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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Kates erster Fall - etwas entäuschend

Eine unerhörte Tat
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England 1921: Kate Shackelton kann ihre Freundin Doris Butler gerade noch davor retten, erwürgt zu werden. Der Täter ist der Ex-Verlobte Doris', der sofort inhaftiert wird. Doch dann droht der Prozess ...

England 1921: Kate Shackelton kann ihre Freundin Doris Butler gerade noch davor retten, erwürgt zu werden. Der Täter ist der Ex-Verlobte Doris', der sofort inhaftiert wird. Doch dann droht der Prozess außer Kontrolle zu geraten ...

Nachdem mir „Mord nach Strich und Faden“ gut gefallen hat, konnte ich nicht umhin, dieses Prequel zu lesen. Erzählt wird Kates „erster Fall“, als Leser erfährt man, wie sie dazu kam, Privatdetektivin zu werden, und auch über Privates, wie man es aus dem ersten Roman kennt. Die Autorin lässt Kate wieder selbst in Ich-Form erzählen, jedoch fehlt es diesem Kurzroman sehr an Spannung, es gelingt Frances Brody nicht, mich zu packen.

Als Teil der Reihe ist die Geschichte okay, wäre es allerdings die erste Geschichte der Reihe gewesen, die ich gelesen hätte, hätte ich wenig Lust auf weitere bekommen. So bleibt mir die Vorfreude auf den nächsten Band erhalten. Ich vergebe knappe 3 Sterne.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Besonders (aber nicht nur) das Setting überzeugt

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)
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Januar 1947, es herrscht ein harter Winter, der den Menschen, denen es so kurz nach dem Krieg sowieso an vielem mangelt, noch mehr zusetzt. In der Eifel wird ein Schwarzhändler ermordet, der in seinem ...

Januar 1947, es herrscht ein harter Winter, der den Menschen, denen es so kurz nach dem Krieg sowieso an vielem mangelt, noch mehr zusetzt. In der Eifel wird ein Schwarzhändler ermordet, der in seinem Warenbestand auch Dinge hatte, die offenbar aus britischen Beständen kommen, weswegen die britische Militärpolizei zu den Ermittlungen hinzugezogen wird. Da ein kleiner Junge Zeuge der Tat war, wird Friederike Matthée von der weiblichen Polizei aus Köln angefordert.

Ein Kriminalroman, der so kurz nach dem Krieg spielt, dazu eine weibliche Polizistin, und der Schauplatz in Köln und Umgebung – das musste ich einfach lesen. Und um es vorwegzunehmen: Der Roman hat meine Erwartungen noch positiv übertroffen. Der Autorin ist es gelungen, die Nachkriegszeit lebendig werden zu lassen, man sieht sie vor sich, die Ruinen, die Menschen, denen es an allem fehlt, und die trotzdem versuchen, das beste daraus zu machen, aber auch die, die immer noch von Hass zerfressen sind und bei allen anderen die Schuld suchen, nur nicht bei sich selbst, und auch die beiden Protagonisten, neben Friederike der Ermittler der Royal Military Police, Richard Davies, die beide mit ihren eigenen Erinnerungen fertig werden müssen. Da ich schon lange in Köln leben, und die meisten Schauplätze kenne, konnte ich die Wege der beiden sehr gut nachvollziehen und mir den Unterschied von damals und heute klar machen. Aber ich denke, auch wer die Örtlichkeiten nicht kennt, kann den Roman mit Gewinn lesen.

Sowohl Friederike als auch Richard wurden mir sehr schnell sympathisch, beide sind trotz allem menschlich geblieben und stellen sich auch schon einmal gegen jene, denen diese Eigenschaft fehlt. So kurz nach dem Krieg gibt es noch viele, die das gerade überstandene Regime „gar nicht so schlecht“ fanden und sich auch entsprechend benehmen. Voreingenommenheiten und Ressentiments sind noch weit verbreitet und machen auch die Ermittlungen schwierig.

Der Fall ist interessant und passt gut in die Zeit, ohne Schwarzhandel hätten viele damals nicht überleben können, aber dennoch war der Händler kein Wohltäter. Dass hinter der Tat womöglich etwas ganz anderes steckt, zeigt sich erst im Laufe der Geschichte, aber auch dieser Hintergrund ist natürlich in der Zeit verankert und die Auflösung nachvollziehbar.

Mich hat der Roman sehr schnell gepackt und in eine Zeit entführt, die ich Gott sei Dank nicht selbst erleben musste. Ich habe Respekt und Mitleid empfunden, aber auch Beklemmung und Ärger – die Autorin hat es geschafft, mir diese Zeit nahe zu bringen und mich Neues gelehrt (besonders durch das sehr interessante Nachwort). Ich musste auch viel an meine Familie denken, und wie es ihren Mitgliedern damals ging.

