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Redrose

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Game over für die Liebe?

Winterknistern auf Schottisch
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Es geht zurück nach Schottland und das Monster von Loch Ness wartet bereits auf mich. Lewis MacKenzie, der geniale Spieleentwickler leidet unter einer kreativen Blockade und da hilft es nicht, dass sich ...

Es geht zurück nach Schottland und das Monster von Loch Ness wartet bereits auf mich. Lewis MacKenzie, der geniale Spieleentwickler leidet unter einer kreativen Blockade und da hilft es nicht, dass sich Berge von Schreibkram in seinem Zimmer häufen. Eine Sekretärin muss her und auch wenn Maggy eigentlich überqualifiziert ist für den Job, wagt sie das Abenteuer.

Karin Lindberg schickt wieder einmal zwei Protagonisten auf eine Reise, die scheinbar nicht zueinanderpassen. Liebevoll beschreibt sie Lewis und Maggy, so dass ich die beiden sofort ins Herz schließen muss. Ich bekomme einen kleinen Einblick in die Welt der Online-Gamer und auch wenn das Herumtreiben in virtuellen Welten nicht mein Ding ist (lieber tummele ich mich literarisch in anderen Welten), kann ich doch die Faszination verstehen.

Ich mag den Schreibstil der Autorin, wie sie mit ihren Protagonisten umgeht und sie zu meinen Freunden macht. Bildhaft und lebendig bin ich inmitten der Geschichte und lerne immer neue spannende Charaktere kennen mit Ecken und Kanten.

Hier knistert es gefühlvoll im Winter in Schottland und ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Gelungene Fortsetzung über das aufregende Leben der Neuseeländerin Ruth Shaw

Drei kleine Buchläden am Ende der Welt
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Ruth Shaw hatte schon viele Berufe und irgendwie erinnert sie mich ein wenig an Forrest Gump, im positiven Sinne. Ihre Leidenschaft sind die Bücher und in einem Alter, in dem sich andere bereits zur Ruhe ...

Ruth Shaw hatte schon viele Berufe und irgendwie erinnert sie mich ein wenig an Forrest Gump, im positiven Sinne. Ihre Leidenschaft sind die Bücher und in einem Alter, in dem sich andere bereits zur Ruhe setzen, hat sie drei Buchläden am Ende der Welt eröffnet.

Ihr Markenzeichen ist es, dass sie den Menschen ansieht, welche Bücher für sie geeignet sind und gefühlt kommt sie mit Jedermann in Kontakt.

Sie berichtet erneut von ihrem Leben, ihrer großen Liebe Lance und ihrem Kampf um den Erhalt der heimischen Bäume und für die Umwelt. Sie hat so viel erlebt, dass ich mich gerne mit ihr an ein Lagerfeuer setzen und über Gott und die Welt plaudern oder ein paar Bücher empfehlen lassen würde.

Wer weiß schon, dass es im Parlament in Neuseeland eine Schweigeminute gab beim Tod des Vogelweibchens Old Blue, die sagenhafte 13 Jahre alt wurde?

Ich liebe die Geschichten von Ruth Shaw, die spannenden Menschen, die sie kennengelernt hat, wie etwa den Sohn von Richard Bach, der das Buch „Die Möwe Jonathan“ geschrieben hat. Ich zitiere aus ihrer Korrespondenz: „Geschichten machen uns glaubwürdig, liebenswert, nahbar, vertrauenswürdig, wertvoll und damit erfüllen sie ein Grundbedürfnis, nämlich eine Antwort auf die andauernde Frage: „Werde ich klarkommen?“

Einfühlsam schreibt sie über das Sterben ihrer Tante, die wie eine Mutter für sie war und viel Raum nehmen auch die Tiere ein, die sie in ihrem Leben begleitet haben.

Würde ich auf einer einsamen Insel stranden, wäre Ruth Shaw ein Mensch, den ich bei mir haben wollte, ich bin sicher, sie ist eine Überlebenskünstlerin.

