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Veröffentlicht am 26.12.2024

Bücher halten die Welt zusammen

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Dass Bücher die Welt zusammenhalten, dürfte jedem Bibliophilen unmittelbar einleuchten. In dieser Romantasy tun sie das buchstäblich, denn ohne die Weltenbibliothek Mondia unterhalb von Paris ...

Dass Bücher die Welt zusammenhalten, dürfte jedem Bibliophilen unmittelbar einleuchten. In dieser Romantasy tun sie das buchstäblich, denn ohne die Weltenbibliothek Mondia unterhalb von Paris drohen Katastrophen die Welt zu vernichten. Mondia wiederum braucht eine Ripari, die sie am Laufen hält. Als die letzte Ripari stirbt, scheint der Geheimorden rund um die Mondia ratlos. Doch dann begegnet der junge Kasimir Remy und die scheint über geheimnisvolle Fähigkeiten zu verfügen...

Weltenschreiber, Zeilenspringer und Ripari: So eine Bücherwelt macht einfach großen Spaß zu lesen. Zudem sind Kasimir und Remy herzige Protagonisten, die man einfach mögen muss, auch wenn das Konzept rund um die adoptierte Remy, die zunächst nichts von ihren Kräften ahnt, natürlich nicht neu ist. Die Geschichte hat sich unglaublich leicht weggelesen. Auch ohne den Cliffhanger würde ich den Abschluss der Dilogie auf jeden Fall lesen wollen. Hier darf dann gern die Welt der Mondia noch tiefgründiger ausgebaut werden.

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Städte wie Dornenranken

Immortal Longings
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"San-Er zeichnet sich vor allem durch Chaos aus, durch seine Wirren und das Durcheinander aus Beziehungsgeflechten, die sich ineinander verheddern."

Mit den verwahrlosenden Zwillingsstädten ...

"San-Er zeichnet sich vor allem durch Chaos aus, durch seine Wirren und das Durcheinander aus Beziehungsgeflechten, die sich ineinander verheddern."

Mit den verwahrlosenden Zwillingsstädten San-Er im Reich Talin schafft Chloe Gong ein überzeugend komplexes Worldbuilding. Vor allem die vielschichtig ausgearbeitete Idee des Körperspringens ist innovativ. In einer Welt, in der einige Menschen die Körper wechseln können wie Hemden, bleibt nichts je sicher.

Herrscherstochter Calla hat bereits ihre eigenen tyrannischen Eltern ermordet und lebt seitdem im Untergrund. Die kommenden tödlichen Spiele in San-Er liefern ihr nun die Chance, auch ihren Onkel König Kasa aus dem Weg zu räumen. Doch dazu muss sie gewinnen. Aber ebenso erfolgreich und brutal wie sie kämpft sich der notorische Körperspringer Anton durch die Spieler. Können aus Gegnern Vetbündete werden? Oder sogar viel mehr?

Diese neue Variante eines Wettkampfes um Leben und Tod ist äußerst fesselnd geschrieben. Schwierig fand ich allerdings die selbstverständliche Allgegenwart von Gewalt. Die Teilnehmenden benutzen Massaker als Abkürzung zum Wohlstand. Auch wenn Calla und Anton dabei teilweise altruistische Motive zugeschrieben werden, hat dies für mich eine Identifikation mit den Protagonisten erschwert, vor allem bei Calla. Dazu, die eigenen Eltern so brutal umzubringen, gehört schon einiges.

Trotzdem freue ich mich nach dem verblüffenden Ende dieses ersten Teils auf eine baldige Rückkehr in diese überraschende Welt.


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Veröffentlicht am 22.12.2024

Eine Geschichte wie eine Umarmung

Spellshop
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"Es war nicht so, dass sie Menschen nicht mochte. Sie mochte Bücher einfach lieber. Bücher machten kein Theater, verurteilten oder verspotteten einen nicht und wiesen einen auch nicht zurück."

Sarah ...

"Es war nicht so, dass sie Menschen nicht mochte. Sie mochte Bücher einfach lieber. Bücher machten kein Theater, verurteilten oder verspotteten einen nicht und wiesen einen auch nicht zurück."

Sarah Beth Durst wollte ein Buch wie warme Schokolade oder eine wohlige Umarmung schaffen und das ist ihr sehr gelungen. Ich lese schon mein Leben lang Fantasy, aber Cozy Fantasy war bisher noch nicht darunter. Diese hat mich wirklich begeistert.

Die Bibliothekarin Kiela fleht, als die kaiserliche Hauptstadt von Rebellen eingenommen wird und die Bibliothek brennt. Begleitet wird sie nur von der verzauberten Pflanze Caz und einigen Truhen voller Zauberbücher. Obwohl Magie nur wenigen studierten Zauberern vorbehalten ist, kann Kiela die Bücher einfach nicht verbrennen lassen. Sie und Caz kehren zurück nach Coltray, die Heimatinsel ihrer verstorbenen Eltern. Dort findet sie nicht nur ein völlig überwuchertetes Cottage vor, sondern auch eine Schar von Inselbewohnern, vor, die man wirklich als divers bezeichnen kann. Schließlich haben sie Hörner, Hufe und Fell. Ihr neuer Nachbar, ein Seepferdhirte, scheint ein Interesse an der blauhaarigen, blauhäutigen Kiela zu entwickeln...

