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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2026

Wenn die falsche Entscheidung zum richtigen Menschen führt

The Night We Met
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Mit The Night We Met erzählt Abby Jimenez eine emotionale Geschichte darüber, wie eine einzige Entscheidung das ganze Leben verändern kann. Larissa lernt an einem Abend die besten Freunde Mike ...

Mit The Night We Met erzählt Abby Jimenez eine emotionale Geschichte darüber, wie eine einzige Entscheidung das ganze Leben verändern kann. Larissa lernt an einem Abend die besten Freunde Mike und Chris kennen und entscheidet sich zunächst für Mike. Doch während ihre Beziehung zu ihm immer komplizierter wird, entwickelt sich zwischen ihr und Chris langsam eine tiefe Verbindung. Beide wissen, dass ihre Gefühle falsch sind, und genau dieser innere Konflikt macht die Geschichte so besonders.

Abby Jimenez hat einfach einen unglaublich angenehmen und flüssigen Schreibstil. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in der Geschichte drin und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Mischung aus Humor, emotionalen Momenten und ernsteren Themen war für mich genau richtig. Trotz der teilweise schweren Themen hat sich das Buch wie ein absolutes Wohlfühlbuch angefühlt.

Besonders gut gefallen hat mir, wie authentisch die Charaktere geschrieben waren. Man nimmt ihnen ihre Gefühle, Sorgen und Bedenken wirklich ab. Gerade Larissa und Chris wirkten unglaublich nahbar und echt. Ihre Verbindung entwickelt sich langsam und leise, aber genau das hat sie für mich so besonders gemacht. Die Gefühle zwischen ihnen standen nie plötzlich im Raum, sondern haben sich ganz natürlich entwickelt. Dadurch konnte ich die Gewissenskonflikte der beiden jederzeit nachvollziehen.

Normalerweise bin ich bei Dreiecksbeziehungen eher skeptisch, aber hier wurde das Thema wirklich stark umgesetzt. Es gab deutlich weniger künstliches Drama, als ich erwartet hatte, und genau das hat mir so gut gefallen. Stattdessen lag der Fokus auf den Figuren, ihren Emotionen und der Frage, wie weit Loyalität und Freundschaft gehen können.

Chris war für mich von Anfang an eine wandelnde Green Flag. Seine Art, wie selbstverständlich er für andere da ist, hat mein Herz mehrfach schmelzen lassen. Gleichzeitig mochte ich aber auch, dass keine Figur perfekt dargestellt wurde. Besonders Mike hat im Verlauf der Geschichte eine Entwicklung durchgemacht, die mich am Ende wirklich berührt hat.

Auch die Nebencharaktere und die Dynamik innerhalb der Freundesgruppe haben die Geschichte für mich noch lebendiger gemacht. Alles wirkte sehr warm, emotional und gleichzeitig angenehm leicht.

Für mich war The Night We Met ein echtes Lesehighlight und definitiv ein 5-Sterne-Buch. Abby Jimenez entwickelt sich mit jedem Buch mehr zu einer meiner Lieblingsautorinnen. Wer emotionale Liebesgeschichten mit authentischen Charakteren, leisen Gefühlen und viel Herz sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Eine originelle Idee verliert sich im Chaos

If Books Could Kill
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Roxie liebt Liebesromane – sicher, vorhersehbar und mit garantiertem Happy End. Als sie sich scherzhaft wünscht, selbst die Heldin eines Romans ihrer Lieblingsautorin zu sein, wird dieser Wunsch ...

Roxie liebt Liebesromane – sicher, vorhersehbar und mit garantiertem Happy End. Als sie sich scherzhaft wünscht, selbst die Heldin eines Romans ihrer Lieblingsautorin zu sein, wird dieser Wunsch plötzlich Realität. Doch statt in einer romantischen Geschichte landet sie mitten in einem Thriller voller Verfolgungsjagden, Mordversuche und Chaos. Gemeinsam mit dem zurückhaltenden Literaturdozenten Grant versucht sie herauszufinden, wie sie diese Geschichte überleben können.