Drei kleine Buchläden am Ende der Welt hat mich berührt und auf eine Reise mitgenommen, die abenteuerlich war, wie das Leben selbst. Sehr gerne vergebe ich verdiente 5 Sterne und empfehle dieses Buch ebenso wie Band 1 sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Ein abenteuerliches Leben in Afrika

Warten auf Susy
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Das Buch „Die weiße Massai“ hat mich damals unheimlich aufgeregt. Ich habe nicht verstanden, was diese Schweizerin an dem Massai gefunden hat und wie sie ausgenommen und ausgenutzt wurde. Cristina Karrer ...

Das Buch „Die weiße Massai“ hat mich damals unheimlich aufgeregt. Ich habe nicht verstanden, was diese Schweizerin an dem Massai gefunden hat und wie sie ausgenommen und ausgenutzt wurde. Cristina Karrer ist ebenfalls eine Schweizerin in Afrika und auch sie hat Erfahrung damit, von anderen Menschen ausgenutzt zu werden. Nicht immer sind es nur die Männer, die sie als Geldautomaten ansehen. Da kommt mir sofort der Song in den Kopf „Kiosk“ von Rumpelstilz, in Schwyzer Dütsch.

Warten auf Susy vermittelt mir eine fremde Welt, in der ich froh bin, nicht leben zu müssen. Es ist hart zu lesen, wie die Frauen im Ostkongo als Kriegswaffe verwendet werden. Brutale Vergewaltigungen als Angriff auf die Ehre des Gegners und die Frauen werden doppelt gestraft, nach den erlittenen Peinigungen werden sie zusätzlich aus der eigenen Gemeinschaft ausgestoßen.

Aber die Autorin weiß auch Positives zu berichten. Wie sie in einem Park den Autoschlüssel verliert und ein Obdachloser ihr nicht das Auto samt Inhalt stiehlt, sondern den Schlüssel für sie sichert.

Christina Karrer lebt in Johannesburg und viele Männer kreuzen ihre Wege. Schonungslos erzählt sie, wie sie immer wieder zu gutgläubig ist, aber im Gegensatz zur „Weißen Massai“ schafft sie es, sich zu lösen, um dann aber wieder in die nächste Falle zu tappen. Ihr Bericht ist faszinierend, fremdartig und bringt mir die afrikanische Seele näher. Warum wählen die Afrikaner nach dem Tod des verehrten Mandela einen „Populisten, der mehrere Frauen hat, großes Charisma besitzt und gut tanzen und singen kann“?

Geduld ist nicht meine Stärke und wie der Titel bereits zeigt „Warten auf Susy“, wäre ich nicht bereit, auf einen Menschen so oft und so lange zu warten, wie Christina auf ihre Haushaltshilfe Susy. Aber Christina schreibt, Susy „steht für meine Schwächen, meinen Helferwahn, meine Sehnsucht nach Familie und Wärme“.

In Afrika ist Magie, Aberglaube und die Furcht verhext zu werden allgegenwärtig. Eine Frau mit Doktortitel schwört, dass nackte Priester in Körben fliegen können. Immer wieder schüttele ich ungläubig den Kopf über diese so andersartige Welt und als ich das Buch am Ende zuklappe, freue ich mich, dass ich in Deutschland lebe.

Wer auch gerne ein wenig in das Südafrika der letzten 25 Jahre eintauchen möchte, dem empfehle ich „Warten auf Susy“ sehr gerne.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Mord und Tratsch in Legau

Mordstreffer
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Bereits zum zehnten Mal ermitteln die Allgäuerin Sissi Sommer, von nicht so wohlmeinenden Legauern auch als ausgeschämt bezeichnet und ihr Kollege Klaus Vollmer, den es von Berlin ins Allgäu der Liebe ...

