Cover-Bild Die Farbe des Schattens
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13,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Tropen
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 13.09.2025
  • ISBN: 9783608124774
Susanne Tägder

Die Farbe des Schattens

Kriminalroman | Deutscher Krimipreis
»Susanne Tägder ist eine Meisterin der scharfen Kontur.« Juli Zeh
Ein Junge verschwindet. Mitten in einem Wohngebiet. Hauptkommissar Arno Groth startet eine großangelegte Suchaktion, doch die Beamten tappen im Dunkeln. Dann stößt Groth auf eine Spur, die ihn zu einem ungeklärten Mordfall führt – und mitten hinein in die Abgründe und Ängste der Wendezeit.

Nach ihrem gefeierten Debüt ist Susanne Tägder zurück mit einem packenden Krimi über die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt voller Umbrüche.
Mecklenburg, 1992. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da erreicht Hauptkommissar Arno Groth ein Notruf: Im Mönkebergviertel, einer Plattenbausiedlung, verschwindet der elfjährige Matti Beck auf dem kurzen Weg zum Einkaufen spurlos. Was als Suchaktion beginnt, weitet sich schnell aus und gerät für Hauptkommissar Groth zur größten Herausforderung seines bisherigen Berufslebens. Denn Mattis Verschwinden weckt grausame Erinnerungen an einen unaufgeklärten Mordfall aus derselben Gegend. Mit den Ermittlungen war damals Kollege Gerstacker betraut – doch der wurde wegen seiner Stasi-Vergangenheit mittlerweile aus dem Dienst entlassen. Jetzt wird er dringend gebraucht. Groth gründet die Einsatzgruppe »Nachtschatten«, muss aber schon bald erkennen, dass sich hinter den Fassaden des Mönkebergs weit mehr Geheimnisse verbergen, als er ahnt.

»Nichts beschönigen und Wahrhaftigkeit unwiderstehlich packend darstellen - das ist die große Gabe von Susanne Tägder.« Annemarie Stoltenberg, NDR

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Packende Geschichte

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"Die Farbe des Schattens" war mein erstes Buch der Autorin Susanne Tägder und es hat mich von den Socken gehauen. Ab der ersten Seite war ich an das Buch gefesselt und die Autorin wusste eine besondere ...

"Die Farbe des Schattens" war mein erstes Buch der Autorin Susanne Tägder und es hat mich von den Socken gehauen. Ab der ersten Seite war ich an das Buch gefesselt und die Autorin wusste eine besondere Atmosphäre zu schaffen.

In dem Buch geht es um einen vermissten Jungen, der gesucht wird. Schon bald soll sich das schlimmste Bewahrheiten und man findet die Leiche, was mich sehr viel Überwindung gekostet hat als Mutter das Buch weiterzulesen. Doch natürlich wollte ich wissen, was hinter der ganzen Geschichte steckt. Schon bald finden sich Parallelen zu einem längst vergessenen Fall, was das ganze an Spannung nochmal interessanter macht.

Einzig der Schluss, die Enthüllung des Täters hat mir nicht so gut gefallen, da hier einfach der Bezug gefehlt hat.

„Die Farbe des Schattens“ ist ein eindrucksvolles, nachdenklich stimmendes Buch, das den Leser noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite beschäftigt. Susanne Tägder hat hier ein Werk geschaffen, das sowohl literarisch anspruchsvoll als auch emotional berührend ist – eine klare Empfehlung für alle, die tiefgründige Literatur mit einer packenden Story suchen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Tristesse im Plattenbau

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Winter 1992 in Mecklenburg: Der elfjährige Matti Beck verschwindet aus der Plattenbausiedlung des fiktiven Ortes Wechtershagen. KHK Arno Groth, der vor rund einem Jahr aus Hamburg in seine frühere Heimat ...

Winter 1992 in Mecklenburg: Der elfjährige Matti Beck verschwindet aus der Plattenbausiedlung des fiktiven Ortes Wechtershagen. KHK Arno Groth, der vor rund einem Jahr aus Hamburg in seine frühere Heimat zurückgekehrt ist, mobilisiert gemeinsam mit den Eltern und den Nachbarn eine Suchaktion. Doch Matti bleibt verschwunden und lässt das Schlimmste befürchten, denn in der klirrenden Kälte scheint es kein Überleben zu geben.

Recht bald gerät ein alkoholkranker Obdachloser in das Visier der Polizei, der in einem der leerstehenden Abbruchhäuser zu überwintern versucht und dabei die Leiche von Matti entdeckt. Ist der Fall damit gelöst? Und welches Motiv steckt dahinter?