Mit If Books Could Kill hatte ich eigentlich genau die Art von Buch erwartet, die ich normalerweise sehr gern lese: eine Mischung aus Romance, Thriller und einer guten Portion Humor – dazu noch die spannende Idee, plötzlich selbst in einem Roman zu landen. Die Grundidee hat mich deshalb sofort angesprochen und auch der Einstieg war zunächst durchaus unterhaltsam.

Leider konnte mich die Umsetzung auf Dauer aber nicht überzeugen.

Das größte Problem für mich war der Schreibstil. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und viele Sätze beginnen ständig mit „ich“, wodurch der Text oft sehr holprig und eintönig wirkt. Insgesamt merkt man dem Buch für mich stark an, dass es ein Debütroman ist. Viele Formulierungen wirkten unausgereift und eher wie Fanfiction oder überdrehtes BookTok-Writing als wie ein wirklich ausgearbeiteter Roman.

Dazu kommt, dass das Buch immer skurriler wird. Statt eine Handlung konsequent aufzubauen, stolpert die Geschichte von einer absurden Szene in die nächste. Immer neue Wendungen, Figuren und Eskalationen sorgen irgendwann eher für Chaos als für Spannung. Die Thrillerelemente haben auf mich deshalb selten wirklich spannend gewirkt, sondern oft eher wie Slapstick mit Verfolgungsjagden, Waffen und ständig neuen Zufällen.

Auch die ständigen selbstironischen Anspielungen auf typische Romance- und Thriller-Muster fand ich anfangs noch ganz unterhaltsam, mit der Zeit wirkten sie auf mich aber zunehmend überladen und gewollt. Das Buch kommentiert sich und seine Handlung permanent selbst, wodurch kaum Raum für echte Spannung oder emotionale Momente bleibt. Statt mitzufühlen, hatte ich oft eher das Gefühl, die Geschichte aus der Distanz zu beobachten.

Besonders schade fand ich außerdem, dass ich die Chemie zwischen Roxie und Grant kaum gespürt habe. Obwohl die beiden ständig gemeinsam unterwegs sind, blieb ihre Beziehung für mich überraschend blass. Generell wirkten viele Figuren eher wie Karikaturen oder wandelnde Genre-Kommentare als wie echte Menschen. Vor allem die Entscheidungen der Charaktere waren oft unlogisch oder nur dafür da, die Handlung weiter eskalieren zu lassen.

Trotzdem muss ich sagen: Die Grundidee des Buches ist wirklich originell und zwischendurch gab es durchaus einzelne unterhaltsame Momente. Gerade Grant konnte mit seinem trockenen Humor manche Szenen auflockern. Insgesamt wollte der Roman für mich aber einfach zu viel gleichzeitig sein – Thriller, Romance, Chaos-Komödie und ständige Selbstironie – und hat dadurch am Ende wenig davon wirklich überzeugend umgesetzt.

Fazit: Eine starke Idee mit viel Potenzial, die mich in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte. Wer sehr überdrehte, selbstironische und chaotische Geschichten liebt, könnte hier trotzdem Spaß haben. Für mich blieb If Books Could Kill aber leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Selbstvertrauen für kleine Herzen

Wie gut, dass ich ICH bin
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Mit „Wie gut, dass ich ICH bin“ gelingt Britta Kiwit ein warmherziges und liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das Selbstvertrauen, Mut und Selbstakzeptanz stärkt. Bereits auf den ersten Seiten ...

Mit „Wie gut, dass ich ICH bin“ gelingt Britta Kiwit ein warmherziges und liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das Selbstvertrauen, Mut und Selbstakzeptanz stärkt. Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich, dass dieses Buch mehr sein möchte als eine einfache Vorlesegeschichte: Es lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, gemeinsam innezuhalten und positive Gedanken über sich selbst zu entdecken.

