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Redrose

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Friedensweide, von Frieden keine Spur

Friedensweide
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Dieses Buch wird als politischer Dorfkrimi bezeichnet und dieses Genre war mir bislang unbekannt.
Angezogen hat mich das Cover mit dem dramatischen Blitz über einer kargen Landschaft.
Was mich zu erwarten ...

Dieses Buch wird als politischer Dorfkrimi bezeichnet und dieses Genre war mir bislang unbekannt.
Angezogen hat mich das Cover mit dem dramatischen Blitz über einer kargen Landschaft.
Was mich zu erwarten hatte, war mir ungewiss. Aber ich wollte mich auf das Experiment einlassen und ein Buch jenseits meiner Komfortzone lesen.

Der Anfang hat mir gut gefallen, es wurde das Dorf Friedensweide mit seinen vielen Bewohnern vorgestellt. Gleich zu Beginn wird Erwin, ein Außenseiter, verprügelt und die Suche nach dem Schuldigen beginnt.

Trotzdem es viele Handelnde gibt, war mir leider keiner von ihnen sympathisch und deshalb konnte ich ihre Handlungen auch nur schwer nachvollziehen.
Anders als im benachbarten Reutlin, welches ein straff geführtes Nazi-Dorf ist, tritt der Rassismus in Friedensweide nicht so deutlich zu tage, ist aber unterschwellig trotzdem vorhanden.

Friedensweide hat 4 Syrer aufgenommen und diese scheinbar gut integriert, trotzdem nennen auch die Dorfhonoratioren sie herablassend „die Arabs“.
Die beiden Dörfer wimmeln nur so vor lauter Unsympathen und ich kann nur hoffen, niemals an so einem Ort wohnen zu müssen.

Grundsätzlich ist die Story gut geschrieben, es wird Spannung aufgebaut, aber mir hat einfach gefehlt, dass ich für die Protagonisten Verständnis oder Sympathie aufbringen konnte.

Daher kann ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Neugierig aufgrund der guten Rezensionen

Nach dem Tod gleich links
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Eine Warnung vorweg: wer gebrochene Rippen hat, eine Rippenfellentzündung oder aus anderen gesundheitlichen Gründen möglichst nicht lachen soll, sollte dieses Buch keinesfalls lesen.
Für alle anderen ...



Eine Warnung vorweg: wer gebrochene Rippen hat, eine Rippenfellentzündung oder aus anderen gesundheitlichen Gründen möglichst nicht lachen soll, sollte dieses Buch keinesfalls lesen.
Für alle anderen spreche ich eine eindeutige Leseempfehlung aus.

Else, vom Leben bisher nicht so verwöhnte Endfünfzigerin, verliebt sich in den Schlagersänger Bernhard Bardensiehl und glaubt endlich die große Liebe gefunden zu haben. Doch das Schicksal hat anders entschieden, der Tod ist auf dem Weg, Bernhard zu holen.

In Zeiten von Massenvernichtungswaffen und Mikrowellengerichten boomt das Geschäft mit dem Tod, neue Außendienstmitarbeiter sind daher notwendig für die Firma Life Limited Ltd., ein Tod alleine ist dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen. Der neue Außendienstmitarbeiter Detlev ist noch ungeübt und deshalb bleibt Bernhard zunächst am Leben und Else kämpft mit allen Mitteln darum, dass der Tod seinen Lebensfaden nicht durchschneidet.

Wie der Tod als Firma geführt wird, in der wie in allen anderen Firmen die EDV installiert wurde und dass alleine für die Eingabe der Sintflut ein Praktikant siebeneinhalb Jahre gebraucht hat, das alles wird so witzig beschrieben, dass man manche Stellen einfach nochmal lesen muss.

Bei ihrer Mission, den geliebten Bernhard dem Tod zu entreißen, helfen Else viele andere skurrile Gestalten, die sie auf ihrem Weg kennen und der Leser lieben lernt.

