Elena fährt mit ihren beiden Kindern, einer Freundin der Tochter und der Babysitterin Eve, für die die Kinder eigentlich zu alt sind, in den Urlaub. Der Urlaub entwickelt sich anders als gedacht, denn ...
Elena fährt mit ihren beiden Kindern, einer Freundin der Tochter und der Babysitterin Eve, für die die Kinder eigentlich zu alt sind, in den Urlaub. Der Urlaub entwickelt sich anders als gedacht, denn immer wieder passieren merkwürdige Dinge. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Eve und Elena.
Die pubertierende Tochter schottet sich ab und ihre Freundin behauptet psychische Probleme zu haben. Beide Erzählerinnen scheinen Beziehungen zu haben, bei denen nicht alles in Ordnung ist. Die Gastgeberin ist nicht erreichbar. Im Haus gehen ständig Sachen kaputt. Es tauchen Leute auf, die sich seltsam verhalten und und und.
Aber es dauert sehr lange, bis überhaupt etwas passiert. Die Erzählerinnen verlieren sich in ihren Gedanken. Das ist schade, denn es nimmt der Erzählung den Schwung. Man hat einfach konstant ein schlechtes Gefühl, aber es gibt kein Auf und Ab, das einen bei der Stange hält.
Und auch das Ende hat für mich nicht die erhoffte Auflösung gegeben. Schade, die Ausgangslage hätte so viel mehr hergegeben.
Über Wallis Simpson, die Frau, die angeblich dafür sorgte, dass König Edward abdankte, wusste ich vor der Lektüre dieses Buches wenig. Mir war nur zu Ohren gekommen, dass sie ähnlich viel Hass auf sich ...
Über Wallis Simpson, die Frau, die angeblich dafür sorgte, dass König Edward abdankte, wusste ich vor der Lektüre dieses Buches wenig. Mir war nur zu Ohren gekommen, dass sie ähnlich viel Hass auf sich zog wie heutzutage Meghan. In diesem Buch hatte ich auf eine differenzierte Betrachtung von Wallis und Edward gehofft. Diese Hoffnung hat sich leider nicht komplett erfüllt.
Sowohl Wallis, als auch Edward kommen nicht besonders gut weg. Es mag belegbar sein, dass die beiden sehr schwierige Charaktere waren, aber ein bisschen mehr Verständnis statt bissiger Seitenhiebe hätte ich mir schon gewünscht. Es wird sehr deutlich, dass die Autorin die beiden nicht besonders schätzt und einige Bewertungen und Interpretationen fand ich nicht überzeugend belegt.
Am Anfang hatte ich einige Probleme reinzukommen. Es beginnt mit der Hochzeit des Paares und man wird direkt mit einer Vielzahl an Namen von Personen und Orten konfrontiert, die zumindest ich nicht zuordnen konnte. Es wird dann zum Glück im zweiten Kapitel chronologisch erzählt und man findet sich besser zurecht.
Insgesamt habe ich schon einiges gelernt (vor allem, dass das Königshaus ganz schön schwierige Persönlichkeiten heranzieht, die sich mit ähnlich neurotischen Personen umgeben), bin aber Wallis nicht so richtig nahe gekommen.
Die Engländerin Margaret möchte unbedingt Maskenbilderin werden und geht dafür nach Hollywood. Mit mehr oder weniger lauteren Mitteln schlägt sie sich durch und erfindet sich als Loretta Darling neu.
Es ...
Die Engländerin Margaret möchte unbedingt Maskenbilderin werden und geht dafür nach Hollywood. Mit mehr oder weniger lauteren Mitteln schlägt sie sich durch und erfindet sich als Loretta Darling neu.
Es geht flott los. Loretta schlägt sich mit einer Mischung aus Glück, Schlagfertigkeit und manipulierter Kosmetik durch. Die Leichtigkeit funktioniert gut, die schwereren, tiefgreifenden Themen für mich persönlich nicht so. Lorettas schwere Vergangenheit wird in wenigen Sätzen abgehakt und die Lösung gegen missbräuchliche Männer ist nun ja, radikal aber kann Machtstrukturen in der Realität kaum brechen.
Die Figuren sind recht oberflächlich und klischeehaft gezeichnet. Es gibt die Prostituierte mit dem goldenen Herzen, den schönen aber sprunghaften Filou, den nicht so gut aussehenden, aber guten Mann, den fiesen Vergewaltiger in Machtposition, den väterlichen Mentor, das liebe Naivchen... Das fand ich sehr schade, da es so wenig Überraschungen und Figurenentwicklung gibt.
Insgesamt netter Roman mit einem Hauch Hollywood-Flair. Liest sich gut nebenbei ohne Überraschungen oder tiefe Erkenntnisse zu bieten.
Immer mehr Meereswesen greifen Menschen an. Eine Gruppe versucht rauszufinden warum und hat dabei unterschiedliche Lösungsansätze. Während Vertreter des Militärs kämpfen wollen, um die Menschheit zu schützen, ...
