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Veröffentlicht am 17.10.2021

Luft nach oben

Gliss. Tödliche Weite
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Ich lese Dystopien eigentlich sehr gerne, Science-Fiction eher weniger. Das Geschehen muss mich catchen und fesseln können. Da ich bereits die Aquamarin-Story kannte, wollte ich dem neuen Buch von Eschbach ...

Ich lese Dystopien eigentlich sehr gerne, Science-Fiction eher weniger. Das Geschehen muss mich catchen und fesseln können. Da ich bereits die Aquamarin-Story kannte, wollte ich dem neuen Buch von Eschbach gern eine Chance geben.

Der Schreibstil des Autors hat sich nicht viel geändert. Er hat nach wie vor einen weitreichenden Wortschatz, er kann detailliert beschreiben und erklären. Daher konnte ich direkt gut in das Buch hineinfinden und die neue Welt kennenlernen.

Auf dem sogenannten GLISS baut sich alles auf. GLISS stelle ich mir als eine Art Gummibelag ohne Haftung vor, eine Art Eisfläche ohne Stand, dennoch aber so hart wie Diamant oder Panzerglas, beinahe unzerbrechlich. Die Welt ist eine andere als die unsere, anders als die Erde. Die Menschen sind damals zur großen Mission aufgebrochen und haben „Hope“, den Planeten, gefunden und angefangen zu besiedeln. Das hat die Menschen ein Stück weit ins Mittelalter zurückkatapultiert, da es nicht die gleichen Materialien auf dieser Welt gibt, wie damals auf der Erde.

Ich fand die Geschichte schon sehr interessant, der Autor hatte eine gute und neue Idee, die er jedoch hätte besser umsetzen können. Es war trotz Detailreichtum manchmal noch zu wenig. Gern hätte ich mehr über die Anfänge in der neuen Welt erfahren. Auch die Spannung blieb leider im Hintergrund. Bis zur Hälfte des Buches ist beinahe gar nichts passiert, nur Beschreibungen und das Kennenlernen der neuen Welt und hin und wieder ein Zwischenmenschlicher Konflikt.

Tatsächlich bin ich auch nicht allzu gut mit den Hauptcharakteren klargekommen. Ajit benimmt sich häufig wie ein kleines Kind und entwickelt sich kaum weiter. Er will sich immer mit seinem Cousin Nagendra konkurrieren und zieht ständig Vergleiche. Er war mir eine Zeit lang einfach nur lästig und hat genervt. Zum Ende hin hat er sich zwar ein wenig gewandelt, doch allgemein ist er hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Über Phil und auch Majala hat man wenig erfahren. Dabei konnte ich mich so gut in Majala hineinversetzen und hätte gern mehr über ihre Gedanken und Gefühle erfahren.

Persönliches Fazit: Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Es war ein interessanter Ansatz, der viel zu schnell abgearbeitet worden ist. Ich hatte mehr erwartet und war daher ein wenig enttäuscht. Jugendlichen Science-Fiction-Fans wird das Buch bestimmt zusagen, doch wer einen ausgewachsenen Roman in diesem Genre erwartet, der wird enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Spannend, originell und zeitgemäß

Die Zeit der Wilden
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Martine Laverdure arbeitet seit zehn Jahren in einem Supermarkt. Sie war nicht einen Tag krankgeschrieben, immer pünktlich und freundlich. Ihr Leben wirkte farblos und trist, Martine wie eine gesichtslose ...

Martine Laverdure arbeitet seit zehn Jahren in einem Supermarkt. Sie war nicht einen Tag krankgeschrieben, immer pünktlich und freundlich. Ihr Leben wirkte farblos und trist, Martine wie eine gesichtslose Person inmitten eines kapitalistischen, privatisierten Dschungels. Das ändert sich, als sie ein kleines Techtelmechtel mit einem ihrer Kollegen beginnt. Jacques Chirac Oussoumo schafft es, ihr wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und die trostlosen Tage zu erhellen. Doch genau das ist ihren Arbeitgebern ein Dorn im Auge.

Zitat Seite 8: "Die Geschäftsordnung verbietet Angestellten, Beziehungen außerhalb des beruflichen Rahmens zu unterhalten."

Man will Martine und Jacques fristlos kündigen, doch während des Gesprächs überschlagen sich die Dinge und Martine wird tödlich verletzt.

Dass ich es hier nicht mit einem reinen Thriller zu tun bekomme, sondern einem recht sozial- und gesellschaftskritischen Werk, war mir nach Lesen der Beschreibung klar. Doch was sich hinter dem simplen Cover verbirgt, hatte ich nicht erwartet. Dieses Buch strotzt nur so vor lautstarken Protesten, Denkanstößen und Charakteren, die man nur abseits des Mainstreams findet. Und gerade weil sie Außenseiter sind, vor allem Andersaussehende, fühle ich mich ihnen verbunden. Sicher, ich gehe nicht mit allen Meinungen konform, heiße auch nicht jede Handlung gut, dennoch verstehe ich die Intention dahinter.

