Cover-Bild Drei
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 28.08.2019
  • ISBN: 9783257070842
Dror Mishani

Drei

Markus Lemke (Übersetzer)

Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Eine zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2019

Steigert sich bis zum Finale

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Über "Drei" kann man gar nicht allzu viel verraten, ohne die Spannung zu nehmen oder zu spoilern.

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt, in denen jeweils von einer Frau erzählt wird, die auf der ...

Über "Drei" kann man gar nicht allzu viel verraten, ohne die Spannung zu nehmen oder zu spoilern.

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt, in denen jeweils von einer Frau erzählt wird, die auf der Suche ist. Im ersten Teil lernt man Orna kennen, die nachdem ihr Mann sich von ihr getrennt hat, mit ihrem Sohn allein lebt, um die Ehe trauert und auf der Suche ist nach Liebe und Sicherheit.
Im zweiten Teil sucht Emilia, kommt aus Lettland und pflegt ältere Menschen in Israel, nach Halt und einem neuen Weg. Im dritten Teil schreibt Ella, Ehefrau und Mutter, eine Masterarbeit und sucht nach mehr Aufregung.
Alle drei Frauen begegnen einem Mann, in dem sie finden, was sie suchen, der ihr jedoch auch etwas vorenthält. Doch auch er weiß nicht alles über die Frauen, was er meint.

Dror Mishani konnte mich mit seinem ruhigen, unaufgeregten Schreibstil begeistern. Er beleuchtet die Gedanken- und Gefühlswelt der jeweiligen Frau sehr genau und öffnet dem Leser eine eigene Welt rund um die Figur.
Dabei vollzieht sich immer eine Persönlichkeitsentwicklung die so nicht immer meinen Erwartungen entsprach.
Ein schöner Roman, der lange vor sich hin plätschert und mit den letzten 30 bis 40 Seiten enorm an Spannung gewinnt.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Spannende Mischung aus Roman und Krimi

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"Hast du jemandem von uns erzählt?"

Dieser Roman handelt von drei Frauen, die alle denselben Mann treffen. Bereits ab hier muss man vorsichtig sein, um nicht zu spoilern. Einerseits ist da Orna, vor ...

"Hast du jemandem von uns erzählt?"

Dieser Roman handelt von drei Frauen, die alle denselben Mann treffen. Bereits ab hier muss man vorsichtig sein, um nicht zu spoilern. Einerseits ist da Orna, vor kurzem geschieden, die Gil auf einer online dating Platform für Geschiedene kennenlernt. Sie gibt alles für ihren Sohn, ist jedoch langsam wieder bereit für etwas neues. Die zweite Frau, Emilia, eine lettische Pflegerin, holt sich Rat vom Sohn der Familie, dessen Vater sie einst gepflegt hat. Langsam entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden. Die letzte Frau ist jung, kurz nach der Elternzeit und scheint eine Abwechslung zu suchen...

Dror Mishani schreibt ruhig und beinahe sachlich, aus der Sicht der jeweiligen Frau, jedoch immer in der dritten Person. Gil lernen wir nur aus Sicht der Frauen kennen. Das Buch ist grob in drei Teile geteilt, welche jeweils einer der Frauen zugeordnet ist, wobei Orna gefühlt am meisten Platz einnimmt. Ich hab das Buch gerne und leicht gelesen, es ist spannend geschrieben und bietet die ein oder andere Überraschung. Den Hype um das Buch kann ich nicht ganz nachvollziehen, vielleicht liegt dies daran, dass der Autor in Israel sehr bekannt ist. Insgesamt ein sehr schönes Leseerlebnis mit einigen Überraschungen!

Veröffentlicht am 01.09.2019

Orna - Emilia - Ella

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Der israelische Autor Dror Mishani, geboren 1975, lehrt Literaturwissenschaften an der Universität Tel Aviv, Spezialgebiet Geschichte der Kriminalliteratur. Mit seinen Krimis um den Ermittler Avi Avraham, ...



