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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2019

Unterhaltsam

Show me the stars
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Die 22jährige Liv hat kein nennenswertes soziales Leben, alles, was für sie zählt, ist ihre Karriere als Journalistin. Sie sieht sich schon auf der Karriereleiter nach oben klettern, als ein Interview ...

Die 22jährige Liv hat kein nennenswertes soziales Leben, alles, was für sie zählt, ist ihre Karriere als Journalistin. Sie sieht sich schon auf der Karriereleiter nach oben klettern, als ein Interview mit einem früheren Teeniestar nicht gedruckt wird, weil die Interviewpartnerin im letzten Moment einen Rückzieher macht. Livs Zukunftspläne bei der Zeitung platzen und sie macht sich auf die Suche nach einem neuen Job. Als sie ein Stellenangebot als Leuchtturmwärterin auf einer einsamen Insel in Irland findet, bewirbt sie sich und wird sofort genommen.
In Irland wird sie von Kjer, einem attraktiven Mittzwanziger, in Empfang genommen. Er wird sie in Zukunft mit Lebensmitteln versorgen und ihr Bindeglied zum Festland darstellen. Liv ist vom ersten Moment an in ihn verknallt, doch wird sie von Airin, die ein Bed and Breakfast betreibt, in dem Liv die erste Nacht verbringt, vor ihm gewarnt. Anscheinend ist Kjer nicht an einer dauerhaften Beziehung interessiert und hat schon so manches Herz gebrochen.
Natürlich lässt sich Liv davon nicht abschrecken, aber es sieht so aus, als ob Airin recht gehabt hätte...
„Show me the Stars“ ist ein unterhaltsames und humorvolles (Hör-)buch ohne große Überraschungen. Es hat mir Spaß gemacht, das Hörbuch zu hören. Die Schilderungen der einsamen Landschaft und wie Liv sich auf der Insel einlebt und einen Blog erstellt, haben mir gut gefallen. Ich konnte mich allerdings nicht so richtig mit Liv identifizieren. Einerseits blieben mir die Personen in der Geschichte zu blass, andererseits waren sie ein bisschen zu überzeichnet. Beispielsweise Livs Mutter, eine ganz und gar unsympathische Person, die Liv als Kind in einen mit Ratten bevölkerten Keller gesperrt haben soll. Manche Entwicklungen in der Geschichte konnte ich nicht so recht nachvollziehen, aber das liegt vielleicht daran, dass das Hörbuch stark gekürzt ist. „Show me the stars“ ist eine nette Urlaubslektüre, aber kein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hätte. Manche Fragen wurden nicht beantwortet, möglicherweise holt die Autorin dies in den geplanten Folgebänden nach.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Abrechnung mit dem syrischen Regime

Die geheime Mission des Kardinals
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Ein vom Vatikan nach Syrien entsandter Kardinal wird tot aufgefunden, übel zugerichtet in einem Fass Olivenöl. Anscheinend war er in geheimer Mission unterwegs. Kommissar Barudi, nur noch wenige Wochen ...

