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dear_fearn

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2020

Ein kleines Meisterwerk

Malamander - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea
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Dass Thomas Taylor ursprünglich Illustrator ist, sieht man sofort. Das Cover hat mich direkt angesprochen, im Einband gibt es eine Karte vom Handlungsort Eerie-on-Sea und im Buch selbst sind überall kleine ...

Dass Thomas Taylor ursprünglich Illustrator ist, sieht man sofort. Das Cover hat mich direkt angesprochen, im Einband gibt es eine Karte vom Handlungsort Eerie-on-Sea und im Buch selbst sind überall kleine Zeichnungen verstreut, die sowohl kunstvoll, als auch schaurig-gruselig sind. Ganz zu schweigen von der Zeitung "Eerie-on-Sea Enquirer", in die das Buch eingewickelt war. Allein die Aufmachung hat mich also umgehauen!

Die Story an sich könnte kaum geheimnisvoller beginnen. Herbert Lemon wurde nach der Zitronenkiste benannt, in der er als Kind verwaist ans Ufer von Eerie-on-Sea gespült wurde. Seitdem übt er im Grand Nautilus Hotel den äußerst wichtigen Beruf des Sachenfinders aus. Dieser Posten bringt ihn allerdings in Schwierigkeiten, als die zerzauste Violet Parma durch sein Fenster klettert und ein Versteck vor ihrem Verfolger Hakenhand sucht. Auch Violet ist Waise. Ihre Eltern sind in Eerie-on-Sea verschwunden, als sie noch ein Baby war. Mit Herbies Hilfe möchte sie nun herausfinden, was den beiden zugestoßen ist.
Ihre gemeinsame Suche wird schnell zu einem Abenteuer, und das, obwohl Herbie ganz und gar kein Abenteurer ist. Die beiden besuchen all die fabelhaften und verzaubernden Schauorte des Buchs: Mrs. Fossil's Fossilsurium mit allerlei Strandfundgut, die Bücher-Apotheke, in der ein mechnischer Affe einem ein unbekanntes Buch zuweist, das man seiner Meinung nach gerade braucht, Dr. Thalassis Praxis, Seegols Diner und natürlich das Grand Nautilus Hotel. Überall geschehen seltsame Dinge, die Menschen verhalten sich auffällig und als Mrs. Fossil im Meernebel am Strand gebissen wird, wird eine alte Legende des Ortes wieder lebendig, die sich um den Malamander dreht - ein uralter mystischer Meeresbewohner, dessen Ei angeblich Wünsche erfüllt. Und damit kommen die beiden Detektive Schritt für Schritt der Geschichte von Violets Eltern näher.

Der Sprachstil gefällt mir ausgesprochen gut. Es ist nichts offensichtlich, manche Metaphern sind nur etwas für Fortgeschrittene unter den jugendlichen Lesern und dabei ist die Story wunderbar bildreich und spannend erzählt. Das Setting erinnert mich an verschiedene Passagen aus Lemony Snickets "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse". Mir gefallen die vielen marinen Bezeichnungen und die schaurige Grundstimmung. Das alles schafft eines fabelhaftes Setting. Besonders gefreut habe ich mich, als ich die unglaublich spannende Szene auf dem Cover gelesen und wiedererkannt habe. Dieses Buch ist wirklich ein kleines Meisterwerk und bis zur letzten Seite spannend!

Ich persönlich denke, dass das Buch das erste einer Reihe sein wird und hoffe auf mehr!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2020

Lesen und mitpilgern

Abenteuer Olavsweg - Eine Frau pilgert den Neuanfang
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Stefanie Jarantowskis Buch "Abenteuer Olavsweg" macht mit seinen 315 Seiten einen üppigen Eindruck, aber hat mal einmal reingelesen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen und ist ratzfatz durch die ...

Stefanie Jarantowskis Buch "Abenteuer Olavsweg" macht mit seinen 315 Seiten einen üppigen Eindruck, aber hat mal einmal reingelesen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen und ist ratzfatz durch die Seiten geflogen. Im Klappeinband sind die Karten der Reise-Etappen abgebildet und in der Mitte gibt es eine Auswahl an Fotos zu sehen.

