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Veröffentlicht am 07.05.2018

Lieselotte feiert Geburtstag!

Lieselotte / Ein Geburtstagsfest für Lieselotte (Mini-Broschur)
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INHALT
Die Kuh Lieselotte hat heute Geburtstag und schon ganz aufgeregt! Doch was ist nur los? Auf dem Bauernhof ist es seltsam still, niemand ist mit Vorbereitungen für die Geburtstagsparty beschäftigt ...

INHALT
Die Kuh Lieselotte hat heute Geburtstag und schon ganz aufgeregt! Doch was ist nur los? Auf dem Bauernhof ist es seltsam still, niemand ist mit Vorbereitungen für die Geburtstagsparty beschäftigt – es scheint ein ganz normaler Tag zu sein. Lieselotte wundert sich sehr, denn die Bäuerin hat ihr keinen Geburtstagskuchen gebacken, und auch der Garten ist kein bisschen geschmückt. Sie wird ganz traurig, denn scheinbar haben alle ihren Geburtstag vergessen. Enttäuscht beschließt Liselotte, ganz alleine zu feiern. Sie holt sich ein paar Kerzen und etwas Zwieback aus der Küche, setzt ihren alten Partyhut auf und macht sich auf den Weg zu ihrem Lieblingsplatz am Bach...
MEINE MEINUNG
Zum 10. Geburtstag der beliebten Bilderbuchkuh Lieselotte hat sich Kinderbuchautor und Illustrator Alexander Steffensmeier wieder eine wunderschöne, humorvolle Geschichte für die Allerkleinsten ausgedacht, die ganz aus dem Leben gegriffen ist und Jung und Alt viel Freude bereitet. Diesmal hat Lieselotte Geburtstag und freut sich schon ganz doll auf die Party mit all ihren Freunden, doch niemand gratuliert ihr oder hat Zeit für sie. Der Autor hat sich mal wieder fröhlich buntes Abenteuer für Lieselotte ausgedacht mit vielen ideenreichen, lustigen Episoden mit jeder Menge verrückter Hühnern und natürlich am Ende mit einer rauschenden Überraschungsparty für unsere Lieblingskuh mit allen ihren Freunden.
Die vielen farbenfrohen, detailreichen und liebevollen Illustrationen machen das Buch zu einem einmaligen Erlebnis, denn bei jedem Betrachten gibt es etwas Neues zu entdecken. Es eignet sich daher auch hervorragend als Suchbilderbuch.
Die Textpassagen sind kurz und kindgerecht geschrieben, und sehr schön auf den Seiten verteilt, so dass das Hauptaugenmerk auf den ansprechenden Illustrationen liegt.
Die Hauptfigur ist auch in dieser Geschichte Lieselotte, die wegen ihrer drolligen, tollpatschigen und liebenswerten Art schnell zum Sympathieträger der kleinen Leser wird. Doch auch die vielen, kleinen originellen Details und Anspielungen, die sich in den Bildern verstecken wie beispielsweise die ständig zu Blödsinn aufgelegten Hühner, sorgen für beste Unterhaltung.
Sehr gelungen ist auch das praktische Mini-Format, das perfekt in kleine Hände passt und problemlos überall hin mitgenommen werden kann.
FAZIT
Ein witziges, wunderschön illustriertes Vorlese- und Bilderbuch im praktischen Mini-Format für unterwegs rund um die liebenswerte Kuh Lieselotte und ihre Freunde, mit vielen Abenteuern und natürlich einem überraschenden Happy End.
Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch für Klein- und Kindergartenkinder ab 4 Jahren!

Veröffentlicht am 24.05.2018

Backen ist Liebe

Weil es dir Glück bringt
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„Gib dir im Leben und beim Backen besondere Mühe.
Das Ergebnis wird es stets wert sein.“
(Grandma Viola Shipman)
INHALT
Samantha hat immer von der großen weiten Welt geträumt. Das Landleben auf dem Hof ...

