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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2025

Ein Buch wie eine Kuscheldecke – nur schwer wieder loszulassen

Falling Like Leaves
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Es gibt Bücher, in die taucht man nicht einfach nur ein, sondern von denen wird man eingesaugt. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wie das Buch ausgeht, aber wenn man dann feststellt, dass es sich ...

Es gibt Bücher, in die taucht man nicht einfach nur ein, sondern von denen wird man eingesaugt. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wie das Buch ausgeht, aber wenn man dann feststellt, dass es sich wirklich dem Ende neigt, überkommt einen eine unglaubliche Traurigkeit. Genau so ist es mir mit diesem Buch gegangen.
Obwohl ich alterstechnisch nicht mehr zur Zielgruppe von Young Adult zähle, greife ich hin und wieder gerne zu Büchern dieses Genres. Meine Erwartungen sind dabei meistens eher gering, was den literarischen Anspruch betrifft, aber nicht immer muss es hohe Literatur sein.
Misty Wilson hat mich mit ihrem Roman aber wirklich umgeworfen. Ihre detaillierten Beschreibungen der Kleinstadt Bramble Falls haben mich das Städtchen wirklich vor meinem inneren Auge sehen lassen und ich konnte zusammen mit Ellis und Cooper durch die Straßen streifen. Aber auch die ganze Herbstatmosphäre war so glaubwürdig und eindrucksvoll beschrieben, dass ich jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren habe. Dies ging bei mir so weit, dass ich phasenweise über die Außentemperatur am Balkon überrascht war, wenn ich eine Lesepause eingelegt habe. Im ersten Augenblick konnte ich nicht nachvollziehen, warum es über 30 Grad hat, bis ich mir wieder einfiel, dass in der "richtigen" Welt gerade Hochsommer ist.
Doch nicht nur das ganze Drumherum hat dazu geführt, dass mich dieses Buch so begeistert hat. Auch mit den Charakteren hat die Autorin genau ins Schwarze getroffen. Natürlich erscheint vor allem Ellis auf den ersten Blick manchmal etwas naiv, störrisch und kindisch. Doch hier muss man sich immer wieder das Alter der Charaktere und auch der Zielgruppe vor Augen rufen. Denn wenn man dies berücksichtigt, sind sowohl das Verhalten von Ellis als auch ihre Sorgen, Ängste und Kommunikationsschwierigkeiten verständlich und nachvollziehbar.
Cooper ist der klassische Teenagerschwarm, herzensgut, freundlich, hilfsbereit und natürlich unglaublich gutaussehend. Hier hätte man fast das Gefühl bekommen können, dass die Autorin ein klein wenig zu sehr in die Klischeekiste greift. Doch Misty Wilson hat auch hier wieder elegant die Kurve bekommen und Cooper ein paar unerwartete Details eingebaut. Auf diese möchte ich aber, aufgrund von Spoilergefahr, nicht näher eingehen.
Apropos Spoilergefahr: Die Geschichte an sich ist an vielen Stellen vorhersehbar und es gibt nur einige wenige Überraschungen. Bei einem Liebesroman, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet, hätte mich dies vielleicht dazu verleitet, dass ich bei der Bewertung Punkte abziehe. In diesem Fall hat es mich aber nicht gestört. Dies liegt vor allem daran, dass es eben doch die eine oder andere mehr oder weniger unerwartete Wendung gab. Andererseits finde ich aber bei Young Adult Büchern eher die Charakterentwicklung ausschlaggebend. Auch diesen Punkt konnte Misty Wilson meiner Meinung nach mit Bravour erledigen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und wie bereits anfangs erwähnt, konnte sie die herbstliche Stimmung und das Kleinstadtlebensgefühl perfekt einfangen. Beides ist ein absoluter Pluspunkt des Buches und hebt es auch von anderen Büchern dieses Genres ab. Das Einzige, dass mir ein klein wenig sauer aufstößt ist, dass ich das Buch leider schon beendet habe und mich von Bramble Falls und von ganz vielen liebgewonnen Charakteren verabschieden musste. Denn auch die Nebencharaktere haben sich einen Platz in meinem Herzen erobert.
Für dieses Buch möchte ich wirklich von ganzem Herzen eine Leseempfehlung aussprechen. Und zwar besonders auch für Personen die eigentlich nicht zur Zielgruppe gehören. Dieses Buch ist perfekt für alle, die die deutsche Erstausstrahlung von Gilmore Girls, One Tree Hill und ähnlichen Serien erlebt haben.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Herbstzauber mit Hufspuren

