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Veröffentlicht am 21.12.2020

Toller Auftakt

So blutig die Nacht
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Auf dieses Buch war ich total neugierig und ich bin nicht enttäuscht worden. Es ist mein erster Thriller von Robert Bryndza und es wird definitiv nicht mein letzter sein.
Eins noch vorweg: Im Nachwort ...

Auf dieses Buch war ich total neugierig und ich bin nicht enttäuscht worden. Es ist mein erster Thriller von Robert Bryndza und es wird definitiv nicht mein letzter sein.
Eins noch vorweg: Im Nachwort ist ersichtlich, dass „So blutig die Nacht“ der Auftakt einer neuen Krimireihe ist. Das hat mich natürlich riesig gefreut und ich warte gespannt auf die weiteren Bände.

Das Buch beginnt in der Vergangenheit. Detectiv Constable Kate Marshall ist mit dem Zug auf dem Heimweg von einer anstrengenden Gerichtsverhandlung. Während der Fahrt erreicht sie ein Anruf von ihrem Vorgesetzten Peter Conway. Nach wie vor ist es ihr unangenehm, mit ihm zu sprechen, da sie ein Verhältnis miteinander hatten, doch wenn der Chef ruft, bleibt ihr keine andere Wahl als abzuheben. Der „Nine Elms Cannibal“, wie er von der Presse genannt wird, hat wieder zugeschlagen. Am Tatort erwartet sie ein grausam zugerichtetes junges Mädchen. Es wurde durch Bisswunden verstümmelt und trägt eindeutig die Handschrift des „Nine Elms Cannibal“.

Zeitsprung: 16 Jahre später. Kate lehrt inzwischen Kriminologie an der Universität. Als der „Nine Elms Cannibal“ zum Inhalt der Vorlesungen wird, droht Kates Leben durch eine erneute Mordserie blitzartig aus den Fugen zu geraten. Alles deutet auf denselben Täter hin, aber der sitzt dank Kates damaliger Ermittlungsarbeit sicher verwahrt in einem Gefängnis - oder?

Bryndza zeichnet seine Figuren realistisch und detailliert. Sympathieträger schlechthin sind zwar Kate und ihr Assistent Tristan, alle anderen Personen sind aber auch so facettenreich dargestellt, dass man schnell tief in die Handlung eintaucht.

Der Schreibstil des Autors hat mich total mitgerissen. Flüssig und voller Spannung hat er mir angenehme Lesestunden bereitet. Die Story war zu keiner Zeit langweilig, und kurz vorm Schluss nahm die Geschichte nochmal so richtig an Fahrt auf.

Persönliches Fazit: Robert Bryndza hat mit „So blutig die Nacht“ einen wirklich großartigen Auftakt für seine Reihe um Kate Marshall geliefert. Ich bin schon jetzt sehr gespannt auf den zweiten Fall der Ermittlerin. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.12.2020

Spannende Mysterygeschichte mit Cliffhangern

The Woods 1. Die vergessene Anstalt
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Als das Zwillingspärchen zusammen mit Marius, bester Freund von Vanjo und seit einem halben Jahr fester Freund seiner Schwester, zu einem Forschungsprojekt aufbrechen, ahnen sie nicht, dass nichts so wird ...