„Gib dir im Leben und beim Backen besondere Mühe.
Das Ergebnis wird es stets wert sein.“
(Grandma Viola Shipman)
INHALT
Samantha hat immer von der großen weiten Welt geträumt. Das Landleben auf dem Hof ihrer Eltern nahe des Lake Michigan erschien ihr eintönig und beschwerlich. Doch ihr aktueller Job in einer angesagten Patisserie in New York ist nicht so toll, wie sie es erhofft hatte. »Chef Dimple«, wie sich ihr Boss nennen lässt, ist ein eitler Choleriker und aufgeblasener Angeber, der seine Mitarbeiter ausbeutet und keinen Respekt vor Sams Backkünsten hat. Ihm ist es egal, wie die Kuchen seines Ladens schmecken, Hauptsache er sieht im Fernsehen gut damit aus. Als ein Streit mit ihm eskaliert, wirft Sam das Nudelholz für immer hin und fährt nach Hause - sehr zum Bedauern des netten Lieferanten Angelo Morelli.
Sams Familie ist froh über den unerwarteten Besuch. Alle sind schon aufgeregt, denn das 100-jährige Jubiläum des Obsthofs steht bevor, das mit dem 75. Geburtstag von Sams Großmutter zusammenfällt und groß gefeiert werden soll. Sam hilft überall mit, backt mit Mutter und Großmutter Cider-Donuts, Kirschkuchen und Apfeltaschen für den Hofladen und versucht sich über ihre Zukunft klarzuwerden. Das wird nicht leichter, als sowohl Angelo als auch ein neues New Yorker Jobangebot in Michigan eintreffen. Ist sie eigentlich damals vor etwas davon gelaufen, als sie in die Großstadt zog? Wo fühlt sie sich wirklich zu Hause?
Während des Sommers, in dem sie mit den Frauen ihrer Familie zusammenarbeitet, erfährt sie viel über die Generationen vor ihr und findet Trost in den überlieferten alten Rezepten. Mit dreizehn hatte sie genau wie ihre Mutter und ihre Großmutter ein Holzkästchen für die besten geheimen Familienrezepte und den Schlüssel dazu geschenkt bekommen. Wird dieser Schlüssel ihr am Ende Glück bringen?
(Quelle: Klappentext FISCHER Krüger)
MEINE MEINUNG
Mit „Weil es dir Glück bringt“ hat die beliebte Bestseller-Autorin Viola Shipman erneut einen berührenden Roman vorgelegt, der mit seiner wundervollen Geschichte über Familie, Heimat, Beziehungen, Liebe und Identitätssuche sicherlich den Geschmack vieler Leserinnen treffen wird. Als besonderes Highlight stehen in diesem Roman vor allem köstliche Backwaren und ihre Rezepte im Mittelpunkt – ganz nach dem Leitsatz „Backen ist Liebe“.
Shipman hat mit ihrem einfühlsamen Familienroman eine wundervolle Hommage an ihre Großmutter verfasst und zugleich an all die bewundernswerten Frauen, die lebenslang mit ihrer Liebe, Hingabe und großen Erfahrungsschatz so viel Bedeutsames für ihre Familien leisten.