Wer denkt, dass hier nur Marmelade eingekocht wird, irrt gewaltig. Die Handlung ist wirklich vielschichtig und voller zauberhafter Wesen. Es macht einfach Spaß zu lesen, wie die sympathische Kiela immer mehr ihr Schneckenhaus verlässt. Und natürlich kann sie die Zauberbücher nicht ungenutzt in den Truhen lassen, was nicht ohne Folgen bleiben kann.

Was für eine zauberhafte, fantasievolle Story voller Protagonisten, die man gern haben muss. Ich habe mich damit so wohlgefühlt, dass ich trotz des runden Endes auf eine Fortsetzung hoffe!

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Veröffentlicht am 21.12.2024

Geschaffen um zu vernichten

Die 13 Tode der Lulabelle Rock
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Die Porträts sind leicht zu erkennen, nicht nur wegen ihrer Schönheit. Sie haben etwas Gekünsteltes an sich, eine seltsame Stille umgibt sie, selbst wenn sie umherlaufen und reden. Sie wirken, als seien ...

Die Porträts sind leicht zu erkennen, nicht nur wegen ihrer Schönheit. Sie haben etwas Gekünsteltes an sich, eine seltsame Stille umgibt sie, selbst wenn sie umherlaufen und reden. Sie wirken, als seien alle ihre Bewegungen aus einer endlos langen Fotoserie zusammengestellt."



Die Schauspielerin Lulabelle Rock hat von sich 13 Porträts erschaffen lassen. Porträts sind eine Art Klone, die ihren Originalen unangenehme Aufgaben abnehmen. Doch nun soll Schluss damit sein, denn Nr. 13 wurde einzig erschaffen, um ihre zwölf Vorgängerinnen zu "entsorgen"....



Wir folgen der bewaffneten 13, die durch die Stadt Bubble City irrt. Für 13 ist diese Welt genauso neu wie für die Lesenden, wodurch ein ganz eigener Reiz entsteht. Schade nur, dass kaum Zeit für ein Worldbuilding aufgewendet wird, was Bubble City etwas kulissenhaft Skizzenartiges gibt. Während 13 allmählich Bewusstsein und Identität ausbildet, spielt die Story mit existentiellen Fragen, ohne ihnen wirklich Tiefe zu verleihen, was angesichts des rasenden Tempos, mit dem sich 13 durch die Porträts arbeitet, auch kaum möglich wäre. Trotzdem bleibt die Story bis zum Schluss fesselnd, auch wenn viele Fragen offen bleiben. Mit Blade Runner bzw. der berühmten Klassiker-Buchvorlage "Träumen Roboter von elektrischen Schafen" kann das Buch leider nicht mithalten und wirkt im.Vergleich dann eher selbst wie ein Porträt.



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Veröffentlicht am 15.12.2024

Herrschaft der Farben

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten
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Das Wort Pageturner habe ich lange nicht verwendet und verbinde es sonst eher mit Thrillern. Dieses Buch hat sich für mich aber tatsächlich als Pageturner entpuppt. Die Autorin hat hier einfach alles richtig ...

Das Wort Pageturner habe ich lange nicht verwendet und verbinde es sonst eher mit Thrillern. Dieses Buch hat sich für mich aber tatsächlich als Pageturner entpuppt. Die Autorin hat hier einfach alles richtig gemacht und hat mich durchweg begeistert.

Die junge Adlige Laelia gehört einer Dynastie an, in der die Herrschenden die Bürgerlichen mit ihrer Familienfarbe auf magische Weise zeichnen. Es gehört quasi zum Ritual des Erwachsenwerdens, einen Bürgerlichen so in einer Jagd zu unterwerfen und zum Diener zu machen. Doch als Laelia das Los ihres Gejagten ziehen will, geschieht das noch nie Dagewesene: Sie zieht selbst das Los einer Gejagten. Und ihr Jäger ist ausgerechnet ihr Freund Laurent.

Mit der Ankunft auf der Insel Arc-en-Ciel, auf der die Jagd traditionell stattfindet, nimmt die Geschichte rasant an Fahrt auf. Die Schilderung, wie Laelia sich in ihrer neuen Rolle zurechtfinden und erkennen muss, dass kaum etwas ist, wie es schien, ist rundum gelungen. Und auch das Worldbuilding, das nun um die farbenprächtige Insel erweitert wird, punktet auf ganzer Linie.

Laelia ist eine ebenso sympathische wie starke Protagonistin. Auch die Nebencharaktere sind plastisch ausgearbeitet, so dass man je nach ihrer Rolle schnell entsprechende Gefühle entwickelt.

Bis zum packenden Ende habe ich mitgefiebert und natürlich gibt es einen Cliffhanger, der noch ungeduldiger auf den zweiten Teil warten lässt. Wie ich gesehen habe, wird dieser vom Verlag erneut wunderschön gestaltet.

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