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Veröffentlicht am 09.06.2021

Verbrechen am Polarkreis

RAVNA – Tod in der Arktis
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Die junge Samin Ravna möchte mit der jahrhundertealten Tradition ihrer Familie, Rentiere zu halten, brechen und stattdessen zur Polizei gehen. Sie sieht darin ihre einzige Chance, aus ihrem kleinen Heimatort ...

Die junge Samin Ravna möchte mit der jahrhundertealten Tradition ihrer Familie, Rentiere zu halten, brechen und stattdessen zur Polizei gehen. Sie sieht darin ihre einzige Chance, aus ihrem kleinen Heimatort Vadso fortzukommen und ein geregeltes Einkommen zu haben.
Zunächst muss sie ein Praktikum an der Polizeistation in Vadso absolvieren. Gleich an ihrem ersten Tag dort wird ein Toter gefunden. Alles deutet darauf hin, dass ein Same der Täter war. Doch als sich herausstellt, dass sich das Mordopfer mit einem Norweger getroffen hatte, der ihm Land abkaufen wollte, ist für die Polizisten schnell ein Schuldiger gefunden. Der hinzugerufene Kommissar aus Kirkenes, Rune Thor, ist froh, den Fall so schnell wie möglich abzuschließen und wieder abzureisen, doch Ravna gibt nicht auf. Woher hätte ein Norweger wissen sollen, dass man einem toten Samen Birkenrinde zusteckt und einen Strich auf den Boden macht? Als sie dann auch noch ein Opfertier findet, ist für sie die Sache klar. Ihre Kollegen sind alles andere als begeistert von Ravnas Alleingängen, doch Rune Thor gefällt ihre Hartnäckigkeit und akzeptiert sie als Partnerin. Gemeinsam versuchen sie, dem wahren Täter auf die Spur zu kommen. Dann geschieht ein zweiter Mord...
Elisabeth Herrmann gelingt es in „Ravna“ sehr gut, die Landschaft am Polarkreis und die ganz besondere Stimmung sowie das Misstrauen und die Konflikte zwischen den Samen und den Norwegern zu beschreiben. Ravna ist eine eigenwillige Protagonistin und auch Rune Thor, der durch eine persönliche Tragödie aus der Bahn geworfen wurde, entspricht ganz und gar nicht dem Bild, das man sich von einem Kommissar macht. Die Geschichte ist sehr vielschichtig und bringt dem Leser die Mythen und Riten der samischen Bevölkerungsgruppe nahe. Für mich war das Buch ein wahrer Pageturner. Ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung der Geschichte um Ravna und Rune Thor geben wird! Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.06.2021

Etwas schleppend

Das Grab in den Schären
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Bei Bauarbeiten auf einer bisher unbewohnten Schäreninsel wird ein Skelett gefunden. Da nur winzige Skelettstücke vorhanden sind, ist es schwierig zu bestimmen, um wen es sich dabei handeln könnte.
Die ...

Bei Bauarbeiten auf einer bisher unbewohnten Schäreninsel wird ein Skelett gefunden. Da nur winzige Skelettstücke vorhanden sind, ist es schwierig zu bestimmen, um wen es sich dabei handeln könnte.
Die Polizei findet heraus, dass drei Personen in Frage kommen und geht den Umständen ihres Verschwindens.
Nora Linde, die seit ihrem letzten Fall, der beinahe in einer Katastrophe geendet hätte, krankgeschrieben ist und den Sommer auf Sandhamn verbringt, hört von dem Leichenfund und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln, da sie eine der verschwundenen Personen persönlich kannte. Dabei findet sie Dinge heraus, die die Polizei nicht weiß.
Thomas Andreasson, der die Ermittlung leitet, ist allerdings alles andere als begeistert, als er erfährt, dass Nora in ihrer Freizeit Ermittlungen anstellt...
Ich habe bisher alle Bücher dieser Reihe gelesen und fand die ersten richtig gut. Auch der letzte Band war spannend, doch dieser ist sehr langatmig. Ständig wird auf den letzten traumatischen Fall Bezug genommen, was mich sehr genervt hat. Was auch viel zu viel Platz einnahm, war Noras Alkoholproblem. Abend für Abend leert sie Flasche um Flasche, provoziert ihren Partner, vernachlässigt die Tochter. Alles in allem ist die Nora Linde in „Das Grab in den Schären“ eine ziemlich unsympathische Person, die sich in alles einmischt. Spannung kommt eigentlich erst im letzten Drittel des Buchs auf. Wenn es um Liebesszenen geht, ist mir die Sprache viel zu schwülstig: Ihr wurde schwindlig vor Liebe, sie hatte seine Lippen empfangen... usw. Ich weiß nicht, ob die Bezeichnung „Königin des schwedischen Krimis“ eine Erfindung des KiWi Verlags ist, aber mit diesem Buch wird Viveca Sten dieser Auszeichnung jedenfalls nicht gerecht.

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Veröffentlicht am 23.05.2021

Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt isst

Leichenblume
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Heloise Kaldan arbeitei als Journalistin bei einer großen dänischen Tageszeitung, doch leider ist sie mit einem Artikel gerade völlig auf die Nase gefallen. Ihrer Quelle wurden falsche Informationen zugespielt, ...