Als Ausgangspunkt für ihren Roman hat Shipman eine hölzerne Rezeptbox mit den besten geheimen Backrezepten gewählt, die Teil einer schönen Familientradition sind und mit liebevollen Erinnerungen verbunden sind. Der Roman ist in elf Teile unterteilt, wobei jeder einem bestimmten Familienrezept gewidmet ist und mit einer stimmungsvollen, thematisch passenden Schwarz-Weiß-Zeichnung eingeleitet wird. Vom Apple Crisp über Dreierlei-Beeren-Galettes bis hin zu Erdbeer-Shortcakes sind hier allerlei Köstlichkeiten vertreten. In Rückblenden erfahren wir Episoden aus dem Leben der Mullins oder bedeutsame Ereignisse rund um den seit Generationen geführten Hof, und allmählich wird jeweils die Bedeutung des Rezepts für die Familiengeschichte enthüllt. Die ausführlichen Rezepte finden sich direkt am Ende eines jeden Teils und regen sofort zum Nachbacken ein.
Geschickt verwebt die Autorin auf diese Weise die Vergangenheit mit der Handlung in der Gegenwart und ermöglicht dem Leser einen aufschlussreichen Einblick in die berührende Familiengeschichte, die interessanten Charaktere und deren Leben. Natürlich darf hierbei auch eine romantische Liebesgeschichte als Nebenhandlung nicht fehlen.
Die unterschiedlichen Figuren in diesem Roman werden von der Autorin zwar nicht ausführlich beschrieben, sind aber dennoch gut gelungen. Sie charakterisieren sich hauptsächlich durch ihr Handeln, so dass dem Leser Raum für seine eigene Fantasie bleibt. Die junge lebenslustige Sam erleben wir als eine sympathische junge Frau, die sich in einer kleinen Lebenskrise befindet, da ihre Lebensträume von einer großen Karriere als Konditorin in New York schwer enttäuscht wurden. Zurück auf dem Obsthof ihrer warmherzigen, liebenswerten Familie wird sie von allen mit offenen Armen aufgenommen. Sehr glaubwürdig wird geschildert, wie Sam beim gemeinsamen Arbeiten und Backen in ihrem wundervollen Familienverbund schrittweise lernt, sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zurückzubesinnen und schließlich über einige Umwege auch den Schlüssel zu ihrem Glück findet. Sofort ins Herz geschlossen habe ich auch die liebenswerte, lebenskluge Grandma Willo, die mit ihren 75 Jahren immer noch die Geschicke der Familie mit großer Umsicht und Lebenserfahrung lenkt.
Viola Shipman hat einen angenehmen, einfach zu lesenden und bildhaften Schreibstil. Viele schön formulierte Lebensweisheiten und Ratschläge -vor allem von Grandma Willo- verleihen dem Roman eine Warmherzigkeit und Eindringlichkeit, die den Leser an so mancher Stelle sehr nachdenklich stimmt. Einige etwas arg kitschig geratene Stellen seien der Autorin verziehen und sind dem Genre geschuldet.
Der Epilog am Ende schlägt auf gelungene Weise den Bogen zum Prolog und lässt die Geschichte sehr berührend und stimmungsvoll ausklingen.
Die an den Roman angehängten „ Anmerkungen“ runden das Buch sehr schön ab. Hierin werden noch einmal sehr ausführlich interessante Hintergründe zu den verschiedenen Rezepten beschrieben, die aus Rezeptsammlungen der eigenen Familie aber auch von Freunden stammen.
FAZIT
Ein unterhaltsamer, feinfühlig erzählter, geradezu köstlicher Wohlfühlroman mit einer gelungenen Mischung aus Emotionen, Romantik und tollen Familienbackrezepten.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Netter Historienschmöker zu Zeiten der Pest

