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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2025

Krimi mit Gruselfaktor

Eisiges Glas
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Kriminalinspektorin Leonore Asker hat gerade erst einen äußerst traumatischen Fall abgeschlossen, als sie einen Anruf von ihrem Vater erhält, zu dem sie jahrelang keinen Kontakt hatte: Prepper-Per, der ...

Kriminalinspektorin Leonore Asker hat gerade erst einen äußerst traumatischen Fall abgeschlossen, als sie einen Anruf von ihrem Vater erhält, zu dem sie jahrelang keinen Kontakt hatte: Prepper-Per, der sich in einem Bunker verschanzt und im ersten Band der Reihe versucht hat, seine eigene Tochter umzubringen, braucht ihre Hilfe. In der Nähe seiner Farm wurde eine Leiche gefunden und die Polizei hält ihn für den Mörder. Um ein Blutbad zu verhindern, denn Per würde eine Stürmung seines Grundstücks mit Sicherheit mit Gewalt erwidern, erklärt sich Leo bereit, den wahren Mörder zu finden. Hilfe erhält sie dabei von ihren Mitarbeitern in der Abteilung für hoffnungslose Cold Cases.
Zeitgleich erhält Martin Hill, Leos Jugendfreund, das Angebot, ein Buch über die Medizintechnikfirma Alfacent und deren Gründer Gunnar Irving zu schreiben, der in der Vergangenheit vor allem durch Ufo-Sichtungen Berühmtheit erlangte. Dazu wird er auf das Privatanwesen der Familie eingeladen, um dort Recherchen zur Firmengeschichte zu betreiben. Doch Martin stößt auf allerlei unheimliche Vorkommnisse und wird von einer unbekannten Person gewarnt. Er erfährt von allerlei ungeklärten Todesfällen im Zusammenhang mit der Familie und gerät bald selbst in Gefahr, da er sich für Dinge interessiert, die die Familie lieber für sich behalten möchte. Leo entdeckt in der Zwischenzeit, dass der Tote Tord Korpi auch Verbindungen zu Stjärneholm hatte, dem Anwesen der Familie Irving.
„Eisiges Glas“ ist ein ausgesprochen spannender und teilweise auch sehr gruseliger Krimi. Der Schreibstil ist fesselnd und man fliegt nur so durch die kurzen Kapitel. Obwohl das Buch in einem fulminanten Showdown endet, habe ich gegen Ende ein wenig das Interesse verloren, zu unrealistisch sind manche Szenen. Ich hatte den Eindruck, der Autor hatte bereits eine künftige Verfilmung des Buchs mit möglichst actionreichen Szenen im Hinterkopf.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Gute Ideen

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten. Was passiert in Wald und Wiese?
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Wenn man „Was passiert in Wald und Wiese?“ aus der Reihe Wieso/Weshalb/Warum aufschlägt, findet man zuerst eine Auflistung der Familien, um die es in diesem Buch geht. Dabei fällt auf, dass die Autoren ...

