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Veröffentlicht am 19.08.2025

Gedankentiefe trifft Ratlosigkeit – Hannah Lühmanns Gesellschaftsspiegel

Heimat
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Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen ...

Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen wurde, befürwortet habe, so konnte ich sie zumindest nachvollziehen. Mit dem Ende des Buches hat die Autorin Hannah Lühmann mich allerdings verloren.
Wobei ich hier bei erwähnen muss, dass ich weder ein Problem mit einem Ende habe, dass kein Happy End ist, `nennt man das dann eigentlich No Happy End, noch mit einem offenen Ende bzw einem Ende an dem nicht alle Handlungsstränge komplett aufgelöst und zu Ende geführt wurden.
Doch was sich Hannah Lühmann bei diesem Ende gedacht hat, ist mir einfach komplett unklar. Wenn ihr Ziel es war, dass man über das Buch nachdenkt und sich über die Gesellschaft und ihre Entwicklung Gedanken macht, dann hätte sie meiner Meinung nach nicht viel tun müssen. Denn das Buch bietet so viel Potential, dass man sich wochenlang den Kopf zerbrechen könnte. Mich beschleicht eher das Gefühl, dass die Autorin am Ende Schwierigkeiten hatte das Buch zu beenden. Die Geschichte ist wohldurchdacht, sehr gut konstruiert und so nah an der Realität, dass es einen beim Lesen fast körperlich schmerzt. Man spürt zwischen den Zeilen, welche Meinung Hannah Lühmann über die Dinge hat, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht mit dem erhobenen Zeigefinger droht und die Leserin oder den Leser in eine bestimmte Richtung drängen möchte. Dies hätte sie aber tun müssen, wenn sie das Ende anders gestaltet hätte, dann hätte sie Farbe bekennen und ihre Position offenbaren müssen.
Dieses Buch beschreibt für mich auf sehr eindrucksvolle Weise wie es besonders charismatische Menschen es schaffen einen in seinen Bann zu ziehen und einen Glauben zu lassen, dass die Meinung der „Führerin“ schon immer die eigene war. Oder im besten Fall, kennt man seine eigene Meinung noch, möchte sie aber nicht laut teilen, da der Leithammel ein Problem damit hat. Außerdem zeigt das Buch sehr schonungslos wie toxisch und hinterhältig die Mütter-Bubble ist.
Viele der angesprochenen Glaubenssätze in diesem Buch habe ich selbst zu hören bekommen. Gerade das Thema „Fremdbetreuung“, wobei ich persönlich das Wort an sich verabscheue und lieber außerhäusliche Betreuung sage (und ja, mir ist bewusst, wie woke das klingt) bringt meiner Meinung nach das schlimmste in den Müttern hervor.
Die Autorin spricht viele wichtige und kontroverse Themen in diesem Buch an, vor allem Themen aus dem Bereich Kindererziehung, Partnerschaft und Politik. Und in allen Fällen bewegt sie sich immer mehr im Bereich der Extreme und lässt vieles im Dunkeln. So ist zum Beispiel Gewalt in der Familie ein immer wiederkehrendes Thema, wohingegen nicht ganz klar ist wer Opfer und wer Täter ist. Wobei sich hierbei die Frage stellt, ob das überhaupt eine Rolle spielt.
Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine ungekürzte Version, was ich persönlich sehr befürworte. Mit 4,5 Stunden ist die Zeit aber wirklich auch überschaubar. Daher bin ich froh, dass der Argon Verlag nicht auch noch Kürzungen vorgenommen hat. Gelesen wird das Hörbuch von Heike Warmuth. Die Auswahl des Verlages kann ich an dieser Stelle nur befürworten und beglückwünschen. Die Stimme der Sprecherin passt hervorragend zum Text und man kann die Emotionen wirklich sehr gut spüren. Für mich persönlich gewinnt der Text durch die Stimme von Heike Warmuth noch einmal an Tiefe.
Aufgrund des für mich extrem unbefriedigenden Endes kann ich leider nur eine durchschnittliche Bewertung geben. Ohne das Ende wäre dies wieder einmal ein 5 Sterne Buch. Da ich mich aber ziemlich allein und verloren nach der Lektüre gefühlt habe, muss ich leider kleine Abstriche machen. Trotzdem ist dies meiner Meinung nach eine durchaus lesenswerte Geschichte.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Freude, Reime und Fernweh - Das 2te Abenteuer mit Giraffenhund und Kratzbürste

Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Tokio
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Da uns das erste Abenteuer von Giraffenhund und Kratzbürste so begeistert hat, mussten wir natürlich gleich auch noch den zweiten Teil lesen. Und wie erhofft, wurden wir auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Interessanterweise ...

