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Veröffentlicht am 28.09.2018

Eine Welt mit Potenzial

Warcross (Band 1) - Das Spiel ist eröffnet
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Warcross ist das größte – und beliebteste – Videospiel aller Zeiten. Die Welt ist verrückt danach und verehrt den Erfinder Hideo Tanaka. Auch die Kopfgeldjägerin Emika Chen flüchtet gerne aus ihrem eigenen ...

Warcross ist das größte – und beliebteste – Videospiel aller Zeiten. Die Welt ist verrückt danach und verehrt den Erfinder Hideo Tanaka. Auch die Kopfgeldjägerin Emika Chen flüchtet gerne aus ihrem eigenen Leben in die Welt von Warcross. Dann passiert das Unglaubliche. Hideo Tanaka bietet Emika einen mehr als lukrativen Job an. Sie soll für ihn einen Hacker aufspüren, der Warcross manipuliert.

Auch wenn ich etwas Anderes von dem Spiel Warcross erwartet – und auch erhofft hatte – beschreibt die Autorin die Spielewelt und die Weltmeisterschaft mit den Kämpfen sehr plastisch und interessant. Die Spiele fand ich zugegenermaßen am Ende eine der spannendsten Sachen an dem Buch, da sie sehr actionreich geschrieben sind.

Emika ist ein starker Charakter und hat nicht gerade eine einfache Vergangenheit hinter sich. Auch ihr derzeitiges Leben ist nicht leicht. Da kommt das Jobangebot von Hideo sehr gelegen. Hideo ist eine reservierte und zurückhaltende Person. Als Leser fühlt man sich ihm auch nicht besonders nahe. Die Liebesgeschichte, die die Autorin mit eingebaut hat, nahm ich ihr von Anfang an nicht ab. Sie hatte einfach keine starke Grundlage und konnte daher auch nicht begeistern und war für mich nicht nachvollziehbar.

Die Handlung kann durchaus mit ein paar interessanten und überraschenden Wendungen aufwarten. Andere Handlungsverläufe sind jedoch nichts Neues und haben mich eher enttäuscht, da ich mehr erwartet habe. Einige Dinge in der Geschichte fand ich auch nicht unbedingt realistisch und haben für mich den Lesespaß gemindert.

Die Autorin kann schreiben und sie hat mir mit ihren Beschreibungen Bilder in den Kopf gesetzt. Auch die Welt rund um Warcross hat mir nach anfänglicher Enttäuschung gut gefallen. Im Handlungsverlauf habe ich von der Autorin dann aber mehr Innovation erwartet. Ich werde den zweiten Band bestimmt lesen, denn ich hoffe immer noch, dass die Autorin etwas daraus macht und das Ende des Buches bietet dahingehend viel Potenzial.

Veröffentlicht am 23.09.2018

Tolles Konzept - aber viele offene Fragen

Die Sprache der Zeit
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Nach der Scheidung von seiner Frau ist Oskar fest entschlossen, sich nur noch auf sich, sein Leben und seine Karriere zu konzentrieren. Dann begegnet er jedoch Hermes. Einem merkwürdig gruseligen Mann ...

Nach der Scheidung von seiner Frau ist Oskar fest entschlossen, sich nur noch auf sich, sein Leben und seine Karriere zu konzentrieren. Dann begegnet er jedoch Hermes. Einem merkwürdig gruseligen Mann mit Zylinder. Er entführt Oskar in eine skurrile Bibliothek, in der gnomartige Wesen die Zeit in Büchern festhalten. Immer wenn Oskar ein Buch aufschlägt, wird er in die Vergangenheit versetzt.

Ich fand die Idee von einer Bibliothek, in der die Bücher alle Geschehnisse aller Menschen festhalten, sehr spannend. Zudem da die Möglichkeit besteht, durch die Bücher in die Vergangenheit einzutauchen und diese Erlebnisse selbst zu sehen. Oskar bekommt durch Hermes die Möglichkeit verschiedene Stationen seiner eigenen Vergangenheit noch einmal mitzuerleben und sie dadurch aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen. Dabei muss er sich jedoch in Acht nehmen, denn die Menschen haben ihr Schicksal nicht immer selbst in Händen. Es gibt Wesen, die die Geschicke manchmal lenken und es nicht mögen, wenn man sie bei ihrem tun beobachtet.

Oskar ist ein gut gewählter Protagonist. Mit seiner Fixierung auf seine Karriere und seinen Erfolg verliert er komplett aus den Augen, was im Leben wirklich zählt und merkt nicht, wie sehr er seine Familie damit verletzt. Seine charakterliche Wandlung und sein Umdenken sind im Verlauf der Geschichte gut zu erkennen und nachvollziehbar.