Im Fall von Martine sind es ihre vier Söhne, auf die der Fokus u.a. gelenkt wird, die aufgrund genetischer Manipulation Eigenschaften von Wölfen besitzen. Sie sind wild, ungezähmt - und sie wollen Rache nehmen für den Tod ihrer Mutter. Es ist die Zeit der Wilden. Pech für den Sicherheitsagenten Jean, dass er derjenige ist, auf dessen Konto der tödliche Unfall geht. Wer möchte schon ins Visier von rebellischen, gewalttätigen Wölfen geraten?

Die Graphic Novel ist überraschend textlastig, was teilweise für Langatmigkeit sorgt. Das können die monochrom kolorierten Zeichnungen allerdings wieder gutmachen. Detailliert, pointiert - ein großartiges Artwork! Müsst ihr euch unbedingt selbst ansehen!

Persönliches Fazit: Spannend, originell und absolut zeitgemäß. Ich empfehle das Buch gern weiter an all jene, die sich gern mit wichtigen Themen auseinandersetzen und zudem ein Faible für Zeichnungen haben.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Animiert zum Fingernägelkauen!

Mit mir die Nacht
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Madonna ist der Hölle entflohen, doch der Preis dafür war hoch - und die Qualen sind noch lange nicht zu Ende. Das Schlachthaus existiert noch immer. Frauen werden dort gequält und vergewaltigt, denn es ...

Madonna ist der Hölle entflohen, doch der Preis dafür war hoch - und die Qualen sind noch lange nicht zu Ende. Das Schlachthaus existiert noch immer. Frauen werden dort gequält und vergewaltigt, denn es gibt genug Männer, die dafür zahlen. Madonnas Verfolger sind hinter ihr her, um sie "nach Hause" zu holen. Doch sie will nicht mehr weglaufen. Sie will kämpfen und dieses Leid für so viele Menschen endlich beenden. Koste es, was es wolle!

Zitat P. 138:
Aus dem Feuer und der Asche bin ich gekrochen, mit nichts als meinen gebrochenen Flügeln. Ich dachte, es sei die Erlösung, die mich wiederauferstehen lässt, doch am Ende war es Rache. In ihr liegt eine Kraft, die selbst den Tod überdauert, davon bin ich überzeugt.

"Mit mir die Nacht" ist die Fortsetzung von "Ich bin der Sturm" und beginnt inhaltlich direkt einige Wochen nach Ende von Band 1.
Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, wird hier womöglich Schwierigkeiten haben, der Story problemlos zu folgen.
Ich hatte trotz der Vorkenntnisse zu Beginn Schwierigkeiten, wieder in die Geschehnisse des ersten Teils zu finden. Das legte sich dann aber nach einigen Seiten und die Erinnerung an diese grausame Geschichte kam wieder hoch, um mich erneut emotional zu packen. Die Autorin verzichtet auf ausgeschmückte Gewalt und blutige Details. Nichtsdestotrotz sind die Hintergründe der Protagonisten ziemlich ergreifend und ich musste oft innehalten und schlucken.
Harter Tobak, der allerdings durch die Geschichte, die Michaela Kastel drumherum aufgebaut hat, etwas entkräftet wird. Bis zum Schluss verfolgt man gespannt, ob es Madonna gelingt, das Böse zu besiegen.

Zitat P. 26:
Ich werde nicht tun, was sie sagen. Werde nicht betteln, nicht weinen, nicht schreien. Und wenn sie mich erneut zusammenschlagen. Und wenn sie das tun, was sie am besten können, ich werde nicht nachgeben. Nur warten, das werde ich. Darauf, dass diese Tür sich öffnet.

Persönliches Fazit: Ein großartiger Thriller, der nicht nur zum Fingernägelkauen animiert, sondern zudem ein heftiges Thema aufgreift, das einen noch nach Zuklappen der Buchdeckel beschäftigt.

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Veröffentlicht am 13.10.2021

Kopfkinoerlebnis!

Stadt des Zorns
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Besucht habe ich persönlich noch nie einen Escape Room und bin mir nach den beiden Marc Meller Büchern und all den gesehenen Filmen auch nicht mehr sicher, ob ich je einen in bunt und Farbe sehen möchte. ...

Besucht habe ich persönlich noch nie einen Escape Room und bin mir nach den beiden Marc Meller Büchern und all den gesehenen Filmen auch nicht mehr sicher, ob ich je einen in bunt und Farbe sehen möchte. Das Kopfkino würde anfangen verrückt zu spielen.
Natürlich habe ich zuerst Band 1 der Reihe gelesen, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist, jedoch empfehlenswert, da bereits bekannte Charaktere in Band 2 erneut auftauchen und wieder die Hauptrolle des Spiels einnehmen. Ich dachte nicht, dass es der Autor schaffen wird, sein erstes Buch zu übertreffen. Doch genau das ist ihm gelungen!