Als das Zwillingspärchen zusammen mit Marius, bester Freund von Vanjo und seit einem halben Jahr fester Freund seiner Schwester, zu einem Forschungsprojekt aufbrechen, ahnen sie nicht, dass nichts so wird wie erwartet. Dort angekommen begrüßt sie ein durchaus attraktiver, aber schwer durchschaubarer Gruppenleiter, und kurz nachdem sie zu ihrer Expedition aufbrechen, verlaufen sie sich in dem riesigen Moorwald. Als sie auf eine andere Gruppe von Bootcampern treffen, keimt zunächst Hoffnung auf, diese verfliegt jedoch schnell, denn sie alle haben sich komplett verirrt. Nach langer Suche nach dem richtigen Weg entdecken sie eine alte, verfallene Lungenheilanstalt, in deren Schuppen sie für die Nacht Unterschlupf suchen. Jegliche Versuche in den nächsten Tagen, von dort wegzukommen, scheitern und es macht sich Panik breit. Nicht nur, dass es in der Gruppe immer mehr Spannungen und Misstrauen gibt, es häufen sich auch mysteriöse und beängstigende Ereignisse. Einige aus der Gruppe scheinen den Verstand zu verlieren. Oder passieren diese Dinge wirklich? Auch das Üerleben an sich wird schwer: Nahrung und Wasser werden schnell knapp. Wem kann man hier trauen? Vielleicht nicht mal sich selbst? Und doch spielt auch die Liebe eine Rolle.

Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven der Protagonisten geschrieben, was es mir erleichtert hat, mich in jeden von ihnen hineinzuversetzen. Ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten mit Ira, das hat sich aber schnell gelegt und ich habe mit ihr und den anderen mitgefiebert. Wir haben hier eine komplett bunt gemischte Truppe: von der schicken Intagram- Influencerin bis zur Esoterikmaus und dem schwierigen Jugendlichen ist hier alles dabei. Da ist natürlich Stress vorprogrammiert, vor allem wenn die Umstände alles andere als angenehm sind.
Auch wenn ich nicht jeden unbedingt mochte, so hat mir die Autorin jeden einzelnen Charakter glaubhaft vermittelt.

Die Fragen, wem man hier trauen kann, was da eigentlich vor sich geht und ob sie es schaffen werden, dieser Hölle zu entkommen, haben immer mehr in meinem Kopf geschwirrt, denn hier wurde stetig mehr aufgefahren, ohne zu viel zu sein. Und das Ende? Tja, ich warte gespannt auf den 2. Teil! Ich hasse Cliffhanger.

Persönliches Fazit: Wieder ein Jugendbuch, das mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten echt in den Bann gezogen hat. Ich empfehle es jedem, der eine gute und immer spannender werdende Mysterygeschichte lesen möchte. Aber: Wer nicht mit Cliffhangern klarkommt - so wie ich -, sollte vielleicht vorher auf den zweiten und dritten Teil warten. So oder so, es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Gelungener Thriller mit kleinen Defiziten

Der Bewohner
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Gleich zu Beginn wird der Leser direkt an den Plot gefesselt, als Thomas Brogan vor der Polizei fliehen muss. Er hat es wieder getan: getötet! Auf seiner Flucht stößt er auf ein leer stehendes Haus, in ...

Gleich zu Beginn wird der Leser direkt an den Plot gefesselt, als Thomas Brogan vor der Polizei fliehen muss. Er hat es wieder getan: getötet! Auf seiner Flucht stößt er auf ein leer stehendes Haus, in dem er Unterschlupf findet. Schon bald findet er heraus, dass er von diesem Haus aus Zugang zu den anderen Reihenhäusern in der Umgebung hat. Brogan beobachtet seine neuen "Nachbarn" mit Hingabe und bereitet sich auf den großen Showdown vor.

An Spannung hat es in dieser Story definitiv nicht gefehlt. Als Leser lebt man in ständiger Neugier, was Brogan wohl als nächstes plant. Geschickte Cliffhanger animierten mich zum Weiterlesen, sodass ich den Thriller in Nullkommanix verschlungen habe.

Thomas Brogan ist ein außergewöhnlicher Protagonist. Er ist ein Serienkiller, das steht fest. Aber der Leser lernt auch seine verletzliche Seite kennen. Darf erfahren, dass tief in dem bösen Mann eigentlich ein ganz liebevoller Mensch zu Hause ist. Doch diese Seite zeigt Thomas bewusst nicht, denn das Böse ihn ihm ist stärker als alles andere.

