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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2025

Keine seichte Glanz-und-Glamour-Geschichte

Teddy
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"Teddy" spielt im Sommer 1969 in Rom. Wir begleiten Teddy Carlyle, die hier zusammen mit ihrem Ehemann, einem amerikanischen Botschafter, in ihrem neuen Leben. Gehen mit ihr auf Partys und Empfänge und ...

"Teddy" spielt im Sommer 1969 in Rom. Wir begleiten Teddy Carlyle, die hier zusammen mit ihrem Ehemann, einem amerikanischen Botschafter, in ihrem neuen Leben. Gehen mit ihr auf Partys und Empfänge und schauen zu, wie sie versucht sich ein neues, gutes Leben aufzubauen - bis es am 4. Juli zu einem großen Skandal kommt und alles um sie herum zusammenzubrechen droht.

Teddy ist eine sehr vielschichtige Protagonistin, die öfter mal naiv oder zu demütig daher kommen mag, aber das ist eindeutig ihrer Zeit verschuldet und ich finde es sehr positiv, dass ihr Verhalten auch wirklich in ihre Zeit passt - so schwer zu ertragen, das manchmal auch sein mag. Sie hat oft mit Depressionen und Einsamkeit und ganz besonders mit dem damaligen Verständnis der Rolle als Frau zu kämpfen. So sommerlich leicht das Cover auch daher kommen mag - der Roman ist es definitiv nicht.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Kulisse - ich liebe Rom und die Autorin hat den Zauber dieser Stadt ganz wunderbar zwischen die Seiten gebannt. Der Sommer, die Hitze, Glamour und Ruinen, all das fühlt sich sehr real an und ich habe die Atmosphäre sehr genossen.

Mir hat "Teddy" großen Spaß gemacht. Der Roman ist mehr als nur ein schönes Cover und definitiv keine seichte Glanz-und-Glamour-Geschichte, sondern stellt wichtige Themen und Fragen in den Fokus.

Veröffentlicht am 30.05.2025

Ein großes Vergnügen

Very Bad Widows
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"Very Bad Widows" war für mich ein großer Lesespaß. Ich habe eine lustige Sommergeschichte mit ein paar schrulligen Rentnern, durchgeknallten Plänen und ein bisschen Ocean 11s Vibe gerechnet und genau ...

"Very Bad Widows" war für mich ein großer Lesespaß. Ich habe eine lustige Sommergeschichte mit ein paar schrulligen Rentnern, durchgeknallten Plänen und ein bisschen Ocean 11s Vibe gerechnet und genau das habe ich bekommen.

Wir begleiten drei ältere Damen, die kurz vor der Rente stehen, nicht besonders gut finanziell dastehen und auch mit ihren Ehen nicht mehr wirklich glücklich sind. Dann erfahren sie, dass ihre Männer sehr hohe Lebensversicherungen abgeschlossen haben - und alles was zwischen den Damen und einem Ruhestand im Wohlstand steht, sind plötzlich ihre Ehemänner. Dann müssen die halt weg! Das kann doch nicht so schwierig sein, oder?

Die Geschichte ist rasant erzählt und das auf sehr unterhaltsame Weise, ich musste mehrfach laut lachen, weil die Ereignisse einfach so absurd waren. Man muss schwarzen Humor schon ein bisschen mögen, um Gefallen an diesem Buch zu haben, aber wenn das der Fall ist, erwartet einen ein großes Lesevergnügen. Wir erfahren die Handlung nicht nur aus Sicht einer Person, sondern die Perspektive wird ab und zu gewechselt, sodass man immer genau weiß, was die Gegenseite gerade plant, das macht es zusätzlich noch mal sehr spannend.

Insgesamt hatte ich eine wirklich gute Zeit beim Lesen von "Very Bad Widows" - ich würde sagen, das perfekte Sommerbuch für dieses Jahr habe ich schon gefunden.

Veröffentlicht am 30.05.2025

Spannendes Setting, weniger spannende Umsetzung

Stars
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Eines morgens fliegt ein Stein durch Carla Mittmanns Fenster und vor ihrer Tür steht ein Karton voller Dollar-Scheine. Irgendjemand scheint ihre persönliche Glücksfee zu spielen. Kurzerhand kündigt Carla ...

Eines morgens fliegt ein Stein durch Carla Mittmanns Fenster und vor ihrer Tür steht ein Karton voller Dollar-Scheine. Irgendjemand scheint ihre persönliche Glücksfee zu spielen. Kurzerhand kündigt Carla ihren Job und macht sich mit einem Astro-Buisness selbständig.

Ich hatte große Erwartungen in diese Geschichte, ein Hochstapler-Roman, im Astrologie-Bereich - das klang für mich wahnsinnig vielversprechend. Leider habe ich relativ schnell bemerkt, dass das Buch mit meinen Erwartungen nicht mithalten konnte.

Da wäre zum einen der Schreibstil - ich kann gar nicht so genau sagen warum, er ist gut, lässt sich eigentlich flüssig lesen, aber irgendwie packt er mich nicht so richtig oder irgendetwas stört mich unterschwellig, was mich nicht so richtig in die Geschichte eintauchen ließ. Die Handlung hat ziemlich lange gedauert, bis sie richtig Fahrt aufnahme. Klar, an sich war die ganze "Vorarbeit" schon nötig und es ging ja eigentlich mit dem Steinwurf auch direkt los, aber trotzdem war der Anfang noch recht zäh. Es gibt nicht besonders viele Handlungsstränge und bei denen, die es gibt, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass sie so ein bisschen nebeneinander hergelaufen sind, ohne sich wirklich zu verbinden.

