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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2025

Green Female Rage

Plant Lady
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"Plant Lady" erzählt die Geschichte von Yu-hee, die frustriert von ihrem Büroalltag, einen Job in einem Pflanzenladen antritt und dort ihre Ruhe-Oase findet. Schnell kommen immer mehr Frauen mit ihren ...

"Plant Lady" erzählt die Geschichte von Yu-hee, die frustriert von ihrem Büroalltag, einen Job in einem Pflanzenladen antritt und dort ihre Ruhe-Oase findet. Schnell kommen immer mehr Frauen mit ihren Sorgen und Nöten - allen voran übergriffige Männder - zu Yu-hee in den Laden und Yu-hee hört ihren Kundinnen nicht nur aufmerksam zu, sondern löst die Probleme der Frauen auf ihre ganz eigene Art und Weise ...

Yu-hee hat mir als Protagnoistin gut gefallen - sie ist definitv keine reine Sympathieträgerin, aber sie ist sehr authentisch und das macht sie interessant. Eigentlicher Star waren aber die Pflanzen bzw. der kleine Laden - dadurch ist ein sehr intensiver Kontrast zu den Morden entstanden. Spannend war für mich auch die Sprache, nicht immer ganz leicht zu folgen, aber sehr gut zum Thema passend. Nicht alles wird hier auf dem Silbertablett serviert und man kann beim Lesen mitdenken, das mochte ich.

Insgesamt ist "Plant Lady" ein sehr gut zu lesendes und wichtiges Buch und trotzdem hat mir beim Lesen noch ein Funken gefehlt, der es zu einem 5-Sterne-Buch machen würde. Ich glaube, das lag daran, dass trotz der gewichtigen Themen, die Geschichte manchmal eigenartig an der Oberfläche geblieben ist und man da gut noch tiefer hätte reingehen können. Aber das Thema Pflanzen und Female Rage zu verpflechten ist ein sehr interesssanter Ansatz, der dieses aktuelle Buch auf jeden Fall lesenswert macht.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Brennt mit solider Flamme

Der brennende Garten
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Sasha lebt in den 1980er Jahren mit ihren Geschwistern in Sri Lanka, als der Bürgerkrieg ausbricht. Sashas größter Traum ist es Ärztin zu werden, doch gezwungen durch die Gräuel des Krieges, die auch ihre ...

Sasha lebt in den 1980er Jahren mit ihren Geschwistern in Sri Lanka, als der Bürgerkrieg ausbricht. Sashas größter Traum ist es Ärztin zu werden, doch gezwungen durch die Gräuel des Krieges, die auch ihre Familie auseinanderreißen, muss auch sie plötzlich politische Position beziehen und sie beginnt ihren eigenen Widerstand, der sie später ins Exil nach New York führt.

"Der brennende Garten" ist alles andere als ein Wohlfühlbuch und man muss schon in der richtigen Stimmung sein, um sich auf diese, teils doch wirklich harte und auch nur schwer auszuhaltende Geschichte einzulassen. Aber gerade das macht dieses Buch auch aus. Es nimmt einen mit in ein Land und in einen Bürgerkrieg, von denen ich bisher nicht viel gewusst habe. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte trotz all der Schrecken, das Thema ein bisschen zu abstrakt behandelt wurde, vielleicht ein paar zu viele Infos, ein bisschen zu Komplex, für Neulinge in dem Thema wie mich, und da hat es mich ein bisschen verloren. Gerade gegen Ende hat sich die Geschichte für mich dadurch auch ein bisschen gezogen.

Es ist ein wichtiges Buch, es ist kein einfaches Buch, aber es lohnt sich, für einen ersten Einblick in ein Leid und einen Krieg, von dem ich bisher viel zu wenig gewusst habe.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Emotionale Achterbahn

Deep Cuts
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Percy und Joey verbindet vor allem eins - ihre Liebe zur Musik. Sie beginnen eine Beziehung, die durch auf und abs geprägt ist, sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne und so beginnt eine emotionale ...

Percy und Joey verbindet vor allem eins - ihre Liebe zur Musik. Sie beginnen eine Beziehung, die durch auf und abs geprägt ist, sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne und so beginnt eine emotionale Reise voller Höhen und Tiefen.

"Deep Cuts" verspricht, den Leser mit auf eine Reise durch die Musik der 2000er zu nehmen und über große Teile macht es das auch sehr gut. Viele Songs kannte ich zwar nicht, aber eine eigens angelegte Playlist bei Spotify bietet da Abhilfe, fand ich eine sehr nette Idee.

Die Grundidee der Geschichte ist nicht bahnbrechend neu, aber ich hab die Umsetzung sehr gerne gelesen. De beiden Protagonisten sind keine reinen Sympathieträger, sondern gehen sowohl mit sich selbst auch uhren Mitmenschen trils schonungslos ins Gericht - das ist zwar nicht immer sympathisch, aber in jedem Fall authentisch. Trotzdem- oder vielleicht gerade deswegen- fiel es mir nicht immer leicht, eine Verbindung zu den Beiden aufzubauen und ich war beim Lesen nicht immer zu 100% invested.

