stark angefangen, stark nachgelassen
How To Kill a Guy in Ten WaysHauptperson Millie ist eine junge Frau mit schwieriger Vergangenheit, die in ihrer Freizeit einen "Rettungsservice" für Frauen anbietet, die von Männern bedrängt/sexualisiert/etc. werden. Grund dafür ist ...
Hauptperson Millie ist eine junge Frau mit schwieriger Vergangenheit, die in ihrer Freizeit einen "Rettungsservice" für Frauen anbietet, die von Männern bedrängt/sexualisiert/etc. werden. Grund dafür ist ihre Schwester Katie, die nach einer Vergewaltigung in eine schwere Depression fällt, wofür sich Millie die Schuld gibt. Abgesehen von Katie gibt es nur noch die beste Freundin Nina und den frisch kennengelernten James in ihrem Leben. An einem Abend eskaliert die Situation und es entwickelt sich eine Geschichte, die eine Mischung aus Rachefeldzug und Selbstjustiz mit einer guten Portion female rage ist.
Erstmal das Positive ;) : Die Einführung von Millie hat mir super gefallen; humorvoll, bissig und stark. Auch die allgemeine Ausgangssituation finde ich passend, weil sie an das Ende anknüpft und sich so der Kreis schließt. Besonders genossen habe ich die Radikalität und des feministischen Anspruch des Buches. Ständig habe ich mir die Frage gestellt, was gerecht ist, wie man im Patriarchat mit solchen Männern umgehen soll und wie viel Selbstjustiz zu viel ist.
ABER (leider): Obwohl mir die Idee hinter der Geschichte super gefallen hat, bin ich vom Handlungsverlauf etwas enttäuscht. Die Clues sind so offensichtlich gesetzt, dass man als Lesende den Plot sehr schnell durchsteigt und sich dadurch für mich Stellen ergeben, an denen ich gern ein paar Seiten übersprungen hätte. Es konnte mich leider nur eine Wendung ganz zum Schluss überraschen. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, was das Buch als leichte Unterhaltung auszeichnet, hat aber einige Fehler bzw. unschöne Formulierungen, über die ich gestolpert bin und die mich aus dem Lesefluss gerissen haben. Millies Handlungen und die Motivation dahinter, konnte ich nur teilweise nachvollziehen und stellenweise hätte eine detailliertere Beschreibung geholfen. Die Charakterentwicklung von Millie hätte meiner Meinung nach umfangreicher/tiefgründiger sein können und eine weiter differenzierte Nebenfigur, hätte der Geschichte gut getan.
Trigger:
- Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung (von Kindern)
- explizite Gewalt/Mord
- ungesunder Alkoholkonsum
- häusliche Gewalt