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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.11.2018

Read. Love. Laugh. Repeat.

Dance. Love. Learn. Repeat.
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Das erste Semester am College ist eines der aufregendsten: Da sind die WGs, Partys, durchfeierte Nächte, alte Liebe, neue Liebe, Freundschaften, Fußball, Quidditch, Herzschmerz, Lebensfreude, Zweifel und ...

Das erste Semester am College ist eines der aufregendsten: Da sind die WGs, Partys, durchfeierte Nächte, alte Liebe, neue Liebe, Freundschaften, Fußball, Quidditch, Herzschmerz, Lebensfreude, Zweifel und natürlich auch noch Seminare und Tutoren. Phoebe und Luke sammeln viele neue Erfahrungen und müssen das ein oder andere lernen - nicht nur für die Uni.

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht von Phoebe und Luke erzählt. Luke ist Phoebes Schwarm aus Schulzeiten, den sie auf dem Schulhof aus der Ferne angehimmelt hat und der jetzt auf einer Party plötzlich vor ihr steht. Luke kann sich nicht wirklich an Phoebe erinnern, aber nach und nach kommen sich die beiden näher. Besonders gut hat mir gefallen, dass wir durch die Perspektivwechsel zwei unterschiedliche Erfahrungen machen und es sehr unterhaltsam ist, zu sehen, wie Missverständnisse entstehen können.

Sowohl Luke als auch Phoebe sind sehr sympathische Protagonisten, weil beide nicht perfekt sind, Fehler machen und manchmal auch einfach nur Ich-bezogen sind. Dabei sind sie aber so unglaublich liebenswert und lustig, dass man sie einfach gerne haben muss. Die Irrungen und Wirrungen, durch die Phoebe und Luke gehen, sind voller Spannungen und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht, weil es jede Menge Komplikationen und zauberhafte Personen gibt.

Das erste Semester steckt voller Überraschungen für die beiden Protagonisten und ist dabei aber so nah an der Realität, dass ich mich sehr oft an meine eigenen Erlebnisse erinnert fühlte. Das war wirklich toll. Natürlich ist hier alles überzeichnet und es gibt jede Menge Slapsticks, aber das macht einfach nur Spaß und ich habe mich beim Lesen öfter dabei ertappt, dass ich laut gekichert habe. Das passiert wirklich nicht oft.

Ich habe wirklich jede Seite genossen und mich die gesamte Lesezeit über bestens unterhalten gefühlt! Ich hatte nicht erwartet, dass mir das Buch derart gut gefällt. Auch das Ende ist einfach nur wunderbar stimmig und rundet diese Geschichte perfekt ab.

Ich bin sehr begeistert von "Dance. Love. Learn. Repeat." und kann es nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 12.11.2018

Gut, aber nicht unsterblich

Die Unsterblichen
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Eine Wahrsagerin prophezeit vier Geschwistern das genaue Datum ihres Todes und überlässt sie dann ihrem Schicksal. Die Frage, die sich nun stellt, ist ob diese Vorhersage das Leben der vier beeinflusst ...

Eine Wahrsagerin prophezeit vier Geschwistern das genaue Datum ihres Todes und überlässt sie dann ihrem Schicksal. Die Frage, die sich nun stellt, ist ob diese Vorhersage das Leben der vier beeinflusst hat oder nicht. Nacheinander begleiten wir alle Geschwister und erfahren, wie sie mit der Prophezeiung in ihrem weiteren Leben umgehen - und, ob sie sich erfüllt.

Ich hatte große Erwartungen an das Buch - zu große wie sich herausgestellt hat. Es ist ganz interessant die Schicksale der einzelnen Geschwister zu begleiten. Dabei entstand bei mir der Eindruck, dass die Autorin ihre Ideen bei den ersten beiden verpulvert und für die letzten dann noch irgendetwas her musste. Die beiden ersten Geschwister lesen sich wirklich sehr spannend und ich hatte meine Freude an der Geschichte. Natürlich kann nicht jeder so ein aufregendes Leben haben,wie Klara und Simon, das wäre auch unrealistisch, aber irgendwie war der Funke für mich nach der Hälfte des Buches weg und es wirkte alles mehr konstruiert als vorher.

