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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2023

Ein wunderbarer Stil und eine Geschichte, die zwei ungleiche Charaktere verbindet

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
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Als eines Abends in einer Bar die Ende 30-jährige Tsukiko nach vielen Jahren ihrem früheren Lehrer wiederbegegnet, entwickelt sich daraus eine ungewöhnliche Bekanntschaft. Die beiden ungleichen Personen ...

Als eines Abends in einer Bar die Ende 30-jährige Tsukiko nach vielen Jahren ihrem früheren Lehrer wiederbegegnet, entwickelt sich daraus eine ungewöhnliche Bekanntschaft. Die beiden ungleichen Personen treffen sich gelegentlich in Satorus Bar, trinken je nach Jahreszeit warmen oder kalten Sake und genießen dazu die typisch japanischen Beilagen.
Auch außerhalb von Satorus Bar treffen sie sich, mal zufällig, mal verabreden sie sich. Tsukiko entwickelt eine Zuneigung gegenüber dem fast 20 Jahre älteren Lehrer, den sie aus alter Gewohnheit nur Sensei nennt. Tsukiko, aus deren Sicht die Gescichte erzählt wird, ist sich über das Seelenleben ihres alten Lehrers nie sicher. Das ändert sich auch nicht, als sie ihm nach einem Abend mit reichlich Bier und Sake im Rausch ihre Liebe gesteht. Ohne eine klare Perspektive versucht Tsukiko sich vom Sensei fernzuhalten und ihre Liebe verdorren zu lassen. Als sie aber erfährt, dass er erkrankt ist und fürchtet, dass er in seinem Alter sterben könne, beschließt sie, dass es ihr nicht wichtig ist, ob er ihre Liebe erwidert, solange er nur weiter da ist.

Offen gestanden: Dieses Buch war ein wahrer Genuss. Einerseits macht die Beschreibung der Speisen, die Tsukiko und Sensei während ihrer Zusammenkünfte zu sich nehmen, unglaublichen Appetit, andererseits sind aber auch die gewählten Worte, aus denen diese Geschichte besteht, ein literarischer Genuss. Es ist nicht allein der Inhalt, der die Geschichte trägt, sondern ebenfalls der Stil; genießerisch, begehrlich, poetisch und dabei fast tastbar. Wenn Worte im Geist schmackhaft sind, ist es wahrlich ein gutes Buch – das konnte ich von diesem hier für mich behaupten!

Veröffentlicht am 30.07.2023

Der spannende Auftakt der Fantasy-Trilogie Erellgorh

Erellgorh - Geheime Mächte
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„Erellgorh - Geheime Mächte“ ist der Auftakt zu einer Fantasy-Reise in drei Bänden von Matthias Teut.

Atharu ist ein junger Heiler der Tangora, einem Volk, das steile Felswände bewohnt. Eines Tages wird ...

„Erellgorh - Geheime Mächte“ ist der Auftakt zu einer Fantasy-Reise in drei Bänden von Matthias Teut.

Atharu ist ein junger Heiler der Tangora, einem Volk, das steile Felswände bewohnt. Eines Tages wird Atharu zu seiner sterbenden Urmutter gerufen, der er den letzten Wunsch abnimmt ein Medaillonbruchstück nach Tyklahr ins Landesinnere zu bringen.
Zeitgleich in Akralahr: In der seit Wochen in einem unnatürlichen Regen und schrecklicher Kälte versinkenden Stadt Akralahr erreicht ein Brief Selana, die als Küchenmagd in der Burg bedienstet ist. Der Brief, dem ein kaputtes Schmuckstück beiliegt, ist von ihrer Mutter. Sie eröffnet der jungen Frau, dass sie sich dem Flüchtlingsstrom angeschlossen und die Stadt verlassen hat und Selana bittet nachzukommen.
Währenddessen entscheidet sich der Straßendieb Pitu die Stadt zu wechseln, da er in Gelder schon zu bekannt ist. Als er sich aus dem Staub machen will, gelangt er durch einen dummen Zufall auf ein Schiff im Hafen, das gerade ausläuft. Das Schiff gerät in einen furchtbaren Sturm, und Pitu verliert das Bewusstsein, schafft es aber irgendwie an den Strand. Wie vom Schicksal geleitet, findet sich Pitu in der Obhut eines Urda wieder, zu dessen Volk er ebenfalls gehört. Dieser pflegt den verwundeten Pitu gesund und bringt ihn zu dem Weisen seines Volkes. Dort erfährt Pitu, dass auch er eine Aufgabe zu erfüllen hat, die ihn nach Tyklahr führen wird.

Drei Protagonisten, die sich auf den Weg zu einem gemeinsamen Ziel machen. Am Beginn des Buches steht eine Karte zur Verfügung, mit der man sich geographisch orientieren kann in der Welt von Jukahbajahn, dem Schauplatz von Matthias Teuts Geschichte. Auf ihren jeweiligen Reisen finden die drei Protagonisten Weggefährten, Gefahren aber auch innere Kraft. Alle drei Erzählstränge sind interessant, mancher spannender als der andere, aber allzeit lesenswert. Es gibt Elben, Zwerge, aber auch neu zu entdeckende Völker, die nicht schon bei Tolkien & Co. gewohnt haben. Die Welt weiß Teut bildgewaltig zu beschreiben, so muss das in einem Fantasy-Roman sein! Auf den letzten Seiten fügen sich einzelne Puzzleteile zusammen, und man bekommt reichlich Appetit auf den zweiten Band der Trilogie.