Immer mehr Meereswesen greifen Menschen an. Eine Gruppe versucht rauszufinden warum und hat dabei unterschiedliche Lösungsansätze. Während Vertreter des Militärs kämpfen wollen, um die Menschheit zu schützen, strebt der Erzähler eher danach eine friedliche Lösung mit den Fabelwesen zu finden, die sich durch den Menschen bedroht fühlen.
Es handelt sich um einen Expeditionsbericht in Tagebuchform, der in einer alternativen Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Es ist liebevoll gestaltet und hat jede Menge Zeichnungen und Gestaltungselemente wie Zeitungsausschnitte, Fotos, Karten, Lexikoneinträge und unterschiedliche Schriftarten. Das ist wirklich toll anzusehen, hat mich aber auch immer wieder aus der Geschichte gerissen. Es war mir schon etwas zu viel und ich habe gemerkt, wie es mich von der Handlung abgelenkt hat.
Es fiel mir auch schwer mit den handelnden Personen mitzufühlen und mir ihre Eigenarten zu merken, besonders bei den Nebenfiguren. Das mag auch daran liegen, dass es sich um den zweiten Band der Reihe handelt, aber es ist auf jeden Fall merkbar, dass der Fokus nicht auf den konkreten Personen liegt, sondern auf der Beschreibung verschiedener Fabelwesen.
So ganz mein Fall war dieses Buch also nicht, ich empfehle es trotzdem all jenen weiter, die sich für Fabelwesen der Meere interessieren und liebevoll illustrierte und opulent gestaltete Bücher in ihrer Sammlung lieben.
Die Deutsch-Inderin Durga ist in London damit beschäftigt mit einem AutorInnenteam ein Drehbuch für eine woke Neuauflage von Agatha Christies Krimis zu entwickeln. Der Tod von Königin Elizabeth II rückt ...
Die Deutsch-Inderin Durga ist in London damit beschäftigt mit einem AutorInnenteam ein Drehbuch für eine woke Neuauflage von Agatha Christies Krimis zu entwickeln. Der Tod von Königin Elizabeth II rückt das Projekt stärker ins Rampenlicht als gedacht.
Durga, die gerade noch dabei ist den Tod ihrer exzentrischen Mutter (die fasziniert vom indischen Widerstand gegen England und nebenbei auch Anhägnerin etlicher Verschwörungstherien war) zu verarbeiten, springt unvermittelt ins Jahr 1906, wo sie als junger Mann in Kreise ins India House gerät. Dort treffen sich indische Widerstandskämpfer und Durga muss ihre bisherigen Ansichten über Widerstand gegen Kolonialismus, Erinnerungskultur und die indische Kultur in Frage stellen.
Es fällt mir schwer die Handlung zusammen zu fassen und im Grunde genommen geht es auch eher um bestimmte Konzepte, Theorien und Diskurse. Es geht darum was genau wie in welchem Staat und auch Büchern/Filmen erinnert wird, die Unangemessenheit von Personenkult, die Frage ob Widerstand gewalttätig oder gewaltlos sein darf/muss/kann, Rassismus, Kolonialismus, Feminismus, eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, Dr. Who... Und dann tauchen neben den von der Autorin erdachten Figuren nicht nur Gandhi, der Hindu-Nationalist Savarkar und Charlotte Despard, sondern auch Sherlock Holmes.
Die Autorin wirft nicht nur mit Namen, sondern auch mit Zitaten um sich. Teilweise springt die Handlung innerhalb weniger Abschnitte zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Man ist also gleichzeitig bei Diskussionen im India House und Diskussionen im Autorenraum dabei. Das ermüdet schnell und besonders die Namen der endlosen Parade von politisch/kulturell irgendwie wichtigen Personen konnte ich mir kaum merken. Es gibt kaum Handlung und es wird wahnsinnig viel geredet. Das fand ich schade, denn die Konzepte, die verhandelt werden, sind interessant und die Fragen, die aufgeworfen sind wichtig, aber als Person, die wenig über die indische Politik/Geschichte weiß, habe ich mich bei den Diskussionen meist außen vor gefühlt.
Schwierig fand ich auch, dass es eine deutsche Hauptperson gab. Neben englisch-indischer Kolonialgeschichte kam also auch noch die Frage dazu, wie man als Deutsche zu allem steht (Singularität des Holocausts und so) und dann auch noch Durgas Probleme mit ihrer Mutter und der Geschlechterwechsel bei der Zeitreise... Alles wahnsinnig viel.
Ich habe bei der Lektüre eher wieder Lust bekommen mich näher mit Doktor Who zu beschäftigen, als mit der politischen Situation in Indien und den Folgen von Kolonialismus. Das ist schade und kann kaum das Ziel der Autorin gewesen sein. Am Interessantesten fand ich ehrlicherweise das Nachwort.
Also ja, ein Buch, das Debatten anstoßen kann, aber eher für ein intellektuelles Publikum geschrieben, dass sich schon etwas mit Kolonialgeschichte und damit zusammenhängenden Diskursen und geschichtlichen/politischen Ereignissen auskennt.