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Veröffentlicht am 13.03.2020

Eine humorvolle und berührende Geschichte

Wenn das Schicksal anklopft, mach auf
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Inhalt: Die 76-jährige Fleur ist anderen Menschen gegenüber sehr misstrauisch und ängstlich, allerdings hat sie eine Schwäche für ihren russischen Therapeuten Doktor Borodine. Ihr engster Vertrauter ist ...

Inhalt: Die 76-jährige Fleur ist anderen Menschen gegenüber sehr misstrauisch und ängstlich, allerdings hat sie eine Schwäche für ihren russischen Therapeuten Doktor Borodine. Ihr engster Vertrauter ist ihr alter übergewichtiger Hund Mylord. Um ihn während der Therapiestunden bei Doktor Borodine nicht allein lassen zu müssen, sucht sie schweren Herzens per Anzeige eine Putzfrau für diese Zeit. Die 26-jährige Harmonie, die das Tourette Syndrom hat und deshalb bei fremden Menschen oft auf Ablehnung und Unverständnis stößt, bewirbt sich auf die Stelle. So lernen sich diese beiden unterschiedlichen Frauen kennen und nach einem etwas holprigen Anfang entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. „Die anderen lachen, weil sie Angst haben, ohne daran zu denken, dass ihr Lachen verletzend ist.“ Meine Meinung: Marie-Sabine Roger erzählt diese warmherzige Geschichte aus den Perspektiven von Fleur und Harmonie. Häufig beschreiben die beiden dabei die gleichen Situationen, nur eben aus der eigenen Sicht. Der Schreibstil entspricht dabei der Persönlichkeit der jeweiligen Protagonistin. Die Sätze in Harmonies Kapiteln werden immer wieder von Rückblicken, aneinandergereihten Silben - Wu Ha Ha HA oder Ta Tadaaa - und Schimpfwörtern unterbrochen, während Fleur ihre Gedanken und Erlebnisse in ihrer eigenen Art einem Tagebuch anvertraut.
Es war sehr schön mitzuerleben, wie sich die Freundschaft der beiden ungleichen, aber sehr liebenswerten Frauen entwickelt und welche positiven Veränderungen beide im Laufe der Geschichte machen. Auch die anderen Charaktere - Fleurs Freundin Elvire, die Fischverkäuferin Tonton und der 103 Jahre alte Monsieur Poussin - die auch alle ihre Schwächen haben, werden toll beschrieben.
Fazit: Ein warmherziger und auch humorvoller Roman über Toleranz und eine unverhoffte Freundschaft, der zeigt, wie viel mehr in einem Menschen steckt, als wir auf den ersten Blick sehen können. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 10.03.2020

Eine märchenhafte Fantasy-Geschchte

Die letzte Dichterin
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„Wenn selbst das Licht sich nicht mehr gegen die Dunkelheit auflehnen kann, dann stehen düstere Zeiten auf Phantopiens Schwelle"

Inhalt: Einst gab es in dem Land Phantopien noch Magie, hervorgerufen durch ...

„Wenn selbst das Licht sich nicht mehr gegen die Dunkelheit auflehnen kann, dann stehen düstere Zeiten auf Phantopiens Schwelle"

Inhalt: Einst gab es in dem Land Phantopien noch Magie, hervorgerufen durch verschiedene Künste, wie etwa die der Musik, der Malerei und der Erzählungen, doch die Menschen hatten die Muße verloren zu lauschen und zu sehen und so verschwand die Magie so unauffällig wie sie gekommen war. Nur in der Stadt Fernab, in dem eine dunkle Königin herrscht, gibt es noch Magie. Doch Fernab kann man nur finden und betreten, wenn man eine Einladung besitzt. Die junge Dichterin Minna Fabelreich kann deshalb ihr Glück kaum fassen, als sie eine solche Einladung bekommt. Die Königin lädt sie zu einem Dichterwettstreit ein. Zusammen mit dem Schatzsucher Finn Minengräber und seiner treuen Elster Schwarzklaue macht sie sich auf den Weg. Doch in Fernab muss Minna erkennen, dass ihr hier Gefahr droht. Gelingt es Minna und Finn sich den dunklen Kräften entgegen zu stellen?

