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Veröffentlicht am 08.02.2025

Ein mysteriöser Totenschädel, ein Anschlag auf eine Politikerin und Nazigold - gelungene Mischung!

Totengold
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Der Schreibstil unterhaltsam, spannend, inkl. Hessischer Orte und deren Eigenarten - sowie mit Charakteren die Ecken und Kanten besitzen.

Das Cover zeigt vor einem dunklen Hintergrund (das unten in schwarze ...

Der Schreibstil unterhaltsam, spannend, inkl. Hessischer Orte und deren Eigenarten - sowie mit Charakteren die Ecken und Kanten besitzen.

Das Cover zeigt vor einem dunklen Hintergrund (das unten in schwarze übergeht, wie bei allen Bänden der Reihe) ein Teilstück einer Staumauer (Edertalsperre). In großer Schrift (weiß-grau) ist der Autorenname zu lesen, darunter der Titel des Romans etwas kleiner.

Fazit:
Die Romane der Sabine-Kaufmann-Reihe liegen mit ihrer Handlung in Hessen meist Rhein-Main-Gebiet oder dem Vogelsberg-Kreis. In diesem Roman gibt es eine neue Location der Edersee mit seinen bekannten Ausflugszielen.

Eigentlich ist der Edersee eher idyllisch, man kann Segeln, Tauchen, Angeln, Surfen, Tretboot fahren oder mit dem großen Schiff den See erkunden. Aber damit ist es diesmal schnell aus als zwei Angler einen Totenschädel aus dem Wasser fischen. Dazu kommt noch ein rechtsradikaler Anschlag auf eine Politikerin und jemand versucht Nazi-Gold zu verkaufen.
Die beiden Ermittler Ralph Angersbach und Sabine Kaufmann finden schnell heraus, dass der Schädel alt ist. Wahrscheinlich wurde er aus einem im See versunkenen Grab gespült. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Gold und dem Anschlag auf die Politikerin?
Im Zentrum der Ermittlungen taucht immer wieder die Familie Erdmann auf, doch konkrete Beweise fehlen. Dann gibt der Edersee weitere Leichenteile frei …

Totengold ist wie die übrigen Romane der Reihe unterhaltsam und spannend, diesmal mit einer äußerst brisanten Mischung aus kriminellen, politischen und privaten Abgründen und Geheimnissen, die für die nötige Dynamik sorgen. Die Protagonisten können mit ihren Eigenarten punkten, allen vorweg Ralph und Sabine die mittlerweile ein Paar sind. Mit der Ermittlerin Lynn kommt neuer Schwung ins Team und eine Portion Eifersucht. Auch der Gerichtsmediziner Hackbeil ist wieder im Boot, in Rente gehen steht nicht zur Debatte. Überaus gelungen und 5 Sterne wert.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Wird der Schafshirte Timyian zu einer Spielfigur auf dem Brett des Cal-shòn Spiels!

Timyian
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Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, bildhaft und mitreißend – spannend und unterhaltend zu gleich.

Das Cover wirkt diesmal kühler, man sieht einen langen Säulengang und einen Kreis in weiß ...

Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, bildhaft und mitreißend – spannend und unterhaltend zu gleich.

Das Cover wirkt diesmal kühler, man sieht einen langen Säulengang und einen Kreis in weiß mit Ornamenten. Die Schrift inklusive der geflügelten Figur in Rüstung und Schild in zwei Farben (die zu einem Spiel Cal-shòn im Roman gehört und zugleich einer Erinnerung an Shevons Vergangenheit ist) wirkt gut abgestimmt und harmonisch.

Fazit:
Bevor Timyian um Hilfe rufen konnte, presste sich eine Hand auf seinen Mund. „Du wirst mir nicht den Hof stehlen“, knurrte Grayns Stimme dicht neben ihm.