Die letzte Stunde
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HANDLUNG
Südengland, Juli 1348: An der Küste ist die Pest ins Land gekrochen. Binnen kürzester Zeit entvölkert sie ganze Landstriche, Angst und Panik regieren. Allein Lady Anne, die Herrin von Develish, ...

HANDLUNG
Südengland, Juli 1348: An der Küste ist die Pest ins Land gekrochen. Binnen kürzester Zeit entvölkert sie ganze Landstriche, Angst und Panik regieren. Allein Lady Anne, die Herrin von Develish, nimmt das Heft in die Hand. Sie bringt all ihre Schutzbefohlenen auf ihrem Anwesen in Sicherheit und lässt die Zugangsbrücke verbrennen. In ihrem kleinen Reich zählen nicht mehr gesellschaftliche Konvention und Rang, sondern Einsatz für die anderen. Als neuen Verwalter setzt Anne Thaddeus ein, den niedrigsten, aber klügsten ihrer Diener. Doch kann sich die Schicksalsgemeinschaft gegen die schreckliche Krankheit behaupten, die vor ihren Toren tobt? Gegen die Verzweifelten und Raffgierigen, die Develish angreifen? Werden die kargen Vorräte reichen? Dann geschieht ein grausamer Mord und droht Lady Annes Gemeinschaft endgültig zu zerreißen …
(Quelle: Random House Audio)
MEINE MEINUNG
Nach 10jähriger Pause hat die britische Autorin Minette Walters, renommierte Krimi- und Psychothrillerautorin, mit „Die letzte Stunde“ nun den ersten Teil ihrer zweiteiligen Historiensaga veröffentlicht. Der Roman ist Mitte des 14. Jahrhunderts im südenglischen Dorset zur Zeit der Pest angesiedelt. Gekonnt lässt uns die Autorin in das bedrückende, mittelalterliche Leben einer Dorfgemeinschaft eintauchen, die Lebensverhältnisse der unter Fronarbeit und Leibeigenschaft leidenden bäuerlichen Bevölkerung hautnah miterleben aber auch sehr glaubwürdig die Ängste vor dem unheimlichen Schwarzen Tod. Durch den Pesttod ihres grausamen, unfähigen Gutsherrn Sir Richard beginnt sich das Schicksal für jeden einzelnen zu wenden, das jahrhundertealte Gefüge scheint in Wanken zu geraten und ein Ausbruch aus Unterdrückung und Ausbeutung möglich zu werden.
Minette Walters hat mit ihrem historischen Roman ein äußerst opulentes Werk geschaffen, das allerdings auch die eine oder andere Länge und eine zu starke Schwarz-Weiß-Zeichnung einiger Charaktere aufweist. Walters versteht es gut, Spannungsbögen aufzubauen und mit überraschenden Wendungen zu unterhalten, nicht überzeugen konnte mich allerdings ihre zu modern und emanzipiert geratene Hauptfigur Lady Anne.
Zum Hörbuch:
Mit Gabriele Blum wurde eine sehr versierte Sprecherin für dieses gekürzte Hörbuch ausgewählt. Man hat das Gefühl, von der weichen und überzeugenden Stimme der Sprecherin direkt ins Geschehen hineingezogen zu werden. Mit netten stimmlichen Variationen haucht die Sprecherin den Figuren viel Leben ein und lässt auch die unangenehmen Seiten der einzelnen Charaktere sehr gut zutage treten. So sind etwa die überheblich-pampige Stimme von Eleanor oder die stets ruhige, besonnene Ausdrucksweise von Lady Anne sehr gut getroffen. Besonders gelungen ist auch das Spiel mit der Lautstärke und dem Lesetempo. Da die Sprecherin durch ihre facettenreiche Lesung sehr viel Abwechslung ins Geschehen bringt, wirkt die Geschichte ausgesprochen lebendig und gerät trotz einiger Längen nie in Gefahr, sich über 14 Stunden 40 Minuten dahinzuschleppen.
FAZIT
Wer Historienschmöker mag und nicht so viel Wert auf historische Authentizität legt, wird sicher vom ersten Teil von Minette Walters historischem Roman bestens unterhalten. Auch wenn es einzelne Schwächen bei der Figurenzeichnung und einige Längen gibt, ist die Umsetzung zum Hörbuch durch die sehr angenehme Lesung von Gabriele Blum hervorragend gelungen.
Insgesamt also ein unterhaltsames Hörerlebnis!

Veröffentlicht am 15.05.2018

Korsische Vendetta

Das korsische Begräbnis
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INHALT
Ein Mann kommt bei der Wildschweinjagd zu Tode - allerdings nicht durch das Schwein.
Ein Schriftsteller stellt Fragen zu seiner Familie - und gerät dabei in eine jahrhundertealte Blutfehde.
Und ...

