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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2025

Welch ein liebenswertes kleines Einhorn!

Ein Einhorn namens Oktober
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Das kleine Einhorn Oktober kann es kaum erwarten, ein Jahr alt zu werden, denn – wie jeder weiß – entwickeln Einhörner dann ihre magischen Fähigkeiten. Doch sein Geburtstag kommt und geht, und Oktober ...

Das kleine Einhorn Oktober kann es kaum erwarten, ein Jahr alt zu werden, denn – wie jeder weiß – entwickeln Einhörner dann ihre magischen Fähigkeiten. Doch sein Geburtstag kommt und geht, und Oktober hat noch immer nicht entdeckt, worin seine magische Fähigkeit liegt. Zusammen mit seinem Freund Einhörnchen (der aussieht wie ein Eichhörnchen, aber ebenfalls ein kleines Horn besitzt), macht er sich auf die Suche…
„Ein Einhorn namens Oktober“ ist ein ganz besonders schönes Kinderbuch. Schon bei der Abbildung des kleinen Oktober auf dem Cover habe ich mich in dieses kleine Einhorn verliebt. Die Texte sind witzig und ideenreich und die Illustrationen unglaublich goldig. Das Buch ist perfekt für Kinder, die für reine Bilderbücher zu groß und für Bücher mit viel Text und wenig Illustrationen noch zu klein sind. Mein Enkel ist vier und er ist von diesem Buch genauso begeistert wie ich. Besonders angetan ist er von Einhorn Franzi, das sich (fast) unsichtbar machen kann. Ein Öhrchen bleibt witzigerweise immer sichtbar. Und natürlich von Oktober selbst, von dem er meinte, so einen lieben Freund hätte er auch gerne! Ich bin begeistert von diesem liebevoll gestalteten Kinderbuch, das ich inzwischen auch für die vierjährigen Zwillinge von Freunden bestellt habe.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Echt jetzt?

Himmelerdenblau
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Die beiden Podcaster Liv und Phil wollen in ihrem True-Crime-Podcast einen alten Vermisstenfall, der sich in Bälde zum 20. Mal jährt, in ihrer Sendung behandeln. Damals verschwand die sechzehnjährige Julie ...

Die beiden Podcaster Liv und Phil wollen in ihrem True-Crime-Podcast einen alten Vermisstenfall, der sich in Bälde zum 20. Mal jährt, in ihrer Sendung behandeln. Damals verschwand die sechzehnjährige Julie Novak aus ihrem Elternhaus. Auf dem Computer der Familie fand man ein Erpresserschreiben, in dem 30.000 Euro Lösegeld verlangt wurden, doch die Entführer nahmen keinen Kontakt zur Familie auf, vielleicht auch, weil sich die Eltern nicht an die Anweisung hielten, keine Polizei einzuschalten.
Liv möchte gerne Julies Vater Theo interviewen. Das Problem ist, dass der 74jährige Theo an Demenz leidet und nur ab und zu klare Momente hat. Aus diesem Grund ist Theos jüngere Tochter Sophia vehement dagegen, dass ihr Vater mit Liv spricht. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Unter anderem kommt auch Daniel zu Wort, der in Julie verliebt war und nie darüber hinwegkam, dass die Beziehung auseinanderging. Er war damals der Hauptverdächtige, doch konnte ihm die Entführung nie bewiesen werden.
Die Bezeichnung „Thriller“ trifft auf „Himmelerdenblau“ nicht ganz zu, denn stellenweise ist die Handlung einfach nicht spannend genug. Erst in der zweiten Hälfte kommt etwas Bewegung in die Geschichte, doch die Auflösung hat mich enttäuscht, da ich sie einfach nicht glaubhaft finde. Ich fühle mich davon an der Nase herumgeführt. Für dieses Ende habe ich fast 500 Seiten gelesen? Leider kann ich mich daher den Lobeshymnen für Romy Hausmanns neues Buch nicht anschließen.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Meisterin der Manipulation

Schattengrünes Tal
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Neben ihrem eigentlichen Job im Tourismusbüro der kleinen Schwarzwaldgemeinde Herzogsbronn kümmert sich Lisa um die Buchhaltung im Hotel ihres Vaters. Das Hotel hat seine besten Tage längst hinter sich, ...

Neben ihrem eigentlichen Job im Tourismusbüro der kleinen Schwarzwaldgemeinde Herzogsbronn kümmert sich Lisa um die Buchhaltung im Hotel ihres Vaters. Das Hotel hat seine besten Tage längst hinter sich, der Renovierungsstau ist offensichtlich. Momentan hat das "Alte Forsthaus" nur einen einzigen Gast, eine junge Frau namens Daniela, die ausgerechnet in dem beschaulichen Örtchen ein neues Leben beginnen will. Daniela tut Lisa leid, weshalb sie sich um sie kümmert, indem sie sie zu einer Chorprobe mitnimmt und ihr Leute vorstellt. Die schüchterne Daniela verwandelt sich schnell zu einer selbstbewussten Frau, die sich überall einzubringen weiß. Spätestens als Lisas Ehemann Simon seltsam auf Daniela reagiert, wird Lisa klar, dass Daniela nicht mit offenen Karten spielt und es kein Zufall ist, dass sie ausgerechnet in Herzogsbronn gelandet ist.
"Schattengrünes Tal"ist ein ungemein spannendes und fesselndes Buch. Nur das doch ziemlich plötzliche Ende fand ich etwas unbefriedigend. Im Übrigen könnte ich mir diesen Roman sehr gut als Film vorstellen, ein Psychodrama vor dem Hintergrund des Schwarzwalds! Ein wirklich lesenswerter Roman!