Im dritten Band der Flüchtlings Chroniken dreht sich alles um den halbwüchsigen Bauernjunge Timyian, der von seinem eigenen Bruder verkauft wird. Er landet in der Stadt Darin, wo sich Thiula, die Stadtobere, und der Herr der Unterwelt einen gnadenlosen Machtkampf liefern. Timyian bekommt von einem geheimnisvollen Fremden ein Angebot (Shevon): Seine Freiheit gegen die Mitarbeit an einem groß angelegten Betrug. Aber im Spiel um die Macht ziehen mehr als zwei Parteien die Figuren – und Timyian ist eine davon.

Timyian wächst – ob es seinen Verkauf an durch den eigenen Bruder ist, die Entführung durch die Gaukler und die Reise in die Stadt Darin. Und nicht zu vergessen das, was er mit seiner Flöte schafft, wenn er sie spielt – eine Art von Zauber genau wie sein Umgang mit Zahlen. Er absolviert erfolgreich eine Lehre. Ansonsten wirkt er eher schüchtern und zurückhaltend – aber er wird immer mutiger.

Shevon al Yontar durfte wir ja schon in Band 1 - 3 kennen und als Protagonisten zu schätzen lernen. Mittlerweile zeigt er immer mehr sein diplomatisches Geschick und eine Intrigante Ader, die ihn auch aus prekären Situationen rettet.

Wir treffen auch auf einige andere uns schon bekannte Figuren aus den vorherigen Bänden: Rond und Malcon zum Beispiel. Shevon spielt sein Spiel nicht mehr allein – aber sind sie Verbündete und Freunde oder nur Spielfiguren für ihn?

Diesmal spielt die Handlung hauptsächlich in der Stadt Darin, am Anfang auf dem Land wo Timyain vorher lebte und seinen Weg in die Stadt. Das Setting ist mittelalterlich mit Kaufleuten, Kriegern, Handwerkern, Händlern und einer Menge Sklaven sowie diversen Herrschern ausgestattet. Handelt findet größtenteils auf dem Schiffsweg mit Seglern statt.

Im Hintergrund hört man auch immer wieder von dem Spiel Cal-shòn, es wohl im gesamten Inselreich bekannt und das man anscheinend mit der Spielfigur des Flügelboten (auch Zweigesicht genannt) nur in Levanyi spielt – es handelt sich um eine Art Strategie Spiel auf einem Brett (ähnlich mit Figuren wie beim Schach).

Dem Autor gelingt es auch in Band 4 eine wunderbare Art von Fantasy und Abenteuer zu schreiben, ohne ein Quäntchen Magie anzuwenden, zählt das Spiel auf der Flöte von Timyian einer Art Magie? Was einmal mehr eine wunderbare Abwechslung ist, dies wird sich so durch die ganze Reihe fortsetzen (so seine Aussage). Auch großes Gemetzel bleibt aus, obwohl es genug Brutalität und Blutvergießen gibt. Dafür treffen wir auf mehr politische Kalkül mit Intrigen und mancher überraschenden Wendung. Die zentrale und damit auch faszinierende Handlung liegt vor allem in der Figur von Shevon al Yontar.

Eine gelungene, fesselnde und spannende Fortsetzung, mit vielen Intrigen und überraschenden Wendungen, mal mit harten Worten und Ausdrücken – aber auch leisen Tönen, optisch kann das Cover und die Karten überzeugen, von mir 5 Sterne für diesen Fortsetzungsband und Vorfreude auf Band 5 (egal wann er erscheinen wird – ich will dabei sein).

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Spannende Fortsetzung der Reihe um Helden, Mut und eine Reise zu sich selbst!

Tales of Elvereth / Tales of Elvereth - Das Erwachen
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Der Schreibstil ist gut zu lesen, flüssig und bildhaft, so dass man sich gut in die Welt und die Personen einfinden kann.

Das Cover wirkt auf den ersten Blick dunkel, in der Mitte ist das titelgebende ...

Der Schreibstil ist gut zu lesen, flüssig und bildhaft, so dass man sich gut in die Welt und die Personen einfinden kann.

Das Cover wirkt auf den ersten Blick dunkel, in der Mitte ist das titelgebende schwarze Amulett zu sehen, das ganz anders wirkt als bei Band 1 – als ob Magie entweichen würde. Auch die Umrahmung mit den Schmuckecken in Rot und die leicht geschwungene Schrift runden das komplette Bild des Covers ab.