Ein Einhorn namens Oktober
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Obwohl der kleine Leser bereits eine ziemlich umfangreiche Kinderbuchsammlung hat, muss ich zugeben, dass bis dato noch kein Buch über Einhörner dabei war. Dies lag vor allem daran, dass mir die meisten ...

Obwohl der kleine Leser bereits eine ziemlich umfangreiche Kinderbuchsammlung hat, muss ich zugeben, dass bis dato noch kein Buch über Einhörner dabei war. Dies lag vor allem daran, dass mir die meisten Einhörner zu grell und zu kitschig waren. Dieses Buch hat mich vor allem dadurch angesprochen, neben dem sehr interessanten Klappentext, dass die Farbgestaltung eher ein wenig gedeckt und zurückhaltend ist. Und glücklicherweise hat mich der erste Eindruck nicht in die Irre geführt und das Buch konnte uns wirklich verzaubern.
Dieses Buch vermittelt für mich ein wunderbares Herbstgefühl und lässt mich in der Sommerhitze von flauschigen Decken, langen Spaziergängen im Wald und warmen Tee träumen. Die Illustrationen von Juliana Kralik sind wirklich stimmungsvoll und passen hervorragend zu der Geschichte. Die Farben hat sie mit Bedacht ausgewählt und durchwegs dominieren die Braun, Gold und Rosatöne. Natürlich darf aber auch das eine oder andere kitschig-bunte Detail nicht fehlen und auch der unvermeidliche Regenbogen findet seinen Platz.
Die Autorin Maria Höck hat mit Oktober einen wirklich entzückenden Charakter erschaffen. Der obwohl natürlich als Fantasiewesen nicht real, doch für die kleinen Leser greifbar und verständlich ist. Doch natürlich muss Oktober sein Abenteuer nicht allein bestehen und so dürfen wir noch viele weitere magische Wesen, darunter natürlich vornehmlich Einhörner, kennenlernen. Gerade Oktobers bester Freund hat mich besonders begeistert. Wobei ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen möchte, um nicht unabsichtlich zu spoilern.
Die Geschichte ist wohldurchdacht und auf jeden Fall kindgerecht verfasst, aber auch als Erwachsene hat man Spaß am Betrachten der Bilder und am Vorlesen der Geschichte. Die Texte sind nicht in Reimform verfasst und haben durchaus eine beachtliche Länge. Wobei ich dies für das empfohlene Lesealter von 4 Jahren als angemessen empfinde. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach aber auch für jüngere Kinder. Je nach Bucherfahrung der Kinder kann es aber eventuell vorteilhaft oder notwendig sein, dass Buch auf mehreren Etappen zu lesen. Der kleine Leser mit gut zwei Jahren und relativ viel Bucherfahrung hatte aber keine Probleme mit der Länge der Texte und viel Spaß mit dem Buch.
"Ein Einhorn namens Oktober" besticht aber nicht nur durch die Optik und einer netten Geschichte. Wie in Kinderbüchern üblich und meiner Meinung nach auch notwendig und sinnvoll, gibt es eine Moral von der Geschichte. Auch an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen, um nicht zu spoilern. Uns hat die Aussage des Buches aber sehr gut gefallen und was fast noch viel wichtiger ist, es handelt sich um eine sehr wertvolle und wichtige Lektion, die man in diesem Buch lernen kann.
Obwohl das Buch eindeutig ein Herbstbuch ist, kann es meiner Meinung nach auch unabhängig von der Jahreszeit gelesen werden. In unserem Fall wird dies auch durchaus der Fall sein, denn Oktober und die suche nach seiner Zauberkraft hat uns einfach verzaubert.
Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, das ich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Und zwar nicht nur Fans von Einhörnern.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Zwischen Tiefgang und Leerlauf – eine ambivalente Leseerfahrung

Where I Left My Heart
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Bei manchen Büchern weiß man schon nach wenigen Seiten, dass man begeistert ist, bei anderen hat man das gegenteilige Gefühl. Bei diesem Buch habe ich mal das eine, mal das andere gefühlt. Und auch jetzt, ...