Meine Meinung: Wie schon in Katharina Secks anderen Fantasy-Romanen begeisterte sie mich auch in „Die letzte Dichterin" wieder mit ihrem bildhaften und oft poetischen Schreibstil und ihren vielen fantasievollen Ideen. Der Einstieg in das Buch, in diese märchenhafte Welt Phantopiens, fiel mir deshalb sehr leicht. Das erste Drittel des Buches hat mir besonders gut gefallen, obwohl ich mir die Reise nach Fernab etwas länger und spannender gewünscht hätte. Hier und an einigen anderen Passagen wird das Potential der Ideen nicht voll ausgenutzt. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von vier verschiedenen Charakteren erzählt - von Minna, Finn, der Königin und von Valerian, dem Gabensucher - was ich gut gelungen fand und der Geschichte mehr Tempo und andere Einblicke verleiht. Sehr gut haben mir auch die Kapitel der dunklen Königin gefallen, denn die waren besonders märchenhaft und böse. Die Königin ist mein Lieblingscharakter, doch auch alle anderen Charaktere sind gut gewählt und beschrieben.
Die Atmosphäre ist insgesamt recht düster. Leider fand ich den Mittelteil etwas schwächer und weniger fantasievoll, doch in den letzten Kapiteln nimmt die Spannung wieder zu und es gibt eine überraschende Wendung. Das Ende fand ich durchaus zufriedenstellend.

Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte ist „Die letzte Dichterin“ eine schöne Fantasy-Märchen-Geschichte mit tollen neuen Ideen und einem wunderbaren Schreibstil.

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  • Fantasie
Veröffentlicht am 03.03.2020

Ein spannendes Familiendrama

Weil niemand sie sah
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Inhalt: Die fünfzehnjährige Ellie Mack stand kurz vor ihren Abschlussprüfungen, als sie auf dem Weg zur Bücherei plötzlich spurlos verschwand. Die Familie gerät in eine schwere Krise, die Eltern Laurel ...

Inhalt: Die fünfzehnjährige Ellie Mack stand kurz vor ihren Abschlussprüfungen, als sie auf dem Weg zur Bücherei plötzlich spurlos verschwand. Die Familie gerät in eine schwere Krise, die Eltern Laurel und Paul lassen sich scheiden und die älteren Kinder Jake und Hanna ziehen bald Zuhause aus und gehen eigene Wege. Vor allem Laurel kann lange Zeit die Hoffnung nicht aufgeben, ihr Lieblingskind Ellie wiederzufinden.
Zehn Jahre später, als Laurel endlich beginnt, ein geordnetes Leben zu führen, lernt sie Floyd Dunn kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch als sie seine neunjährige Tochter Poppy kennenlernt, stockt ihr der Atem, denn Poppy sieht Ellie unglaublich ähnlich…

Meine Meinung: Der Schreibstil von Lisa Jewel ist leicht und sehr schnell zu lesen. Durch die relativ kurzen Kapitel, die Perspektivwechsel der verschiedenen Protagonisten, die Rückblicke und dem steigenden Spannungsbogen, konnte ich das Buch - vor allem in der zweiten Hälfte - kaum noch aus der Hand legen. Schon ziemlich früh bekommt der Leser häppchenweise Informationen zu Ellies Verschwinden, doch was genau passiert ist, erfährt man erst ziemlich zum Schluss. Die Charaktere sind alle gut beschrieben und wirken authentisch, nur bei Poppy war ich zuerst irritiert. Poppy wirkt viel zu erwachsen und altklug und war mir deshalb nicht besonders sympathisch. Doch nach und nach zeigt sich, dass sie nur ein kleines Mädchen ist, dass durch die einengende Erziehung ihres Vaters so geworden ist.
Mir gefällt der Aufbau der Geschichte gut und Ellies Schicksal hat mich sehr bewegt. Auch das Ende fand ich zufriedenstellend.

Fazit: „Weil niemand sie sah“ ist ein sehr spannendes Drama mit Thrillerelementen und einem Blick in tiefe menschliche Abgründe.

Veröffentlicht am 02.03.2020

Ein außergewöhnlich schönes Buch

Vielleicht - Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen in jedem von uns
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Klappentext: Diese Geschichte möchte dir zeigen, wie viele Begabungen in dir schlummern. Lerne dich kennen, träume und lass dich von dir und dem Leben überraschen.
Vielleicht, ja vielleicht, wirst du deine ...