Fazit:
„Der Drachenkrieger befindet sich in der Obhut des weißen Drachen. Er ist bereit, seinen Weg anzutreten.“

Der Roman führt uns erneut in die Welt von Elvereth nachdem die dunkle Magie eines mächtigen Artefakts die Welt bedroht sieht sich das Land schnell am Rand eines Krieges. Doch was kann man tun, um den Krieg noch abwenden zu können?
Man bildet eine Gruppe: einen Lanzenkämpfer, Bogenschützen und Schwertträger dann fügt man Feenmagie hinzu und um das Ganze abzurunden ist noch ein Dieb mit seinen Fähigkeiten dabei.

Band 2 setzt genau an die von Band 1 um die Geschichte verfolgen und verstehen zu können sollte man den 1.Band gelesen haben.

Die Wege der Freunde trennen sich Zidane bricht zum Schrein der Lebensgöttin auf,
um die Lehre des Feuers zu beginnen, während sich Pédar, Rob und Ellé zum Lager der Tayra begeben. Prinzessin Adina reist derweilen in Begleitung von Fylee zur Hauptstadt des Landes Kandanu, nach Xanos. Sie hoffen, schon bald wieder vereint zu sein, doch niemand von ihnen ahnt, welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen werden und welche Kämpfe sie zu bestreiten haben. Denn die Dunkelheit ist näher als ein jeder glaubt und die Macht, von der sie gehofft hatten, sie mit dem Diebstahl des Amulettes aufgehalten zu haben, ist präsenter und gefährlicher als jemals zuvor. Inmitten einer dunklen Bedrohung steht Zidane – ein Held wider Willen –, der lernen muss, was es wirklich bedeutet, stark zu sein, um sein Schicksal anzutreten und eine ganze Welt vor dem Untergang zu retten.

Pédar ist der Anführer der Tayra, einer Diebesgilde in Ankors, einem Waldgebiet im Land Kandanu.

Rob stammt von einer langen Reihe von Jägern ab, den Falÿren, einem Clan aus dem hohen Norden des Landes Kandanu.

Zidanes Vergangenheit ist geprägt durch den Kampf ums Überleben. Schon als Kind muss er stehlen, wenn er nicht verhungern will. Das Wort ›Dieb‹ ist für ihn keine Beleidigung, und sein Talent, geschickt Dinge zu entwenden, wird nur durch seinen Umgang mit dem Schwert übertroffen.

Fylee ist die Tochter von Gaiir Sil’tathan – dem Sternenreiter – und gehört dem Volk der Feen an, die tief mit den Naturgeistern von Elvereth verbunden sind. Sie ist stur, hasst es, ausgegrenzt zu werden, und besitzt ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen.

Die vier Protagonisten sind uns in Band 1 schon schnell ans Herz gewachsen, ich gebe zu der eine mehr der andere vielleicht weniger. Jeder hat so seine eigenen Fähigkeiten, die er einbringen kann und Charaktereigenschaften, die es im Zusammenspiel vielleicht nicht einfacher machen.

Der Roman hat viel mehr zu bieten: als nur Magie, Geheimnisse, eine Geschichte über Helden (die es noch werden) und Schlachten (mit nicht vorhersehbarem Ergebnis). Auch die Reise zu sich selbst, Freundschaften die noch stärker als das Schicksal sind und den Mut den eigenen Weg zu finden.

Eine gelungene Fortsetzung von daher die vollen 5 Sterne und hohe Erwartungen an den Finalband 3 im Laufe des Jahres 2025.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Das epische Finale der Dilogie, wie wird es Enden: Wahn oder Welten!

Serera - Zweites Buch
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Der Schreibstil ist ausdrucksvoll und dynamisch, gut und flüssig zu lesen. Spannungsgeladen wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, klar, dass es auch mal kleine Durchhänger gibt bei 704 Seiten.

Das ...

Der Schreibstil ist ausdrucksvoll und dynamisch, gut und flüssig zu lesen. Spannungsgeladen wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, klar, dass es auch mal kleine Durchhänger gibt bei 704 Seiten.