Bei manchen Büchern weiß man schon nach wenigen Seiten, dass man begeistert ist, bei anderen hat man das gegenteilige Gefühl. Bei diesem Buch habe ich mal das eine, mal das andere gefühlt. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bleiben gemischte Gefühle bei mir zurück.
Pluspunkte sammelt Julia Niederstraßer auf jeden Fall für das "Museum of broken hearts". Wobei man hierbei hinzufügen muss, dass es dieses Museum wirklich gibt. Die Autorin hat nur den Namen ein klein wenig variiert. Denn in Wirklichkeit heißt es "Museum of broken relationships" und hat seinen Stammsitz in Zagreb. Aber auch wenn die Idee dafür nicht von ihr stammt, gefällt mir die Einbindung des Museums in die Geschichte sehr gut. Gerade die kurzen Beschreibungen der Exponate zu Beginn der meisten Kapitel hat mich emotional sehr getroffen. Ich habe nicht nachgeprüft, ob sich die Autorin an realen Geschichten aus dem Museum bedient hat oder eigene erfunden hat. Diese Frage ist aber eigentlich auch unerheblich.
Weitere Pluspunkte kann die Autorin für ihre beiden Hauptcharaktere der Geschichte sammeln. Mit Juna und Link hat sie zwei Personen erschaffen die glaubwürdig und alles andere als perfekt sind. Mich persönlich stört es immer ein wenig, dass in allen Liebesromanen die Charaktere natürlich immer wunderschön, erfolgreich und perfekt sind. Juna und Link weichen beide von der Norm ab, Juna vor allem durch ihre Krankheitsgeschichte. Denn sie hat, gleich wie die Autorin, Skoliose. Ich finde es äußerst positiv, dass die Autorin dies in ihre Geschichte einfließen hat lassen. Denn dadurch verleiht sie der Geschichte Tiefe und hebt sich damit deutlich von anderen Büchern des gleichen Genres ab.
Dennoch habe ich wie erwähnt gemischte Gefühle, wenn es um die Bewertung des Buches geht. Denn, obwohl ich die Personen sehr interessant fand und ich auch den einen oder anderen Denkanstoß aus dem Buch mitgenommen habe, war das Buch phasenweise äußerst langatmig. Das lag für mich vor allem daran, dass streckenweise einfach nicht besonders viel passiert, sich die Protagonisten im Kreis drehen und seitenlange, innere Monologe geführt werden. Mir ist bewusst, dass dies eine sehr realistische Darstellung ist und normalerweise befürworte ich Realismus in Liebesromanen, aber dies war mir dann doch ein wenig zu viel des Guten.
Andererseits ging es mir an gewissen Stellen nicht weit genug. Denn ich hätte gerne mehr über die Vergangenheit von Juna und Link erfahren. Wäre gerne tiefer in ihre Beziehung abgetaucht und hätte erlebet, wie sie an den Punkt gekommen sind, an dem sie sich zu Beginn des Buches eben befinden. Hier belässt es die Autorin aber mit wenigen Sätzen hier und dort. Auch das Thema Skoliose hätte für meinen Geschmack noch stärker thematisiert werden können.
Der Schreibstil der Autorin hat mir durchaus zugesagt. Ihre Beschreibungen der Personen und Orte fand ich interessant und sehr detailreich. Dadurch konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. Auf emotionaler Ebene hat mich das Buch phasenweise sehr berührt. Dies lag aber wie bereits erwähnt eher an den Beschreibungen der Exponate als an der Anziehungskraft zwischen Juna und Link.
Obwohl mich die Geschichte nicht komplett überzeugen könnte, möchte ich doch eine Empfehlung für das Buch aussprechen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Gedankentiefe trifft Ratlosigkeit – Hannah Lühmanns Gesellschaftsspiegel

Heimat
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Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen ...

Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen wurde, befürwortet habe, so konnte ich sie zumindest nachvollziehen. Mit dem Ende des Buches hat die Autorin Hannah Lühmann mich allerdings verloren.
Wobei ich hier bei erwähnen muss, dass ich weder ein Problem mit einem Ende habe, dass kein Happy End ist, `nennt man das dann eigentlich No Happy End, noch mit einem offenen Ende bzw einem Ende an dem nicht alle Handlungsstränge komplett aufgelöst und zu Ende geführt wurden.
Doch was sich Hannah Lühmann bei diesem Ende gedacht hat, ist mir einfach komplett unklar. Wenn ihr Ziel es war, dass man über das Buch nachdenkt und sich über die Gesellschaft und ihre Entwicklung Gedanken macht, dann hätte sie meiner Meinung nach nicht viel tun müssen. Denn das Buch bietet so viel Potential, dass man sich wochenlang den Kopf zerbrechen könnte. Mich beschleicht eher das Gefühl, dass die Autorin am Ende Schwierigkeiten hatte das Buch zu beenden. Die Geschichte ist wohldurchdacht, sehr gut konstruiert und so nah an der Realität, dass es einen beim Lesen fast körperlich schmerzt. Man spürt zwischen den Zeilen, welche Meinung Hannah Lühmann über die Dinge hat, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht mit dem erhobenen Zeigefinger droht und die Leserin oder den Leser in eine bestimmte Richtung drängen möchte. Dies hätte sie aber tun müssen, wenn sie das Ende anders gestaltet hätte, dann hätte sie Farbe bekennen und ihre Position offenbaren müssen.
Dieses Buch beschreibt für mich auf sehr eindrucksvolle Weise wie es besonders charismatische Menschen es schaffen einen in seinen Bann zu ziehen und einen Glauben zu lassen, dass die Meinung der „Führerin“ schon immer die eigene war. Oder im besten Fall, kennt man seine eigene Meinung noch, möchte sie aber nicht laut teilen, da der Leithammel ein Problem damit hat. Außerdem zeigt das Buch sehr schonungslos wie toxisch und hinterhältig die Mütter-Bubble ist.
Viele der angesprochenen Glaubenssätze in diesem Buch habe ich selbst zu hören bekommen. Gerade das Thema „Fremdbetreuung“, wobei ich persönlich das Wort an sich verabscheue und lieber außerhäusliche Betreuung sage (und ja, mir ist bewusst, wie woke das klingt) bringt meiner Meinung nach das schlimmste in den Müttern hervor.
Die Autorin spricht viele wichtige und kontroverse Themen in diesem Buch an, vor allem Themen aus dem Bereich Kindererziehung, Partnerschaft und Politik. Und in allen Fällen bewegt sie sich immer mehr im Bereich der Extreme und lässt vieles im Dunkeln. So ist zum Beispiel Gewalt in der Familie ein immer wiederkehrendes Thema, wohingegen nicht ganz klar ist wer Opfer und wer Täter ist. Wobei sich hierbei die Frage stellt, ob das überhaupt eine Rolle spielt.
Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine ungekürzte Version, was ich persönlich sehr befürworte. Mit 4,5 Stunden ist die Zeit aber wirklich auch überschaubar. Daher bin ich froh, dass der Argon Verlag nicht auch noch Kürzungen vorgenommen hat. Gelesen wird das Hörbuch von Heike Warmuth. Die Auswahl des Verlages kann ich an dieser Stelle nur befürworten und beglückwünschen. Die Stimme der Sprecherin passt hervorragend zum Text und man kann die Emotionen wirklich sehr gut spüren. Für mich persönlich gewinnt der Text durch die Stimme von Heike Warmuth noch einmal an Tiefe.
Aufgrund des für mich extrem unbefriedigenden Endes kann ich leider nur eine durchschnittliche Bewertung geben. Ohne das Ende wäre dies wieder einmal ein 5 Sterne Buch. Da ich mich aber ziemlich allein und verloren nach der Lektüre gefühlt habe, muss ich leider kleine Abstriche machen. Trotzdem ist dies meiner Meinung nach eine durchaus lesenswerte Geschichte.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Freude, Reime und Fernweh - Das 2te Abenteuer mit Giraffenhund und Kratzbürste

Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Tokio
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Da uns das erste Abenteuer von Giraffenhund und Kratzbürste so begeistert hat, mussten wir natürlich gleich auch noch den zweiten Teil lesen. Und wie erhofft, wurden wir auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Interessanterweise ...

