Nicht nur im Moor lauern Gefahren
Moorland. Die ZwillingeMan stelle sich ein Moor mit seiner unübersichtlichen Fläche und dem tückischen Untergrund vor, wo jeder falsche Schritt fatale Folgen haben kann. Kombiniert mit Kälte, Dunkelheit und Nebel, entsteht ein ...
Man stelle sich ein Moor mit seiner unübersichtlichen Fläche und dem tückischen Untergrund vor, wo jeder falsche Schritt fatale Folgen haben kann. Kombiniert mit Kälte, Dunkelheit und Nebel, entsteht ein tolles Setting für einen Thriller.
Doch dies alleine reicht natürlich nicht aus, um Spannung erzeugen und uns Leser fesseln zu können. Unterstützt wird dies hier durch kurze Kapitel, authentische Bewohner und einen Fall, der immer größer und größer wird. Aber der Reihe nach.
Schon auf den ersten Seiten wird man mitten ins Geschehen und die Gemeinde Moorbach hineingeworfen. Da muss man sich zunächst orientieren und mit den Bewohnern und ihren Beziehungen vertraut machen. Schon hier wird klar, dass nicht jeder mit jedem kann und nicht jeder sympathisch ist. Von forsch und fordernd bis sehr zugewandt ist alles an Charakteren vertreten. So lebt das Buch von den Geheimnissen der Dorfbewohner, von Antipathien und Vertuschung. Da bildet nicht einmal die Kommissarin Malia mit ihrer Familiengeschichte eine Ausnahme.
Der Fall selbst beginnt unblutig und mit einer Suchaktion nach Zwillingen, die spurlos verschwunden sind. Doch als die Ermittlungen in Gang kommen, wird klar, dass mehr dahintersteckt.
Besonders gut hat mir gefallen, wie der Autor den Fall Stück für Stück größer werden lässt. Was zunächst wie ein lokales Drama beginnt, entfaltet sich nach und nach zu einem komplexen Geflecht aus Spuren, Motiven und Verstrickungen. Die Kommissarin stößt dabei mit ihren begrenzten Ressourcen und dem kleinen Team schnell an ihre Grenzen und ist kaum in der Lage, allen Spuren zu folgen und mit den Entwicklungen und Erkenntnissen Schritt zu halten. Die kurzen Kapitel mit den wechselnden Perspektiven unterstützen das Gefühl, dass mehrere Ereignisse parallel stattfinden und die Dynamik und Dringlichkeit zunimmt.
Obwohl zwischenzeitlich verschiedene Personen ein Motiv haben oder sich verdächtig verhalten, hat sich für mich der Täter auf den letzten Seiten doch recht klar und eindeutig abgezeichnet. Wenn ich einen Wermutstropfen nennen müsste, wäre dies der Einzige, der mir bei diesem Buch einfällt.
Fazit: der Autor macht es uns Lesern einfach, in dieses Buch und die packende Ermittlung einzutauchen und es guten Gewissens weiterzuempfehlen.