Nachdem die Autorin ihr Start-up verkauft hat, schleicht sich eine Leere ein, die es zu besiegen gilt. Das Pilgern des Olavswegs soll den Kopf frei machen und Klarheit bringen, wie der nun beginnende, neue Lebensabschnitt aussehen soll. 643 km von Oslo nach Trondheim sind ein großes Ziel, bei dem Ehrgeiz und Glaube (auch an sich selbst) nicht fehlen darf.

Der Reisebericht ist ähnlich einem Tagebuch geschrieben. Tag für Tag erlebt der Leser die einzelnen Pilgeretappen gemeinsam mit Stefanie und ihrem Mann Stephan. Da die beiden das Land Norwegen zum ersten Mal bereisen, gibt es einiges zu entdecken, was das Buch perfekt für Leser macht, die Norwegen nicht kennen, aber eben auch für Leser wie mich, die Norwegen lieben und die bei diesen Beschreibungen das Fernweh packen wird. Ob nun das erste Mal der von den Norwegern geliebte Karamellkäse Brunost probiert wird oder die erste Moltebeere gefunden und gekostet wird, es sind einfach herrliche Lesepassagen, die mir unheimlichen Spaß gemacht haben. Die beiden gehen einen teilweise schmerzhaften, anstrengenden, aber auch belohnenden Weg, bei dem auch ein bisschen Heiterkeit nicht fehlen darf. Diese Lesereise hat mir sehr gut gefallen und ich habe sie als ungeschönt und echt empfunden, deshalb klare Lese-Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2020

Im Einklang mit der Natur gärtnern

Der Pflanzenarzt: Ein gesunder Garten ohne Chemie
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Ein Garten kann eine wahre Freude sein. Aber manche Schädlinge, Wildkräuter und Bodengegebenheiten können einem diese Freude schmälern. Für alles gibt es eine Lösung, und noch dazu eine ökologische!

Schon ...

Ein Garten kann eine wahre Freude sein. Aber manche Schädlinge, Wildkräuter und Bodengegebenheiten können einem diese Freude schmälern. Für alles gibt es eine Lösung, und noch dazu eine ökologische!

Schon in der Einleitung sensibilisiert der Pflanzenarzt den Leser zu einer verständigeren Einstellung zu Natur, Klima und Umwelt. Alles hängt in der Natur zusammen und voneinander ab. Unser kleiner Garten und unser Umgang mit der Umwelt hat einen großen Einfluss auf den Rest der Welt, auch wenn es sich im alltäglichen Leben gar nicht so anfühlen mag.

Ohne Chemie gärtnern bedeutet mit der Natur zu gärtnern. Das bedingt einiges Wissen über natürliche Symbiosen, die Parasitismus verhindern können. Das Beispiel mit den blattlausliebenden Marienkäfern kennt inzwischen vermutlich jeder, aber es gibt noch mehr Zusammenhänge, die es sich lohnt zu begreifen. René Wadas stellt Pflanzen und Insekten vor, die sich gegenseitig nützlich sein können und so ganz natürlich zu einer reichen, gesunden Pflanzenentwicklung bzw. am Ende, ganz klar, ertragreichen Ernte führen.

Clemens Benke hat eine sehr angenehme Stimme, die das Pflanzen- und Insektenwissen ganz wunderbar vermitteln kann. Ich habe ihn während des Hörens vor meinem geistigen Auge im Garten stehen und erklären sehen. Fabelhaft gemacht! Nichtsdestotrotz ist bei diesem Hörbuch mitschreiben angesagt. Klebezettel und Anstriche sind nicht möglich, also lieber öfter mal in die Kapitel hören, am besten passend zur jeweiligen Jahreszeit. Wer darauf keine Lust hat, sollte zur Printausgabe greifen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2020

Zurück zu den Wurzeln

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich, Von einer Begegnung, die alles veränderte
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Das kleine Büchlein ist mit 120 Seiten sehr schmal. Es ist aufwändig verziert, das Cover veredelt, farbige Strichzeichnungen zieren viele der wenigen Innenseiten, sodass am Ende sehr wenig Lesetext übrig ...