Bereits zum zehnten Mal ermitteln die Allgäuerin Sissi Sommer, von nicht so wohlmeinenden Legauern auch als ausgeschämt bezeichnet und ihr Kollege Klaus Vollmer, den es von Berlin ins Allgäu der Liebe wegen verschlagen hatte, im beschaulichen Legau. Hier kennt jeder jeden und das hat sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Jäger Andreas Auer wurde erschossen und da der gute Andreas allgemein beliebt war, kann es nur ein Wilderer gewesen sein, so zumindest die landläufige Meinung.

Ich liebe diesen dörflichen Kosmos, allen voran die Erna Dollinger, welche sich mit der Dorfmatratze Anita um den Titel der größten Tratschtante streitet, aber auch die Susanne Epple mischt kräftig mit. Schließlich sieht sie sich als die Mega Influencerin mit ihren knapp 300 Followern. Ihre Farben-Diät möchte ich lieber nicht ausprobieren, aber sie trägt viel zu meiner Erheiterung bei.

In Legau herrscht nicht Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es geht richtig zünftig zur Sache. Dreckwäsche wird gerne öffentlich gewaschen und auch vermeintlich beste Freundinnen können richtig fies sein, hier möchte ich nicht tot über dem Zaun hängen 😉.

Der Humor kommt ziemlich böse und gemein daher, aber ich liebe es. Auch das Gefrotzel innerhalb der Polizei, welches meist auf Kosten des Norddeutschen Klaus geht, bringt mich zum Lachen.

Ich rätsele gemeinsam mit der Polizei, verdächtige Jeden und bin dann doch über das Tatmotiv überrascht. Ich erweitere meinen Sprachschatz und wer auch wissen möchte, was das Amiga-Syndrom ist, dem empfehle ich „Mordstreffer“ sehr gerne weiter.

Für mich sind diese Allgäu-Krimis von Barbara Edelmann Kult geworden und ich hoffe, dass in Legau noch lange nicht die Lichter ausgehen.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Advent im Café Engel, was kann es Schöneres geben?

Kipferl, Killer, Kerzenschein
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Annemie Engel führt mit viel Leidenschaft ihr Café und freut sich auf die Weihnachtsmarkt-Saison. Leckere Torten und Tüten voller Weihnachtsplätzchen, das gefällt nicht nur Wunsch-Enkelin Noelia, auch ...

Annemie Engel führt mit viel Leidenschaft ihr Café und freut sich auf die Weihnachtsmarkt-Saison. Leckere Torten und Tüten voller Weihnachtsplätzchen, das gefällt nicht nur Wunsch-Enkelin Noelia, auch ich merke, wie mir das Wasser im Munde zerläuft. Eine tote Influencerin in ihrem Café und der Verdacht, dass sie vergiftete Torte gegessen haben soll, bedroht allerdings ihre wirtschaftliche Existenz.

Wunderbar wie die Autorin die Influencer-Mütter aufs Korn nimmt. Die Kinder haben selbstverständlich alle Doppelnamen und die Mütter wundern sich, dass ihre Kinder die Schulbrote nicht essen, obwohl „eine Scheibe veganer Käse auf dem Schrotbrot“ liegt.

Bei Elke Pistor geht es gemütlich zu, entsprechend dem Alter ihrer Protagonistin Annemie, aber trotzdem auch spannend. Ich rätsele mit und die Auflösung ist wirklich traurig. Zur Belohnung fürs mitraten warten am Ende sage und schreibe ganze 24 Rezepte für Weihnachtskekse auf mich, quasi ein Adventskalender an Rezepten. Jetzt warte ich nur noch auf jemanden, der diese für mich backt 😉 oder ich gehe einfach ins Café Engel und lasse mich dort von der Weihnachtsstimmung anstecken.

Und was habe ich aus diesem Buch gelernt? „Ich bin nicht alt, ich bin in der Blüte meiner Abnutzung.“

Mit so einem Weihnachtskrimi kann der Advent kommen und sehr gerne empfehle ich „Kipferl, Killer, Kerzenschein“ weiter

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