Da uns das erste Abenteuer von Giraffenhund und Kratzbürste so begeistert hat, mussten wir natürlich gleich auch noch den zweiten Teil lesen. Und wie erhofft, wurden wir auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Interessanterweise hat die Autorin bei diesem Buch mit einem anderen Illustrator zusammengearbeitet. Beim ersten Buch war Kathleen Hoffmann für die wunderschönen und äußerst aussagekräftigen Bilder zuständig so ist es beim zweiten Teil Michael Stapper. Diese Tatsache hat mich im ersten Augenblick ein wenig abgeschreckt, da ich befürchtet habe, dass sich am Stil der Bilder etwas geändert haben könnte. Zu meinem großen Erstaunen und auch zu meiner großen Begeisterung kann ich aber sagen, dass es mir im ersten Augenblick überhaupt nicht aufgefallen wäre.
Die Illustrationen passen wieder perfekt zum Text und lassen diesen umso lebendiger wirken. Die Reime sind gewohnt gut gemacht, obwohl es wieder den einen oder anderen unsauberen oder holprigen Reim gibt. Dies sehe ich der Autorin Isabelle Schelling aber gerne nach. Immerhin besitzt das Buch doch eine stattliche Länge auf, in Bezug auf die Anzahl der Reime und das empfohlene Lesealter. Da habe ich schon deutlich kürzere Bücher, bzw. Bücher mit einer merklich geringen Anzahl an Reimen gelesen, bei denen die Anzahl der unsauberen Reime eklatant höher war.
Das Schema des Buches ist ziemlich ident mit dem des ersten Buches. Für uns war dies äußerst positiv, da wir, wie bereits anfangs erwähnt vom ersten Teil begeistert waren. Auch dieses Mal gibt es wieder die lustigen Dialoge zwischen Giraffenhund und Kratzbürste und wir durften uns wieder einmal über die Unterschiedlichkeit der beiden amüsieren.
Auch dieses Mal handelt es sich wieder nicht um einen Reiseführer für Kinder. Wer also so etwas sucht, sollte sich eher woanders umschauen. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich dieses Buch hervorragend dazu eignet bereits kleinen Kinder, das empfohlene Lesealter ist mit ab 5 Jahren angegeben, die Stadt Tokio und die Kultur Japans ein wenig näher zu bringen. Auch als Einstimmung, wenn man entweder vor hat mit dem Kind oder den Kindern dorthin zu reisen ist das Buch einfach optimal.
Es werden einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Tokio beschrieben und man lernt auch dies und das über das richtige Verhalten in Japan. Als großen Pluspunkt empfinde ich, dass man so gar noch ein paar japanische Wörter kennenlernt.
Das empfohlene Lesealter mit 5 Jahren finde ich durchaus angemessen. Mit Kindern dieses Alters kann man das Gelesene dann auch schon leichter besprechen und eventuell mit Hilfe von anderen Büchern das Wissen noch vertiefen. Das Buch ist aber durchaus auch schon für ein jüngeres Publikum geeignet. Der 2jährige kleine Leser in unserem Haushalt hat das Buch sehr genossen und sich über die ungleichen Freunde sehr amüsiert. Wobei ich, wie immer, dazusagen muss, dass der kleine Leser eine (Vor-)Leseratte ist und Bücher in dieser Länge für ihn normal sind. Andere Kinder in dem Alter sind eventuell mit der Länge überfordert.
Wir haben die Reise mit Giraffenhund und Kratzbürste wirklich sehr genossen und können dieses Buch aus vollem Herzen weiterempfehlen. Leider muss ich aber diese Rezension mit einem lachenden und einem weinenden Auge schreiben. Das weinende Auge kommt daher, dass ich bis dato noch keine Informationen über einen dritten Band gefunden habe. Ich hoffe aber, dass sich dies bald noch ändert und wir uns zeitnah wieder auf ein wunderbar unterhaltsames und informatives Reiseabenteuer mit unseren Freunden machen dürfen.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Farbenfroh, gereimt und voller Gefühl – Giraffenhund & Kratzbürste erobern Paris

Giraffenhund und Kratzbürste
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Dieses Buch war für mich eine zufällige Entdeckung, aber ich bin sehr froh, dass ich es gefunden habe. Denn sowohl die Illustrationen als auch die Charaktere und die Geschichte selbst haben uns begeistern ...