Das kleine Büchlein ist mit 120 Seiten sehr schmal. Es ist aufwändig verziert, das Cover veredelt, farbige Strichzeichnungen zieren viele der wenigen Innenseiten, sodass am Ende sehr wenig Lesetext übrig bleibt, was das Buch noch kurzweiliger macht.

In der Geschichte geht es um eine gutverdienende und erfolgreiche Karrierefrau, die mit zwei Kindern und einem ebenso arbeitsamen, aber liebevollen Mann, zwei Autos, Haus und Garten zwar einen hohen und von vielen sicher beneideten Lebensstandard pflegt, aber trotzdem unglücklich ist. Sie steht unter permanentem Stress, hat nicht genug Zeit für ihre Kinder, und für sich selbst oder ihren Mann erst recht nicht. Bei der Flucht in ein Waldstück, das sie schon seit Kindheitstagen kennt, begegnet ihr eine alte Frau, die sie Stück für Stück zu ihren Wurzeln zurückführt, indem sie ihr die "vier Fragen des Lebens" mitteilt und die Gelegenheit gibt, ihr aktuelles Leben zu überdenken und umzustrukturieren.

Ich vermute mal, dass ich nicht in die Zielgruppe dieses Buchs passe. Ich lasse mir gern Zeit beim Lesen, mag vielschichtige Stories mit interessanten Charakteren mit Tiefe. Die Personen in dieser Geschichte sind dagegen eher platt, die Story vorhersehbar, die Handlung geht viel zu schnell voran und die Veränderungen nach den vier Fragen passieren quasi von heute auf morgen. Besonders philosophisch finde ich es nicht, eher ganz schön kitschig, teilweise auch realitätsfremd. Mir persönlich ist es zu oberflächlich geblieben, aber es waren einige nette Denkanstöße dabei.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2020

Blumenportraits mal anders

Das Buch der Blumen
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Im "Buch der Blumen" von Beate Rygiert werden zwölf Blumen portraitiert - mit Worten, statt Bildern, was der Autorin sehr gut gelungen ist. Zu den vorgestellten Pflanzen gehören natürlich "Rosen, Tulpen, ...

Im "Buch der Blumen" von Beate Rygiert werden zwölf Blumen portraitiert - mit Worten, statt Bildern, was der Autorin sehr gut gelungen ist. Zu den vorgestellten Pflanzen gehören natürlich "Rosen, Tulpen, Nelken" und einige weitere Züchtungsklassiker, die jeder kennt. Aber nicht nur diese Bekanntheiten erhalten Aufmerksamkeit, sondern auch wildere Blumengesellen wie das Gänseblümchen, Kuhschelle und die Kapuzinerkresse.

Inhaltlich hat das kleine Büchlein einiges zu bieten. Jede Blume hat ihre eigene Vorgeschichte, ihre eigenen speziellen Anpassungen an ihre Umwelt und die meisten einen medzinischen oder kosmetischen Verwendungszweck. Als Leser erfährt man beispielsweise das Herkunftsland der Tulpe, das keineswegs wie sicher von vielen angenommen das Tulpenland Niederlande ist, die Vermehrungstaktik der Orchidee und die Einsatzmöglichkeiten von Kapuzinerkresse. Natürlich tauchen auch bekannte Persönlichkeiten auf, beispielsweise Botaniker Carl von Linné und Hildegard von Bingen, aber auch unbekanntere, von den Blumen beeinflusste Personen werden beleuchtet.

Dieses Blumenbüchlein hat für meinen Geschmack von jedem etwas, ist abwechslungsreich, bildhaft geschrieben und beleuchtet jede Blume in einem Licht, in dem man sie noch nie gesehen hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere