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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2021

In 3 Minuten zum Kindermörder

Spiele
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Der zweite Teil mit Carl Edson, aber komplett unabhängig von Band 1 zu lesen und auch inhaltlich überhaupt nicht damit zu vergleichen. War Band 1 direkt zu Beginn blutig und brutal, ist es hier fast beschaulich. ...

Der zweite Teil mit Carl Edson, aber komplett unabhängig von Band 1 zu lesen und auch inhaltlich überhaupt nicht damit zu vergleichen. War Band 1 direkt zu Beginn blutig und brutal, ist es hier fast beschaulich. Vor allem geht es um menschliche Abgründe und Tragödien.
Aufgebaut ist dieses Buch in 2 Zeitebenen. Da ist das Leben von Robert. Erzählt aus der ich-Perspektive. Er wirkte zu diesem Zeitpunkt eher weinerlich auf mich. Ein „typischer“ Verlierertyp voller Selbstmitleid aufgrund seines Schicksals. Er soll vor fast 30 Jahren seinen Freund getötet haben, kann sich daran aber nicht erinnern. Was ist also damals passiert und wie hat sich sein Leben weiterentwickelt? Und dann ist da die aktuelle Suche nach einem verschwundenen Mädchen.
Selbst die Geschehnisse in der Gegenwart sind nicht deckungsgleich erzählt, sondern leicht versetzt. Doch diese anfängliche strikte Trennung hebt sich ganz allmählich auf. Sie nähern sich immer mehr an und weitere Erzählebenen und Perspektiven verweben sich
Carl Edson taucht hier eher am Rand auf. Es ist also keine klassische polizeiliche Ermittlung. Vielmehr kann die Journalistin Lexa zur Aufklärung beitragen und mitwirken.
Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn man an Robert ´s Schuld am Tod von vor 30 Jahren recht schnell Zweifel hat. Aber trotzdem bleibt die Frage was stattdessen damals passiert ist und warum. Zwar kann man schnell eine andere Person in Verdacht haben, aber die Motive bleiben völlig unklar.
Dieses Buch ist sehr ruhig und langsam erzählt und trotzdem hat es mich gefangen genommen. Nur nach und nach zeigen sich die tatsächlichen Zusammenhänge. Gerade das Realistische und Anschauliche hat mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 04.12.2020

Das Grauen kehrt zurück

So blutig die Nacht
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Ausnahmsweise möchte ich mein Fazit direkt vorneweg nehmen: bitte nehmt dieses Buch in die Hand und lest es! Das ist ein Autor, der auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Und lasst euch bitte ...

Ausnahmsweise möchte ich mein Fazit direkt vorneweg nehmen: bitte nehmt dieses Buch in die Hand und lest es! Das ist ein Autor, der auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Und lasst euch bitte nicht von diesem merkwürdigen Cover abschrecken. Keine Ahnung was man sich bei dessen (Farb-) Gestaltung gedacht hat…

Die ersten Sätze passen so gar nicht zu einen Krimi, sonder lassen einen eher schmunzeln: das große, ziegelartige Mobiltelefon mit Antenne. Oh man, kaum mehr vorstellbar. Aber das ist schon nach wenigen Sätzen vergessen, denn sofort ist der Einstieg in den Fall um den „Nine Elms Cannibal“ da, ein Serienmörder der schon seit 2 Jahren aktiv ist.
Zu erleben, wie sich die Lage 1995 für Kate immer mehr zuspitzt, ist überaus spannend und beschert die ersten Gänsehautmomente. Durch einen Zufall wird der Serienmörder enttarnt und Kate gerät in Lebensgefahr.

Was folgt ist die Überleitung in die Gegenwart und eine geschickte Zusammenfassung wie es für Kate weiterging. Aber gleichzeitig erfahren wir auch mehr über die weiteren Opfer. Und ja, die Beschreibungen der Morde sind stellenweise echt brutal und kaum zu ertragen. Unglaublich, dass sich ein „Fan“ animiert fühlt, diese Morde nachzuahmen. Aber nicht nur das. Er ist auch bereit den Serienmörder zu befreien und mit Hilfe der Mutter hecken sie einen verrückten Plan aus. Wie wird dieses aussehen? Kann er tatsächlich gelingen? Warum macht der „Fan“ dies alles? Seine Identität bleibt bis zum Schluss verborgen, aber es lässt sich herrlich rätseln. Ob man wohl richtig liegt?
Bisschen klischeemäßig (einzige winzige Kritik) stehen auf der Seite der Guten: Kate samt Familie und Freunde. Und die Bösen sind natürlich der Serienmörder (dessen Identität ich nicht verraten möchte) und sein „Fan“. Wobei alle Figuren überaus realistisch erscheinen. Doch was ist mit der Mutter des Serienmörders. Ihre Rolle ist sehr zwielichtig und über ihre Person und Beteiligung kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ist sie schuldig oder nicht?

Also greift zu diesem düsteren Thriller und lasst euch von dieser Geschichte und den Personen gefangen nehmen und in den Bann ziehen. Erlebt eine geschickt konstruierte, aber trotzdem realistische Story, die sich Stück für Stück auf den Höhepunkt zubewegt.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2020

Serienmörder im Dienst des FBI

Die Stimme des Zorns
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Eine interessante Weiterentwicklung der Reihe. Auch wenn diese für sich selbst steht, so baut sie doch auf der Reihe um die Shepherd-Organisation mit seinem Bruder Marcus auf.

Das Buch lässt sich trotz ...

Eine interessante Weiterentwicklung der Reihe. Auch wenn diese für sich selbst steht, so baut sie doch auf der Reihe um die Shepherd-Organisation mit seinem Bruder Marcus auf.

Das Buch lässt sich trotz der enthaltenen Brutalität leicht und flüssig lesen. Und der schwarze Humor von Ackermann lockert das Ganze auf und ist stellenweise sehr unterhaltsam.

Wer die vorherigen Bände kennt, weiß auch um die Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit von Francis Ackermann junior.
Und seine psychiatrische Analyse klingt wahrlich furchteinflößend: für ihn ist alles nur ein Spiel, er ist süchtig nach Schmerz, ist eine Gefahr für sich selbst und andere da er keine Furcht empfindet.
Und trotzdem ist seine Überstellung zum FBI ein Gewinn und der Maßnahme wird unter strengster Geheimhaltung stattgegeben. Er kann nun also in offizieller Mission Jagt auf Serienmörder machen. Natürlich kämpft er nicht mit legalen Mitteln, sondern hat seine eigenen zahlreichen Waffen. So ist dieses Buch weit weg von einer Ermittlung, sondern lebt von Action, Gewalt und blutigen Auseinandersetzungen. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Menschen ihr Leben lassen, oder wie viele Waffen zum Einsatz kommen. Und doch kann sich Ackermann aus jeder gefährlichen Situation befreien. Sie sind zwar schlüssig aufgebaut, aber diese Superheldenhaften Züge können einem im Laufe des Buches auch auf die Nerven gehen.
Ethan Cross hat versucht die Person Ackermann mit seinen Gedanken und Gefühlen weiter zu entwickeln. Und so spielt er mit der Frage: wer ist dieser Ackermann wirklich? Ein Monster oder Gutmensch? Psychopath oder sympathisch? Gefährlicher Serienmörder oder erfolgreicher Serienmörder-Jäger? Und doch finde ich diese Figur nach den vorherigen Bänden irgendwie ausgereizt.

Und leider kommt mir der gejagte Serienmörder zu kurz. Sein Motiv ist mir dann doch zu außerirdisch und nicht nachvollziehbar. Leider erfährt man auch kaum etwas über seine bisherigen Opfer. Wie lange mordet er schon? Welche Erkenntnisse über ihn liegen vor? Worin begründet sich seine Gefährlichkeit?

Fazit: Nichts für Leute die es realistisch mögen. Wer auf Action steht ist hier richtig.

Veröffentlicht am 27.11.2020

Jeder spielt sein eigenes Spiel

Dark
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Da habe ich bereits unzählige Bücher gelesen, aber mir fällt kein vergleichbares zu „Dark“ ein. Die Beschreibung mag an den Woman-Murder-Club von James Patterson erinnern. Aber dort sind die Frauen alles ...

Da habe ich bereits unzählige Bücher gelesen, aber mir fällt kein vergleichbares zu „Dark“ ein. Die Beschreibung mag an den Woman-Murder-Club von James Patterson erinnern. Aber dort sind die Frauen alles rechtschaffende Bürgerinnen und miteinander befreundet und ziehen an einem Strang.

Hier finden sich jedoch vier Frauen zusammen, die unterschiedlicher nicht sein können. Und so unterschiedlich ihre Stellung in der Gesellschaft, ihr persönlicher Hintergrund ist, so unterschiedlich ist auch ihre Motivaton sich an der Suche nach der verschwundenen Dayly zu beteiligen. Welche das tatsächlich sind, zeigt sich Stück für Stück im Verlauf des Buches. Blaire und Sneak sind die treibenden Kräfte und suchen sich ungewöhnliche Hilfe. So werden auch Ada und Jessica mit hineingezogen, aber es finde keine wirkliche Zusammenarbeit zwischen den vier Frauen statt. Immer mal wieder kreuzen sich ihre Wege und mit ihrer Hartnäckigkeit kommen Blaire und Sneak der Lösung immer näher. Gefährlich nahe. Können sie Dayly finden und retten? Was steckt nun hinter ihrem Verschwinden?

Der wer sind diese Frauen? Ist ihr Weg bereits vorgezeichnet? Nach dem Motto „einmal Mörder, immer Mörder“, oder steckt mehr in ihnen? Für welchen Weg wird sich jede einzelne von ihnen entscheiden?

Fazit: ein ungewöhnlicher Thriller (besser kann ich es nicht beschreiben) mit ebenso ungewöhnlichen Charakteren. Aber durchaus lesenswert, wenn man keine Berührungsängste mit der Unterwelt hat.

Veröffentlicht am 24.11.2020

Der Weg in die Freiheit wird zum Albtraum

Helle und der falsche Prophet
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Der dritte Fall für Kommissarin Helle Jespers, aber mein erster Fall mit ihr. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mir ein Bild von ihr machen zu können, aber dann bin ich gut in den Band gestartet ...

Der dritte Fall für Kommissarin Helle Jespers, aber mein erster Fall mit ihr. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mir ein Bild von ihr machen zu können, aber dann bin ich gut in den Band gestartet und es war kein Problem, dass ich die ersten beiden nicht kannte. Also auch für Neueinsteiger geeignet.
Helle Jespers fand ich zum Teil sehr herrisch und eigensinnig. Sie hat nicht meine volle Sympathie geweckt, aber sie hat auf jeden Fall einen weichen Kern und ist mit ganzem Herzen Polizistin. So nimmt sie der Tod um Merle auch sehr mit. Umso mehr als sie deren Eltern persönlich kennt. So ist es ihr eine Herzensangelegenheit die Umstände vollständig aufzuklären. Selbst als eigentlich alles klar zu sein scheint, kann sie noch keine Ruhe geben, bis nicht alles bis ins letzte Detail aufgeklärt ist. Bei ihrer Suche nach den Hintergründen stößt sie auf eine Sekte und deren Anführer. Wir als Leser haben einen Wissensvorsprung, da die Story aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Aber aus der Sicht von Helle Jespers, waren mir dann manche Gedankengänge doch zu sprunghaft. Und so interessant das Thema Sekte auch ist (vor allem da hier die Sicht von mehreren Betroffenen erzählt wird), so fand ich es leider auch zu klischeehaft. Hätte mir gerne ein paar neue Aspekte gewünscht.
Fazit: Ein netter Kriminalroman der ohne großes Blutvergießen und Brutalität auskommt. Eher versucht mit Atmosphäre und den Protagonisten und deren Privatleben zu punkten.