Der israelische Autor Dror Mishani, geboren 1975, lehrt Literaturwissenschaften an der Universität Tel Aviv, Spezialgebiet Geschichte der Kriminalliteratur. Mit seinen Krimis um den Ermittler Avi Avraham, die ich nicht kenne, wurde er auch in Deutschland bekannt. Über die Frage, ob sein neuestes Buch, "Drei", ein Krimi ist, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Verlag Diogenes bezeichnet es als Krimi, Dror Mishani spricht von einem „Detektivroman, in dem der Detektiv erst am Ende auftritt“. Ob Krimi oder nicht, "Drei" hat bei mir nach eher unspektakulärem Beginn schnell einen Sog entwickelt, hat mir beim Lesen fast von Beginn an eine Gänsehaut beschert, deren Grund ich kaum benennen konnte, und mich immer wieder mit ungeahnten Wendungen überrascht.

Vom Inhalt möchte ich so wenig wie möglich verraten, denn je weniger man zu Beginn weiß, desto besser. Ich war im Mai 2019 bei einer Vorabpräsentation mit dem sympathisch-bescheidenen Autor in Stuttgart und bin nachträglich sehr dankbar, dass damals lediglich die ersten Seiten vorgelesen und ein sehr diskretes Interview geführt wurde.

Eine kurze Vorstellung der drei weiblichen Hauptpersonen ersetzt deshalb hier die Inhaltsangabe. In den drei Teilen, die schlicht „Eins“, „Zwei“ und „Drei“ überschrieben sind, stehen sie jeweils im Mittelpunkt, was den Roman aber keinesfalls zum Frauenroman macht. Orna, Anfang 40 und Gymnasiallehrerin in Tel Aviv, ist nach einer sehr schmerzhaften Scheidung alleine mit ihrem achtjährigen, introvertierten Sohn Eran zurückgeblieben. Während sie Eran Therapiestunden ermöglicht, muss sie selbst ohne Hilfe zurechtkommen. Sie möchte nicht auf Dauer alleine bleiben.

Die Lettin Emilia, wenig älter als Orna und Protagonistin in Teil zwei, gehört zum Heer der in Israel unverzichtbaren ausländischen Pflegekräfte, ist aber nicht wirklich willkommen. Auch sie hofft auf ein wenig Unterstützung und Glück.

Die dritte im Bunde nennt sich Ella, hat drei kleine Töchter und schreibt jeden Morgen in einem Café an ihrer verspäteten Masterarbeit, enttäuscht über ihr Leben als Ehefrau und Mutter.

Fast war ich erleichtert, als sich am Ende von Teil eins mein ungutes Bauchgefühl als begründet erwies, doch war es danach um meine Ruhe endgültig geschehen und ich hätte am liebsten warnend in die Handlung eingegriffen. Teil zwei schien zunächst ohne Bezug zum vorher Erzählten, bis schlagartig die Verbindung klar wurde. Teil drei hat mich dann noch einmal vollkommen überrascht.

Wer einen „normalen“ Krimi sucht, ist mit "Drei" wahrscheinlich nicht gut beraten. Wer aber gerne einen Roman über das heutige Israel lesen möchte, in dem ein verwirrendes Spiel mit Wahrheit und Lüge getrieben wird und die Gewalt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, wer psychologisch raffinierte, kunstvoll gewobene, geheimnisvolle und wendungsreiche Lektüre liebt und nicht auf jeder Seite Action braucht, der könnte mit diesem literarisch anspruchsvollen, unspektakulär und gerade deshalb großartig geschriebenen Roman genauso viel Spaß haben wie ich.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Sprachlich interessant, Handlung vorhersehbar

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„Sie benutzte ihn jetzt, und obwohl er dasselbe zuvor mit ihr gemacht hatte, fühlte sie sich schlecht dabei und wusste, sie würde nicht allzu lange so weitermachen können.“ (Zitat Seite 103)

Inhalt
Drei ...

„Sie benutzte ihn jetzt, und obwohl er dasselbe zuvor mit ihr gemacht hatte, fühlte sie sich schlecht dabei und wusste, sie würde nicht allzu lange so weitermachen können.“ (Zitat Seite 103)

Inhalt
Drei Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen, die eines verbindet: sie treffen auf denselben Mann. Orna, gerade geschieden, lernt ihn über eine Datingseite kennen, doch der Mittelpunkt in ihrem Leben ist ihr Sohn. Emilia, die alleinstehende Lettin mittleren Alters, Krankenpflegerin, hat seinen Vater bis zu dessen Ende betreut und braucht nun eine zusätzliche Arbeitserlaubnis. Er kann ihr vielleicht helfen. Ella, verheiratet, drei Kinder, arbeitet in einem Café an ihrer Masterarbeit, weil hier mehr Ruhe ist, als zu Hause. So kommt sie mit ihm ins Gespräch.