Veröffentlicht am 30.07.2023

Ich bin offiziell süchtig nach der Vanitas-Reihe!

VANITAS - Grau wie Asche
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Carolin Bauer ist zurück aus München. Mit im Gepäck die Furcht vor den Menschen, wegen derer sie ihre frühere Existenz und ihren alten Namen hinter sich lassen musste. Zurück in Wien geschehen auf dem ...

Carolin Bauer ist zurück aus München. Mit im Gepäck die Furcht vor den Menschen, wegen derer sie ihre frühere Existenz und ihren alten Namen hinter sich lassen musste. Zurück in Wien geschehen auf dem Zentralfriedhof, an dem die Blumenhandlung angrenzt, in der Carolin arbeitet, nachts beunruhigende Dinge. Gräber werden geöffnet, Grabsteine beschmiert, und die Polizei vermutet einen satanistisch motivierten Hintergrund. Carolin lebt aufgrund ihrer Angst zurückgezogen, sie entwickelt jedoch eine ungesunde Neugier und Interesse an dem Fall. Dies fällt auch dem ermittelnden Kriminalbeamten auf und er rückt Carolin zunehmend auf die Pelle. Als sie mehr und mehr ins Visier der Ermittlungen gerät, hofft sie, dass wenn sie Licht ins Dunkel des Falls bringen kann, die Polizei Abstand von ihr nimmt. Zur gleichen Zeit entwickelt ein fremder Mann Interesse an der jungen Kollegin von Carolin, und sie hat das Gefühl, dass sich das Verhalten des jungen Mannes nicht zusammenfügt. Es nagt der Verdacht in ihr, dass der Mann von dem Clan geschickt wurde, dem Carolin ein großer Dorn im Auge ist. Die Blumengrüße an ihren Kontakt in Deutschland bleiben unbeantwortet, und auf sich allein gestellt greift sie zu einer drastischen Maßnahme, die sie an ihrer eigenen Menschlichkeit zweifeln lässt, zumal sie sich nicht sicher ist, dass ihre Vermutung stimmt. Es kommt wie man es erahnt, und die Ereignisse überschlagen sich.


Ich hoffe, die Rezension ist nicht zu vage formuliert, aber ich möchte um keinen Preis spoilern. In „Vanitas – Grau wie Asche“ erfährt man mehr über die geheimnisvolle Person Carolin Bauer. Allerdings wird man auch hier wieder mit einem Cliffhanger zurückgelassen, und ich würde zu gerne jetzt schon wissen wie es weitergeht. Auch wenn es Längen in diesem wie auch im Vorgänger gegeben hat, wollte ich immer wissen wie es weitergeht.

Noch eine abschließende Anmerkung: Auch das Cover von „Grau wie Asche“ liefert wieder haptische Höhepunkte durch die silikonartige Oberfläche des erhabenen Insekts. Fühlt es euch an!

Veröffentlicht am 30.07.2023

Witzig, pointiert und auf der richtigen Seite des politischen Spektrums!

Die Känguru-Apokryphen (Die Känguru-Werke 4)
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Am 07.03.20 kommen die Känguru-Chroniken ins Kino, Marc-Uwe Kling nach Essen in die Lichtburg, was passte da also besser als mal wieder ein Känguru-Buch zu lesen! Leider hab ich keine Karten meher für ...

Am 07.03.20 kommen die Känguru-Chroniken ins Kino, Marc-Uwe Kling nach Essen in die Lichtburg, was passte da also besser als mal wieder ein Känguru-Buch zu lesen! Leider hab ich keine Karten meher für den Abend bekommen, dafür ist mein Fanboi-Level wohl nicht hoch genug. Also weiter im Buch gestöbert!

Die Känguru-Apokryphen lassen sich so wunderbar wegschnabulieren, es sind einzelne Episoden aus dem alles andere als alltäglichem Alltag vom Beuteltier und seinem Kleinkünstler. Anders als die Känguru-Trilogie gibt es hier keinen roten Faden einer ganzen Geschichte, aber unzusammenhängende Geschichten mit Wiedererkennungswert vorangegangener Stories. Liest dich pfiffig weg!

Veröffentlicht am 30.07.2023

Vielleicht sind Anthologien einfach nichts für mich

Sternenlichtregen
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Ganz selten packt mich die Lust mal wieder Gedichte zwischendurch zu lesen. Als ich neulich beim Bookshopping auf die Lyriksammlung „Sternenlichtregen“ verschiedener norwegischer Dichter gestoßen bin, ...

Ganz selten packt mich die Lust mal wieder Gedichte zwischendurch zu lesen. Als ich neulich beim Bookshopping auf die Lyriksammlung „Sternenlichtregen“ verschiedener norwegischer Dichter gestoßen bin, war mir nach zugreifen. Einen klitzekleinen Bezug zu Norwegen habe ich auch, dort lebt nämlich mein Onkel, zu dem ich eigentlich gern mehr Kontakt hätte. Immer wenn ich an Norwegen denke, kommt mir der Onkel in den Sinn. Also habe ich sprichwörtlich nach den Sternen gegriffen. Die Phrase passt ganz gut, denn ich habe mit diesem Kauf leider ins Leere gegriffen. Keines der Gedichte hat mich zur Gänze berührt, auch wenn es ab und zu durchaus Zeilen gab, die ich gelungen fand, weil sie etwas in mir angeklungen haben. Schade, von diesem Bändchen hatte ich mir mehr versprochen.