Ein Thriller, der Grenzen sprengt
Not Quite Dead YetHolly Jackson bleibt sich treu – und erfindet sich zugleich neu. Mit Not Quite Dead Yet gelingt ihr ein hochspannender Thriller, der nicht nur durch einen flüssigen, schnörkellosen Stil überzeugt, sondern ...
Holly Jackson bleibt sich treu – und erfindet sich zugleich neu. Mit Not Quite Dead Yet gelingt ihr ein hochspannender Thriller, der nicht nur durch einen flüssigen, schnörkellosen Stil überzeugt, sondern vor allem durch einen Plot, der mutig und überraschend anders ist: Die Protagonistin wird Opfer eines Mordversuchs – und beginnt, aus einer Art Zwischenzustand heraus, ihren eigenen Fall zu lösen.
Die Grundidee ist so ungewöhnlich wie faszinierend: Das Opfer ist zugleich Ermittlerin. Was wie ein Paradoxon klingt, entwickelt sich unter Jacksons Feder zu einem intelligent aufgebauten Spannungsbogen voller unerwarteter Wendungen. Der Thriller spielt geschickt mit dem Wissen um Leben und Tod, Vertrauen und Verrat – und lässt Leser:innen immer wieder an ihrer eigenen Einschätzung zweifeln.
Wie gewohnt schreibt Jackson klar, direkt und atmosphärisch – ohne übermäßige Ausschmückungen, aber mit viel Gespür für Tempo und Timing. Besonders gelungen ist, wie sie Spannung durch innere Konflikte und psychologische Dichte aufbaut, anstatt nur auf äußere Action zu setzen.
Fazit:
Was mich an diesem Buch besonders begeistert hat, ist der Mut, eine so absurde wie geniale Idee durchzuziehen – und das auf hohem erzählerischem Niveau. Ich war von der ersten Seite an gefesselt, weil ich nicht wusste, wohin die Geschichte mich führen würde. Gerade in einem Genre, das oft nach ähnlichen Mustern funktioniert, ist Not Quite Dead Yet ein erfrischend anderer Thriller, der mich bis zur letzten Seite überrascht hat.