Insgesamt ist "Deep Cuts" aber eine lesenswert Lektüre, die man so wegschmökern kann.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Chronik einer toxischen Abhängigkeit

Bittersüß
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„Bittersüß“ ist im wahrsten Sinne des Wortes eine bittersüße Geschichte – wobei sie mehr bitter als süß ist. Erzählt wird die Geschichte von Charlie, die als Assistentin in einem Verlag arbeitet und eine ...

„Bittersüß“ ist im wahrsten Sinne des Wortes eine bittersüße Geschichte – wobei sie mehr bitter als süß ist. Erzählt wird die Geschichte von Charlie, die als Assistentin in einem Verlag arbeitet und eine Affäre mit Richard, einem berühmten und deutlich älteren Bestsellerautor, den sie schon seit Jahren verehrt eingeht. Die Machtverhältnisse sind hier von vornerein stark unausgeglichen – sowohl über das Alter und die Lebenssituationen als auch über die beruflichen Positionen. Doch was für Charlie als die glücklichste Fügung ihres Lebens begann, hat bald mehr und längst nicht nur positive Auswirkungen auf ihr Leben, sondern führt sie direkt in eine toxische Abhängigkeit.

Gerade dieses toxische Verhältnis schafft es die Autorin wirklich ganz wunderbar darzustellen. Das fängt mit der langsamen Entwicklung an und geht über das ständige Bangen und die emotionale Abhängigkeit bis hin zum Ende und war für mich sehr nachvollziehbar. Gegen Ende gab es inhaltlich vielleicht ein paar Längen und die Stärke des Anfangs konnte die Erzählung nicht durch den gesamten Text halten, aber es war dennoch ein großes Lesevergnügen.

Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil. Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Charlie und hat dabei einen wunderbar melancholischen und fesselnden Stil, der mich von der ersten Zeile an abgeholt hat. Charlie ist eine sehr authentische Person mit vielen Struggeln und Selbstzweifeln und Problemen und genau das macht sie so lebendig. Auch das Setting der Verlagswelt, das mich ein bisschen an „Yellowface“ erinnert hat, hat mir auch sehr gut gefallen und war sehr unterhaltsam zu lesen.

Insgesamt war „Bittersüß“ für mich ein Buch, das viel Spaß gemacht hat, in der zweiten Hälfte ein bisschen hätte gestrafft werden können, insgesamt aber eine sehr unterhaltsame Leseempfehlung ist

Veröffentlicht am 05.10.2025

Was für ein Hustle im doppelten Sinne

Hustle
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"Hustle" von Julia Bähr erzählt die Geschichte von Leonie, die für einen mehr oder weniger sinnlosen Job nach München zieht. Während ihr Frust in der Arbeitswelt immer weiter steigt, lernt sie Genevieve ...

"Hustle" von Julia Bähr erzählt die Geschichte von Leonie, die für einen mehr oder weniger sinnlosen Job nach München zieht. Während ihr Frust in der Arbeitswelt immer weiter steigt, lernt sie Genevieve und die Gruppe Mädels um sie herum kennen - eine Bande von jungen Frauen, die sich ihre finanzielle Situation mit mehr oder weniger legalen Spielchen aufbessern. Fasziniert beginnt Leonie ihre eigenen Hustles durchzuziehen, um dem normalen Hustle der Arbeitswelt zu entfliehen.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Leonies Erzählstimme ist sehr eigen und authentisch und hat sich schnell weglesen lassen, ohne dabei zu banal oder einfach, aber auch, ohne zu gekünstelt zu wirken. Das hat mir sehr gut gefallen. Die anderen Bandenmitgleider sind für mich dagegen stellenweise etwas blass geblieben.

Wir begleiten Leonie bei ihren illegalen Aktionen, bei ihren Lieb- und Freundschaften und zu ihrem Brotjob. Aus all dem entsteht das Bild einer etwas verlorenen, jungen Frau - sehr stellvertrend für unsere Generation, so traurig es auch ist. Die krummen Dinger, die Leonie durchzieht haben mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht, zu lesen und haben mich sehr gut unterhalten, auch wenn es hintenraus vielleicht ein bisschen viel wurde. Insgesamt hat mir am Ende ein bisschen der Punkt gefehlt und es hat sich ein bisschen angefühlt, als würde die Geschichte in Wiederholungen zerfasern. Da hätte ich mir noch die ein oder andere starke Entwicklung im Plot gewünscht.

Insgesamt ist "Hustle" aber auf jeden Fall ein unterhaltsames Buch über den Hustle unserer modernen Arbeitswelt und unseres Alltags. Es regt zum Nachdenken an und ist definitiv lesenswert.

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