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Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein absolutes Highlight und ein enorm wichtiges Kinder- und Jugendbuch

Wolf
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Inhalt:
Der Protagonist dieser Geschichte muss die Ferien in einem Ferienlager verbringen, obwohl er dies überhaupt nicht will. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen, die er aus seiner Schule kennt sowie ...

Inhalt:
Der Protagonist dieser Geschichte muss die Ferien in einem Ferienlager verbringen, obwohl er dies überhaupt nicht will. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen, die er aus seiner Schule kennt sowie natürlich einigen Betreuern verbringt er eine gefühlt unendlich lange Zeit mitten in einem Wald. Er teilt sich das Zimmer mit Jörg, dem begeisterten Wanderer, der immer von Moritz gepiesackt wird. Als sich diesem mehr und mehr Jugendliche anschliessen und die Situation droht, ausser Kontrolle zu geraten, begegnet unser Protagonist in seinen Träumen einem Wolf, der all das Ungesagte verkörpert und ihm zur Seite steht.

Meine Meinung:
Mit riesiger Vorfreude habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt und unseren Protagonisten sooo gut verstanden. Die meisten Aktivitäten, welche dieses sehr kunterbunt zusammengewürfelte Leitungsteam des Ferienlagers zusammengestellt hat, hätten mich nämlich auch abgeschreckt. Von den Duschen ganz zu schweigen... Und ja, auch ich hätte mitten im Wald ausgerechnet Salat vermisst und mich mit dem Koch angefreundet. Dieser scheint so oder so der einzige Erwachsene zu sein, der den Durchblick hat. Alle anderen sprechen lediglich davon, dass die Kinder "ihre Konflikte selber lösen sollen" und vergessen dabei, dass nur ein sehr schmaler Grat zwischen anders sein und anders gemacht werden, zwischen harmlosen Neckerein und Mobbing verläuft. Doch unser Protagonist versteht, dass etwas schief läuft und ähnlich wie das Monster in "Sieben Minuten nach Mitternacht" von Patrick Ness und Siobhan Dowd steht auch der Wolf in seinen Träumen für alles, was er nicht in Worte fassen kann. Für Ängste und Wut und auch für den Mut, für sich und andere einzustehen.

Schreibstil und Gestaltung:
Stanišić kann einfach schreiben und er kann sich in alle möglichen Menschen hineinversetzen und in Worte fassen, was diese fühlen. Mit seinem charakteristischen feinsinnigen Humor aber auch der nötigen Intensität erzählt er diese wichtige Geschichte und lässt dabei sogar einen Hirsch zu Wort kommen (und der Hirsch hat übrigens eine eigene Mailadresse). Das Buch ist so aufgebaut und gestaltet, dass es sich ideal als Schullelktüre eignet, zum Diskutieren und Weiterdenken anregt und durch die wunderbaren Illustrationen von Regina Kehn noch eine zusätzliche Tiefe gewinnt.

Meine Empfehlung:
Ich musste mich beim Lesen zum Pausieren zwingen, damit ich länger etwas von der Geschichte hatte und bin nach der Lektüre absolut begeistert. Lest dieses Buch, lest es mit den Kindern in eurem Umfeld oder lest es ihnen gleich vor, damit ihr den Inhalt direkt miteinander besprechen könnt.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Sommer- und Hamburgfeeling vom Feinsten

Das Glück riecht nach Sommer
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Inhalt:
Die Traumstelle in Hamburg hat die Ärztin Ina vor einigen Jahren nicht angenommen, weil ihr Herz für einen Mann schlug, der sie in der alten Heimat hielt. Nun hat Ina eine zweite Chance bekommen, ...

Inhalt:
Die Traumstelle in Hamburg hat die Ärztin Ina vor einigen Jahren nicht angenommen, weil ihr Herz für einen Mann schlug, der sie in der alten Heimat hielt. Nun hat Ina eine zweite Chance bekommen, sich ein Leben in Hamburg aufzubauen. Sie stürzt sich ins Bewerbungsverfahren um eine Stelle in einer Hamburger Klinik, wird von ihrer besten Freundin Filiz - zumindest temporär - in deren Schrebergartenhäuschen einquartiert und beginnt, sich um den vernachlässigten Garten, um neue und alte Freundschaften, um ihr suchendes Herz und grosse Träume zu kümmern.

Meine Meinung:
In den letzten Monaten habe ich Meike Werkmeisters Bücher förmlich inhaliert. Die wunderschön erzählten Geschichten, das Nordsee-Feeling und die sehr unterschiedlichen Figuren mit Ecken und Kanten haben es mir einfach angetan. Dieses Buch hat mich besonders in seinen Bann gezogen, weil ich mich sehr mit einigen Charakterzügen der Ärztin Ina identifizieren konnte. Vor allem ihr offenes Wesen, mit dem sie es schafft, für ihre Lieben dazusein, ihre Hartnäckigkeit, mit der sie sich einem kleinen Garten annimmt sowie die Überzeugungen, mit der sie ihrem Herzen folgt und ihren Träumen dabei hilft, Wirklichkeit zu werden, haben mir imponiert. Ausserdem haben mir die Gartenschilderungen, Arno und Heiner sowie Inas Erlebnisse in Hamburg einfach gefallen. Das Buch ist wohl mein bisher liebstes Buch der Autorin neben dem Weihnachtsband "Sterne glitzern auch im Schnee".

