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Veröffentlicht am 25.03.2019

Das Ende des Krieges

Gut Greifenau - Morgenröte
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Inhalt: Pommern / Berlin gegen Ende des 1. Weltkriegs.
Nach einem hinterhältigen Mordanschlag pflegt die Dorflehrerin Rebecca den Grafensohn Konstantin heimlich in ihrer Wohnung. Niemand außer seinem Vater ...

Inhalt: Pommern / Berlin gegen Ende des 1. Weltkriegs.
Nach einem hinterhältigen Mordanschlag pflegt die Dorflehrerin Rebecca den Grafensohn Konstantin heimlich in ihrer Wohnung. Niemand außer seinem Vater Adolphis darf davon wissen, damit Konstantin nicht wieder in Gefahr gerät. Die Familie hält ihn inzwischen für tot.
Graf Adolphis ist völlig überfordert. Er ist krank und durch den Kauf von Kriegsanleihen ist das Gut hoch verschuldet. Seine einzige Hoffnung ist die geplante Hochzeit seiner jüngsten Tochter Katharina mit dem brutalen Prinz Ludwig, einem Neffen des Kaisers. Doch Katharina wehrt sich heftig und mit allen Mitteln gegen eine Hochzeit und flieht schließlich nach Berlin, um den Industriellensohn Julius zu suchen, den sie immer noch liebt. Dabei gerät sie mitten in Wirren der Novemberrevolution.

Meine Meinung: „Morgenröte“ ist bereits der 3. Teil der Greifenau - Trilogie und da dieses Buch nahtlos an den Vorgänger anknüpft, empfehle ich, die Teile in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Das Buch umfasst den Zeitraum von Dezember 1917 bis August 1919. Wieder stehen die Bewohner von Gut Greifenau im Vordergrund. Die Dienstboten genauso, wie die Grafenfamilie. Deshalb wechseln die Erzählperspektiven häuftig und die Geschichte bleibt lebhaft und spannend. In diesem Teil der Trilogie passiert so einiges in Deutschland und Hanna Caspian lässt wieder (vielleicht etwas mehr als in den Vorgängern) die historischen Ereignisse geschickt und interessant in die Handlung einfließen. Geschichtlich geht es um das Kriegsende und die damit verbundenen Ereignisse, den Sturz der Monarchie, die Abschaffung des Adels, die Unruhen und Aufstände, sowie die Änderungen; wie zum Beispiel das Frauenwahlrecht und der 8-Stunden Tag. Aber auch um die spanische Grippe, die viele Todesopfer fordert und die auch vor Greifenau nicht halt macht.
Die bekannten Protagonisten, vor allem Konstantin und Katharina, haben sich weiterentwickelt und sind mir noch mehr ans Herz gewachsen. Vor allem über Katharina musste ich manchmal schmunzeln.
Anastasia, Nikolaus und vor allem Feodora sind so unsympathisch wie immer, aber was wäre ein Roman ohne Aufreger?!
Das Ende des Krieges bringt für alle Gutsbewohner Veränderungen. Für einige positive, für andere negative. Doch am Ende wird für jeden eine gute und zufriedenstellende Lösung gefunden.
Fazit: Dieses Buch ist genau so fesselnd und dramatisch wie die anderen zwei Teile und ist ein toller Abschluss der Trilogie.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Wir haben nur eine Chance unser Leben zu leben

Der Wald
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„Wir haben nur eine Chance, unser Leben zu leben. Eine. Und manchmal leben wie eben am falschen Ort zur falschen Zeit.“

Inhalt: Warschau im zweiten Weltkrieg. Der kleine Pawel wächst behütet auf. Er wohnt ...

„Wir haben nur eine Chance, unser Leben zu leben. Eine. Und manchmal leben wie eben am falschen Ort zur falschen Zeit.“

Inhalt: Warschau im zweiten Weltkrieg. Der kleine Pawel wächst behütet auf. Er wohnt zusammen mit seiner Mutter Zophia, seiner Tante Joanna und seiner Großmutter in einem großen Haus. Seit sein Vater Karol sich im Widerstand gegen die Nationalsozialisten engagiert, sieht er ihn nicht mehr oft. Doch eines Nachts bringt Karol einen schwer verwundeten englischen Kampfpiloten mit nach Hause und bringt damit die ganze Familie in große Gefahr.