Vielleicht hatte ich auch erwartet, dass das Thema des Todesdatums anders verarbeitet wird oder eine größere Rolle spielt. Die Idee an sich hat mir super gefallen, aber ich glaube, da hätte die Autorin noch mehr rausholen können. Ich gehe hier jetzt nicht weiter in die Tiefe, um nicht zu spoilern. Auch hätte sie für mich aus den Perspektivwechseln deutlich mehr machen können, aber wir erfahren hier kaum etwas über die anderen, was wir nicht auch schon wussten.

Der Schreibstil hat mir an und für sich gefallen. Er ist recht nüchtern, liest sich aber sehr angenehm. Leider hatte ich auch hier etwa ab der Mitte so meine Schwierigkeiten. Die Autorin hat anscheinend gut recherchiert, um über bestimmte Themen schreiben zu können, das ist ja auch sehr löblich, aber irgendwie hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sie unbedingt ihr gesamtes Wissen in den Roman einbauen musste, was bei mir das Gefühl auslöste, belehrt zu werden. Ich möchte nebenbei etwas lernen, wenn ich einen Roman lese und nicht die Fakten einfach mit dem Holzhammer unter die Nase gehalten bekommen. Das hätte sie viel eleganter lösen können.

"Die Unsterblichen" ist ein Roman, den man lesen kann und an dem bestimmt einige ihre Freude haben werden, aber man sollte keine zu großen Erwartungen haben. Es ist gute Unterhaltung, aber nichts bahnbrechendes.

Veröffentlicht am 18.10.2018

Wenn die liebe Verwandtschaft übers Fest kommt...

Das Geheimnis der Grays
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Pünktlich zur Voreihnachtszeit bringt Klett Cotta den nächsten vergessenen Klassiker raus: "Das Geheimnis der Grays" erschien erstmals 1933 und erzählt die Geschichte einer Familie, die sich jedes Jahr ...

Pünktlich zur Voreihnachtszeit bringt Klett Cotta den nächsten vergessenen Klassiker raus: "Das Geheimnis der Grays" erschien erstmals 1933 und erzählt die Geschichte einer Familie, die sich jedes Jahr zu Weihnachten versammelt. Das Fest verläuft jedoch alles anderes als harmonisch - am Weihnachtsmorgen wird der Gastgeber Adrian Grey tot aufgefunden. Seine sechs Kinder hätten alle ein Motiv und jeder versucht ein Geheimnis zu verbergen.

Die Geschichte ist an sich nichts neues und auch nicht besonders aufregend. Action sucht man vergeblich. Das habe ich aber auch nicht erwartet. Die Geschichte wird langsam und sorgfältig erzählt und bei der Mörderjagd steht vor allem die Psyche der sechs Geschwister im Vordergrund.

Es gibt ziemlich viele Personen und ich habe am Anfang ein bisschen gebraucht, um mich zurecht zu finden. Das hat sich dann aber schnell geändert, weil allen Personen ein ausführlicher Raum eingeräumt wird, auch wenn es für meinen Geschmack dann manchmal sogar schon zu ausführlich wurde. Dadurch hatte jede der Personen aber auch ihren ganz eigenen Charakter, was sie sehr plastisch hat wirken lassen.

Am Sprachstil merkt man, dass das Buch vor einigen Jahren erschienen ist. Er ist angenehm altmodisch und frei von modernen Ausdrücken. Somit passt er perfekt zu der Geschichte und hat für mich viel zu der gemütlich, nostalgischen Stimmung des Krimis beigetragen.

Der perfekte Cosy Crime fürs Fest. Eine gemütliche Geschichte für verschneite Stunden oder wenn man eine kleine Auszeit von der lieben Verwandtschaft braucht.

Veröffentlicht am 05.10.2018

Königliches Lesevergnügen

Queen Victoria
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Normalerweise lese ich eher selten Biographien und bin da immer ein bisschen vorsichtig, weil ich befürchte, schnell gelangweilt zu werden. Da war "Queen Victoria" für mich ein absoluter Glücksgriff. Die ...

Normalerweise lese ich eher selten Biographien und bin da immer ein bisschen vorsichtig, weil ich befürchte, schnell gelangweilt zu werden. Da war "Queen Victoria" für mich ein absoluter Glücksgriff. Die Geschichte um die Monarchin, die über 60 Jahre das britische Empire regierte und nach der ein ganzes Zeitalter benannt ist, ist wahnsinnig spannend. In ihrem langen Leben hat die Königin allerlei erlebt, glücklich ihren Albert geheiratet, neun Kinder und jede Menge Enkel bekommen, aber auch viele Familienmitglieder und Freunde beerdigen müssen. Sie war in der Politik aktiv, hat mit mehreren Ministern zusammengearbeitet und sich in verschiedenen Kriegen engagiert.