Doch dann erhält Groth den Hinweis auf einen ähnlichen Fall, bei dem vor rund sechs Jahren ein Kind ermordet worden ist. Zufall? Groth holt den damaligen Ermittler, der wegen seiner Stasi-Vergangenheit aus der Polizei ausgeschlossen worden ist, als Berater zurück.

Gemeinsam rollen sie den alten Fall auf und entdecken einige Übereinstimmungen mit dem aktuellen Verbrechen. Haben sie es mit einem Triebtäter zu tun? Oder warum liegt zwischen den beiden Morde ein so großer Zeitraum? Gibt es noch weitere Fälle, die ihnen bislang nicht bekannt sind?

Meine Meinung:

Wie schon im ersten Krimi (Das Schweigen des Wasser), wird auch diesmal großes Augenmerk auf die Zeit und die Umstände sowie auf die handelnden Personen gelegt.

Der Krimi gibt die Stimmung sehr gut wieder, die hier in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft herrscht. Die Grundtendenz ist trist, grau wie das Wetter in diesen Herbst. und Wintertagen. Die alte Ordnung der DDR ist noch nicht ganz weg und die neue hat noch nicht den Weg in die Köpfe der Menschen gefunden.
Autorin Susanne Tägder lüftet ein klein wenig den einen oder anderen Schatten aus Arno Groths früherem Leben. Ausführlicher beschreibt sie das Leben der Menschen in Wechtershagen, in dem vor allem die Männer arbeitslos sind und die Frauen sind es, wie Mattis Mutter, die Doppelschichten als Krankenschwester fährt, die die Familie ernähren. Das kratzt am Ego der Männer, die sich wenig um ihre Kinder kümmern und sich daher selbst überlassen bleiben. Ein Jugendklub, der rechtsradikale Ideen verbreitet, bietet einigen Jugendlichen eine neue Familie.

Für eingefleischte Krimi-Fans, die es gerne zackig haben, wird dieser Krimi wohl nicht die erste Wahl sein. Hier werden mehrfach Klinken geputzt und die Ermittlungen recht realistisch dargestellt. Das beinhaltet auch das Verhör des Verdächtigen, dem man zunächst ein Geständnis entlockt, das er aber widerruft. Nun beginnt die Tätersuche von vorne.

Fazit:

Obwohl es hier kaum strahlende Helden gibt, erhält dieser zweite Fall für Arno Groth von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.09.2025

Gelungen!

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Gelungen!

Mit einem Blick zurück - sehr gut & mitnehmend, spannend

DIE FARBE DES SCHATTENS:

Der 2. Kriminalroman von Susanne Tägder ist da! Der 2. Kriminalfall für Hauptkommissar Arno Groth ...

Gelungen!

Mit einem Blick zurück - sehr gut & mitnehmend, spannend

DIE FARBE DES SCHATTENS:

Der 2. Kriminalroman von Susanne Tägder ist da! Der 2. Kriminalfall für Hauptkommissar Arno Groth spielt in 1992 in Meck-Pomm.



Mein Fazit
Bei DIE FARBE DES SCHATTENS handelt es sich um einen wirklich sehr gut recherchierten und nah am Menschen erzählten Kriminalroman.

Der Lesende wird sofort mitgenommen in die frühen 90er.
Die Kerngeschichte hat auch heute absolute Brisanz.

So ganz nebenbei bekommen die Lesenden wichtige Einblicke in das damalige Leben im Osten Deutschlands.
Auch wurden die Herausforderungen der West-Ost -Transformation in der Kriminalarbeit ungeschönt herausgearbeitet.
Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich diese Erzählung in ihrem Bann gehalten.
Hier wurden alle Zutaten für einen gelungenen Kriminalroman eingebracht.

Ich vergebe ausgezeichnete 5* Lesesterne & verbinde dieses mit einer klaren Leseempfehlung!
Auch ohne Kenntnis des ersten Bandes:
DAS SCHWEIGEN DES WASSERS, war ein Einstieg absolut einfach möglich.

Meine genauere Analyse

Cover:
Das hier genutzte Styling weist die Richtung zu Autorin und Genre.
Auch ist auf den ersten Blick vieles, von dem, worum sich hier alles drehen wird, schon abgebildet. Sehr gut gemacht!