Dieses Buch war für mich eine zufällige Entdeckung, aber ich bin sehr froh, dass ich es gefunden habe. Denn sowohl die Illustrationen als auch die Charaktere und die Geschichte selbst haben uns begeistern können.
Die beiden Hauptdarsteller des Buches Giraffenhund und Kratzbürste könnten von ihrem Aussehen, Wesen und Charakter nicht unterschiedlicher sein. Trotzdem verbindet sie eine tiefe Freundschaft und Liebe. Dies ist sowohl durch die Worte als auch die Bilder sehr gut spürbar. Sowohl für die Erwachsenen als auch für den jungen Leser.
Die Illustrationen von Kathleen Hoffmann sind lustig, farbenfroh und detailreich. So verspüren einen unglaublichen Charme und haben uns zum Lachen gebracht. Die Essenz der Geschichte wird durch die Bilder noch einmal verdeutlicht und die Einblicke, die man von Paris bekommt, sind wirklich realistisch. Der Zeichenstil ist sehr modern und gefällt mir sehr gut.
Die Autorin Isabell Schelling hat sich die harte Arbeit angetan und den kompletten Text in Reimform verfasst. Ich bin ein großer Fan von gereimtem Text in Kinderbüchern, sofern dieser gut gereimt ist, da diese Art der Erzählweise vor allem bei kleinen Kindern die Sprachentwicklung fördert. Leider probieren sich sehr viele daran und scheitern kläglich. Auch in diesem Buch ist der eine oder andere unsaubere oder holprige Reim zu finden. Dennoch muss ich sagen, dass ich wirklich sehr zufrieden bin und das Vorlesen der Geschichte mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich vermutet, dass es sich hierbei in gewisser Weise um einen Reiseführer für Kinder handelt. Daher war ich im ersten Augenblick ein wenig enttäuscht, wie wenig Informationen über Paris in diesem Buch enthalten sind. Der kleine Leser hat dann aber meine Perspektive wieder ein wenig geradegerückt. An keiner Stelle wird erwähnt, dass es sich hierbei um einen Reiseführer handelt und meine Erwartungen waren einfach völlig utopisch. Trotzdem bietet das Bild einen sehr schönen Einblick in die Sehenswürdigkeiten von Paris und kann hervorragend als Einstimmungsbuch für eine Reise dorthin genutzt werden.
Dem kleinen Leser hat die Geschichte sehr gut gefallen, er mag die beiden Charaktere Giraffenhund und Kratzbürste sehr gerne und freut sich schon auf weitere Abenteuer. Bei Kinderbüchern finde ich immer wichtig, dass sie nicht nur gut unterhalten, sondern entweder auch noch Wissen vermitteln oder eine wichtige Botschaft haben. Dieses Buch schafft alles zusammen. Wir haben uns gut unterhalten gefühlt, der kleine Leser hat einiges über Paris gelernt und außerdem zeigt das Buch eine eher ungewöhnliche Freundschaft. Botschaften vermittelt das Buch so einige und alle davon finde ich wichtig: Es ist okay, wenn man Angst vor dem Unbekannten hat, man muss nicht gleich sein, um sich gern zu haben, es passieren manchmal großartige Sache, wenn man über seinen Schatten springt, zusammen macht alles mehr Spaß und noch viele mehr.
Kratzbürste und Giraffenhund haben sich auf jeden Fall zu Recht einen Platz in unserm Herzen und unserem Bücherregal erobert. In beidem haben wir auch gleich noch Platz gelassen, denn der Abschluss des Buches lässt vermuten, dass die beiden noch weitere Reisen und weitere Abenteuer erleben werden. Und für uns ist eines klar, da werden wir definitiv dabei sein!

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Sophie Schoenwalds Zoo: Ein Ort zum Verlieben und Wiederkommen

Die großen Spiele im Zoo
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Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer Sophie Schoenwald ist, hätte ich keine Ahnung gehabt und wahrscheinlich vermutet, dass es sich um eine deutsche Schauspielerin handelt. Mittlerweile kenne ich ...

Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer Sophie Schoenwald ist, hätte ich keine Ahnung gehabt und wahrscheinlich vermutet, dass es sich um eine deutsche Schauspielerin handelt. Mittlerweile kenne ich sie und vor allem ihre Bücher sehr gut. Einige ihrer Werke haben bereits in unser Bücherregal einziehen dürfen und es werden sicher noch mehr werden.
Vor allem von den Zoo Büchern werden sicherlich noch viele bei uns ein Zuhause finden dürfen. Denn Zoodirektor Ungestüm, Ignaz Pfefferminz Igel und die anderen Zoobewohner haben uns wirklich sehr gut gefallen und unterhalten.
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den siebten Band der „Zoo-Reihe“. Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden sind unserer Meinung nach nicht notwendig für ein außerordentlich unterhaltsames Lesevergnügen. Doch wie bereits anfangs erwähnt, kann es passieren, dass man sich in die Zoobewohner verliebt und dann unbedingt auch noch die anderen Bücher haben möchte.
Für die Illustrationen ist Günther Jakobs verantwortlich und meiner Meinung nach, hat er einen hervorragenden Job gemacht. Die Zeichnungen sind handwerklich gut gemacht, detailreich und ausdrucksstark. Die Farbzusammenstellung ist sehr gelungen und harmonisch. Die Gesichtsausdrücke der Tiere sind teilweise zum Schießen komisch und auch für jüngere Kinder eindeutig identifizierbar. Obwohl die Tiere natürlich zu einem gewissen Grad vermenschlicht werden, immerhin veranstalten sie olympische Spiele, sind sie doch recht realistisch dargestellt. Soweit man einen Koala mit Schwimmreifen als realistisch bezeichnen kann, aber ich denke, es ist klar, was ich damit sagen möchte.
Die Geschichte selbst finde ich auch sehr gelungen. Das Buch hat ein empfohlenes Lesealter ab 4 Jahren und ist wie in dem Altersbereich üblich nicht mehr in Reimform verfasst. Die Wortwahl ist für die Altersgruppe angemessen und auch die Länge der Texte finde ich passend. Ich persönlich kann das Buch auch für jüngere Kinder empfehlen, wobei ich als Einschränkung anmerken muss, dass der 2-jährige kleine Leser es bereits gewohnt ist, Bücher aus dieser Altersklasse vorgelesen zu bekommen. Daher ist für den kleinen Leser die Länge der Texte kein Problem mehr. Für andere Gleichaltrige mag es eventuell noch ein wenig zu herausfordernd sein.
Leider muss ich aber dieses Mal auch ein klein wenig Kritik üben. Die Grundidee des Buches und auch die Umsetzung finde ich im Großen und Ganzen sehr gelungen. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man den Aspekt des Verlierens ein wenig näher erörtern hätte können. Ich finde ich großartig, dass die verschiedenen Wettkämpfe angepasst werden, wenn auch leider nicht alle, damit auch andere Tiere ihre Stärken ausüben können. Hierbei wird den Kindern auf sehr ansprechende Weise vermittelt, dass jeder von den Tieren und auch von uns, andere Stärken und Schwächen hat. Dennoch kann man im Leben nicht immer gewinnen und auch wenn es eine harte und unerfreuliche Lektion ist, so denke ich doch, dass man es vierjährigen Kindern bereits zumuten können muss, dies zu lernen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch gar nicht so niedrig, dass sie es auch am eigenen Leib erfahren.
Der kleine Leser mag das Buch aber wirklich sehr und sucht es immer wieder bewusst aus dem Bücherregal heraus. Für mich ein Zeichen, dass das Duo Sophie Schoenwald und Günther Jakobs hier ganz viel richtig gemacht haben.
Daher kann ich nur eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, denn trotzdem ich so meine kleinen Kritikpunkte habe, muss ich dennoch zugeben, dass ich beim (Vor-)Lesen des Buches sehr häufig sehr herzlich gelacht habe.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ich bin besseres von Marc-Uwe Kling gewöhnt

Neon und Bor
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An Marc-Uwe Kling kommt man nicht vorbei, oder nur schwer, vor allem wenn man Kinder hat. Denn Marc-Uwe Kling ist überall. Sowohl in den Bücherregalen für Kleinstkinder als auch bei den Kleinkindern, bei ...