Ich habe mich köstlich amüsiert, mit den einzelnen Charakteren mit gebangt und gehofft und werde Else und ihre Truppe vermissen. Darauf einen Eierlikör ;)

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Ein Buch nicht für die Tonne, sondern für die Wanne

Der Mörder heißt Sranelli
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Der Mörder heißt Sranelli ist mein erstes Wannenbuch. Ich muss gestehen, dass ich vorher noch nie von Wannenbüchern gehört habe und auch in meinem Umfeld habe ich erstaunte Gesichter gesehen, wenn ich ...



Der Mörder heißt Sranelli ist mein erstes Wannenbuch. Ich muss gestehen, dass ich vorher noch nie von Wannenbüchern gehört habe und auch in meinem Umfeld habe ich erstaunte Gesichter gesehen, wenn ich von meinem Wannenbuch berichtet habe.

Aber die Idee finde ich klasse. Gerade in der kalten Jahreszeit genieße ich ein warmes Bad und als absolute Leseratte gehört da natürlich auch ein Buch dazu. Angst, dass das Buch Spritzer abbekommt oder gar ins Wasser fällt, brauche ich bei einem Wannenbuch nicht zu haben, schließlich ist es garantiert wasserfest.

Da das Buch in 15 Minuten gelesen ist, fällt es mir schwer viel zum Inhalt zu schreiben. Es handelt sich um einen Krimi, der nach einer wahren Begebenheit erzählt wird. Die Geschichte spielt 1931 und ein findiger Kommissar und Gehirn spielen eine wichtige Rolle bei der Aufklärung eines Mordes.

Lasst euch am besten selbst ein Bad ein und lest gemütlich in der Badewanne. Toll auch als Geschenkidee geeignet.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Kriminelle Machenschaften bei der Oper

Mord bei den Festspielen
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Das Taschenbuch liegt gut in der Hand und verspricht Spannung auf fast 400 Seiten.

Ich habe zugegebenermaßen nicht viel mit der Oper am Hut; als ich bei meinem ersten Musical „Phantom der Oper“ die Operetteninszenierung ...

Das Taschenbuch liegt gut in der Hand und verspricht Spannung auf fast 400 Seiten.

Ich habe zugegebenermaßen nicht viel mit der Oper am Hut; als ich bei meinem ersten Musical „Phantom der Oper“ die Operetteninszenierung auf der Bühne sah, dachte ich Oh je, wo bin ich da nur hingeraten, anschließend wurde es dann jedoch mein All-time-Lieblingsmusical. Und die Oper ist allgegenwärtig in diesem Krimi. Kein Wunder, wird doch gleich zu Anfang der alternde Opernstar Mario Miercoledi ermordet.

Im Buch gibt es sehr viele Fußzeilen mit Erklärungen zu verschiedenen Personen und Opern und das mag manch einen abschrecken, aber wer sich nicht wirklich für die Oper interessiert, braucht die Fußzeilen ja nicht zu lesen, zumal es nicht wichtig ist für die Suche nach dem Mörder.

Verdächtige gibt es wahrlich genug, war Mario mit seinen über 80 Jahren doch herzlich unbeliebt.
Seinen Kollegen stießen die Starallüren auf und die Einflussnahme auf die Karrieren von anderen Opernsängern im Laufe seiner Zeit. In seiner Familie herrschte er als Patriarch, um den sich alles zu drehen hatte. Auch seine beiden Töchter Marietta und Mafilda hatten kein eigenes Leben, sondern begleiteten ihre Eltern auf vielen Tourneen. Mario war kein Kind von Traurigkeit und auch die betrogene Ehefrau hatte ein Motiv.

Da die Polizei mit den Verwirrungen im Opern-Dschungel offenbar überfordert ist, fühlt sich Regieassistentin und Musikwissenschaftlerin Professor Victoria Benning, Ehefrau des Kammersängers Lucas Benning bemüßigt, selbst zu ermitteln. Auch diverse Anschläge auf ihr Leben schrecken sie nicht ab. Kaum hat sie der Kommissar mit der Mahnung verlassen, nichts Gefährliches zu machen, turnt sie schon auf einem schmalen Sims im 4. Stock eines Hotels herum.