Ein vom Vatikan nach Syrien entsandter Kardinal wird tot aufgefunden, übel zugerichtet in einem Fass Olivenöl. Anscheinend war er in geheimer Mission unterwegs. Kommissar Barudi, nur noch wenige Wochen von seiner Pensionierung entfernt, wird auf den Fall angesetzt. Da der Tote Italiener war, wird Verstärkung aus Italien angefordert. Der italienische Kommissar Mancini und Barudi verstehen sich auf Anhieb wie alte Freunde und bilden ein gutes Team.
Ihre Ermittlungen führen sie unter anderem in ein von Rebellen besetztes Gebiet, in dem sich der sogenannte Bergheilige aufhält, ein Heiler, dem magische Kräfte nachgesagt werden. In diesem Zusammenhang werden auch andere Schamanen und Heiler in Syrien erwähnt, die Marienerscheinungen haben und die Wunden Christi aufweisen. Handelt es sich durchweg um Scharlatane? Und wenn ja, warum erfahren sie so viel Unterstützung seitens der Kirche?
Für Barudis Vorgesetzten ist schnell klar, dass die Mörder des Kardinals Islamisten sein müssen, zumal auch ein entsprechendes Bekennerschreiben auftaucht. Doch Barudi und Mancini glauben nicht daran. Wie immer stellt sich die Frage „cui bono“, wem nutzt es? Der Leser erfährt sehr viel über die verschiedenen, oftmals miteinander verfeindeten religiösen Gruppen in Syrien: Sunniten, Alawiten, Schiiten, Drusen, Christen und Juden. Dies ist zum Teil interessant, zum Teil aber auch ermüdend, da sich die Erklärungen stellenweise lesen wie aus einem Lehrbuch für Religionswissenschaft.
Stück für Stück kommen die beiden Kommissare der Wahrheit näher, doch diese Wahrheit ist zu unbequem, als dass sie an die Öffentlichkeit gelangen dürfte...
Ich hatte mir aufgrund der Leseprobe einen spannenden Kriminalfall vorgestellt, doch eigentlich bildet der Mord an dem Kardinal nur den Hintergrund. Schami rechnet in diesem Roman vor allem mit dem korrupten syrischen Regime sowie diversen religiösen Gruppen ab. Mir hat dies zu viel Platz in dem Roman eingenommen. Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, war die Liebesgeschichte zwischen Barudi und seiner Nachbarin Nariman. Jahrelang hat er seiner verstorbenen Frau Basma nachgetrauert und keine Frau auch nur eines Blickes gewürdigt. Jetzt verliebt er sich von einem Tag auf den anderen in eine Frau. Diese Liebesgeschichte geht mir zu schnell und erscheint mir nicht sehr glaubhaft. Rafik Schami ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Leser, die ausschweifende Geschichten mögen, die vom Hundertsten ins Tausendste gehen, sind hier genau richtig. Meine Erwartungen bezüglich des Buchs wurden jedoch nicht erfüllt, da die Geschichte streckenweise doch sehr zäh und belehrend war.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Das perfekte Paar...

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Erin und Mark sind das perfekte Paar, jung, gutaussehend, beruflich erfolgreich. Die Hochzeit mit anschließender Hochzeitsreise ist bereits geplant, als Mark von heute auf morgen seinen Job verliert. Plötzlich ...

Erin und Mark sind das perfekte Paar, jung, gutaussehend, beruflich erfolgreich. Die Hochzeit mit anschließender Hochzeitsreise ist bereits geplant, als Mark von heute auf morgen seinen Job verliert. Plötzlich sieht die Zukunft nicht mehr ganz so rosig aus, denn das Haus ist noch nicht abbezahlt, über nennenswerte Rücklagen verfügen sie nicht. Mark arbeitet in der Finanzbranche, und die Zeiten, um einen neuen Job zu finden, sind nicht rosig. Erin steht als Dokumentarfilmerin am Anfang ihrer Karriere und verdient nicht viel.
Trotzdem beschließen sie, ihren Luxus-Honeymoon nach Bora Bora anzutreten. Dort gerät ihr Leben ein weiteres Mal aus den Fugen, denn sie finden etwas im Wasser...
Anstatt ihren Fund abzugeben, beschließen sie, ihn geheim zu halten und hetzen sich damit Leute auf den Hals, mit denen nicht zu spaßen ist. Ihr Leben ist fortan ziemlich gefährlich. Auch die Beziehung der beiden leidet darunter. Alles dreht sich nur noch um den Fund und wie sie ihn am besten verheimlichen können.
Erin kommt dabei die Bekanntschaft mit einem Verbrecher entgegen, den sie im Rahmen ihres neuen Dokumentarfilms kennengelernt hat. In ihrer Not fragt sie ihn um Rat, doch natürlich erwartet er eine Gegenleistung.
Ich fand die Geschichte sehr spannend und gut erzählt. Über lange Strecken habe ich mir gedacht, ja, genau so könnte es sich abspielen, doch dann entwickelt Erin eine kriminelle Energie, die mir dann doch etwas suspekt war. Und auch Marks Rolle in dem Ganzen fand ich ziemlich seltsam. Nichtsdestotrotz ist „Something in the Water“ein lesenswerter und spannender Krimi, dessen Lektüre ich Krimifans wärmstens empfehlen kann!

Veröffentlicht am 03.07.2019

Langatmig statt spannend

Die Frau aus Oslo
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Turid, eine alte Frau in Stockholm, entdeckt in der Zeitung die Abbildung eines Armbands, das bei einer Auktion verkauft werden soll. Sie erkennt, dass es sich um das verschwundene Armband ihrer während ...