Der Hauptcharakter des Buches ist wieder Hannah. Hannah hat als eine von zweien das Irre Spiel, den Escape Room in der Marienburg, überlebt. Ihr fiel es natürlich schwer, wieder zurück ins Leben zu finden, doch mithilfe einiger Personen, wie zum Beispiel ihrer Schwester Valerie oder dem LKA Beamten Bernd Kappler, gelang es ihr, zumindest oberflächlich zu vergessen. Doch ihre Seele bleibt verletzt, denn Janus ist noch immer auf freiem Fuß. Und er will Rache, genau wie Hannah. Daher freut sie sich, dass sie einerseits wieder spielen darf, doch andererseits möchte sie das Spiel mit ihm allein spielen. Sie will nicht, dass Andere sterben. Doch es ist Janus' Spiel, es sind seine Regeln - und er ist Hannah immer einen Schritt voraus.

Ein weiterer Hauptprotagonist ist wieder LKA Beamter Bernd Kappler. Um Hannah zu retten, verlässt er Hannover und reist nach Köln, obwohl er dort keinerlei Befugnisse hat.
Unser letzter Protagonist beziehungsweise Antagonist ist Janus. Er hat sich verändert, er hat geplant und nun hat er eine gesamte Stadt zum Einsturz gebracht. Sein persönlicher Escape Room, der gigantische Maße erreicht. Noch größer, noch imposanter, noch epischer. Und Janus nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf Verluste. Er ist noch manipulativer und gefährlicher als zuvor.

Der Thriller ist an Spannung kaum zu überbieten. Marc Meller hat ein Meisterwerk geschaffen und alles detailreich recherchiert und verpackt. Die Perspektiven wechseln immer wieder zwischen den Sichtweisen der einzelnen Figuren hin und her. Dadurch steigt die Spannungskurve deutlich an.

Persönliches Fazit: Eine grandiose Fortsetzung, die einem den Atem raubt. Band 2 konnte eine ordentliche Portion Nervenkitzel draufpacken und hat mich sprachlos zurückgelassen. Ich empfehle das Buch zu 100% weiter an Krimi/Thriller-Fans und jene, die Escape Rooms lieben.

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Eine unvergessliche Story

Du und ich ein letztes Mal
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Mit „Du und ich ein letztes Mal“ habe ich einen herzzerreißenden Roman gelesen, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und für den ich viel länger brauchte als für andere Bücher zuvor. Weil ich ...

Mit „Du und ich ein letztes Mal“ habe ich einen herzzerreißenden Roman gelesen, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und für den ich viel länger brauchte als für andere Bücher zuvor. Weil ich nicht wollte, dass es vorbei ist. Ich wollte so lange wie möglich in der Geschichte verweilen, habe einige Passagen mehrmals gelesen und sacken lassen. Und das, obwohl ich sonst keine gefühlvollen Romane lese, sondern eher auf Thrill und Action aus bin. Aber dieses Buch hier ... es hat etwas ganz Besonderes an sich.

Mit großen Emotionen habe ich die Liebesgeschichte von Vivi und Josh verfolgt. Die beiden haben sich unter besonderen Umständen auf der Golden Gate Bridge kennengelernt. Gemeinsam haben sie die Welt umreist und Orte besucht, die eine ganz bestimmte Bedeutung haben. Doch trotz Verlobung verändert sich die Beziehung plötzlich. Vivi und Josh merken, dass sie leider keine Zukunft miteinander haben. Obwohl die Liebe dennoch stark ist, müssen die beiden loslassen und sich für immer freigeben.

Ein hoch emotionaler Plot, der mich von Anfang bis Ende begeistern und berühren konnte. Wie oft hatte ich eine Gänsehaut oder einen dicken Kloß im Hals?!

Der lockere und bildhafte Schreibstil hat mich flüssig durch das Geschehen geleitet. Lily Oliver hat hier einen Roman geschaffen, der ans Herz geht und zum Nachdenken anregt.

Mit Vivi und Josh hat die Autorin zwei besonders reale Charaktere geschaffen, die mich beide begeistern konnten. Durch die kapitelweise abwechselnden Perspektivwechsel erhält der Leser Eindrücke in beide Gefühlswelten, was mir richtig gut gefallen hat. Zu beiden Protagonisten konnte ich sofort eine Verbindung aufbauen, und es hat mir schier das Herz gebrochen, dass diese Liebe keine Zukunft hatte.

Immer wieder hat es die Autorin mit kleinen Spannungspunkten geschafft, meine Neugier zu wecken. Bis zum Schluss hatte ich Hoffnung auf ein Happy-End. Dies bleibt – wie der Titel bereits verrät – leider aus, wurde aber wunderschön von der Autorin zu Ende gebracht. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich das Buch beendet und werde es noch lange in Erinnerung behalten.

Fazit: Eine unvergessliche Love-Story, die schöner nicht sein könnte und dennoch keine Zukunft hat. Zwei unglaublich reale Protagonisten laden den Leser hier zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle ein und geben verschiedene Anregungen mit auf den Weg. Für andere, für sich selbst.

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