Aufbau & Protagonisten:
Diese Story zeichnet sich durch sein Grundthema, das Verschwinden eines Jungen, aus.
Kaum jemand kann sich der Brisanz eines solchen Vermisstenfalls entziehen. Die Autorin nutzt einen Erzählstil, der das durchweg schwierige Thema, gut lesbar macht.
Das Eintauchen in die Welt des Ostens, die 90er Jahre und die Begebenheiten rund um den Hauptkommissar Arno Groth fiel mir leicht.
Die Protagonisten sind glaubhaft. Für die Neueinsteiger in diese Serie wird der Hauptprotagonist sehr gut eingeführt.
Spannung & Ermittlungen
Die unterschiedlichen Spannungsbögen ergeben sich wie natürlich im Verlauf der Geschichte.
Der Lesende ist bei den Ermittlungen sozusagen live mit dabei. Ohne Handy, Internet und anderen Annehmlichkeiten der modernen Kriminalistik.
Der Deutsch-Deutsche Aufbruch wird für mich ganz plastisch, je mehr ich lese. Schon allein diese eingebundenen Hintergründe ziehen mich in ihren Bann,

Lesefluss & Momentum
Obgleich viele historische Gegebenheiten und Insuffizienzen in diesem Buch mitbehandelt werden, verliert die Story weder an Momentum noch an Lesefluss.
Es fällt schwer, das Buch beiseite zu legen.

Finale
Ich habe den gesamten Roman wirklich genossen. Ein runder Kriminalroman, geschmückt mit historischen Tatsachen & Begebenheiten, der aber seinen Fokus auf den Kern der Geschichte nicht verliert.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Hier gibt es viele dunkle Schatten

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Was für ein fesselndes Buch! Wie genial beschreibt die Autorin die für mich teilweise erdrückende düstere Athmosphäre nach der Wende. Das Leben völlig auf dem Kopf gestellt. Wünsche und Hoffnungen die ...

Was für ein fesselndes Buch! Wie genial beschreibt die Autorin die für mich teilweise erdrückende düstere Athmosphäre nach der Wende. Das Leben völlig auf dem Kopf gestellt. Wünsche und Hoffnungen die nicht in Erfüllung gehen. Ich kann mich so gut in die Plattenbau-Siedlung hineinfügen. In den Menschen noch die Denkweise vor dem Fall der Grenze und nun wird alles umstrukturiert. Dann die vielen verschiedenen Schicksale wie das von Ina, die vor ihrem gewalttätigen Mann flieht und ihrem Sohn der sich ein ganz anderes Leben wünscht. Ulo dem Taxifahrer dem auch alle Träume geplatzt sind. Und natürlich Kommissar Groth. Er ist charismatisch und findet tatsächlich viele Enden, nur wenige finden zum Ziel. Mir gefallen die vielen akribisch genauen Details, die die Menschen so natürlich und nahbar machen. Eine begnadete Autorin. Den Vorgänger werde ich umgehend kaufen!

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Groths Archiv der Unmenschlichkeit

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Vor eineinhalb Jahren lernte ich die Autorin Susanne Tägder mit ihrem ersten Kriminalroman „Das Schweigen des Wassers“ kennen und war begeistert vom Stil und der Empathie für ihre Protagonisten. Denn sie ...

