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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein Kinderbuch für neugierige Köpfe jeden Alters

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?
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Dr. Mai Thi Nguyen Kim ist mir durch Sendungen wie Terra X und Quarks und ihr Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ ein Begriff. Neu war für mich allerdings, dass sie in Zusammenarbeit mit Marie ...

Dr. Mai Thi Nguyen Kim ist mir durch Sendungen wie Terra X und Quarks und ihr Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ ein Begriff. Neu war für mich allerdings, dass sie in Zusammenarbeit mit Marie Meimberg auch Kinderbücher schreibt und veröffentlicht. Als naturwissenschaftlich geprägter Mensch, der immer auf der Suche nach interessanten und lehrreichen Kinderbüchern ist, muss ich diesem Buch natürlich eine Chance geben.
Der erste Eindruck war auf jeden Fall sehr gut. Das Buch ist recht großformatig, die Abmessung sind 24,7 x 1,7 x 27,3 cm, und auch die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Optisch und haptisch war das Buch auf den ersten Blick auf jeden Fall ein Volltreffer.
Danach kam aber erst einmal ein klein wenig Ernüchterung. Die Anfangskapitel wollen anscheinend besonders hip und jugendlich erscheinen, denn dementsprechend ist die Wortwahl. Ich persönlich konnte mit diesem Jugendslang recht wenig anfangen und war ein klein wenig irritiert. Hier kommt aber gleich einmal die Entwarnung: Dieses Gefühl hatte ich wirklich nur zu Beginn. Die weiteren Kapitel entsprachen sprachlich dann eher meinem Geschmack. Wobei ich auch anmerken möchte, dass die Sprache durchwegs einfühlsam und wertschätzend ist. Die Fragen werden kindgerecht beantwortet und auch die einfachsten Fragen des BiBiBibers werden niemals ins Lächerliche gezogen.
Neben der Sprache ist auch noch die Gestaltung des Buches sehr auffällig. Die knallbunten Farben sind gewöhnungsbedürftig, aber nicht abschreckend. Einige Seiten sind im Comicstil gestaltet, auch dies für mich eine neue Erfahrung in einem Sachbuch, für Kinder aber durchaus ansprechend und interessant.
Das Buch hat mich über 100 Seiten bereits eine beachtliche Länge, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Meiner Meinung nach hätten es sogar noch ein paar mehr sein können. Denn an der einen oder anderen Stelle wären die Informationen eventuell leichter zum Aufnehmen und Verarbeiten gewesen, wenn die Seiten nicht so vollgepackt gewesen wären. Aber auch hier die gute Nachricht: Dies beschränkt sich nur auf kleine Bereiche des Buches und mit der Zeit kann man sich auch daran gewöhnen.
Die Ankündigung des Buches versprach eine vielschichtige Lektüre für die ganze Familie und dies kann ich wirklich nur unterschreiben. Das Buch ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder sehr interessant und informativ. Die beiden Autorinnen schaffen den Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung wirklich mit Bravour und ich bin mir sicher, dass bei uns noch mehr Bücher aus der Reihe einziehen dürfen.
Als empfohlenes Lesealter gibt der Verlag 7 Jahre an. Die Bewertung dieser Einschätzung ist für mich, aufgrund von fehlenden Erfahrungswerten, nicht möglich. Ich denke aber, dass ich es mir erlauben kann zu sagen, dass je nach Leseerfahrung das Buch für manche Kinder noch sehr überwältigend und überfordernd sein kann. Eine Lesebegleitung durch einen Erwachsenen ist in dem Alter von sieben Jahren sicherlich noch angebracht.
Auch wenn es den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt von mir gibt, möchte ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist perfekt für wissbegierige kleine und große Forscherinnen und Forscher, die mehr darüber erfahren möchten, warum wir denn unbedingt schlafen müssen.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Von Unterarmen und Erwartungen – eine enttäuschte Romanze

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste ...

Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste gelandet ist und im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob das nicht ein Fehler war.
Dabei klang der Klappentext so vielversprechend und ich war eingestellt auf Herbststimmung und romantische Gefühle. Der Anfang des Buches war auch wirklich vielversprechend und ich habe mich schnell in der Geschichte zurechtgefunden. Doch dann ging es mit meiner Lesemotivation bergab und ich habe gefühlt ewig gebraucht, um das Buch zu beenden. Mehrmals habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan, denn das Ende hat mich wieder ein wenig mit der Geschichte versöhnt. Wobei ich mir unsicher bin, ob ich die weiteren Bücher, dieses ist nämlich der Auftakt der "Lower Whilby" Reihe.
Mein größtes Problem mit dem Buch war die Liebesgeschichte zwischen Jude und James. Dies ist natürlich besonders fatal, da es sich hierbei um das zentrale Thema des Buches handelt. Leider hat es Autorin Kyra Groh nicht geschafft mir die Chemie zwischen den beiden glaubhaft zu vermitteln. Das die beiden sich körperlich anziehend finden war nicht zu übersehen bzw. überlesen, immerhin wird die Autorin nicht müde zu betonen, wie unglaublich scharf Jude James Unterarme findet oder James ihren Hintern. Dieses ständige Gedankenkreisen um die körperliche Anziehung war für mich einfach ein wenig zu viel des Guten. Eine kleine positive Überraschung gab es aber auch, denn die Autorin hat es sich zumindest verkniffen James mit einem überproportionalen "besten Stück" auszustatten.
Die versprochene Herbststimmung und die Gilmore Girl Vibes waren leider auch nicht in dem Maße spürbar, wie ich es mir nach der Ankündigung des Verlages erwartet hatte. Eventuell waren hierbei aber auch nur meine Erwartungen ein wenig zu hoch.
Sowohl Jude als auch James waren mir nur bedingt sympathisch. Jude beklagt sich immer, dass alle Menschen in ihrer Umgebung Probleme mit ihrem Charakter haben und niemand sie so akzeptiert wie sie ist und sie angepasster sein, und der Norm entsprechen soll. Umgekehrt kann sie aber James Wünsche auch nicht akzeptieren, versucht immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und ist dabei auch noch furchtbar aufdringlich.
Mit den Nebencharakteren konnte ich mich weitaus besser identifizieren und da waren einige dabei, die mir sympathischer waren als die beiden Hauptcharaktere. Schade fand ich es, dass ich nicht mehr erfahren durfte, wie Olives Geschichte ausgeht. Mittlerweile weiß ich aber, dass im zweiten Teil der Reihe Nore und im dritten Teil dann Olive die Hauptperson der Geschichte sein wird. Daher verstehe ich, dass Kyra Groh zu den Geschichten der beiden Damen in diesem Teil nur vage Andeutungen macht.
Das Buch ist für mich kein kompletter Reinfall, aber auch keine Offenbarung. Den Hype um das Buch kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen. Für mich hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass gehypte Bücher nicht gleichzeitig auch gute Bücher sein müssen. Was das betrifft, werde ich in Zukunft noch vorsichtiger sein.
Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen und auch Whilby als Schauplatz finde ich ansprechend. Meiner Meinung nach ist dies aber kein Buch, das in dem Genre besonders hervorsticht. Als zwischendurch Zeitvertreib ganz okay, man verpasst, aber auch nicht viel, wenn man die Finger davonlässt.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Ungefiltert und ungeschönt: Eine Reise durch Verlust und Abhängigkeit

All the Way to the River
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Ich weiß noch, dass mich „Eat, Pray, Love“ sehr beeindruckt und berührt hat, was auf jedem Fall meinem damaligen Alter und meiner Lebenssituation geschuldet war. Ich möchte damit nicht behaupten, dass ...