Meine Meinung: Ich finde den Erzählstil von Nell Leyshon einfach grandios. Sie erzählt ruhig und unaufgeregt in oft sehr kurzen Sätzen und reduziert auch die Handlung auf das Nötigste. Trotzdem schreibt sie eindringlich und ausdrucksstark. Sehr viele ihrer Sätze haben mich zum Nachdenken angeregt.
Im Vordergrund des Romans steht die Mutter-Sohn Beziehung von Zophia und Pawel. Zophia, die vor dem Krieg Bedienstete und ein Kindermädchen hatte, muss sich nun selbst um Pawel kümmern. Manchmal ist sie unsicher, trotzdem umsorgt und behütet sie ihn liebevoll. Sie fügt sich zwar oft wehmütig, aber klaglos in ihre neuen Lebensumstände. Zitat: „Zophias Leben in diesem Moment ist eben so, wie es ist.“ Der kleine Pawel ist ist neugierig, wissbegierig und manchmal auch etwas naiv. Oft reagiert er auf kleine Belanglosigkeiten sehr emotional und dramatisch. Wie eine Figur in einem russischen Roman, wie seine Großmutter oft sagt. Durch die dramatischen Ereignisse in ihrem Haus in Warschau und die gemeinsame Zeit im Wald wird die Beziehung zwischen Zophia und Pawel sehr intensiv und eng. Ihr ganzes weiteres Leben wird durch diese Zeit geprägt.
Das Buch ist in verschiedene Kapitel und Zeiten unterteilt und die Erzählung im Wald wird leider sehr abrupt beendet. Dann folgt ein Zeitsprung von etwa zwanzig Jahren. Sophia (Zophia) und Paul (Pawel) leben inzwischen beide in England. Ich war zuerst sehr enttäuscht, dass die Geschichte im Wald nicht weitererzählt wurde, doch nach ein paar Seiten hatte mich auch die weitere Handlung gefesselt.

Fazit: Mir hat das Buch vor allem wegen des besonderen Schreibstils sehr gut gefallen. Eine emotionale und eindringliche Geschichte.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Helen und ihre Töchter

Ein Leben lang lieben
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Inhalt: Die unkonventionelle Helen hat drei erwachsene Töchter. Fiona, Ilsa und Liane. Alle drei haben verschiedene Väter und Helens Priorität galt immer der Liebe zu ihren Töchtern und so hat sie sich ...

Inhalt: Die unkonventionelle Helen hat drei erwachsene Töchter. Fiona, Ilsa und Liane. Alle drei haben verschiedene Väter und Helens Priorität galt immer der Liebe zu ihren Töchtern und so hat sie sich nie fest an einen Mann gebunden. Geprägt durch die Lebensweise ihrer Mutter und eigenen Erfahrungen stellt sich nun auch für die Töchter die Frage: „Kann man ein Leben lang lieben?“ Denn alle haben Probleme in ihren Beziehungen.

Meine Meinung: Der Einstieg in das Buch fiel mir relativ schwer. Der Roman wird aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven erzählt und auf den ersten 150 Seiten werden schon sechs verschiedene Personen, darunter auch meiner Meinung nach eher unwichtige Nebencharaktere, in eigenen Kapiteln vorgestellt. Zu keinem der Charaktere konnte ich zunächst eine engere Beziehung aufbauen und vor allem Fiona und Ilsa mochte ich gar nicht. Sie kamen mir wie reiche gelangweilte Frauen vor, die nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen. Insgesamt ist die Handlung und Stimmung des Buches lange Zeit ziemlich negativ und deprimierend. Jede der vier Frauen hat Beziehungsprobleme. Erst ganz langsam, als die Schwestern mehr Kontakt haben und beginnen, sich gegenseitig zu helfen und die Beziehung zwischen Helen und ihren Töchtern enger wird, schlägt die Stimmung um und das Buch hat mir immer besser gefallen. Die letzten ca.150 Seiten habe ich dann sogar in einem Rutsch gelesen. Alle vier Frauen entwickeln sich positiv weiter und wurden mir immer sympathischer.
Fazit: Ich habe in diesem Buch viel mehr von der Beziehung, dem Zusammenhalt und der Liebe zwischen den Schwestern und zwischen Mutter und Töchtern erwartet. Durch die vielen Charaktere und deren Geschichten kam das leider für mich etwas zu kurz. Wegen der positiven Wendung und des guten Schreibstils trotzdem ⭐️⭐️⭐️⭐️Sterne.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Welches Geheimnis hüten Emily und Robbie

Das geheime Glück
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Inhalt: Robbie und Emily sind fast fünfzig Jahre glücklich verheiratet und könnten sehr zufrieden sein, wenn da nicht Robbies Diagnose wäre.
Eines Tages trifft er eine schicksalhafte Entscheidung die ...