Turid, eine alte Frau in Stockholm, entdeckt in der Zeitung die Abbildung eines Armbands, das bei einer Auktion verkauft werden soll. Sie erkennt, dass es sich um das verschwundene Armband ihrer während des Kriegs ermordeten Mutter handelt und nimmt Kontakt zum Auktionshaus auf.
Ich war gespannt darauf, wie die alte Dame vorgehen wird und ob sie Erfolg damit hat, das Armband zurückzubekommen.
Aber damit endet dieser Strang der Geschichte erst einmal und der Leser wird in das Jahr 1942 zurückversetzt, als Turids Mutter Ase noch lebte und im Widerstand gegen die Nazis arbeitet. Auch ihr Ehemann Gerhard und ihre jüdische Freundin Ester sind im Widerstand aktiv. Dann wird Ase brutal ermordet und Esters Familie von den Nazis deportiert. Ester selbst geht ins Exil nach Schweden.
Ein zweiter Handlungsstrang spielt im Jahr 1967 und wir erfahren, was in der Zwischenzeit alles passiert ist. Die ganze Geschichte ist unglaublich langatmig und es kommt nur sporadisch Spannung auf. Das Hin und Her zwischen den einzelnen Zeitebenen ist äußerst ermüdend und der Leser muss sich durch viele Seiten lesen, bis endlich offengelegt wird, wer denn nun Ase damals ermordet hat. Eine wirkliche Überraschung ist es nicht.
Was mich an diesem als „bester Krimi Norwegens 2015“ angepriesenen Buch aber am meisten gestört hat, sind die unzähligen Wegbeschreibungen und Ortsnamen, die mir den Eindruck vermittelt haben, in einem Handbuch für angehende Taxifahrer in Oslo zu lesen. Ich hatte mir einen spannenden skandinavischen Krimi versprochen, wurde aber leider sehr enttäuscht.

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Veröffentlicht am 28.06.2019

Lernen, auf eigenen Beinen zu stehen

Das Leuchten jenes Sommers
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Chloe hat in jungen Jahren beide Eltern verloren und sich fortan um ihren jüngeren behinderten Bruder Danny gekümmert. Als sie den charmanten Arzt Aidan kennenlernt, der sich in sie verliebt und ihr verspricht, ...

Chloe hat in jungen Jahren beide Eltern verloren und sich fortan um ihren jüngeren behinderten Bruder Danny gekümmert. Als sie den charmanten Arzt Aidan kennenlernt, der sich in sie verliebt und ihr verspricht, sich fortan um sie zu kümmern, ist sie zunächst überglücklich. Doch seine Fürsorglichkeit verwandelt sich immer mehr in den Zwang, sie zu kontrollieren und einzusperren.
Eines Tages versucht der Verleger Matt Cooper, Kontakt zu Chloe aufzunehmen. Chloe soll Fotos von Madeleine Hamilton, einer Illustratorin und Autorin von Kinderbüchern, aufnehmen. Chloe war vor ihrer Ehe Fotografin, doch Aidan möchte nicht, dass seine Frau arbeitet. Da Matt Coopers Anruf von Aidan entgegengenommen wird, sagt dieser den Auftrag sofort ab, erzählt Chloe jedoch davon. Chloe kennt die Bücher nur allzu gut, sie waren ein wichtiger Teil ihrer Kindheit und Jugend. Schon allein deshalb möchte sie den Auftrag unbedingt annehmen.
Ohne Aidan davon zu erzählen, nimmt sie Kontakt zu Matt Cooper auf und fährt zu Madeleine. Die beiden Frauen sind sich sympathisch. Natürlich kann Chloe nicht lange geheim halten, dass sie hinter Aidans Rücken zu Madeleine Hamilton gefahren ist, was Aidan ganz und gar nicht gefällt...
In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir Madeleine als junges Mädchen zusammen mit ihrer Schwester Georgiana auf dem Landgut der Familie, Summerhill. Auch die beiden haben ihre Eltern verloren und die Ältere der beiden, Georgiana, kümmert sich zusammen mit einer Tante um die jüngere Schwester. Als Georgie nach einer Weile auf dem Kontinent nach Summerhill zurückkehrt, bringt sie ihren Freund Victor und dessen Clique mit. Maddie ist entsetzt über die Oberflächlichkeit von Georgies Freunden im Angesicht des Zweiten Weltkriegs. Doch auch Georgie selbst hat sich verändert.
„Das Leuchten jenes Sommers“ beleuchtet das Leben zweier Frauen, die beide lernen müssen, auf eigenen Beinen zu stehen. Für meine Begriffe handelt es sich um einen reinen Frauenroman, einen richtig schönen Schmöker, perfekt als Ferienlektüre. Dass die Handlung teilweise ziemlich vorhersehbar ist, hat mich nicht allzu sehr gestört.