Eine tolle Kommissarin ermittelt wieder
Helle und die kalte HandInhalt: Aus dem Sand der Wanderdüne Råbjerg Mile ragt eine Hand. Helle Jespers, Leiterin der Polizeistation in Skagen, wird hinzugerufen. Nach der Bergung der Leiche und der anschließenden Obduktion ist ...
Inhalt: Aus dem Sand der Wanderdüne Råbjerg Mile ragt eine Hand. Helle Jespers, Leiterin der Polizeistation in Skagen, wird hinzugerufen. Nach der Bergung der Leiche und der anschließenden Obduktion ist klar, dass es sich um eine junge Frau südostasiatischer Herkunft handelt, die wahrscheinlich schon einige Monate in ihrem sandigen Grab lag. Die Frau hat keine Papiere bei sich und niemand scheint sie zu vermissen. Helle wird bei ihren Ermittlungen von ihren Kollegen aus Fredrikshavn unterstützt, doch lange Zeit finden sie keine brauchbaren Spuren.
Meine Meinung: „Helle und die kalte Hand“ ist bereits der zweite Fall für Kommissarin Helle Jespers. Da mir der erste Fall bereits gut gefallen hat, hatte ich mich schon auf das Buch gefreut, das allerdings auch unabhängig von dem Vorgängerroman zu lesen ist.
Der Einstieg fiel mir leicht, denn der Prolog ist sofort spannend und der Schreibstil von Judith Arendt ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und am besten gefielen mir die Kapitel mit Helle. Helle ist Anfang 50 und leicht übergewichtig, sie hat zwei Kinder, die gerade flügge werden, ist glücklich mit Bengt verheiratet, der toll kochen kann, und liebt ihren alten Hund Emil. Endlich einmal eine bodenständige, nahbare und authentische Ermittlerin ohne Alkohol- oder Drogenprobleme und Depressionen, wie leider in so vielen anderen Krimis. Helle machen dagegen die Wechseljahre zu schaffen und das Erwachsenwerden ihrer Kinder - für mich durchaus nachvollziehbar. Die Ermittlungen und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kollegen werden sehr lebendig und interessant beschrieben, genauso wie die Passagen aus Helles Privatleben, die genau die richtige Länge haben.
Die Hintergründe des Falls sind leider hochaktuell und traurig, und das nicht nur in Dänemark.
Der Spannungsbogen entwickelt sich zwar langsam, nimmt aber gegen Ende dann nochmal zu. Ein Fall, bei dem man mitraten kann, der aber bis zum Schluss undurchsichtig bleibt. Die komplette Aufklärung fand ich verständlich und glaubwürdig.
Fazit: Auch dieses zweite Fall hat mir wieder gut gefallen. Ein sympathisches Ermittlerteam, ein toller Schreibstil, Spannung und auch etwas Hygge. Ich freue mich schon auf Helles nächsten Fall.