Wenn man „Was passiert in Wald und Wiese?“ aus der Reihe Wieso/Weshalb/Warum aufschlägt, findet man zuerst eine Auflistung der Familien, um die es in diesem Buch geht. Dabei fällt auf, dass die Autoren Wert darauf gelegt haben, viele verschiedene Arten von Familien zu berücksichtigen. Da ist die klassische Mutter-Vater-Kind-Familie, aber auch der alleinerziehende Vater, die Patchworkfamilie und die Großeltern, die sich um den Enkel kümmern, solange die Eltern im Ausland arbeiten. Auf diese Art werden sich die meisten Kinder in diesem Buch wiederfinden. Die Familien haben verschiedene ethnische Hintergründe, auch das finde ich eine sehr gute Idee, denn selbst hier auf dem Dorf kommen die Kinder, die mit unserem Enkel den Kindergarten besuchen, bzw. deren Eltern und Großeltern, aus aller Herren Länder. Ebenfalls lobenswert ist es, dass die Großmutter des siebenjährigen Luca im Rollstuhl sitzt und als äußerst aktiv dargestellt wird. Leute mit Handicap kommen meiner Erfahrung nach doch eher selten in Kinderbüchern vor.
Wir begleiten in diesem Buch die Kinder Mara, Nesrin, Emil, Sofia und Luca auf ihren Abenteuern, bei denen sie allein oder mit ihren Familien die Natur erkunden. Dabei wird spielerisch Wissen vermittelt, beispielsweise dass Krähen in der Lage sind, Werkzeuge zu benutzen oder warum Tiere Winterschlaf halten. Das Buch hält auch praktische Tipps bereit. So habe ich zum Beispiel meine Rose von Jericho aus der Schublade geholt und gemeinsam mit meinem Enkel wieder zum Leben erweckt. Mit Sicherheit werden wir auch, sobald das Wetter es wieder zulässt, mal im Garten Stockbrot machen und im Sommer Wassereis mit Himbeeren, wie im Buch vorgeschlagen.
Die Illustrationen sind ebenfalls nett gemacht, wenn man von den Glubschaugen der Personen absieht. Alles in allem ist „Was passiert in Wald und Wiese?“ ein schönes Vorlesebuch mit guten Anregungen.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Jeder ist sich selbst der Nächste

To Die For
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Andi Hart arbeitet erfolgreich als Maklerin in Los Angeles. Als das Maklerbüro den Auftrag erhält, einen Käufer für ein 50 Millionen-Projekt in Malibu zu finden, herrscht große Aufregung unter den Maklern, ...

Andi Hart arbeitet erfolgreich als Maklerin in Los Angeles. Als das Maklerbüro den Auftrag erhält, einen Käufer für ein 50 Millionen-Projekt in Malibu zu finden, herrscht große Aufregung unter den Maklern, denn die Provision soll eine Million Dollar betragen! Natürlich will jeder von ihnen die Provision kassieren, koste es, was es wolle. Sie haben alle ihre Gründe, weshalb sie das Geld dringend benötigen. Und sie schrecken nicht davor zurück, mit unlauteren Mitteln zu kämpfen, um die Rivalen aus dem Rennen zu werfen. Von Sachbeschädigung bis Körperverletzung ist alles dabei.
Ausgerechnet an dem Tag, an dem das Millionen-Dollar-Haus den Maklern vorgestellt wird und die Schönheit des Anwesens und die Lage am Strand von Malibu alle Erwartungen übertrifft, wird eine Leiche im Swimming Pool entdeckt. Bald stellt sich heraus, dass einige der Anwesenden als Mörder in Frage kommen und Andi Hart das Opfer sogar aus der Vergangenheit kennt.
Den Anfang des Buchs habe ich sehr gern gelesen. Gegen Ende hat es sich jedoch sehr gezogen, so dass ich froh war, zum Ende zu kommen. Im Großen und Ganzen ist die Übersetzung von „To Die For“ ganz gut, aber einige Stellen sind mir doch negativ aufgefallen. So ist ein „yard sale“ keineswegs ein Hinterhofverkauf, sondern ganz einfach ein privater Flohmarkt. Und die wortwörtliche Übersetzung „Ich konnte nicht mehr geradeaus denken“ für „I couldn’t think straight any more“ ist auch keine Glanzleistung.
Das Buch wird im übrigen als Thriller vermarktet, Kriminalroman hätte es eher getroffen, denn über weite Strecken fehlt die Spannung. Von mir 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Ein passender Titel

Wohnverwandtschaften
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Als ich den Titel dieses Buchs zum ersten Mal gelesen habe, war ich etwas ratlos, was mit „Wohnverwandtschaften“ gemeint ist. Nach der Lektüre finde ich, es ist ein äußerst passender Titel.
Das Buch handelt ...