Das Cover ist in überwiegend warmen Tönen gehalten (Rot- und schwärzen Tönen), im unter Bereich sind links Kreuze von Gräbern zu sehen. In der Mitte in leichtem Dunst sieht man eine Burg – über dem ganzen scheint ein Schleier zu liegen.

Fazit:
Der Roman spielt in Serera einer Parallelwelt zu unserer und in unserer Welt, die beiden Beeinflussen sich stark. Denn jedes Denken und Handeln bei uns hinterlässt dort Spuren und nimmt sogar Formen an. So wird diese an sich schöne Welt immer mehr von bösen und brutalen Kreaturen heimgesucht. Angeführt wird er von dem „Einen“, dem „Seelenlosen“. Tore verbinden Serera mit unserer Welt und zu allen Toren gibt es Schlüssel. Schlüssel, die der „Seelenlose“ gerne in seinen Händen halten würde. Die Handlung schließt sich an die aus Band 1 an und um alles zu verstehen, sollte man diesen gelesen haben.

Die Völker Sereras stehen vor einem erbarmungslosen Krieg. Während einige mutig in den Kampf ziehen, brechen andere unter der Last der bevorstehenden Schlachten zusammen. Doch wie bekämpft man einen Feind, der stärker, schneller, unerbittlicher, gar unsterblich ist – und dessen Ziel die Vernichtung beider Welten ist?

Wir treffen auch wieder auf Robin Grimm, der ein einfacher jugendlicher der sich mit den Sorgen seines Alters herumschlägt – ein Held wollte er nie sein. Doch durch einen seltsamen Schlüssel gelangt er in die Welt Sereras und schnell wir ihm klar er ist Teil dieser schnellen Entwicklungen, die sich dort entfalten, dazu kommt die nahe verbind der beiden Welten. Worauf wird das zu steuern? Robin ist sich der Gefahr bewusst die sein Aufenthalt in Serera und seine gefährliche Reise auslöst. Denn er wird zur Zielscheibe in einem Spiel, das ihn bis an die Grenzen seiner Kräfte bringt. Doch ihm stehen Freunde zur Seite, auf die er sich verlassen kann.

Mit vielen verschieden Perspektiven und Handlungssträngen werden wir immer mehr in diese Welt geführt und davon gefangen genommen. Meist werden aber durch diese nicht verschiedene begonnen, sondern es gelingt damit den Blickpunkt von verschieden Seiten darauf zu lenken – das war eher neu für mich. Daraus folgen immer wieder verscheiden Blickwinkel und Details zu einem Vorgang.

Der Roman überschreitet für mich in Band nicht nur bisweilen die Grenzen eines Jugendbuchs – auch wenn es um die Reise von Robin geht, der zu Anfang recht blauäugig ist. Es sind brutale Szenen vor allem die Rituale! Aber die Thematik das unsere Taten, vor allem die Bösen, grauenhafte Folgen in Serera und auch in unserer Welt haben und in schierer Brutalität und Grausamkeit enden – schwere Kost. Das wird für manchen Jugendlichen ein bisschen starker „Tobak“ sein, faszinierend das es um die Natur des „Bösen“ geht – aber auch unendlich grausam. Hier wäre 18+ angeraten.

Für mich ein guter High- bzw. Dark Fantasy Roman mit interessanten Ideen und einer durchgehenden Thematik zu „Gut-Böse“ und was daraus werden kann – viel Tiefgang und Stoff, der zum Nachdenken anregt. Auch die Optik des Romans kann punkten (Cover, Karten und Anhänge mit Sprachen). Von mir 5 Sterne dafür allerdings war Band 1 doch etwas mehr nach meinem Geschmack.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Hier trifft griechische Mythologie auf bekanntes Märchen – gelungene und spannende Mischung!

Ballade der Gezeiten
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Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, zum Teil recht düster, tiefgründig und romantisch. Lebendig und detailreich werden wir hier durch die etwas andere Meerjungfrauen Geschichte geführt. Durch ...