Besonders gelungen sind die kurzen Reime, die kindgerecht formuliert sind und sich angenehm vorlesen lassen. Jede Doppelseite widmet sich einer stärkenden Affirmation wie „Ich bin stolz auf mich“, „Ich vertraue mir“ oder „Ich bin einzigartig“. Diese Botschaften wirken nie belehrend, sondern werden durch alltägliche Situationen lebendig und greifbar vermittelt.

Auch die Illustrationen überzeugen auf ganzer Linie: bunt, freundlich und vielfältig zeigen sie Kinder unterschiedlichster Herkunft, Fähigkeiten und Persönlichkeiten. Dadurch entsteht eine inklusive Atmosphäre, in der sich viele Kinder wiederfinden können. Besonders schön ist, dass das Buch Individualität feiert und Kindern vermittelt, dass genau ihre Einzigartigkeit wertvoll ist.

Die kleinen Impulsfragen am Ende jeder Seite regen zusätzlich zum Gespräch an und machen das Buch zu einem wunderbaren Ritual für Familien, Kitas oder Grundschulen. So entstehen nicht nur schöne Vorlesemomente, sondern auch echte Gespräche über Gefühle, Ängste, Wünsche und Stärken.

„Wie gut, dass ich ICH bin“ ist ein sensibles und stärkendes Kinderbuch, das Kinder ermutigt, an sich selbst zu glauben. Ein liebevoll gestaltetes Vorlesebuch mit wertvoller Botschaft – ideal für gemeinsame Kuschel- und Gesprächsmomente.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Zwischen Sehnsucht und Freiheit

The Artist
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Als Journalist reist Joseph von London nach Südfrankreich, um über den gefeierten Maler Tata zu schreiben, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden in einem ...

Als Journalist reist Joseph von London nach Südfrankreich, um über den gefeierten Maler Tata zu schreiben, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden in einem alten Bauernhaus lebt. Dort begegnet er nicht nur einem faszinierenden Künstler, sondern auch dessen Nichte Ettie, die scheinbar ganz im Schatten ihres Onkels lebt. Doch je länger Joseph bleibt, desto mehr beginnt die Fassade dieses Hauses zu bröckeln und alte Geheimnisse kommen langsam ans Licht.

Dieses Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Es ist allerdings keine Geschichte, die von Spannung oder großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Atmosphäre, Figuren und den Dingen, die oft zwischen den Zeilen passieren. Teilweise war mir die Handlung dadurch stellenweise etwas zu ruhig, gleichzeitig hat aber genau diese melancholische und fast traumartige Stimmung unglaublich gut zur Geschichte gepasst.

Am faszinierendsten fand ich die Dynamik zwischen Ettie, Tata und Joseph. Vor allem Tata ist eine unglaublich vielschichtige Figur. Einerseits wirkt er wie dieses geheimnisvolle Künstlergenie, andererseits aber auch wie ein Mensch, der verzweifelt versucht, alles und jeden festzuhalten, weil er mit Verlust und Veränderung nicht umgehen kann. Dadurch war er für mich gleichzeitig faszinierend, tragisch und stellenweise wirklich grausam.

Im Laufe der Geschichte versteht man immer besser, warum Ettie so zwischen Sehnsucht, Angst und dem Wunsch nach Freiheit schwankt. Gerade ihre Entwicklung fand ich sehr spannend. Besonders interessant fand ich dabei, dass es für mich im Kern weniger um eine klassische Liebesgeschichte ging, sondern vielmehr um das Bedürfnis, wirklich gesehen zu werden.

Auch die Kunstthematik mochte ich sehr gerne. Kunst ist hier nicht einfach nur Hintergrund, sondern eng mit Identität, Kontrolle, Erinnerung und Freiheit verbunden. Besonders spannend fand ich dabei die Frage, wem Kunst eigentlich „gehört“ und wie sehr andere Menschen Einfluss darauf haben, ob jemand seine eigene Stimme finden darf.

Der Schreibstil hat perfekt zur Geschichte gepasst. Sehr ruhig, atmosphärisch und teilweise fast schon poetisch. Manche Szenen hatten etwas unglaublich Bildhaftes, gleichzeitig zog sich aber stellenweise auch etwas Langes durch die Handlung, wodurch mich das Buch nicht immer komplett mitreißen konnte.