„Für Brogan waren die Momente vor dem Tod interessant. Ihn faszinierte, wie Leute auf Schmerz, sowohl mentalen als auch physischen, reagierten, und wie sie sich ihren letzten Augenblick stellten.“ (Zitat)

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, weil er mich flüssig durch die Seiten leitete. Dass der Autor die Handlung nur aus der Sicht von Brogan erzählt, fand ich sehr gut, da ich einen besonderen Bezug zu dem Protagonisten aufbauen konnte. Seine Gedanken und Gefühle zu erleben, war für mich in diesem Werk wirklich einzigartig.

Der Schluss hat mich leider etwas enttäuscht. Er endete mir zu abrupt und ließ somit meine unzähligen Erwartungen unerfüllt. Schade, denn das Potenzial war durchaus da.

Persönliches Fazit: Ein gelungener Thriller, der mich mit Spannung und jeder Menge Nervenkitzel trotz Defiziten im Schlussteil überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 16.12.2020

Skandinavischer Nervenkitzel

Wisting und der Atem der Angst
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Wir lernen den norwegischen Chefinspektor William Wisting kennen (bzw. treffen wir erneut auf ihn, wenn wir die vorigen Teile bereits gelesen haben), der auf der Polizeistation in Larvik stationiert ist. ...

Wir lernen den norwegischen Chefinspektor William Wisting kennen (bzw. treffen wir erneut auf ihn, wenn wir die vorigen Teile bereits gelesen haben), der auf der Polizeistation in Larvik stationiert ist. Ihn beschäftigt der Fall von Tom Kerr, ein übler Serienmörder, der die Leichen von jungen Frauen foltert, zerstückelt, bleicht und begräbt. Ziemlich harter Tobak! Eigentlich ist der Fall schon abgeschlossen, denn Kerr sitzt seit 4 Jahren im Gefängnis und wird wahrscheinlich nie wieder freigelassen. Doch plötzlich gesteht er die Ermordung einer weiteren Frau und führt die Polizei auch zu ihrer Grabstätte im Wald. Als Kerr dann auf die Idee kommt, mit Hilfe seines Anwalts einen Dokumentarfilm über sich selbst zu drehen, endet alles in einer spektakulären Katastrophe. Kerr schafft es, sich zu befreien und zu entkommen. Er gelangt in den Besitz einer Waffe und fügt einigen Polizisten schwere Verletzungen zu. Diese Aktion verbreitet Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Wisting wird als Sündenbock dargestellt und steht kurz vor der Suspendierung. Er versucht alles, um Kerr wieder einzubuchte,n und geht dabei über Leichen.

Der Hauptprotagonist William Wisting ist eigentlich ein unspektakulärer Charakter, wenn man ihn oberflächlich betrachtet. Er kommt als ganz normaler Polizist rüber, der sein Leben im Griff zu haben scheint. Das jedoch machte ihn mir direkt sympathisch, denn ich hab echt genug Bücher gelesen mit kaputten Ermitterln.
Der psychische Druck, der durch Kerrs Handlungen auf Wisting ausgeübt wird, zeigt ihn dann plötzlich von einer ganz anderen Seite. Er wirkt zwar ruhig und gelassen, man merkt ihm aber bei manchen Handlungen an, wie sehr es in ihm arbeitet und wie stark sein Wille ist, Kerr ein für alle Mal hinter Gitter zu bringen.

Die Spannung war schon von Beginn an vorhanden und hat mich ans Buch fesseln können. Die Kapitel haben genau die richtige Länge und schließen flüssig aneinander an, sodass man alles prima in einem Rutsch lesen kann, wenn man denn möchte.

Darüber hinaus habe ich ein Faible für skandinavischen Flair - die Atmosphäre ist oft so kühl, beunruhigend und dramatisch, dass es einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Huuu!

Persönliches Fazit: Erneut ein toller Krimi von Jørn Lier Horst, der mich mit Spannung und einem sympathischen Ermittler bestens unterhalten konnte. Lesetipp für Fans von skandinavischem Nervenkitzel!