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, zum Teil recht düster, tiefgründig und romantisch. Lebendig und detailreich werden wir hier durch die etwas andere Meerjungfrauen Geschichte geführt. Durch die Abwechselnde Erzählung von Mariel und Theron gelingt tief in die Gefühlswelt der beiden einzutauchen.

Das Cover ist in den Farben des Meeres gehalten, Blautöne beherrschend die Szenerie. Wir sehen eine Meerjungfrau (Mariel), die uns den Rücken zu dreht und auf das Meer schaut, sie sitzt auf einem Stein – die roten Haare sind geblieben wie bei der Originalgeschichte. Ein Rahmen mit maritimen Elementen, sowie dem passenden Buchschnitt runden das Gesamtbild ab.

Fazit:
Wir bekommen hier nicht die zartrosa gehalten Disney Version der kleinen Meerjungfrau zu lesen, wer das erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden.
Den Leser/in einen eine grandiose Mischung aus Märchen und griechischer Mythologie, mit einer spannenden und dunklen Handlung, sowie einem Teil Romantik.

Die schon über Jahrzehnte anhalten Fehde zwischen Zeus und Poseidon hat auch die Menschen und das Meeresvolk in einen langanhaltenden Krieg verwickelt. Er fordert auf beiden Seiten der Völker große Verluste.
Und genau in diesem Konflikt treffen wir auf die Meerjungfrau Mariel die einem Märchenprinzen das Leben rettet, doch damit bricht sie das oberste Gesetz des Ozeans: Hilf niemals einem Menschen, einem Feind! Für diese verschonen eines Lebens droht Mariel jetzt der Tod und um ihrer Bestrafung zu entgehen, soll sie ihren Fehler ungeschehen machen. Sie muss den Prinzen vor dem nächsten Vollmond töten. Ihrer Stimme beraubt und dazu verdammt unter den Feinden zu leben, setzt sie alles daran dem Prinzen näher zu kommen, denn ihre einzige Waffe ist ihr Kuss.

Wir werden in diesem Roman in eine märchenhafte Welt geführt, die voller überraschenderer Wendungen, Geheimnissen und eine spannende Handlung aufwarten kann. Sie bleibt wohl den klassischen Elementen treu - eine Meerjungfrau trifft auf Märchenprinzen – doch sie erschafft eine neue Geschichte rund um die Beiden. Anders als in der Disney Version treffen wir hier auch auf Götter: Poseidon und Zeus – also eine mythologische Komponente. Dadurch bekommt die Handlung eine andere Dimension, die einen ganz eigenen Zauber wirkt, Bedrohung und Nervenkitzel inklusive. Es gibt aber auch Momente, die wunderschön und romantisch sind, die eine gehörig Portion Gefühle mit ins Spiel bringen.

Mariel die Meerjungfrau, ist geprägt von einer Familie, die gedrillt wird mit dem Hass auf Menschen und einer riesigen Portion Pflichtgefühl gegenüber ihrem Volk und der Familie. Man kann ihren inneren Konflikt nachvollziehen, die Gefühle für Theron bringen ihr Leben gehörig durcheinander.

Theron der Märchenprinz war nicht von Anfang ein für mich sympathischer Charakter, hatte er doch wirklich viel von einem nörgeligen, anspruchsvollen Mann. Auch seine Welt verändert sich und bringt ihn in einem inneren Zwiespalt, dem er sich im Laufe der Handlung stellen muss. Weil seine Liebe zu Mariel immer wieder den Erwartungen seiner Familie und seines Volkes widerspricht, macht ihn zu einem faszinierenden Charakter.

Ballade der Gezeiten ist keine einfache Nacherzählung eines Originals, sondern etwas Neues, spannendes, fesselndes und auf seine Art einzigartiges Märchen. Kein Stück langweilig, voller Gefühl – zeigt es auch ein langer Krieg kann ein gutes Ende finden – etwas, was wir heute unbedingt benötigen in einer Welt voller Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Von mir 5 Sterne für diesen Roman, der Inhaltlich genauso punkten kann wie auch optisch.

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