„Echo der Toten“ ist der erste Band einer Reihe, der zweite ist bereits erschienen und wird von mir aktuell gelesen – ich hoffe auf viele weitere Bände. Ich vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für alle, die gerne historische (Kriminal)Romane lesen.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Die Reihe nimmt zunehmend Fahrt auf

Codename E.L.I.A.S. - Doppelschlag
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Michael Cavenaugh erhält seinen ersten Auftrag von E.L.I.A.S und erkennt schnell, wie skrupellos sein Mittelsmann handelt. Dass Michael die Hintergründe der Aktion nicht erfahren soll, hält ihn allerdings ...

Michael Cavenaugh erhält seinen ersten Auftrag von E.L.I.A.S und erkennt schnell, wie skrupellos sein Mittelsmann handelt. Dass Michael die Hintergründe der Aktion nicht erfahren soll, hält ihn allerdings nicht davon ab, sich die Informationen selbst zu organisieren.

Brianna und Luke sind derweil auf der Suche nach einem Kautionsflüchtling, der letztlich dringend ihre Hilfe benötigt und vorübergehend Michaels Haushalt bereichert.

Und dann sind da noch Michaels private Schwierigkeiten, allen voran die mit seinem Vater – und diese Probleme scheinen für ihn die am schwierigsten zu lösenden zu sein.

Mit dem dritten Band nimmt die „Vorabendserie“ weiter Fahrt auf und stellt alle Protagonisten vor Herausforderungen. Man erfährt zudem ein bisschen mehr – über Michael und seine Familie, über Brianna und Luke, und über die Beziehungen untereinander; zudem ist E.L.I.A.S nicht mehr ganz anonym, sondern nimmt Konturen an, wenn auch vorerst nur schwach. Doch gerade das macht Lust auf mehr, so dass zu hoffen ist, dass bald der nächste Band der Reihe erscheint.

Mich hat auch dieser Roman wieder gut unterhalten und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Hat mich leider nur bedingt gepackt

Erbarmen
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Carl Mǿrck wurde bei einer Schießerei schwer verletzt, seine Partner hat es noch schwerer erwischt. Nun kommt er in die Dienststelle zurück, und wird zum Leiter des neuen Dezernats Q, das ungelöste Fälle ...

Carl Mǿrck wurde bei einer Schießerei schwer verletzt, seine Partner hat es noch schwerer erwischt. Nun kommt er in die Dienststelle zurück, und wird zum Leiter des neuen Dezernats Q, das ungelöste Fälle von besonderem Interesse wieder aufnehmen soll. Er erhält ein Büro im Keller und einen Assistenten, Assad. Als ersten Fall entscheidet er sich für das Verschwinden der Politikerin Merete Lyngaard fünf Jahre zuvor.

Meine Meinung zu diesem Roman ist etwas zwiegespalten. Er teilt sich in zwei Storiylines, zum einen begleitet man Carl durch sein Leben, zum anderen ist man bei Merete, beginnend noch vor ihrem Verschwinden. Carls Part ist anstrengender zu lesen als Meretes, und hier fehlt es auch sehr an Spannung. Ich war tatsächlich versucht, den Roman abzubrechen, wollte aber unbedingt wissen, wie es Merete ergeht und ob sie gerettet werden kann. Als Leser kommt man auch lange vor Carl auf die Lösung, wer dahinter steckt, und warum.

Carl ist der typische skandinavische Ermittler, gebrochen, depressiv, traumatisiert, mit schwierigem Privatleben, bei Carl findet sich das alles. Er hat Schuldgefühle, weil seine Kollegen bei der Schießerei so viel schwerer verletzt wurden als er, am liebsten würde er den ganzen Tag schlafen, und die Zeit in seinem Kellerbüro vertrödeln. Doch da hat er die Rechnung ohne Assad gemacht, der eigentlich vor allem Hilfsarbeiten leisten soll, wie putzen, chauffieren und Kaffee kochen, sich aber schnell in die Ermittlungen einmischt, Carl keine Ruhe gibt und wesentliche Erkenntnisse beiträgt. Seine Vergangenheit ist ein kleines Geheimnis, er kann einiges und kennt nützliche Leute.

Merete kann man nur bewundern. Mit welcher Stärke sie aushält, was man ihr antut, wie sie sich nicht unterkriegen lässt – man darf sich gar nicht vorstellen, in ihrer Situation zu sein, es ist einfach grauenhaft. Mein Herz war während des Lesens immer bei ihr und ich habe sehr gehofft, dass sie alles möglichst gut übersteht, sie war für mich der Grund, den Roman überhaupt zu Ende zu lesen.