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Veröffentlicht am 15.12.2020

Grandioser Auftakt

Fremder Tod
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Habt ihr schon mal über einen Jobwechsel nachgedacht? Ich bei der Lektüre von „Fremder Tod“ tatsächlich immer wieder. Allerdings stellte ich mir beim Lesen auch schon die Frage, ob meine detektivischen ...

Habt ihr schon mal über einen Jobwechsel nachgedacht? Ich bei der Lektüre von „Fremder Tod“ tatsächlich immer wieder. Allerdings stellte ich mir beim Lesen auch schon die Frage, ob meine detektivischen Meisterleistungen wohl den Lebensunterhalt als Nachlasspflegerin sichern würden. Trotzdem, die junge Nachlasspflegerin Jana Welzer hat mich vollkommen begeistert. Und ihr Berufsbild hat definitiv Zukunft, denn gestorben wird wohl immer.

Als Jana Welzer nach dem Tod Rainer Hauptmanns dessen Nachlass pflegen soll, scheint der Fall zunächst eindeutig: Selbstmord. Doch schnell wird klar, dass nicht nur in der Wohnung des Toten einiges nicht stimmt. Als Jana ihre Ermittlungen aufnimmt, um mögliche Erben ausfindig zu machen, wirft der Fall immer mehr Fragen auf. Je tiefer sie in Hauptmanns Leben eintaucht, umso mehr Ungereimtheiten kommen ans Tageslicht, die zwar zunächst noch keinen Schluss auf das große Ganze zulassen, aber ernsthafte Gefahren bergen.

Ich mag Kriminalromane. Ich mag Ermittlungsarbeit. Aber ich gebe zu, auf Dauer ist es manchmal ziemlich langweilig, wenn eine Story hauptsächlich durch die Ermittler erzählt wird und die einzige Frage lautet: „Wer ist der Mörder und warum?“. So ist es NICHT in „Fremder Tod“! Michael Kibler schafft es, Ermittlungsarbeit neu, spannend und ohne große Special Effects zu erzählen. Und das meine ich in jeder Hinsicht positiv. Die in ihrer Klarheit strukturierte Vorgehensweise der Nachlasspflegerin lässt die LeserInnen von Anfang bis Ende miträtseln. Aus einer ganz anderen Perspektive. Denn im Mittelpunkt steht nicht explizit ein mögliches Verbrechen, sondern die Frage, wer die verstorbene Person ist und welches Leben sie geführt hat. Der Kriminalaspekt kommt dabei trotzdem nicht zur kurz.

Seine Figuren zeichnet Kibler detailliert, facettenreich und realistisch. Mit ihren Ecken und Kanten sind vor allem Jana, aber auch ihre Familie und Freunde wahre Sympathieträger. Darüber hinaus erscheint jede noch so kleine Rolle durchdacht und glaubwürdig. Außerdem schafft es Kibler durch seinen lockeren und intelligenten Umgang mit Sprache, eine Spannung aufzubauen, die die Handlung schnell vorantreibt. Zielführend streut er hier und da Hinweise, die aber nie zu viel verraten und final in einer wirklich guten Auflösung des Falls gipfeln. Für mich ein Lesehighlight 2020!

Persönliches Fazit: Michael Kibler hat in seinem Kriminalroman „Fremder Tod“ Ermittlungsarbeit von einer ganz neuen Seite beleuchtet, mit Erfolg! Ich fand es unglaublich spannend, zu sehen, wie eine Nachlasspflegerin und ein Erbenermittler arbeiten und dem Verbrechen auf ihre ganz eigene Weise auf die Spur kommen. Jana und Ben könnten ein großartiges Ermittlerteam werden. Ich bin nach diesem grandiosen Auftakt jedenfalls sehr gespannt auf den nächsten Fall der beiden. Krimi-Fans lege ich diesen Roman daher sehr ans Herz.

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