INHALT
Ein Mann kommt bei der Wildschweinjagd zu Tode - allerdings nicht durch das Schwein.
Ein Schriftsteller stellt Fragen zu seiner Familie - und gerät dabei in eine jahrhundertealte Blutfehde.
Und er trifft auf eine verschlossene junge Frau, die ihn als einzige vor einem furchtbaren Schicksal bewahren kann ...
Willkommen auf Korsika, mit einer Landschaft so archaisch, so wild und ungezähmt wie seine Menschen. Wo Millionen von Touristen ebenso zum Alltag gehören wie geheimnisvolle Rituale, Vendetta und Gewalt.
(Quelle: Klappentext KNAUR Verlag
MEINE MEINUNG
Mit „Das korsische Begräbnis“ ist dem deutschen Autor Thomas Thiemeyer, der seinen in Korsika angesiedelten Spannungsroman mit dem Pseudonym Vitu Falconi veröffentlicht hat, ein sehr unterhaltsamer, mitreißender Auftakt einer neuen Krimi-Reihe gelungen, das ich schon bald nicht mehr aus der Hand legen konnte. Er stellt eine interessante und abwechslungsreiche Mischung aus Regionalkrimi, Familienroman dar perfekt gewürzt mit einigen Thrillerelementen, etwas Mystik und einem hervorragend eingefangenen Flair der Insel Korsika mit ihrer traditionsverhafteten Bevölkerung und ihrer wildromantischen Landschaft.
Sehr schön fängt bereits das in warmen Farben gehaltene Cover mit dem weiß getünchten Mausoleum auf einer Anhöhe vor dem etwas düsteren, bedrohlich wirkenden Himmel im Hintergrund eine unheilvolle Gewitterstimmung ein und stimmt uns auf die sehr wechselvolle Geschichte ein.
Schon der schockierende Auftakt, in dem die korsische Mafia mit einem Verräter abrechnet, konnte mich sofort fesseln und führt uns in alte Traditionen Korsikas ein, die bei den Korsen immer noch einen hohen Stellenwert haben. Hierzu zählt auch die Vendetta, die generationsübergreifende Blutrache, die im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine besondere Bedeutung erlangen wird.
Die Geschichte lebt vor allem von dem Protagonisten Eric Marchand, ein bekannter französischer Schriftsteller aus Paris, der hofft, auf Korsika seine Schreibblockade zu überwinden und für seinen Krimi ein geeigneten Abschluss zu finden. Zugleich möchte er nach seinen familiären Wurzeln forschen und einem lang gehüteten Familiengeheimnis auf den Grund gehen. Es dauert jedoch gar nicht lange, da gerät der etwas unbedarfte Marchand ins Visier der korsischen Mafia und handelt sich jede Menge Schwierigkeiten ein.
In einem weiteren Handlungsstrang wird ein hochrangiger Politiker Opfer eines spektakulären Bombenattentats, mit dessen Aufklärung Mahmoud Clément, einem Chefinspektor der Police Nationale Ajaccio betraut wird.
Insgesamt ist es dem Autor recht gut gelungen, die unterschiedlichen Figuren authentisch und lebendig auszuarbeiten. Vor allem die verschiedenen, facettenreichen Frauenfiguren konnten mich begeistern. Allerdings waren für mich nicht alle Handlungen des etwas eigenwilligen, hitzigen Marchand nachvollziehbar und wirkten bisweilen etwas unlogisch. Nach einem recht gemächlichen Beginn versteht es der Autor die verschiedenen Handlungsstränge immer mehr zu verflechten und den Spannungsbogen durch unerwartete Wendungen bis zum actionreichen, fesselnden Showdown in den abgeschiedenen Bergen immer mehr anzuziehen. Dieser Roman ist bestens geeignet zum eigenen Spekulieren und Miträtseln; weist allerdings an einigen Stellen auch ein paar unlogische Passagen auf, die den Lesespaß jedoch nur unwesentlich trüben.
Auch wenn die Auflösung des Familiengeheimnisses teilweise vorhersehbar war, ist sie insgesamt in sich schlüssig und nachvollziehbar. Alle Details und Hintergründe des Kriminalfalls werden jedoch nicht beantwortet – durch den Cliffhanger am Ende muss man sich auf eine Fortsetzung gedulden, in der die losen Fäden sicherlich weiter aufgegriffen und die geheimnisvollen Hintermänner entlarvt werden.
Sehr stimmungsvoll, authentisch und anschaulich sind die Beschreibungen der wunderbaren Landschaften und verschiedenen Schauplätze aber auch die gut recherchierten, historischen, politischen und gesellschaftlichen Aspekte auf Korsika wurden vom Autor glaubwürdig in die Handlung eingebracht worden. Man merkt sehr deutlich, dass der Autor Land und Leute hervorragend kennt und sich mit der Insel der Schönheit sehr verbunden fühlt.

FAZIT
Ein spannender, abwechslungsreicher Auftakt zu einer neuen auf Korsika angesiedelten Krimiserie – trotz einiger Schwächen unterhaltsam und thematisch interessant.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Fesselndes Finale der Nechyba-Reihe

Schönbrunner Finale
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INHALT
Wien, 1918. Der anhaltende Erste Weltkrieg wirkt sich immer stärker auf das Leben der verzweifelten Bevölkerung aus, die wegen der miserablen Versorgung mit Lebensmitteln hungern muss. Schleichhandel ...