Victoria und Lucas als eingespieltes Duo mit allen Ecken und Kanten haben mir sehr gut gefallen, ein Großteil des Buches spielt am schönen Bodensee, aber es gibt auch eine Episode in Italien, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat.

Bei voraussichtlichem Urlaub in Deutschland 2020 bietet dieses Buch also auch noch Tipps für schöne Ecken um den Bodensee herum, auch wenn noch nicht sicher ist, ob die Bregenzer Festspiele dieses Jahr tatsächlich stattfinden.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Italienisches Urlaubsfeeling zum genießen

Wer will schon eine Null
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Dieses Hörbuch habe ich gemeinsam mit meinem Mann auf diversen Autofahrten gehört und so fließt auch seine Bewertung in diese Rezension mit ein.

Mein Mann wollte nicht glauben, dass Autor dieses Buches ...

Dieses Hörbuch habe ich gemeinsam mit meinem Mann auf diversen Autofahrten gehört und so fließt auch seine Bewertung in diese Rezension mit ein.

Mein Mann wollte nicht glauben, dass Autor dieses Buches ein Mann ist, der für dieses Genre zwecks Glaubwürdigkeit einen Frauennamen als Pseudonym gewählt hat. Zu gut kennt sich „Christine“ mit Edel-Schuhmarken und insbesondere Schminksachen aus.

Doch zunächst zur Handlung:

Agata, Autorin von Liebesromanen, quirlige Deutsche mit italienischen Wurzeln, wird von ihrem Chef in den Zwangsurlaub geschickt. Viel Zeit bleibt ihr nicht, der Flug geht in wenigen Stunden und das wäre bereits der blanke Horror, in aller Eile packen und zum Flughafen hetzen ist absolut nichts für mich.

Die Sekretärin des Verlegers hat es gut mit ihr gemeint und so warten jede Menge Luxus auf Agata in Apulien.

Die Beschreibungen der Unterkunft waren im Übrigen so grandios, dass ich mich erkundigen musste, ob es diesen Ort tatsächlich gibt und wer weiß, vielleicht verschlägt es uns eines Tages tatsächlich ein paar Tage in dieses kleine Paradies am Absatz des italienischen Stiefels.

Agata lernt jede Menge Leute kennen, die junge Studentin Martha ist ihr sehr sympathisch und mit Massimo und Cal buhlen plötzlich zwei attraktive Männer um ihre Aufmerksamkeit.

Das alles ist wunderbar authentisch von der Sprecherin Lisa Boos vertont und versetzt den Hörer gedanklich nach Bella Italia.

Wer also wissen möchte, wie es mit Agata und ihren Männern weitergeht und ob sie ihre Abneigung gegen Italien überwinden kann, der sollte sich dieses Hörbuch angeln oder auch das Buch.

Wer dieses Jahr auf Urlaub in Italien verzichten möchte, kann ja einfach mit einem schönen Auto durch die Gegend brausen - Autos sind übrigens auch ganz wichtig in dieser Geschichte, ich muss jetzt noch kichern, wenn ich an die Abfuhr denke, die Agata einem aufgeblasenen BMW-Fahrer erteilt hat - und das Hörbuch vermittelt einem das Gefühl, mitten in Italien zu sein. Dann zu einem netten Italiener und bei Pizza und Pasta stellt sich das mediterrane Urlaubsgefühl von allein ein.

Ein netter Nebencharakter ist übrigens auch Zeno, Agatas Zwillingsbruder, den ich sehr sympathisch finde und vielleicht gibt es ja auch zu seiner Person ein Spinn-Off, wie es für Martha bereits ein extra Buch gegeben hat.

Eine wunderbar leichter Hörgenuss, genau das Richtige für den Sommer.

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