An Marc-Uwe Kling kommt man nicht vorbei, oder nur schwer, vor allem wenn man Kinder hat. Denn Marc-Uwe Kling ist überall. Sowohl in den Bücherregalen für Kleinstkinder als auch bei den Kleinkindern, bei Kindern und natürlich auch bei den Erwachsenen. Er ist gut, keine Frage, er ist lustig, zumindest meistens und er ist überall. Vielleicht liegt es an letzterem, dass ich mit diesem Buch nicht mehr ganz so zufrieden bin. Möglicherweise leide ich unter einer Überdosis MUK.
Denn im Großen und Ganzen ist das Buch eigentlich gar nicht schlecht, bzw. eigentlich müsste ich sagen, ist das Hörbuch, welches natürlich, trommelwirbel von Marc-Uwe Kling selbst gelesen wird, recht lustig. Aber auch ein wenig viel, also eigentlich eher ein wenig zu viel. Ein wenig zu viel von allem. Getestet wurde das Hörbuch sowohl an der Zielgruppe, also annähernd an der Zielgruppe, denn das Buch ist ab 6 Jahre und die Testhörerin ist knapp sechs, aber wer wird so hier schon so kleinlich sein und an einer Erwachsenen, die in der letzten Zeit, ganz viel MUK abbekommen hat. Beide haben sich phasenweise sehr über das Buch amüsiert, wohlgemerkt zumeist an unterschiedlichen Stellen. Aber ich denke, dies ist vom Autor auch so beabsichtigt.
Wie man es von dem Autor gewohnt ist, nimmt er weder das Leben noch sich selbst allzu ernst. Daher fand die Erwachsene vor allem die Referenzen zu seinen anderen Büchern, und von denen gab es einige, also sowohl Querverweise also auch Bücher, besonders amüsant. Die kindliche Hörerin hat sich über das Verhalten und die Ideen von Neon und Bor sehr amüsiert. Wobei man gemerkt hat, dass sie einige der Dinge nicht verstanden hat, obwohl es doch viele Erklärungen gibt und einige Lacher ein wenig verpufft sind auf Grund der viel Zahl an Dingen.
Die grundsätzliche Idee des Buches fand ich, die Erwachsene, eigentlich ganz gut. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich der Autor hier ein wenig verstrickt hat. Und zwar in der Idee ein Kinderbuch zu schreiben, dass die Erwachsenen genauso gut unterhält wie die Kinder. Gefühlsmäßig wollte er mit diesem Buch so etwas erreichen wie es Disney/Pixar mit ihren Filmen schafft. Also ein Medium, dass eigentlich an Kinder gerichtet ist, bei dem aber von Anfang an klar ist, dass die Erwachsenen mitmachen werden und diese auch sehr gut unterhalten werden sollen. Ein extrem schwieriger Spagat und leider muss ich sagen, dass er nur mäßig gelungen ist.
Denn meine persönliche Erfahrung zeigt, dass beide Seiten nicht komplett zufrieden gestellt wurden. Ironischerweise aus dem gleichen Grund: Es war alles ein wenig zu viel, zu abgehoben, zu überdreht.
Wobei ich mich hierbei wahrscheinlich selbst ein wenig maßregeln muss. Denn ich vermute, ich würde das Buch nicht so hart kritisieren, wenn es von einem anderen Autor wäre. Von Marc-Uwe Kling bin ich einfach besseres gewöhnt. Allerdings hat er das Hörbuch wie immer vortrefflich gelesen. Mir ist bewusst, dass viele die Entscheidung, dass ein Autor sein Buch selbst als Hörbuch vertont scharf verurteilen. Ich stehe dem Ganzen eher neutral gegenüber und muss sagen, dass ich da auch eher positive Erfahrungen gemacht habe.
Denn auch wenn ich mit dem Inhalt des Buches nicht komplett zufrieden bin, muss ich zugeben, dass ich es immer wieder charmant finde, wenn MUK seine Bücher selbst als Hörbuch einliest. Und ich hoffe sehr, dass sich auch daran in Zukunft nichts ändert. Denn ich werde auch sicher den zweiten Teil von Neon und Bor, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen weiteren Teil geben wird, auch wieder hören.

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