Meine Empfehlung:
Sommer- und Hamburgfeeling sowie eine überzeugende, liebenswerte und ihrem Herzen folgende Protagonistin, tolle Nebenfiguren und Auszeiten im Schrebergarten haben mich für sich eingenommen. Herzliche Leseempfehlung nicht nur für Sommerstunden.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Kann man lesen, muss man aber definitiv nicht

Paare
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Inhalt:
Das lyrische Ich, eine Frau in einer heterosexuellen Paarbeziehung, fühlt sich eingeengt und gibt sich erotischen Schwärmereien mit einer Frau hin, die ihr nach einer flüchtigen Begegnung keine ...

Inhalt:
Das lyrische Ich, eine Frau in einer heterosexuellen Paarbeziehung, fühlt sich eingeengt und gibt sich erotischen Schwärmereien mit einer Frau hin, die ihr nach einer flüchtigen Begegnung keine Ruhe mehr lässt. Aus Traum wird Wirklichkeit, aus Gedanken werden Leidenschaften und die Paarbeziehung zerbricht, ein neues Leben und Lieben beginnt.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich vor einigen Monaten von Esther @eniffenegger erhalten und ich war wirklich neugierig auf den Inhalt, die Geschichte konnte mich aber nicht komplett überzeugen.
Es ist ein alter Zopf: eine Frau ist in ihrer (heterosexuellen) Paarbeziehung nicht (mehr) glücklich und erfüllt und sucht nach neuen Wegen und Beziehungsformen. Es wird wild und erotisch, aber die Zweifel bleiben. Habe ich mich richtig entschieden? Ist das mein neues Leben, meine neue Liebe? Was muss und will ich teilen, wie kommuniziere ich meine Bedürfnisse?
In einer zwischen Lyrik und Prosa feinsinnig balancierenden Sprache erzählt Millner diese Geschichte, von der ich glaube, dass sie nur aufgrund der darin vorkommenden - vermeintlichen - gesellschaftlichen Tabus überhaupt so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Denn, sind wir ehrlich, ich habe schon so viele queere und feministische Bücher gelesen, dass mir die im Buch geschilderten erotischen Szenen und die inneren wie äusseren Konflikte der Protagonistin nur noch ein müdes Lächeln abringen. Vielmehr loben möchte ich die Erzählsprache, die es wirklich in sich hat und humorvoll und klug verschiedenste kulturhistorisch relevante Werke mit dieser einfach gestrickten Liebesgeschichte verknüpft. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Übersetzung dieses Buches eine grosse Herausforderung war und möchte Eva Bonné hier noch einmal sehr lobend erwähnen.

Fazit:
Ja, kann man lesen, muss man aber definitiv nicht. Maggie Millner möchte ich aber unbedingt im Auge behalten und ich rate euch, dies auch zu tun. Sie kann nämlich wirklich sagenhaft gut erzählen und mit ihrer Sprache spielen.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Solider Krimi mit Spannung und ausgeklügelter Handlung

Tode, die wir sterben
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Inhalt:
Svea Karhuu und Jon Nordh sind eigentlich noch dabei, als Team zusammenzufinden, da müssen sie sich bereits mit einer komplizierten und gefährlichen Ermittlung herumschlagen. Als sich abzeichnet, ...

Inhalt:
Svea Karhuu und Jon Nordh sind eigentlich noch dabei, als Team zusammenzufinden, da müssen sie sich bereits mit einer komplizierten und gefährlichen Ermittlung herumschlagen. Als sich abzeichnet, dass der Fall weit grössere Dimensionen umfasst, als angenommen, stecken sie schon mittendrin und müssen sich zudem noch mit ihren eigenen Dämonen herumschlagen.

Meine Meinung:
Das Buch habe im letzten Jahr ganz überraschend vom Verlag zugeschickt bekommen und da ich mal wieder Lust auf einen Krimi hatte, habe ich es in den letzten Tagen gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen und mir kurzweilige und spannende Lesestunden beschert.
Vor allem das sehr ungleiche Ermittlerduo - Svea Karhuu, die vorher als verdeckte Ermittlerin gearbeitet hat, nach einem tödlichen Zwischenfall aber versetzt werden musste und Jon Nordh, der seit wenigen Wochen Witwer ist und seine Trauer, seine Wut und seine Aufgabe als nun alleinerziehender Vater und hart arbeitender Polizist unter einen Hut zu bringen versucht - hat es mir angetan.