Vor eineinhalb Jahren lernte ich die Autorin Susanne Tägder mit ihrem ersten Kriminalroman „Das Schweigen des Wassers“ kennen und war begeistert vom Stil und der Empathie für ihre Protagonisten. Denn sie behandelt alle gleich, seien es die Opfer, die Täter, die betroffenen Familien oder die Zeugen, das war damals so und auch im neuen Roman ist es nicht anders. Ich schreibe bewusst im neuen Roman und nicht Krimi, denn Susanne Tägder sucht nicht nur kriminelle Aufhänger für ihre Geschichten, sie verpackt sie kunstvoll in zeitgenössische Romane. Der Leser befindet sich innerhalb kürzester Zeit in den frühen 1990er-Jahren, ohne Handy, ohne Internet, ohne Facebook, Whatsapp oder Instagram, keine KI hilft. Jedes Stück Papier, jedes Stück Wissen wird noch per Hand bewegt, die kleinen Zettel sind es dann auch, die das Zünglein an der Waage sein werden bei den Ermittlungen im neuen Fall.
Der Leser begegnet Arno Groth wieder, der gebürtige Wechternhagener, der über 20 Jahre in Hamburg lebte und Polizist war, nun zurück ist in der ostdeutschen Kleinstadt. Der Unterschied könnte nicht größer sein, der sich ihm zeigt und doch wurde und wird sein Archiv der Unmenschlichkeit im Westen wie im Osten gleichermaßen gefüllt.
An einen dunklen Winterabend mitten in der Woche verschwindet ein Kind, Matti Beck, auf dem kurzen Weg zwischen Wohnung und Kaufhalle, den er schon so viele Male gegangen ist. Zuerst suchen die Eltern, dann die Polizei, vergeblich. Der Elfjährige bleibt verschwunden, Groth und sein Team drehen jeden Stein um, befragen die Eltern, Kinder, Lehrer, Mieter der Wohnsiedlung. Nichts. Aber es liegt ein Raunen in der Luft, zuerst leise, dann deutlicher, es sei schon einmal ein Junge verschwunden, der Fall nie aufgeklärt. Groth beißt sich fest, glaubt, es könnte derselbe Täter sein. Sein Ex-Kollege Gerstacker, kürzlich aus dem Dienst entlassen wegen seiner früheren Stasitätigkeit, war vor sechs Jahren der leitende Kommissar. Ihn wird Groth um Hilfe bitten. Denn der Vermisstenfall wird zum Mordfall, als das tote Kind endlich gefunden wird.
Ein spannender und bewegender Seitenblick gelingt der Autorin auf die Lebensgeschichte der Taxifahrerin Ina und ihrem Sohn Benno. Hier zeigt sich die erzählerische Kraft von Susanne Tägder genauso, wie bei der Schilderung der Verhältnisse, in denen der Verdächtige Karl lebt. Mir gefällt diese Art der Annäherung an ihre Protagonisten, auch wenn ich sie vielleicht nicht alle mag oder nicht verstehen kann.
Der Leser erlebt im Roman eine Zeit, die von Missgunst, Ärger, Verlusten, Alkohol, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Misstrauen, Armut und auch von rechten Einflüssen gezeichnet ist. Obwohl seitdem über 30 Jahre vergangen sind, kommt an mancher Stelle beim Lesen der Gedanke auf, dass diese nach der Wende für die Menschen ungünstigen Verhältnisse bis heute nachwirken. Das Leben auf dem Mönkeberg, der Plattenbausiedlung am Rande Wechtershagens, ist ein Siedekessel für entstehendes Unheil. Der Roman spielt vor allem dort und zeichnet ein tristes und trauriges Bild. Die nun neu entstandenen „blühenden Landschaften“ sind das eine, die innere Zufriedenheit mit den Ereignissen und politischen Entwicklungen sind die andere Seite der Medaille. Wie mag das jetzt sein auf dem Mönkeberg?
Groth geht seinen Weg, aber nicht immer den, den die Vorgesetzten erwarten. Auch mit seiner ehemaligen Schulkameradin Irina Diehl und ihrer nun neuen Beziehung läuft nicht alles rund, er weiß nicht einmal, ob er überhaupt eine neue Beziehung hat. Das gemeinsame Interesse an Uwe Johnson ist ein schönes literarisches Bindeglied. Erst nach langen Anläufen wagt er Irina zu erzählen, was mit seiner Tochter Saskia geschah. Dass Groth weitere Fälle lösen könnte, davon bin ich überzeugt, wie es in seinem Privatleben weitergehen wird, das interessiert mich fast noch mehr.
So wie es Wechtershagen auf der Deutschlandkarte nicht gibt, so gibt es auch kein Braunlage im Erzgebirge. Trotzdem hat mich diese Ortsbezeichnung etwas irritiert, die im Laufe der Geschichte auftaucht. Ich musste sofort an Braunlage im Harz denken, das bekanntlich im Westen liegt, insbesondere in den 1980er-Jahren war das kein Urlaubsort für DDR-Bürger. Da wäre aus meiner Sicht eine andere Ortsnamenswahl besser gewesen.
Der Reiz des Neuen hat sich gelegt, aber der Schreibstil von Susanne Tägder und ihre Detailgenauigkeit haben mich auch bei diesem Roman so sehr gefesselt, dass ich ihn kaum weglegen konnte. Interessant ist es, am Ende von den Recherchen der Autorin und den tatsächlichen Verbrechen zu lesen. Das gibt dem Buch noch einmal eine besondere Bedeutung. Wer das erste Buch nicht kennt, kann dann auch gleich noch eine Leseprobe genießen.
Fazit: ein fesselnder Kriminalroman mit viel Zeitgeschichte und Lokalkolorit. Mir hat er sehr gefallen. Leseempfehlung!

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