Da uns das erste Abenteuer von Giraffenhund und Kratzbürste so begeistert hat, mussten wir natürlich gleich auch noch den zweiten Teil lesen. Und wie erhofft, wurden wir auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Interessanterweise hat die Autorin bei diesem Buch mit einem anderen Illustrator zusammengearbeitet. Beim ersten Buch war Kathleen Hoffmann für die wunderschönen und äußerst aussagekräftigen Bilder zuständig so ist es beim zweiten Teil Michael Stapper. Diese Tatsache hat mich im ersten Augenblick ein wenig abgeschreckt, da ich befürchtet habe, dass sich am Stil der Bilder etwas geändert haben könnte. Zu meinem großen Erstaunen und auch zu meiner großen Begeisterung kann ich aber sagen, dass es mir im ersten Augenblick überhaupt nicht aufgefallen wäre.
Die Illustrationen passen wieder perfekt zum Text und lassen diesen umso lebendiger wirken. Die Reime sind gewohnt gut gemacht, obwohl es wieder den einen oder anderen unsauberen oder holprigen Reim gibt. Dies sehe ich der Autorin Isabelle Schelling aber gerne nach. Immerhin besitzt das Buch doch eine stattliche Länge auf, in Bezug auf die Anzahl der Reime und das empfohlene Lesealter. Da habe ich schon deutlich kürzere Bücher, bzw. Bücher mit einer merklich geringen Anzahl an Reimen gelesen, bei denen die Anzahl der unsauberen Reime eklatant höher war.
Das Schema des Buches ist ziemlich ident mit dem des ersten Buches. Für uns war dies äußerst positiv, da wir, wie bereits anfangs erwähnt vom ersten Teil begeistert waren. Auch dieses Mal gibt es wieder die lustigen Dialoge zwischen Giraffenhund und Kratzbürste und wir durften uns wieder einmal über die Unterschiedlichkeit der beiden amüsieren.
Auch dieses Mal handelt es sich wieder nicht um einen Reiseführer für Kinder. Wer also so etwas sucht, sollte sich eher woanders umschauen. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich dieses Buch hervorragend dazu eignet bereits kleinen Kinder, das empfohlene Lesealter ist mit ab 5 Jahren angegeben, die Stadt Tokio und die Kultur Japans ein wenig näher zu bringen. Auch als Einstimmung, wenn man entweder vor hat mit dem Kind oder den Kindern dorthin zu reisen ist das Buch einfach optimal.
Es werden einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Tokio beschrieben und man lernt auch dies und das über das richtige Verhalten in Japan. Als großen Pluspunkt empfinde ich, dass man so gar noch ein paar japanische Wörter kennenlernt.
Das empfohlene Lesealter mit 5 Jahren finde ich durchaus angemessen. Mit Kindern dieses Alters kann man das Gelesene dann auch schon leichter besprechen und eventuell mit Hilfe von anderen Büchern das Wissen noch vertiefen. Das Buch ist aber durchaus auch schon für ein jüngeres Publikum geeignet. Der 2jährige kleine Leser in unserem Haushalt hat das Buch sehr genossen und sich über die ungleichen Freunde sehr amüsiert. Wobei ich, wie immer, dazusagen muss, dass der kleine Leser eine (Vor-)Leseratte ist und Bücher in dieser Länge für ihn normal sind. Andere Kinder in dem Alter sind eventuell mit der Länge überfordert.
Wir haben die Reise mit Giraffenhund und Kratzbürste wirklich sehr genossen und können dieses Buch aus vollem Herzen weiterempfehlen. Leider muss ich aber diese Rezension mit einem lachenden und einem weinenden Auge schreiben. Das weinende Auge kommt daher, dass ich bis dato noch keine Informationen über einen dritten Band gefunden habe. Ich hoffe aber, dass sich dies bald noch ändert und wir uns zeitnah wieder auf ein wunderbar unterhaltsames und informatives Reiseabenteuer mit unseren Freunden machen dürfen.

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