Thema und Genre
In diesem Roman, der im Großraum Tel Aviv spielt, geht es um die Einsamkeit in modernen Großstädten, Beziehungsprobleme, Familie, um Vertrauen, Hoffnungen, Wahrheiten und Unwahrheiten.

Charaktere
Die Figuren in diesem Roman sind gut beobachtet und beschreiben, aber es sind keine sympathischen Charaktere. Die Frauen handeln teilweise unsicher und zögerlich, geplagt von Selbstzweifeln. Der Mann ist selbstsicher und manipulativ.

Handlung und Schreibstil
Der Roman ist in drei große Abschnitte gegliedert. Es wird jeweils die Geschichte einer der drei Frauen erzählt, die dann im Mittelpunkt steht. Ergänzt werden die Ereignisse durch interessante Schilderungen des modernen Tel Aviv und die Lebensumstände der Menschen. Die Sprache ist eindrücklich und ist angenehm zu lesen.

Fazit
Eine gut geschriebene, wenn auch nicht nachhaltig beeindruckende Geschichte, wie man sie in ähnlichen Varianten bereits gelesen hat. Ab einem gewissen Punkt ist die weitere Handlung vorhersehbar und man schließt das Buch nach der letzten Seite ohne das Gefühl, einen, wie im Klappentext angekündigt, „atemberaubenden“ Roman gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Hat mich echt gepackt

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Das Buch hat mich echt kalt erwischt. Ich hatte mich im Vorfeld überhaupt nicht mit der Handlung beschäftigt und bin demnach auch ohne Erwartungshaltung herangegangen. So viel kann ich schon mal verraten: ...

Das Buch hat mich echt kalt erwischt. Ich hatte mich im Vorfeld überhaupt nicht mit der Handlung beschäftigt und bin demnach auch ohne Erwartungshaltung herangegangen. So viel kann ich schon mal verraten: Ich fand es klasse, aber es hat mir den Schlaf geraubt.

Das Buch ist in drei Erzählabschnitte unterteilt.
Der erste Abschnitt befasst sich mit Orna, einer alleinerziehenden Mutter, die gerade eine schlimme Scheidung hinter sich hat. Über ein Dating-Portal lernt sie einen Mann kennen, auf den sie sich schließlich einlässt. Dieser Abschnitt ließ mich einigermaßen sprachlos zurück, denn das Ende kam für mich abrupt und vollkommen unerwartet.
Abschnitt zwei befasst sich mit Emilia, die nach dem Tod des alten Mannes, den sie zwei Jahre lang gepflegt hat, neue Orientierung und Halt sucht. Sie findet Zuflucht in der Kirche, aber vor allem auch bei einem Mann. Diesen Abschnitt habe ich mit anhaltender Gänsehaut gelesen und beendet.
Das Finale ist der dritte Abschnitt mit Ella, einem Wechsel der Zeitform zu Futur, etwas anders aufgebaut, aber wirklich spannend. Und ich meine damit schwitzige-Handflächen-spannend!

Dror Mishani ist ein männlicher Autor und schreibt aus der Sicht dreier Frauen. Das merkt man ihm an, denn alle drei bleiben für mich distanziert und auf gewisse Weise unnahbar. Ich finde aber, gerade das macht den Thrill aus. Alles ist unerwartet, weil man sich als Leser so schwer in die Frauen hineinversetzen kann, geschweigedenn in den Mann, den ich bis zum Ende des Buchs nicht wirklich durchschauen konnte.

Das Buch besticht mit der realistischen Handlung, die mir immer noch Gänsehaut über den Rücken treibt. Einzig gegen Ende gab es mir ein bisschen zu viele Zufälle und "Bauchgefühl" bzw. Intuition, aber trotzdem ist es mehr als gelungen! Klare Leseempfehlung!

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