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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2023

Auf der Leidlaufbahn

Deine Zeit zu sein
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Manche Bücher möchte man gern mögen, muss sich aber leider doch an ihnen reiben und bleibt nach dem Lesen etwas ratlos zurück. Dieses gehört dazu.

Die Autorin gliedert das Buch in zwei Teile, ...

Manche Bücher möchte man gern mögen, muss sich aber leider doch an ihnen reiben und bleibt nach dem Lesen etwas ratlos zurück. Dieses gehört dazu.

Die Autorin gliedert das Buch in zwei Teile, Leid und Heilung, was sich erst im Laufe des Lesens erschließt. Leider fehlt ein Inhaltsverzeichnis, das es erleichtern würde, einzelne der kurzen Kapitel noch einmal anzusteuern oder zu erkennen, worauf das Buch hinausläuft. Teilweise bin ich daher etwas ratlos den Betrachtungen gefolgt. Manches hat mich berührt und nachdenkenswerte Impulse gesetzt. Dann gab es hingegen Sätze in überraschendem, einfach unschönen Denglisch oder gar grundlos dreisprachig (Gefühle nicht verdrängen, sondern ownen; einmal mit diesem Mindset d'accord, ist es uns viel eher zugänglich). Oder vage und etwas kryptische Aussagen wie: "Am Ende ist es so leicht, wie es schwer ist." Das ist sehr schade, da der Text immer wieder gute Ansätze bietet. Demotivierend fand ich die Behauptung, Heilung sei grundsätzlich allein nicht möglich. Und das, wo es im Buch doch um "einen stinknormalen Alltag mit Job, Familie und der täglichen Portion Gestresstheit" geht und die echten Herausforderungen wie Einsamkeit, Krankheit und Tod gar nicht thematisiert werden.
Ging es um die Überwindung des Leids, hätte ich mir konkrete Tipps erhofft und weniger allgemeine Überlegungen.

Die nach jedem Kapitel eingefügten Reflexionen sind gute Anregungen. Zusätzlich gibt es in Gedichtform gestaltete Texte, die eigentlich pure Prosa sind und auch nichts Lyrisches bieten. An dieser Stelle konnte ich für mich nichts mitnehmen.

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Veröffentlicht am 09.12.2023

Mit zwei th

Das Klugscheißerchen
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Ob dieses Buch nur Eltern vorlesen, die selbst Klugscheißerchen sind? Oder wird es nur besserwissenden Kindern vogelesen? Ich habe mich jedenfalls manchmal amüsiert wiedererkannt, was sicherlich absolut ...

Ob dieses Buch nur Eltern vorlesen, die selbst Klugscheißerchen sind? Oder wird es nur besserwissenden Kindern vogelesen? Ich habe mich jedenfalls manchmal amüsiert wiedererkannt, was sicherlich absolut beabsichtigt war. Schon das "nicht immer" auf dem Cover könnte von mir stammen.

Marc-Uwe Kling kann jedenfalls auch Kinderbücher. Die Geschichte um den kleinen türkisen Kerl, der den Besserwisser-Kindern (Theo mit zwei th!) vermittelt, was für harte Arbeit das Klugscheißen ist, macht einfach nur Spaß. Die Illustrationen sind wunderbar passend. Mich persönlich hat das Klugscheißerchen von der Optik her ganz stark an den Eumel erinnert, der in der Werbung vor längerer Zeit immer in den schmutzigen Gardinen hauste und mit tollem Waschmittel ausgetrieben werden konnte. Aber den wird heute wahrscheinlich kaum mehr jemand kennen.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Artemis' Kriegerin

Atalanta
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Zu meiner Freude sind Nacherzählungen griechischer Mythen, die den Fokus auf die weibliche Sichtweise legen, derzeit wieder in Mode. "Atalanta" besticht dadurch, dass die Autorin hier eine eher unbekannte ...

Zu meiner Freude sind Nacherzählungen griechischer Mythen, die den Fokus auf die weibliche Sichtweise legen, derzeit wieder in Mode. "Atalanta" besticht dadurch, dass die Autorin hier eine eher unbekannte Figur in den Mittelpunkt stellt. Von den Argonauten und dem Goldenen Vlies haben wohl einige schon gehört. Das aber mit Altalanta eine kriegerische Frau die Argonauten auf ihrer berühmten Reise begleitete, dürfte eher unbekannt sein.