Inhalt: Robbie und Emily sind fast fünfzig Jahre glücklich verheiratet und könnten sehr zufrieden sein, wenn da nicht Robbies Diagnose wäre.
Eines Tages trifft er eine schicksalhafte Entscheidung die Emily das Herz bricht, doch Robbie will unter allen Umständen ihr lange gehütetes Geheimnis wahren.

Meine Meinung: Der Aufbau des Buches ist sehr ungewöhnlich, denn es wird rückwärts erzählt. Es ist in fünf Teile und ein Postskriptum aufgeteilt. Jeder Teil spielt in einem anderen Jahr, es beginnt mit der Gegenwart und endet mit dem Kennenlernen der beiden Protagonisten im Jahr 1962. So richtig gefallen hat mir der Aufbau nicht, denn in jedem Teil wird nur von einem prägnanten Zeitraum aus dem Leben von Robbie und Emily erzählt. Das hat zwar die Spannung erhöht, andererseits fehlte mir aber auch etwas und einige Fragen blieben offen.
Emily mochte ich während des ganzen Buches, aber Robbie war mir als älterer Mann in den ersten Teilen wesentlich sympathischer als in Teil vier und fünf. Das bedeutet allerdings auch, dass er sich während seiner Zeit mit Emily positiv entwickelt hat. Durch den umgekehrten Aufbau wird das aber nicht so deutlich.
Durch den mitreißenden Schreibstil lässt sich „Das geheime Glück“ sehr flüssig und angenehm lesen und trotz meiner Kritikpunkte hat mich das Buch von Anfang an gefesselt. Ich wurde immer neugieriger auf das Geheimnis, das Emily und Robbie so sorgsam hüten und war dann total überrascht von der Auflösung.

Veröffentlicht am 25.02.2019

Interessant und berührend

Dhanyavaad Mama
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Inhalt: Ein adoptiertes Mädchen auf der Suche nach ihrer indischen Abstammung.
Isabel Carla Sindu wird 1989 im Alter von sechs Monaten ohne die Zustimmung ihrer leiblichen Eltern mit der Hilfe der Missionaries ...

Inhalt: Ein adoptiertes Mädchen auf der Suche nach ihrer indischen Abstammung.
Isabel Carla Sindu wird 1989 im Alter von sechs Monaten ohne die Zustimmung ihrer leiblichen Eltern mit der Hilfe der Missionaries of Charity und ProInfante an ein deutsches Ehepaar vermittelt. Bereits sehr früh versucht sie, mehr über ihre Wurzeln zu erfahren. Hierbei stößt sie auf eine Mauer des Schweigens.

Meine Meinung: In „Dhanyavaad Mama erzählt Isabel Hövels sehr ehrlich, detailliert und ohne etwas zu beschönigen, über ihre Suche nach ihrer leiblichen Mutter und über ihre drei Indienreisen. Trotz einiger Rückschläge und Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, gibt sie nicht auf und erreicht schließlich ihr Ziel. Dabei hat sie glücklicherweise viel Unterstützung von lieben Menschen.
In den Text eingefügte persönliche schwarz / weiß Fotos, die während Isabels Indienreisen entstanden sind, machen ihre Geschichte für den Leser noch authentischer.
Sehr interessant fand ich auch ihre Beschreibungen von Indien. Von dem Gegensatz zu Deutschland, den Sitten und Gebräuchen, den ärmlichen Gegenden und Wohnverhältnissen, den Zuständen auf den Straßen, den vielen herzlichen Menschen dort, aber auch von negativen Erfahrungen.
Ich habe diese deutsch-indische Adoptionsgeschichte sehr gerne gelesen. Sie ist interessant und berührend. Ich bewundere Isabel für ihren Mut, sich schon als sehr junge Frau auf die Suche nach ihrer Herkunft zu machen und freue mich für sie, dass sie nicht nur ihre leibliche Mutter und ihre Geschwister gefunden hat - die sie dadurch ebenfalls sehr glücklich gemacht hat - sondern auch noch gute Freunde. Danke Isabel, dass du deine Geschichte mit uns teilst.