Insgesamt sind dem Autor die Charaktere, auch in den Nebenrollen gut gelungen, man kann sie sich alle gut vorstellen. Auch die Ermittlungsarbeit ist nachvollziehbar, und irgendwann drückt man auch den Ermittlern die Daumen, dass sie endlich hinter das Geheimnis kommen können. Immer wieder erhält man Einblicke in Carls Privatleben, das, wie bereits erwähnt, auch seine Probleme birgt, an denen er zum Teil aber auch nicht unschuldig ist. Ich habe nichts gegen Ermittler mit Privatleben, aber Carl hat leider kaum Emotionen bei mir ausgelöst, so dass mir auch sein Privatleben relativ egal ist.

Leider konnte mich Jussi Adler-Olsens Roman nicht so packen, wie erhofft, teilweise zog sich der Roman zu sehr, es fehlte an Spannung. Diese ergab sich nur durch die Situation Meretes, hier kann man als Leser emotional dabei sein. Lust, weitere Romane der Reihe zu lesen, hat sich bei mir leider nicht entwickelt, so wird es wohl bei diesem ersten Band bleiben. Ich vergebe 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Sehr spannend!

Hochamt in Neapel
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Gian Carlo Montebello ist seit einem Jahr Weihbischof in seiner Heimatstadt Neapel, als der Altertumswissenschaftlerin Jacky Neapolitano auffällt, dass Dokumente verschwunden sind. Als diese wieder auftauchen, ...

Gian Carlo Montebello ist seit einem Jahr Weihbischof in seiner Heimatstadt Neapel, als der Altertumswissenschaftlerin Jacky Neapolitano auffällt, dass Dokumente verschwunden sind. Als diese wieder auftauchen, enthüllen sie ein brisantes Geheimnis.

In Rom wird ein Mann, offenbar absichtlich, überfahren. Kriminalhauptkommissar Bariello ermittelt und stößt in ein Wespennest.

Stefan von der Lahr ist promovierter Althistoriker, man kann also davon ausgehen, dass der historische Anteil des Romans gut recherchiert ist, und interessant ist er auch. Sicher, manches, was hier über das Geheimnis erzählt wird, ist, wie auch im Anhang erwähnt, fiktiv, aber die Hintergründe sind real, und mir war bisher gar nicht bewusst, wie interessant dieser mögliche Fund für manche sein könnte. Noch ein ganzes Stück interessanter finde das, was über Neapel und seine Geschichte erzählt wird, z. B. über San Gennaro. Ich erfahre in Romanen gerne etwas Neues, und weiß jetzt einiges mehr über diese italienische Stadt.

Der historische Moment ist nur ein Teil der Geschichte, mit im Fokus steht der Kriminalfall, der sich immer mehr ausweitet, und schließlich auch nach Neapel führt, so dass Bariello und Montebello sich wiedertreffen (wer „Das Grab der Jungfrau“ gelesen hat, kennt die beiden bereits). Der Hintergrund dieses Falls schlägt weite Kreise, erzählt von Korruption und einem Verbrechen, unter dem viele leiden müssen, Skrupellosigkeit, Egoismus und Gier, dazu organisiertes Verbrechen – hier findet sich vieles, und Bariello hat es nicht einfach, überhaupt Ermittlungen in die Wege leiten zu können. Aufgelöst wird alles nachvollziehbar – und das Ende hat es in sich.

Der Roman ist sehr spannend, und entwickelte sich für mich schnell zum Pageturner. Ich kann mir aber vorstellen, dass mancher Probleme hat mit den vielen italienischen und lateinischen Begriffen und Sätzen (die im Anhang übersetzt werden), den vielen Namen (im Anhang findet sich auch ein Personenverzeichnis), doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, die fremden Worte kann man zur Not auch überspringen, man verpasst nichts Wichtiges, und die wesentlichen Namen hat man schnell im Kopf.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, vor allem Montebello gefällt mir gut. Ich hoffe sehr, dass Stefan von der Lahr ihn noch ein weiteres Mal zum Protagonisten eines Romans macht. Für manche Überraschung sorgt Padre Luis, der sich damit den zweiten Platz in meinem Herzen erobert hat, vor allem, weil alles gut nachzuvollziehen ist.

Für mich ist dieser Roman mein erstes Highlight in diesem Jahr, spannend, interessant, und mit Charakteren, mit denen ich mitfühlen kann. Ich hoffe auf weitere Romane mit den Protagonisten und vergebe gerne 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.