Außerdem hat mir besonders gefallen, dass sich Jennifer Saint im Gegensatz zu anderen Nacherzählungen nicht in der Perspektivenvielfalt verzettelt, sondern Atalanta zur Ich-Erzählerin macht. Zahlreiche andere Mythen wie zum Beispiel der um Adonis werden ganz nebenbei in die Handlung eingeflochten. Mit mehreren Erzählenden wäre der Roman aus meiner Sicht dann zu sehr an die Oberfläche geraten.

Wie Atalanta durch die durchaus zwiespältig geschilderte Göttin Artemis zur Kriegerin, die sich eigentlich wie die Göttin von Männern fernhalten soll, ausgebildet wird und dann mit den Argonauten auf die Reise geschickt wird, nur um dort doch in Versuchung zu geraten, habe ich sehr gern verfolgt.

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Veröffentlicht am 25.11.2023

Man sieht nur mit dem Herzen gut

Herzsprechstunde
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Auf vielfältige Art nähern sich hier zwei erfahrene Ärztinnen dem Thema, warum das weibliche Herz anders ist und wie man es gesund hält. Gerade das weibliche Herz ist so eng mit der Psyche verknüpft, dass ...

Auf vielfältige Art nähern sich hier zwei erfahrene Ärztinnen dem Thema, warum das weibliche Herz anders ist und wie man es gesund hält. Gerade das weibliche Herz ist so eng mit der Psyche verknüpft, dass es nicht nur in vielen Sprichwörtern oder der Literatur eine Rolle spielt, sondern im Krisenfall auch zum Broken-Heart-Syndrom führen kann.

Es ist immer wieder alarmierend, dass Gendermedizin, wie sie hier erklärt wird, im medizinischen Alltag noch immer wieder zu fehlen scheint. Umso besser wenn man wie hier kompetent informiert wird

Dabei wird kaum ein Thema rund ums Frauenherz ausgelassen. Die Autorinnen berichten aus ihrer kardiologischen Praxis, liefern Tabellen und Diagrammen sowie ein umfangreiches Quellenverzeichnis. Lediglich mein persönliches Thema Bluthochdruck kam mir etwas zu kurz.

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Veröffentlicht am 18.11.2023

Mystische Reise zu den Fell Ponys

Die wilden Pferde von Rydal Hill - Glühende Sterne
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"Vielleicht hatten sie ihn gewittert, vielleicht hatten sie auch einfach seine Nähe gespürt, jedenfalls war plötzlich die Herde da. Wie Märchenpferde standen sie unten am Bach, umhüllt vom Dunst, der aus ...

"Vielleicht hatten sie ihn gewittert, vielleicht hatten sie auch einfach seine Nähe gespürt, jedenfalls war plötzlich die Herde da. Wie Märchenpferde standen sie unten am Bach, umhüllt vom Dunst, der aus dem Boden aufstieg, mit einem rötlichen Schimmer in Fell und Mähnen."

Es wird erneut herrlich mystisch im Lake District bei den Fell Ponys in diesem zweiten Teil der Reihe um Rydal Hill. Val ist glücklicherweise nach dem Sommer in England bei Ben geblieben. Doch ihre Liebe wird weiter überschattet von dem mysteriösen Fluch, der über Bens Familie liegt. Gemeinsam mit ihren Freunden versuchen Val und Ben mehr über die Vergangenheit herauszufinden, um den Fluch zu brechen. Gibt es wirklich eine gemeinsame Zukunft für Ben, Valerie und die Ponys?

Der Roman lebt erneut von der wunderbaren Mischung aus erster Liebe, atmosphärisch geschildertem englischen Setting, Familiengeheimnissen, Pferdekenntnis und Mystik. Auch als schon lange erwachsenes "Pferdemädel" hatte ich wieder viel Lesespaß auf dieser wunderbaren Herbst- und Winterreise nach England. Auch ohne den raffinierten, gewaltigen Cliffhanger am Ende hätte ich unbedingt weiterlesen mögen.

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