Natürlich verläuft Oskars Reise in die Vergangenheit nicht ohne Komplikationen und Missgeschicke. In den Büchern begegnet er einigen Wesen, die Einfluss auf die Schicksale der Menschen – auch auf sein eigenes – nehmen und bald haben es einige dieser Wesen auf Oskar abgesehen. Das Tempo der Geschichte ist durch die Geschehnisse in der Bibliothek sehr rasant gehalten. Durchbrochen wird das immer wieder durch die etwas ruhigeren Szenen in Oskars Vergangenheit.

Manchmal kam mir die Geschichte schon fast etwas gehetzt vor. Oskar und Hermes sind klar die Hauptcharaktere und viele der, durchaus interessanten Charaktere, bekommen nur kurze Auftritte. Das ist auch das Hauptproblem hier. Die Geschichte hat unglaubliches Potenzial. Allein die Bibliothek birgt schon viele spannende Möglichkeiten, gefolgt von den Wesen, die das Leben der Menschen beeinflussen. Von denen lernt man nur eine Handvoll kennen und das leider auch nur sporadisch.

Der Autor hat ein tolles Konzept aufgebaut, mit diesen unglaublich vielen Möglichkeiten, und als Leser bekommt man nur einen Bruchteil davon zu Gesicht. Am Ende waren für mich noch so unglaublich viele Fragen offen. Das Buch schien mir eher eine Einführung in eine Welt, die noch so viel mehr zu bieten hätte.

Veröffentlicht am 23.09.2018

Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht

Just two hearts
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Als Leon das erste Mal Ole sieht, ist es um ihn geschehen. Aber Ole steht definitiv auf Frauen und Leon weiß, dass seine Gefühle keinen Sinn haben. Auch ein halbes Jahr, in denen sie sich nicht sehen, ...

Als Leon das erste Mal Ole sieht, ist es um ihn geschehen. Aber Ole steht definitiv auf Frauen und Leon weiß, dass seine Gefühle keinen Sinn haben. Auch ein halbes Jahr, in denen sie sich nicht sehen, verändert nichts an Leons Gefühlen. Doch dann kommt es zum Kuss zwischen den Beiden und alles scheint möglich zu sein.

Es handelt sich hierbei um einen zweiten – unabhängig – Band einer Reihe. Vor allem anfangs merkt man das durchaus und ich hatte das Gefühl, es wäre besser, den ersten Teil zu kennen, um auch die Nebencharaktere besser zu verstehen, die hier eher im Hintergrund bleiben.

Leon steht schon länger auf Männer und versteckt dies auch nicht. Ole dagegen war sich immer sicher nur Frauen zu mögen, aber dann verändert der Kuss mit Leon alles. In Ole findet man ein ziemliches Klischee, das sich häufig in Liebesroman finden lässt. Unabhängig ob es sich nun um einen normalen Liebesroman oder Gay-Romance handelt, der Typ mit einem größten Frauenverschleiß der Stadt bis er auf diese eine Person trifft. Zum anderen wird hier ziemlich Schwarz-Weiß mit der Thematik der Sexualität umgegangen. Wenn Ole mit Frauen schläft, ist er hetero. Wenn er Gefühle für einen Mann entwickelt, ist er plötzlich schwul. Etwas Dazwischen gibt es nicht. Dabei wäre die Geschichte hervorragend gewesen, um Bisexualität mehr zu thematisieren. Erfrischen fand ich dagegen, wie Ole auf seine neuen Gefühle gegenüber Leon reagiert, denn das habe ich in dieser Form noch nicht gelesen.

Leon ist für mich ein sehr bodenständiger Charakter, der trotzdem schon viel durchmachen musste und sich nicht so einfach auf Ole einlassen kann, da er etwas ähnliches schon einmal erleben musste. Ich empfand ihn in der Geschichte als den sympathischeren Protagonisten.

Die Geschichte an sich ist okay aufgebaut. Die Charaktere haben mit einigen Problemen und Hindernissen zu kämpfen, die sich aber alle recht schnell wieder auflösen und dadurch nicht viel Spannung aufbauen. Ich habe mir allgemein etwas mehr Tiefe gewünscht. Es handelt sich zwar um eine Liebesgeschichte, aber es werden auch einfach ernste Themen angesprochen – unter anderem auch Depressionen – und hätte da mehr erwartet.

Es war nett zu lesen mit einem angenehmen Schreibstil. Mir hat das gewisse Etwas und mehr Tiefe gefehlt.

Veröffentlicht am 17.09.2018

Magisches Abenteuer

Arlo Finch (1). Im Tal des Feuers
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Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester zieht Arlo Finch in das kleine Städtchen Pine Mountain. Irgendwas scheint jedoch mit dem Bergdorf und den Wäldern herum nicht zu stimmen. Arlo begegnet merkwürdigen ...

Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester zieht Arlo Finch in das kleine Städtchen Pine Mountain. Irgendwas scheint jedoch mit dem Bergdorf und den Wäldern herum nicht zu stimmen. Arlo begegnet merkwürdigen Tieren und einem Mädchen, das nur er sehen kann. Als er den Rangern beitritt, findet er in Indra und Henry Wu schnell gute Freunde, die ihm bei der Aufklärung der Vorgänge helfen.

Ich gehe bei Bewertungen nicht oft auf die Gestaltung der Bücher ein, aber vor allem Kinderbücher bilden da eine Ausnahme – und dieses besonders. Nicht nur das Cover ist toll gemacht, mit kleineren Elementen, die erst auf den zweiten Blick auffallen. Auch im Inneren tauchen immer wieder die schönen Zeichnungen auf und ergänzen die Geschichte hervorragend. Der Zeichenstil passt einfach gut zur Atmosphäre des Buches.

Der Autor schreibt mit viel Detail ohne, dass es zu überladen wirkt und man kann sich die Umgebung und Landschaften immer gut vorstellen. Auch wenn die Geschichte eher gemächlich anfängt, werden immer wieder magische Elemente mit eingebaut und wecken so die Neugier und Spannung.

Ein großer Aspekt im Buch sind die Ranger. Es werden viele Informationen dazu gegeben und obwohl ich mich für dieses Thema nicht sonderlich interessiere, fand ich es dennoch interessant zu lesen und bietet eine gute Grundlage für Arlos Abenteuer.

Ab Mitte des Buches kommt auch richtig Spannung auf und die Magie ist jetzt wirklich greifbar zu spüren. Schön finde ich auch, dass Freundschaft, Zusammenhalt und Teamwork ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sind. Der große Showdown – wenn man es so nennen möchte – war vielleicht etwas zu einfach gelöst, aber da es sich um ein Kinderbuch handelt, fand ich es dennoch gut gelöst.

Ein magisches Abenteuer für Groß und Klein mit einer tollen Gestaltung.

Veröffentlicht am 15.09.2018

Prosperos Vorgeschichte

Der Sturm
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Wer war Prospero? Was führte zu seiner Verbannung auf eine einsame Insel? Frei nach Shakespeare wird die Vorgeschichte vom Herzog von Milano erzählt.

Die Geschichte ist vier Bücher unterteilt, die an ...

Wer war Prospero? Was führte zu seiner Verbannung auf eine einsame Insel? Frei nach Shakespeare wird die Vorgeschichte vom Herzog von Milano erzählt.

Die Geschichte ist vier Bücher unterteilt, die an Prosperos Entwicklung angelehnt. Die ersten beiden Bücher erzählen Prosperos Leben bevor er auf der Insel landete und wie er seine magischen Kräfte entdeckte. Die Adaption ist eine Möglichkeit den Charakter Prospero mehr ins Licht zu rücken und seine Vorgeschichte zu erfahren. Das ist durchaus gelungen, da man Prospero sehr gut kennen lernt.

Trotzdem empfand ich die erste Hälfte als die schwächere, da sich die Handlung an einigen Stellen in die Länge zog und der Spannungsbogen nicht konstant gehalten werden konnte. Es passiert trotzdem sehr viel im ersten Teil des Buches und es war sehr interessant zu lesen, welche Gedanken sich der Autor zu den Personen gemacht hat. Es konzentriert sich auch stark auf die einzelnen Charaktere und ihre Beziehungen zueinander. Es kommen zudem spannende Stellen vor, die mich zum Weiterlesen animiert haben. Wenn dieser Teil jedoch kompakter gehalten worden wäre, hätte die Geschichte von Anfang an mehr Schwung bekommen.

Das dritte und vierte Buch widmen sich dann Prosperos Verbannung auf der Insel. Diesen Teil fand ich viel spannender und hat mich auch mehr interessiert. Mich hätte es daher überhaupt nicht gestört, wenn diese Handlung mehr Raum eingenommen hätte. Das Einzige, das mich wirklich dann gestört war, dass viele Probleme sehr einfach für Prospero zu lösen waren. Natürlich, er beherrscht Magie und besitzt dadurch eine gewisse Macht. Aber auch Prosperos Gegenspieler sind sehr stark und daher fand ich die Kämpfe zu einfach gehalten.

Eine sehr große Stärke des Buches war bis zum Schluss der Schreibstil des Autors. Er hat mich schnell gefangen genommen, sodass ich trotz anfänglichen Schwierigkeiten immer weiter lesen wollte. Er passt einfach wunderbar zu dieser Art Geschichten mit Magie, die in einer anderen Zeit spielen.

Auch wenn man kein Fan von Shakespeare ist – ich bin es gewiss nicht – ist das Buch für Fantasy-Liebhaber und Leser, die andere Werke des Autors mögen, sehr empfehlenswert.