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Trauerarbeit

Eden
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Die zwölfjährige Sofie liebt die Musik von Ariana La Vega. Obwohl die Sängerin auf ihrer Deutschlandtournee kein Konzert in der Nähe von Sofies Wohnort gibt, will ihr Vater Markus ihr eine Freude machen ...

Die zwölfjährige Sofie liebt die Musik von Ariana La Vega. Obwohl die Sängerin auf ihrer Deutschlandtournee kein Konzert in der Nähe von Sofies Wohnort gibt, will ihr Vater Markus ihr eine Freude machen und kauft Tickets für ein Konzert in Stuttgart. Mit dabei sind Sofies Cousine und deren Mutter. Dann passiert das Unfassbare: als die Konzertbesucher die Halle verlassen, wird ein Terroranschlag verübt und Sofie kommt ums Leben.
Markus macht sich Vorwürfe, denn der Konzertbesuch war seine Idee. Er ist einerseits wie benommen und will den Tod seiner Tochter nicht wahrhaben, andererseits versucht er, jede Kleinigkeit über den Anschlag und den Attentäter Ayoub in Erfahrung zu bringen. Er geht sogar so weit, Ayoubs Familie aufzusuchen und zur Rede zu stellen.
Sofies Mutter Kerstin geht den entgegengesetzten Weg. Ihre Tochter ist tot und das Wissen um Details bringt sie nicht zurück. Sie will sogar ihre demente Mutter, die im Pflegeheim lebt, von Sofies Tod erzählen, weil sie meint, ihrer Mutter nichts vormachen zu dürfen. Der unterschiedliche Umgang mit dem Tod der Tochter stellt die Beziehung von Markus und Kerstin auf eine harte Probe.
„Eden“ ist ziemlich schwere Lektüre, es fiel mir teilweise schwer, mich in die manchmal sehr verworrene Gedankenwelt und die Handlungen von Markus hineinzuversetzen.
Ein sehr sympathischer Protagonist ist Sofies Mitschüler Tobias, der in Sofie verliebt war und trotz aller Trauer sein Leben normal weiterlebt. Sofies Tod bringt ihn ihrer Familie näher und er vertraut seine familiären Probleme Markus an, dem der Kontakt zu Tobias auch guttut.
In kurzen Kapiteln wird auch der Attentäter Ayoub vorgestellt und versucht, seine Beweggründe zu beleuchten. Ein interessanter Versuch, vielleicht sollte gezeigt werden, dass er auch nur ein Mensch mit Problemen ist, doch diese Kapitel habe ich sehr ungern gelesen. Ein interessantes Buch mit schwieriger Thematik.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Spielerisches Lernen

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 3 - Wer ist hier im Einsatz?
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Nachdem ich meinem Enkel bereits den zweiten Band der Reihe „Wieso, weshalb, warum?“ vorgelesen habe, haben wir uns beide auf den dritten Band gefreut, in dem lauter Geschichten rund um Einsatzkräfte erzählt ...

Nachdem ich meinem Enkel bereits den zweiten Band der Reihe „Wieso, weshalb, warum?“ vorgelesen habe, haben wir uns beide auf den dritten Band gefreut, in dem lauter Geschichten rund um Einsatzkräfte erzählt werden.
Die Geschichten spielen in dem kleinen Ort Hoppelstedt, wo die Kinder Toni, Kojo, Abena und Lenny mit ihren jeweiligen Familien wohnen. Was die Familiensituation anbelangt, sind die Bücher äußerst politisch korrekt, indem sie alle Arten von Lebensgemeinschaften abbilden, beispielsweise hat der sechsjährige Lenny zwei Mütter. Auf den ersten Seiten lernen wir die einzelnen Personen mit Abbildungen kennen, für kleine Kinder finde ich das sehr hilfreich. Auch der Stadtplan von Hoppelstedt ist eine gute Idee. Mein Enkel zeigt mir bei jeder Geschichte, wo sie stattfindet und welchen Weg die Kinder von ihrem Zuhause genommen haben.
Die Geschichten decken das ganze Jahr ab, vom Weihnachtsmarkt bis zu einem Einsatz im Hochsommer am Badesee. Dabei erlernen die Kinder spielerisch Wissen, beispielsweise, dass man nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen soll und dass man niemals auf einer Luftmatratze im Wasser einschlafen sollte. In den Geschichten trifft man immer wieder auf dieselben Personen, zum Beispiel den Rettungssanitäter Jan oder Tonis Nachbarin Frau Heine. Diesen Effekt des Wiedererkennens finde ich auch gelungen.
„Wer ist hier im Einsatz?“ ist ein wirklich schönes Buch für Kinder im Vorschulalter, bei dem sie spielerisch lernen, welch wichtige Rolle Einsatzkräfte ausüben und wie man sich in bestimmten Situationen (nicht) verhalten sollte.

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