhausenern, nicht nur die Ducks, auch Micky und Goofy, die Panzerknacker, Gustav Gans u. a. sind mit an Bord.

Vielleicht bin ich mittlerweile zu alt für LTB, aber mir kommt es so vor, als wäre die Qualität der Geschichten früher besser gewesen. Bis auf die erste, die Titelgeschichte, hat mir keine so richtig gut gefallen, was ich sehr schade finde.

Mit den frühen Bänden kann dieser meiner Meinung nach nicht mithalten, dennoch habe ich mich einigermaßen gut unterhalten, vor allem die Titelgeschichte hat mir gefallen. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig aufrunde.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Die Fotografin und der Große Krieg

Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht
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Der vierte Band der Reihe beleuchtet die Jahre des 1. Weltkrieges. Gerade haben Mimi Reventlow und ihr Geschäftspartner Anton Schaufler noch einen Betrüger in ihrer Druckerei entlarvt und eine wunderbare ...

Der vierte Band der Reihe beleuchtet die Jahre des 1. Weltkrieges. Gerade haben Mimi Reventlow und ihr Geschäftspartner Anton Schaufler noch einen Betrüger in ihrer Druckerei entlarvt und eine wunderbare neue Geschäftsidee gehabt, da beginnt der Krieg, immer mehr Männer werden einberufen und sogar jene, die vom Wehrdienst befreit sind, wie Anton aus gesundheitlichen Gründen oder Wolfram Weiß aus Altersgründen, melden sich freiwillig, denn man ist überzeugt, nach wenigen Wochen den Sieg davon zu tragen und wieder nach Hause zu können. Auch Alexander Schubert, mittlerweile als Paon gefeierter Künstler, zieht es an die Front.

Dass der „Große Krieg“ Teil der Reihe werden würde, war abzusehen. Wir haben die Charaktere aus den Vorgängerbänden kennen und größtenteils lieben gelernt, und nun müssen wir extrem um sie bangen. Denn nicht nur an der Front ist es gefährlich, auch in der Heimat gibt es viele Probleme, die nun vor allem die Frauen lösen müssen, und auch hier ist der Tod nicht immer weit.

Die ersten Seiten sind aber zunächst noch wie ein Nachhausekommen, es ist schön, die Charaktere wiederzutreffen. In diesem Band gibt es, auch aus der Not heraus, einige gelungene Charakterentwicklungen, manch einer zeigt, was in ihm steckt. Bernadette muss sich nicht nur alleine um die Schäferei kümmern, nur mit Hilfe einiger alter Hirten, sondern auch den Bürgermeister vertreten. Natürlich ist auch noch Corinne da, und man wird sehen, ob die Resentiments überwunden werden können. Auch Mimi muss „ihren Mann“ alleine stehen und Aufträge annehmen, die ihr nicht behagen.

Alexander/Paon beendet in Stuttgart die Kunstschule. Mylo, sein Mentor, will den Krieg nutzen und lässt Alexander Schlachtgemälde malen. Man kann Alexander nur wünschen, dass er sich bald emanzipiert und seinen eigenen Weg gehen kann.

Am Ende des Romans gibt es ein überraschendes Wiedersehen mit einem schon fast vergessenen Charakter – eine Überleitung zum Abschlussband der Reihe, in dem vielleicht manche Karten noch einmal neu vergeben werden.

Petra Durst-Benning kann erzählen, ohne Frage, sehr schnell packt einen das Geschehen, und der Roman entwickelt sich zum Pageturner. Manchmal ist es mir einen Touch zu kitschig, aber darüber kann ich hier gut hinwegsehen. Wie oben schon angedeutet, gibt es hier viele liebgewonnene Charaktere, die Geschichte ist zudem interessant und eng verknüpft mit dem historischen Hintergrund, hier durch das Kriegsgeschehen noch mehr als in den bisherigen Bänden. Ich empfehle unbedingt, die Reihe von Beginn an zu lesen. Sehr gut gefällt mir auch, dass ihre Charaktere tiefgehend und authentisch gezeichnet sind und es keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt.

Der Krieg wird durchaus ungeschönt gezeigt, und so gibt es ein paar Szenen, die einen schlucken lassen, aber die Autorin hat das nicht unnötig ausgewalzt. Ein historischer Roman hat auch die tatsächlichen Gegebenheiten zu berichten, und Krieg ist nun einmal nicht schön.

Auch Band 4 der Reihe hat mich wieder schnell gepackt, ich mochte ihn kaum aus der Hand legen. Die Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow hat sich weiterentwickelt, wie auch die Charaktere an ihrer Situation wachsen mussten. Ich freue mich sehr auf den Abschlussband, empfehle die gesamte Reihe uneingeschränkt weiter und vergebe natürlich gerne volle Punktzahl.

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