Klappentext: Diese Geschichte möchte dir zeigen, wie viele Begabungen in dir schlummern. Lerne dich kennen, träume und lass dich von dir und dem Leben überraschen.
Vielleicht, ja vielleicht, wirst du deine kühnsten Träume übertreffen…

Zitat: „Mache alles mit Liebe. Folge deinem Herzen und schaue, wohin es dich führt.“ „Vielleicht“ ist ein ganz besonderes Bilderbuch und im Moment Platz 1 der Spiegelbestsellerliste in der Kategorie Kinderbücher. Absolut verdient.
Der kurze, aussagekräftige und auch philosophische Text von Kobi Yamada ist sehr berührend und mutmachend. Die wunderschönen und verträumten Illustrationen von Gabriella Barouch passen hervorragend dazu und verdeutlichen den Text noch einmal. Das Kind in der Geschichte ist geschlechtsneutral dargestellt und macht einen ruhigen, nachdenklichen, manchmal auch verträumten Eindruck.
Die Botschaft dieses Buches ist, dass jeder Einzelne von uns viele verschiedene Fähigkeiten und Möglichkeiten besitzt und dass so viel mehr in uns steckt, als wir ahnen. Vielleicht sollten wir mutig sein und einfach mal etwas ausprobieren. Nicht jeder Weg ist leicht, es gibt Stolpersteine, Rückschläge und auch das Scheitern gehört dazu! Wichtig ist, immer wieder aufzustehen und gestärkt aus einer Niederlage hervorzugehen und den Glauben an uns zu behalten.
Das empfohlene Lesealter ist für Kinder von 4 - 8 Jahren. Ich bin auch der Meinung, dass mit dem richtigen Betrachter und Vorleser an der Seite des Kindes, der Anregungen und Denkanstöße gibt, sowie einen regen Austausch über Text und Bild zulässt, der Inhalt und vor allem die Botschaft des Buches schon von Kindern dieser Altersgruppe richtig verstanden werden kann. Aber auch für Jugendliche in der Pubertät auf dem Weg zur Selbstfindung und für Erwachsene jeden Alters ist dieses Buch ein Gewinn.
Fazit: Ein absolutes Herzensbuch! Berührend und wunderschön. Auch toll zum Verschenken.
Vielleicht solltet ihr es lesen…

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Veröffentlicht am 02.03.2020

Ein leichter und amüsanter Urlaubsroman

Ein Sommer auf Sylt
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Inhalt: Julia arbeitet in dem Architekturbüro ihres Freundes Jo in Hamburg. Sie hat seit einigen Jahren ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern und ist deshalb sehr überrascht, als sie nach dem ...

Inhalt: Julia arbeitet in dem Architekturbüro ihres Freundes Jo in Hamburg. Sie hat seit einigen Jahren ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern und ist deshalb sehr überrascht, als sie nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters erfährt, dass er ihr ein Haus auf Sylt vererbt hat.
Zusammen mit ihrer Mutter und deren zwei Schwestern reist sie auf die Insel um sich das Haus anzusehen und so schnell wie möglich zu verkaufen. Schon die Fahrt dorthin verläuft alles andere als harmonisch, da die drei Schwestern vollkommen zerstritten sind und Julia mit ihren Zickereien fast in den Wahnsinn treiben. Obwohl auf Sylt gerade Hauptsaison ist, haben sie Glück und bekommen in der "Weißen Villa", einer Pension, die gerade renoviert wird, noch zwei Zimmer im Keller. Mats, der gut aussehende und charmante Besitzer der Pension, bietet Julia an, ihr die schönsten Stellen der Insel zu zeigen. Julia gefällt Sylt, sowie auch Mats, immer besser…

Meine Meinung: Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Auf lockere und humorvolle Art und Weise beschreibt Lena Wolf die Charaktere mit ihren kleinen - oder auch größeren - Macken und Schwächen. Julia mochte ich sofort und die drei Schwestern fand ich größtenteils amüsant, wenn auch manchmal ein klein wenig nervig.
Wie in den meisten lockeren Sommer- und Liebesromanen, ist auch in „Ein Sommer auf Sylt“ das Ende eigentlich von Anfang an vorhersehbar. Das hat mich aber nicht gestört. Diel Liebesgeschichte ist nicht kitschig und steht auch nicht im Vordergrund. Die Ausflüge von Mats und Julia und die bildhaften Beschreibungen der wunderschönen Insel haben mir dabei am besten gefallen. Es geht in dieser Geschichte auch um ernstere Themen, nämlich um Selbstfindung, um Neid und Eifersucht und um das schlechte Verhältnis von Julia zu ihren Eltern. Das Verhalten von Julias Vater ihr gegenüber konnte ich allerdings bis zum Schluss nicht nachvollziehen. In der Mitte zieht sich die Geschichte etwas, aber das Ende ist so zufriedenstellend wie erwartet.

Fazit: Ein schön geschriebener, lockerer und amüsanter Urlaubsroman mit tollem Inselfeeling, der mich zwar gut unterhalten hat, aber sicher nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.