Trotzdem hat mir das Ende insgesamt gut gefallen. Vor allem mochte ich, dass die Geschichte eher leise und atmosphärisch ausklingt und dabei trotzdem hoffnungsvoll bleibt.

Für mich war das ein atmosphärisches und besonderes Buch über Kunst, Freiheit, Kontrolle und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Unsympathisch kann spannend sein – hier leider nicht

Ein unheimlich guter Mensch
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Lillian steht kurz vor ihrem 29. Geburtstag, fühlt sich in ihrem Job festgefahren und klammert sich an die Hoffnung, dass ihre Beziehung zu Henry endlich die große Liebe sein könnte. Doch als ...

Lillian steht kurz vor ihrem 29. Geburtstag, fühlt sich in ihrem Job festgefahren und klammert sich an die Hoffnung, dass ihre Beziehung zu Henry endlich die große Liebe sein könnte. Doch als ihr sorgfältig aufgebautes Leben ins Wanken gerät, wird sie gezwungen, sich mit sich selbst, ihren Entscheidungen und den Menschen in ihrem Umfeld auseinanderzusetzen.

Was mir durchweg gefallen hat, war der Schreibstil. Die Autorin schreibt modern, direkt und sehr flüssig. Die Kapitel lesen sich schnell weg, und obwohl mich die Geschichte zunehmend frustriert hat, bin ich förmlich durch die Seiten geflogen.

Leider konnte mich die Protagonistin überhaupt nicht überzeugen. Selten hat mich eine Hauptfigur so sehr genervt wie Lillian. Dabei habe ich grundsätzlich kein Problem mit unsympathischen Protagonisten – im Gegenteil, solche Figuren können sehr spannend sein. Für mich brauchen sie jedoch zumindest ein kleines Fünkchen Liebenswürdigkeit oder Eigenschaften, die dafür sorgen, dass man trotzdem mit ihnen mitfiebert. Genau das hat mir bei Lillian gefehlt.

Anfangs wirkte sie auf mich noch chaotisch und unsicher, doch mit jeder Seite wurde sie für mich unsympathischer. Sie urteilt ständig über andere Menschen, behandelt selbst ihre Freundinnen oft herablassend und erkennt ihre eigenen Fehler kaum. Besonders störend fand ich die enorme Doppelmoral: Während sie das Verhalten anderer kritisiert, rechtfertigt sie ihr eigenes Handeln immer wieder oder schiebt die Verantwortung von sich weg.

Der Roman wird als bissig, schwarzhumorig und urkomisch beschrieben. Den Ansatz dahinter habe ich durchaus erkannt, für mich war die Figur jedoch so überzeichnet, dass der Humor irgendwann nicht mehr funktioniert hat. Statt zu schmunzeln, habe ich häufig nur noch genervt den Kopf geschüttelt. Vieles wirkte auf mich eher anstrengend als witzig.

Hinzu kam, dass ich bis zum Schluss auf eine Entwicklung der Protagonistin gehofft habe. Leider blieb diese für mein Empfinden weitgehend aus. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Verbindung zur Geschichte aufzubauen oder mit Lillian mitzufühlen.

Trotzdem möchte ich der Autorin zugutehalten, dass es auch eine Leistung ist, bei Leserinnen und Lesern so starke Gefühle hervorzurufen. Lillian hat bei mir zwar überwiegend Frust, Ärger und Unverständnis ausgelöst, aber gleichgültig war sie mir nie. Eine Figur derart konsequent zu zeichnen, dass sie eine so starke Reaktion hervorruft, ist durchaus bemerkenswert.

Schade, denn der Schreibstil ist wirklich stark und sorgt dafür, dass sich das Buch sehr leicht lesen lässt. Mit einer anderen Hauptfigur oder etwas mehr Selbstreflexion hätte mir die Geschichte vermutlich deutlich besser gefallen.

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