Ich weiß noch, dass mich „Eat, Pray, Love“ sehr beeindruckt und berührt hat, was auf jedem Fall meinem damaligen Alter und meiner Lebenssituation geschuldet war. Ich möchte damit nicht behaupten, dass es kein gutes Buch ist, aber ein weiterer Leseversuch einige Jahre später wurde recht schnell abgebrochen. „Das Ja-Wort“, das damals als Fortsetzung zu Gilberts Welterfolg angepriesen wurde, habe ich auch noch gelesen und sehr interessant gefunden, es konnte mich aber nicht mehr so begeistern. Danach war die Autorin von meiner Bildfläche verschwunden.
Bis jetzt wieder ein autobiographisches Werk erschienen ist und irgendetwas in mir schrie, dass ich es unbedingt lesen/hören muss. Also gab ich der Stimme nach, begann mit dem Hörbuch und wenige Zeit später habe ich es abgebrochen und erst einmal etwas anderes gehört. Ganz vergessen konnte ich das Buch aber nicht und gab Elizabeth Gilbert noch eine Chance.
Autobiographische Bücher zu bewerten, empfinde ich immer als besonders schwierig. Wäre dies eine fiktionale Geschichte würde ich der Autorin vorwerfen, dass die Geschichte übertrieben ist, die Charaktere phasenweise unglaubwürdig und der Handlungsverlauf unrealistisch. Doch dies ist eine wahre Geschichte oder zumindest entspricht sie Elizabeth Gilberts Wahrheit. Rayya Elias kann sich ja leider nicht mehr zu den Geschehnissen äußern.
Gewisse Passagen des Buches haben auf mich sehr unstrukturiert und chaotisch gewirkt, andere Teile erzählt die Autorin dann aber wieder chronologisch. Gespickt ist all das dann noch mit Gedichten und kleine lyrische Texte, welche zwischen den verschiedenen Kapiteln eingestreut sind. Bei mir erweckte all dies oft das Gefühl, als würde ich im Tagebuch der Autorin lesen. Viele der Aussagen und Berichte sind roh, unausgegoren, brutal, aber ehrlich. Elizabeth Gilbert beschönigt nichts, sie gibt sogar zu, dass sie daran gedacht hat ihr geliebten Partnerin das Leben zu nehmen. Ihre Überforderung mit der Gesamtsituation aus Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Drogen, Alkohol, Krankheit und Pflege war für mich wirklich spürbar.
Das Spiritualität in Elizabeth Gilberts Leben eine große Rolle spielt, sollte den Leser: innen von „Eat, Pray, Love“ bereits bekannt sein. Daher ist es wenig verwunderlich, dass diese Themen einen großen Raum in dieser Geschichte einnehmen. So berichtet Gilbert an vielen Stellen, dass sie Zwiegespräche mit Gott geführt hat und er ihr den richtigen Weg gewiesen hat. Dies möchte ich eigentlich gar nicht weiter diskutieren, denn dies ist einfach eine Frage des Glaubens. Bedenklich fand ich aber an vielen Stellen, dass dieses Göttliche als Erklärung für so vieles herangezogen wird. Gott wollte es so, Gott hat einen Plan, Gott hat mich auf den richtigen Weg geführt.
Äußerst spannend fand ich die Widersprüchlichkeit und wie zwiegespalten Elizabeth Gilbert über Rayya, ihre jeweiligen Süchte und ihr Zusammenleben schreibt. Man merkt das Gilbert probiert die Vergangenheit mit einem offenen und ehrlichen Auge zu betrachten und zu beschreiben, an vielen Stellen wirkt sie reflektiert und dann wieder völlig verblendet.
Cathlen Gawlich ist die Stimme hinter dem Hörbuch und hat meiner Meinung nach eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Ihre Stimme passt einfach perfekt zum dem Buch und es war ein angenehmes Erlebnis ihrer Stimme zu lauschen.
Dieses Buch ist definitiv keine leichte Lektüre und möglicherweise ist es nicht einmal gutgeschrieben. Dennoch hat es mich berührt, aufgewühlt und zum Nachdenken angeregt. Elizabeth Gilbert nimmt sich kein Blatt vor den Mund und stellt sich selbst an den Pranger. Allein dafür ziehe ich meinen imaginären Hut vor ihr.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ein Buch über Streit und Versöhnung - theoretisch jedenfalls

Die Streitsaurier
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Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die ...

Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die Hauptcharaktere des Buches Dinosaurier sind. Mich hat besonders das Thema des Buches angesprochen: eine humorvolle Geschichte über das Streiten und Versöhnen. Leider konnte uns das Buch nicht beide zufrieden stellen.
Ich möchte aber mit den positiven Aspekten des Buches beginnen, bevor ich meine Kritik äußere. Wie vom Baumhaus Verlag nicht anders erwartet, ist das Buch wieder äußerst hochwertig verarbeitet. Die Illustrationen von Gloria Jasionowski sind bunt, humorvoll und manchmal ein klein wenig kurios. Das Miracelrex, ja er wird im Buch wirklich mit das und nicht der bezeichnet, und der Superosaurus schauen lustig aus und haben dem kleinen Leser sehr gut gefallen. Manche der Illustrationen haben ihn aber auch ein wenig ratlos zurückgelassen, da immer irgendwas aus dem Wasser heraussteht und für ihn nicht ganz klar war, was das darstellen soll.
Der Text ist kindgerecht verfasst und stellenweise auch sehr unterhaltsam. Manche Absätze sind in Urviehchisch verfasst, einer urzeitlichen Dinosauriersprache. An sich eine witzige Idee, allerdings hatte ich Schwierigkeiten mit dem Vorlesen, denn das urviechisch wollte mir nicht so einfach von der Zunge rollen. Auch beim kleinen Leser kam dies nicht so besonders gut an, ich denke, dies ist eher für ältere Kinder interessant.
Wie bereits anfangs angekündigt, muss ich leider ein wenig Kritik üben und diese betrifft den Inhalt des Buches. Mir ist bewusst, dass ich einen relativ hohen Maßstab für Kinderbücher ansetze, aber mir persönlich ist eben wichtig, dass die Bücher einen gewissen Lehrauftrag erfüllen. Insbesondere dann, wenn dies vom Verlag so angekündigt wird und es für mich der Hauptgrund war, mich für dieses Buch zu entscheiden. Leider kommen die Themen Streiten und Versöhnen in diesem Buch ein wenig zu kurz. Der Streit von Miracelrex und Superosaurus war für uns als solcher anfangs nicht zu erkennen. Ja, die beiden messen sich aneinander, dies war für uns aber eher ein gegenseitiges Necken und kein Streiten. Auch die Versöhnung am Ende kam so überraschend, dass sie nicht wirklich als solche erkennbar war.
Dazu kommen dann noch der eine oder andere logische Fehler, der mich in Erklärungsnot gebracht hat. Da ich manche Dinge selbst nicht verstehen konnte, konnte ich diese dann eben auch nicht logisch erklären oder begründen, warum das jetzt so passt.
Empfehlen kann ich dieses Buch für kleinere oder größere Dinofans, die auf der Suche nach einer humorvollen Geschichte sind. Wer auf der Suche nach einer guten und spaßigen Möglichkeit ist, den Kindern Streiten und Versöhnen näher zu bringen, sollte meiner Meinung nach zu einem anderen Buch greifen, wie zum Beispiel Ruppi Rüpelfisch, ebenfalls aus dem Baumhaus Verlag.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Krimi light mit Wortspiel-Garantie