Als ich den Titel dieses Buchs zum ersten Mal gelesen habe, war ich etwas ratlos, was mit „Wohnverwandtschaften“ gemeint ist. Nach der Lektüre finde ich, es ist ein äußerst passender Titel.
Das Buch handelt von einer Wohngemeinschaft in Hamburg. Keine Studenten-WG, die Bewohner sind alle schon mitten im Berufsleben bzw. pensioniert. Da ist zunächst Jörg, dem die Wohnung gehört. Nach dem Tod seiner Frau traf er den Entschluss, die überzähligen Zimmer zu vermieten. Jörg ist 68 und sein großer Traum ist es, mit dem Bulli nach Georgien zu fahren. Murat, sein Mitbewohner, ist immer gut gelaunt, spielt Fußball, liebt seinen Schrebergarten und bekocht mit Leidenschaft die WG. Anke ist Schauspielerin, doch mit Anfang 50 sind die Rollenangebote dünn gesät, was ihrem Selbstwertgefühl sehr zusetzt. Als Letzte ist die Zahnärztin Constanze nach der Trennung von ihrem Freund in die WG gezogen. Übergangsweise, wie sie sagt, doch dann wachsen ihr die anderen mehr und mehr ans Herz und es sieht nicht so aus, als ob sie nach etwas anderem sucht.
Überhaupt ist der Zusammenhalt zwischen den vier Personen sehr eng. Als Jörg nach einer Operation nicht mehr der Alte ist und sehr vergesslich wird, kümmern sich die anderen rührend um ihn, sie fühlen sich wie eine Familie. Jörgs Sohn lebt in Frankreich und bekommt überhaupt nicht mit, wie es um seinen Vater steht.
Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel der einzelnen WG-Bewohner erzählt. Der Leser hat daher einen Wissensvorsprung vor den anderen. Das Thema fortschreitende Demenz wird sehr einfühlsam behandelt. Ein Buch über Freundschaft, die oft enger sein kann als Familienbande. Uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Hausbesetzer und Klimakleber

Tage mit Milena
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Annika lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck, wo sie einen Schreibwarenladen betreibt. Eines Tages kommt eine junge Frau in den Laden, die bei ihr Sekundenkleber kauft. Etwas später sieht Annika dieselbe ...

Annika lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck, wo sie einen Schreibwarenladen betreibt. Eines Tages kommt eine junge Frau in den Laden, die bei ihr Sekundenkleber kauft. Etwas später sieht Annika dieselbe junge Frau, die sich auf einer Kreuzung festgeklebt hat und ein Verkehrschaos verursacht. Als ein äußerst aggressiver Autofahrer die Klimaaktivistin bedroht, setzt sich Annika kurzerhand zu ihr auf die Straße.
Dieser Teil der Geschichte hat mich sehr befremdet, weil ich Annikas Handlung nicht nachvollziehen konnte. Es stellt sich heraus, dass Annika in ihrer Jugend als Hausbesetzerin in der Hamburger Hafenstraße gewohnt hat. Damals geschah etwas, was Annika zutiefst bereut und sie will die junge Frau, Luzie, vor einem folgenschweren Fehler bewahren. Aus diesem Grund lässt sie ihren Mann Hendrik und ihr Leben in Lübeck von einer Minute auf die andere zurück und folgt Luzie nach Hamburg, wo ebenfalls eine Klimaaktion geplant ist.
Ein wichtiger Mensch während Annikas Zeit in der Hafenstraße war ihre Jugendliebe Matti, der mittlerweile in Italien lebt. Um sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen, beschließt Annika spontan, nach Venedig zu reisen und Matti zu suchen. Sie kann Luzie dazu überreden, sich ihr anzuschließen.
Was mich an „Tage mit Milena“ fasziniert hat, war die Schilderung von Annikas Zeit in der Hamburger Hafenstraße. Ich gehe davon aus, dass Katrin Burseg die Ereignisse gut recherchiert hat und die drastischen und teilweise äußerst grausamen und brutalen Aktionen der Polizei so wirklich stattgefunden haben. Nicht ganz glaubhaft fand ich das Verhalten von Annikas Mann, den diese tagelang im Ungewissen über ihren Aufenthaltsort lässt, dann zu ihrem früheren Lover reist und Hendrik dies alles mit stoischer Ruhe hinnimmt.
Ich habe das Buch mit Interesse gelesen, doch mit den Personen wurde ich nicht warm. Trotzdem ist es auf jedem Fall ein lesenswertes Buch.

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