INHALT
Wien, 1918. Der anhaltende Erste Weltkrieg wirkt sich immer stärker auf das Leben der verzweifelten Bevölkerung aus, die wegen der miserablen Versorgung mit Lebensmitteln hungern muss. Schleichhandel und Wuchergeschäfte florieren und es häufen sich Gewaltverbrechen in der Stadt. Man ahnt bereits, dass das Ende Österreich-Ungarns nahe ist. Während italienische Flugzeuge Propaganda-Flugblätter über Wien abwerfen, kommt es in der Nähe des Naschmarkts von allem unbemerkt zu einem brutalen Mord. Oberinspector Joseph Nechyba beginnt mit seinen Ermittlungen, doch wird es ihm gelingen, den Mörder aufzuspüren? Für den Feinschmecker und Nimmersatt Nechyba keine leichte Aufgabe, denn in den kargen Zeiten macht ihm sein ständig knurrender Magen ganz schön zu schaffen.
MEINE MEINUNG
Der fesselnde, historische Roman »Schönbrunner Finale« vom österreichischen Autor Gerhard Loibelsberger ist der letzte Band und zugleich ein äußerst gelungener Ausklang seiner ausgezeichneten, in Wien angesiedelten Reihe rund um den liebenswerten, schwergewichtigen Oberinspector Joseph Maria Nechyba.
Hierin nimmt er uns noch einmal mit auf eine spannende Zeitreise mitten hinein ins Wien während des Ersten Weltkriegs, eine arg gebeutelte Metropole angesichts der entbehrungsreichen Kriegszeiten und der bevorstehenden militärischen Niederlage. Gekonnt und atmosphärisch dicht portraitiert Loibelsberger das Alltagsleben in der Hauptstadt in all seinen bestürzenden Ausprägungen, das durch die verheerende Versorgungskrise von Hunger, Not, Armut, Hoffnungslosigkeit und Kriminalität geprägt war. Er lässt uns am vielfältigen Schicksal der Menschen teilhaben und vermittelt ein sehr stimmiges, authentisches Bild der damaligen Zeit. Zur Authentizität tragen auch die vielen in die Handlung eingebauten historischen Personen bei, die er zum besseren Überblick in einem Verzeichnis seinem Roman vorangestellt hat. Das Quellenverzeichnis am Ende dokumentiert zudem die gründliche Recherchearbeit des Autors.
Geschickt hat der Autor die hervorragend recherchierten historischen Ereignisse in Wien im Zeitraum von September 1917 bis November 1918 mit der kriminalistischen Ermittlungsarbeit zu einem spannenden Mordfall verknüpft.
Der Roman lebt neben den sehr anschaulich geschilderten Wiener Schauplätzen vor allem von seinen vielschichtig angelegten Charakteren. Mit seinem Protagonisten Oberinspector Josef Nechyba hat Loibelsberger einen interessanten, sehr liebenswürdigen Ermittler geschaffen, der mir hervorragend gefallen hat. Auf eine recht charmante Art versteht es der gemütliche, etwas behäbige Nechyba, die anstehenden Ermittlungen an andere zu delegieren, während er stattdessen bei einem „Goldblatt“ mit seinem Freund im Cafe ein wenig politisieren kann. Zudem ist er permanent hungrig, so dass er sich oft mehr um die Organisation von genießbaren Mahlzeiten sorgt, statt die Auflösung des verzwickten Kriminalfalls zügig voranzutreiben, bei dem sich trotz einiger Verdächtiger keine heiße Spur auftun will.
Nechybas Ermittlungen führen uns zu den zwielichtigen Seiten der Gesellschaft, dorthin wo Elend, Armut, Alkoholismus und Verbrechen allgegenwärtig sind, lassen uns bei Gesprächen den Kriegsmüdigkeit, Fremdenhass spüren und konfrontieren uns mit erschreckenden Abgründen der menschlichen Existenz.
Sehr gelungen ist auch Loibelsberger lebendiger, angenehm zu lesender Erzählstil, der eine authentische Sprache mit dem wundervollen Wiener Schmäh verwendet, wodurch man sich rasch ins Wien der damaligen Zeit zurückversetzt fühlt. Besonders gut hat mir gefallen, dass die verwendeten Wiener Ausdrücke nicht nur in einem umfangreichen Glossar am Ende des Buches nachzulesen sind, sondern als Fußnote, direkt auf der entsprechenden Seite erläutert werden, sodass ein lästiges Nachschlagen entfällt.
FAZIT
Ein fesselnder, atmosphärisch dichter historischer Roman mit interessanten Charakteren, der uns gekonnt ins arg gebeutelte Wien zum Ende des Ersten Weltkriegs abtauchen lässt. Sehr lesenswert und äußerst lehrreich!