Insgesamt muss ich sagen, dass sich die Lektüre von "Stars" trotz der wenigen Seiten ziemlich gezogen hat und ich froh war, als das Buch durch war. Es ist eine gute Idee, ein spannendes Setting, keine Frage, aber irgendein Funke, irgendetwas in der Umsetzung fehlt, was es für mich zu einem fesselnden Buch machen würde.

Veröffentlicht am 30.05.2025

Ungeschönt und trotzdem schön

Sunburn
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„Sunburn“ versetzt uns ins Irland der 90er Jahre, in eine sehr konservative, christliche Kleinstadt mit alten Werten, die wenig aufgeschlossen Neuem gegenüber ist. In genau diesem Umfeld wächst Lucy auf. ...

„Sunburn“ versetzt uns ins Irland der 90er Jahre, in eine sehr konservative, christliche Kleinstadt mit alten Werten, die wenig aufgeschlossen Neuem gegenüber ist. In genau diesem Umfeld wächst Lucy auf. Als sie anfängt, Gefühle für Susannah zu entwickeln, muss sie nicht nur alles in Frage stellen, was sie bisher gelernt hat, sondern auch was es heißt, für sich selbst einzustehen.

Die Geschichte ist sehr emotional und auch teilweise auch ganz schön herausfordernd. Die angeschnittenen Themen sind nicht immer einfach und oft ist es schwer, die Verbohrtheit von Lucys Familie, vor allem ihrer Mutter, und die Ungerechtigkeit, der Lucy ausgesetzt wird, zu ertragen. Aber so unschön das Bild der Gesellschaft auch ist, das hier entworfen wird, so realistisch erscheint es auch für die damalige Zeit.

Lucy ist ein Charakter, den man nicht mögen muss. Sie ist nicht super sympathisch, sondern eher "hässlich realistisch". Aber das hat mich nicht gestört, sondern ich fand eher, dass die Autorin ihre Person einfach sehr gut eingefangen hat. An manchen Stellen sind wir für meinen Geschmack trotzdem etwas zu sehr in ihrem Kopf geblieben und ich hätte mir ein bisschen aktiveren Einbezug der anderen Personen bzw. der Außenwelt, ein paar mehr Dialoge, ein bisschen weniger poetischen Schreibstil gewünscht. Ich glaube, das hätte das Buch noch stärker machen können.

Insgesamt hat mir „Sunburn“ aber echt gut gefallen, gerade weil es stellenweise so ungeschönt und schmerzhaft war. Es hat sich irgendwie wirklich wie ein Fenster in eine andere Zeit (von der es teilweise heute leider auch noch genug gibt) angefühlt, ein bisschen so als läge ein Sepia-Filter über dem Ganzen – wenn je ein Cover perfekt die Stimmung für eine Geschichte eingefangen hat, dann ganz eindeutig hier.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Vielversprechende Idee, die zu viel versprochen hat

Das Ministerium der Zeit
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Die Idee klang so toll!! Zeitreisen, aber literarisch und mit ein bisschen Romance und Thriller, ich war absolut gekauft und hab mich sehr auf das Buch gefreut (das nebenbei auch optisch wirklich ein Hingucker ...

Die Idee klang so toll!! Zeitreisen, aber literarisch und mit ein bisschen Romance und Thriller, ich war absolut gekauft und hab mich sehr auf das Buch gefreut (das nebenbei auch optisch wirklich ein Hingucker ist). Die Erzählerin wird Teil des Ministeriums Zeit, einem Unternehmen, dass Menschen durch die Zeit reisen lässt. Ihr Job ist es, diesen Expats, das Ankommen in unserer Zeit zu erleichtern und so trifft sie auf den Polarforscher Gore aus dem Jahr 1947. Doch das Ministerium hat seine ganz eigenen Pläne ...

Die Handlung geht relativ langsam voran. Am Anfang stört das noch nicht und der Anfang packt und macht neugierig, aber schnell hat es sich für mich in Details und Nebensträngen verloren, also nicht, dass es langweilig gewesen wäre, aber alles wirkte ein bisschen zerfasert als wüsste die Geschichte nicht so richtig, was sie wollte oder wollte einfach zu viel. Gegen Ende kommt dann auch die Action dazu, da wird das Tempo dann nochmal deutlich angezogen, aber irgendwie hatte die Geschichte mich hier leider schon verloren.

Und kommen wir zu der Liebesgeschichte. Ach Mann, ich weiß auch nicht. Was so toll hätte werden können, wurde hier sehr schnell einfach nur unangenehm. Ich habe die Anziehung zwischen den beiden einfach nicht gespürt und ich habe nicht mit so expliziten und seltsamen Spice-Szenen gerechnet, das war beim Lesen irgendwie wirklich nicht so angenehm.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich "Das Ministerium der Zeit" enttäuscht hat. Ich hatte große Erwartungen in diesen Roman und ja, die Idee war auf jeden Fall interessant, aber so richtig gefesselt hat mich die Geschichte leider nicht, schade.