Heloise Kaldan arbeitei als Journalistin bei einer großen dänischen Tageszeitung, doch leider ist sie mit einem Artikel gerade völlig auf die Nase gefallen. Ihrer Quelle wurden falsche Informationen zugespielt, die Heloise veröffentlicht und sich und die Zeitung in große Schwierigkeiten gebracht hat.
In dieser Situation erhält sie einen seltsamen Brief. Absenderin ist eine gewisse Anna Kiel, die seit Jahren für den kaltblütigen Mord an einem Anwalt gesucht wird. Ihr Motiv liegt völlig im Dunkeln.
Nachdem ein Journalist, der in der Vergangenheit mit dem Fall Kiel betraut war, tot aufgefunden wird und Heloise weitere Briefe von Anna Kiel erhält, die seltsamerweise viel über Heloises Privatleben weiß, wendet sie sich an die Polizei. Kommissar Schäfer von der Mordkommission zeigt sofort großes Interesse. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Anna Kiel und deren Mordmotiv.
„Leichenblume“ ist als erster Band einer Reihe um Heloise Kaldan und Erik Schäfer angelegt. Der Fall ist durchaus spannend. Wenn ich allerdings gewusst hätte, was der Hintergrund für Anna Kiels Mord an dem Anwalt ist, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen. Erstens, weil ich das Thema satt habe und zweitens, weil es mir sehr unter die Haut geht. Mit der Person Heloise bin ich leider bis zuletzt nicht warm geworden. Trotzdem werde ich den zweiten Band, der im Sommer 2021 erscheint, wahrscheinlich auch lesen.

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Veröffentlicht am 21.05.2021

Dümpelt so vor sich hin

Venezianische Verwicklungen (Ein Luca-Brassoni-Krimi 1)
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Ein renommierter deutscher Kunstprofessor reist mit einer Doktorandin nach Venedig, um die Echtheit eines neu aufgetauchten Gemäldes von Picasso zu untersuchen. Kurz danach wird er ermordet, auf die Doktorandin ...

Ein renommierter deutscher Kunstprofessor reist mit einer Doktorandin nach Venedig, um die Echtheit eines neu aufgetauchten Gemäldes von Picasso zu untersuchen. Kurz danach wird er ermordet, auf die Doktorandin wird ebenfalls ein Anschlag verübt. Commissario Luca Brassoni , der den Fall untersucht, hat alsbald Zweifel an der Integrität sowohl des Professors als auch des Leiters des Museums, dem der Picasso zum Kauf angeboten wurde.
„Venezianische Verwicklungen“ lebt hauptsächlich von den Beschreibungen des Schauplatzes Venedig und den vielen eingestreuten italienischen Sätzen, der eigentliche Kriminalfall dümpelt so vor sich hin. Erst ganz am Schluss nimmt die Geschichte Fahrt auf und es entsteht Spannung. Was für meine Begriffe vollkommen unnötig ist und mich entsprechend gelangweilt hat, waren die Exkursionen in Brassonis Liebesleben, das teilweise äußerst schwülstig beschrieben wird.
Brassoni, der bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich hat, benimmt sich wie ein pubertierender Teenager, wird in Gegenwart seiner Angebeteten rot und fängt an zu stammeln, und obwohl er die Affäre mit einer verheirateten Sekretärin am liebsten beenden möchte, ist er nicht dazu in der Lage, sondern ist angesichts ihrer körperlichen Reize (tolle Figur, meerblaue Augen, perlweiße Zähne) völlig hilf- und willenlos. Anscheinend entwickelt sich der Commissario im Lauf der nächsten Bände der Reihe und benimmt sich wie man es von einem Mann seines Alters eher erwarten würde, doch mir hat diese kurze Begegnung mit Brassoni gereicht, ich werde sie nicht weiter vertiefen.
Am meisten gestört hat mich an diesem Hörbuch, dass mir einiges ganz und gar unlogisch erschien und so mancher Verdacht ohne irgendwelche Beweise plötzlich zur Tatsache mutiert.
Was ich mir allerdings gut vorstellen könnte, ist eine Verfilmung der Geschichte. Es wäre sicher viel interessanter, den morbiden Charme Venedigs zu sehen, anstatt ihn nur beschrieben zu bekommen.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Opfer, für die sich niemand interessiert

DUNKEL
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Hulda Hermannsdottir steht kurz vor der Pensionierung, als sie von ihrem Chef erfährt, dass ihr Nachfolger früher als erwartet seinen Dienst antritt und sie die restlichen Monate ihrer offiziellen Dienstzeit ...

Hulda Hermannsdottir steht kurz vor der Pensionierung, als sie von ihrem Chef erfährt, dass ihr Nachfolger früher als erwartet seinen Dienst antritt und sie die restlichen Monate ihrer offiziellen Dienstzeit bei vollen Bezügen bereits zuhause bleiben kann. Da Huldas Privatleben alles andere als erfüllend ist, zieht ihr diese Nachricht den Boden unter den Füßen weg. So will sie sich nicht abservieren lassen! Sie ringt ihrem Chef die Zusage ab, einen letzten Cold Case bearbeiten zu dürfen, welchen kann sie selbst bestimmen.
Sie stößt auf den Fall einer jungen Russin, einer Asylbewerberin, die unter ungeklärten Umständen starb. Es stellt sich heraus, dass die damaligen Ermittlungen äußerst schlampig geführt wurden, vor allem wohl, weil keiner ein echtes Interesse für den Fall aufbrachte.
Innerhalb kürzester Zeit unternimmt Hulda mehr als das damalige Ermittlerteam und stößt auf interessante Hinweise, wonach es sich durchaus um Mord handelt könnte. Dass sie sich damit selbst in höchste Gefahr bringt, ist Hulda nicht bewusst.
Ragnar Jonasson hat mit Hulda eine interessante und ungewöhnliche Ermittlerin geschaffen, noch ungewöhnlicher ist, wie seine Hulda-Trilogie angelegt ist, denn Band 2 und 3 gehen jeweils zurück in die Vergangenheit.
Ich habe diesen ersten Band an einem verregneten Sonntag in einem Rutsch durchgelesen und werde mir jetzt schnellstmöglich die nächsten Bände besorgen.

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