Entführung im Himmelreich
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Obwohl mich der erste Band nicht komplett überzeugt hat, konnte ich den Erscheinungstermin des neuen Buches rund um Björn Kupernikus, und Annabelle Schäfer kaum erwarten. Das ungleiche und äußerst skurrile ...

Obwohl mich der erste Band nicht komplett überzeugt hat, konnte ich den Erscheinungstermin des neuen Buches rund um Björn Kupernikus, und Annabelle Schäfer kaum erwarten. Das ungleiche und äußerst skurrile Ermittlerduo hat sich einfach einen Platz in meinem Herzen erobert.
So mit befinden wir uns wieder auf dem idyllischen Campingplatz am Schwielowsee, treffen alte Bekannte wieder und lernen neue „Freunde“ kennen. Autor Andreas Winkelmann macht mit diesem Buch mehr oder weniger nahtlos dort weiter wo er bei „Mord im Himmelreich“ aufgehört hat. Deswegen sollte man die Bücher unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen. Außerdem gleich einmal die Anmerkung, dass all jene die mit dem ersten Teil keine große Freude hatten, besser die Finger von dem Buch lassen sollten.
Hartgesottene Krimifans werden mit dieser Reihe von Andreas Winkelmann sicher nicht glücklich werden. Dafür ist der Spannungsanteil zu gering und der Kriminalfall an vielen Stellen zu übertrieben und konstruiert. Wer allerdings auf der Suche nach einer humorvollen und leichten Unterhaltung ist, kann hier durchaus Spaß haben.
Der Hauptschwerpunkt der Geschichte liegt eindeutig nicht auf dem Kriminalfall selbst, auch wenn er natürlich eine zentrale Rolle für die Handlung spielt, sondern auf den verschiedenen Haupt- und Nebencharakteren und deren verbaler Austausch miteinander. Hierbei habe ich den Austausch zwischen Annabelle und Kupernikus besonders genossen. Bei beiden, aber vor allem auch im Umgang miteinander merkt man, dass sie doch eine gewisse Art von Charakterentwicklung durchgemacht haben und ihre Beziehung sich ein wenig intensiviert hat.
Der Fall entwickelt sich mit einer unglaublichen Langsamkeit, so dass man an mancher Stelle das Gefühl hat, der Lösung keinen Schritt näher zu kommen. Der Erzählstil ist aber so heiter, unbeschwert und humorvoll, dass ich in den meisten Fällen ohne Probleme darüber wegsehen konnte. Abgesehen davon, dass irgendwann dann auch der Zeitpunkt kam, wo sich wieder mal die Ereignisse überschlagen haben. Ähnlich wie im ersten Band ist der Humor manchmal etwas grenzwertig. Das eine oder andere Wortspiel ist dann doch ein wenig plump, passt aber dennoch wunderbar in das Gesamtbild. Andreas Winkelmann scheint eine Vorliebe für schlechte Wortspiele, Situationskomik und seichten Humor zu haben. Solange alles davon wohldosiert ist, kann ich auch damit leben. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es in diesem Band bereits hart an der Grenze war und bin gespannt, wie es im nächsten Teil aussehen wird.
Positiv hervorheben möchte ich noch, dass einige der Nebencharaktere aus dem ersten Teil, wie zum Beispiel Kommissar Fass, dieses Mal eine etwas größere Rolle haben und dadurch auch an Tiefe gewinnen.
Autor Andreas Winkelmann hat mir mit diesem Buch wieder einige vergnügliche Lesestunden beschert und ich freue mich auf weitere Abenteuer von Kupernikus und Annabelle. Eventuell dürfen wir ja auch hoffen, dass der Krimiaspekt im nächsten Band wieder ein wenig höher ist. Ansonsten ist dies einfach ein perfektes Buch für einen faulen Tag auf der Couch.

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