Zu Beginn der Lektüre hatte ich kein Bild von dieser Königin, aber jetzt fühle ich mich ihr auf eine ganz besondere Art nahe, weil Julia Baird es geschafft hat, mich für diese außergewöhnliche und doch gewöhnliche Frau zu begeistern. Die Biographie entwirft ein sehr persönliches Bild der Königin, zitiert viel aus ihren Tagebüchern, lässt Zeitzeugen zu Wort kommen und bettet das Ganze immer wieder in den historischen Kontext ein. Damit war das Buch auch für jemanden wie mich, dessen geschichtliches Wissen sich leider in Grenzen hält, sehr gut nachzuvollziehen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und, obwohl immer wissenschaftlich, teilweise auch lustig und erheiternd - auf keinen Fall trocken und angestaubt. Trotz der Länge habe ich diese Biographie verschlungen. Immer wieder sind Bilder im Text enthalten, Gemälde sowie Fotos, was sehr interessant war. Ganz am Ende befindet sich neben ausführlichen Registern und Verzeichnissen im Anhang ein ausführlicher Teil mit Anmerkungen zu jedem Kapitel. Auch wenn es hin und wieder etwas aufwendig war, immer zurück zu blättern, waren diese Anmerkungen sehr informativ und ich wollte keine auslassen.

Wie man vielleicht merkt, bin ich schlichtweg begeistert von dieser Biographie - wenn der Geschichtsunterricht in der Schule nur halb so spannend gewesen wäre, hätte ich viel mehr mitgenommen. Julia Baird lässt die Geschichte lebendig werden und hat das Genre der Biographie für mich wieder zugänglich gemacht. Ich bin schon am überlegen, welcher Monarchin ich mich als nächstes widmen soll - ganz großes Lesevergnüngen!

Veröffentlicht am 19.09.2018

Ein Junge wird sichtbar

Ein Winter in Paris
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An einem Pariser Lycee begeht ein Junge Selbstmord - warum weiß niemand so richtig. Aber plötzlich steht sein bisher unscheinbarer Freund Victor im Fokus der Aufmerksamkeit und während ein Junge für immer ...

An einem Pariser Lycee begeht ein Junge Selbstmord - warum weiß niemand so richtig. Aber plötzlich steht sein bisher unscheinbarer Freund Victor im Fokus der Aufmerksamkeit und während ein Junge für immer verschwindet, taucht Victor auf. Nicht nur seine Kommilitonen nehmen ihn plötzlich wahr, sondern auch der Vater seines toten Freundes. Zwischen den beiden entsteht eine Verbindung, die nicht jeder gutheißt.

"Ein Winter in Paris" ist ein kurzes und melancholisches Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Ein Großteil handelt von Victors Leben und Leiden als Student in den Vorbereitungskursen, von den Schwierigkeiten mit den Lehrern, Studenten und dem Leistungsdruck. Die kalte, elitäre Stimmung in der alle gleichzeitig miteinander konkurieren ist einfach wahnsinnig gut beschrieben.

Nach dem Selbstmord verändert sich in Victors Leben einiges. Das besagte Verhältnis zu dem Vater des Verstorbenen spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle, nimmt aber nichtsdestotrotz nicht so viel Raum ein, wie ich anfangs befürchtet hatte. Die Beziehungen zu seinen Kommilitonen sind fast genauso wichtig. Dadurch gab es viele Spannungen und Handlungspunkte, deren Entwicklung man verfolgen konnte.

Das Buch hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt. Gerade weil der Selbstmord hier ein Auslöser ist, aber gleichzeitig auch keine überdimensionierte Rolle spielt. Der Umgang mit dem Warum und dem Danach hat mir sehr gut gefallen. Er ist unaufdringlich und bietet genug Spielraum für eigene Interpretationen. Eine Lösung gibt es nicht, aber das wäre ja auch zu einfach. Trotzdem - oder gerade deswegen - habe ich das Buch zufrieden beiseite gelegt.

Insgesamt habe ich "Ein Winter in Paris" wirklich gerne gelesen. Die Melancholie und Trostlosigkeit, obwohl es kein trostloses Buch ist, haben mir sehr gut gefallen.