Schreibstil und Aufbau:
Das Ehepaar Voosen-Danielsson hat bereits eine erfolgreiche (zehn Bände umfassende) Krimireihe gemeinsam geschrieben und legt mit "Tode, die wir sterben" den Auftaktband einer neuen Reihe vor. Das eigens für diesen Fall zusammengestellte Ermittlerduo taucht sofort tief in die Abgründe der schwedischen Bandenkriminalität ein und beim Lesen spürte ich, dass Voosen-Danielsson wissen, wovon sie schreiben und vor allem auch, dass ihre gemeinsam entwickelte Erzählsprache es wirklich in sich hat. Packend, unterhaltsam und sehr gut recherchiert erzählen sie in "Tode, die wir sterben" einen Krimi, der sich von einem scheinbar tragischen Zwischenfall ausgehend zu einer kritischen Gesellschaftsstudie entwickelt und dabei nie an Spannung verliert.

Meine Empfehlung:
Ich werde Voosen-Danielsson auf jeden Fall im Auge behalten und empfehle euch diesen spannenden und kurzweiligen Krimi sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Oberflächlich und packend gleichzeitig, ein leichtes Lesevergnügen

Die Halbwertszeit von Glück
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Inhalt:
Paris, 2019, Mylène erfährt kurz vor ihrer Hochzeit, dass sie eine Wohnung in Amsterdam geerbt hat und kommt zudem einem alles verändernden Geheimnis auf die Spur. Kurzerhand reist sie überstürzt ...

Inhalt:
Paris, 2019, Mylène erfährt kurz vor ihrer Hochzeit, dass sie eine Wohnung in Amsterdam geerbt hat und kommt zudem einem alles verändernden Geheimnis auf die Spur. Kurzerhand reist sie überstürzt nach Amsterdam, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
Grenzgebiet DDR, 1987, die erfolgreiche Physikerin Johanna lebt alleine in einer abgelegenen Datsche, nachdem ein Schicksalsschlag ihr den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Als sie eine sehr junge und verletzte Flüchtige im Wald findet, nimmt sie diese wider besseren Wissens bei sich auf und befindet sich bald mitten in einer ausweglosen Situation.
LA, 2003, Holly jobbt unterbezahlt in einer Produktionsfirma, ist aber nach einem vielversprechenden Treffen mit einer berühmten Regisseurin ihrem Traum, Drehbuchautorin zu werden, einen Schritt näher. Doch als sie vom dramatischen Tod einer Arbeitskollegin erfährt und sich auch noch dafür verantwortlich fühlt, stürzt sie in ein tiefes Loch.
Drei Frauen, drei Schicksale, drei ganz unterschiedliche Orte und Zeitpunkte und dennoch verbinden sich die drei Erzählstränge mehr und mehr miteinander.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich vor einiger Zeit mit meinen Prämienpunkten in der Lesejury "gekauft", weil mich die vielen positiven Rezensionen begeistert haben und weil ich die Gestaltung auch einfach wunderschön finde. Von Anfang an war ich mitten in der Geschichte, habe den Schreibstil sehr gerne gemocht und vor allem am Ende, als sich die Ereignisse förmlich überschlagen, atemlos Seite um Seite umgeblättert. Ja, viele Entscheide der Figuren habe ich nicht nachvollziehen können. Wie Mylène beispielsweise tagelang weder ihren Verlobten, noch ihre Eltern oder auch ihre Angestellten über ihren Verbleib informiert. Oder wie Johanna begonnen hat, sich von allen Menschen abzukapseln und so lange über ein wichtiges Thema zu schweigen. Oder auch, wie Holly sich für den Tod ihrer Freundin verantwortlich fühlt und deswegen so viele Lebensentscheide hinterfragt.

Schreibstil und Aufbau:
Aber das spielt alles gar keine Rolle, weil die Geschichte so packend erzählt ist und weil ich nur so durch die kurzen Kapitel, die übrigens alle mit einem bitterzarten Cliffhanger enden - natürlich immer schön abwechslungsweise mit einer anderen Protagonistin im Fokus - geflogen bin. Der Roman hat so schöne Bilder in mir hervorgerufen, dass ich ihn mir wunderbar als Dramedy à la "One day" (der Film, nicht die Serie, klar) vorstellen könnte.
Die drei Frauen werden zwar unterschiedlich detailliert herausgearbeitet und ich hätte mir immer mal wieder mehr Tiefe gewünscht - beim Tippen dieser Rezension fällt mir auf, dass ich mir keine der Figuren wirklich vorstellen kann - aber der leichte Stil und die geschickt verknüpften Handlungsstränge machen das wett und sorgen für ein unterhaltsames, spannendes, abenteuerliches und auch ein wenig berührendes Lesevergnügen.

Meine Empfehlung:
In Worte zu fassen, wie gut mir dieses Buch gefallen hat, obwohl so vieles oberflächlich geblieben ist und nachdem ich die Figuren und ihre Entscheide oft nicht verstehen konnte, fällt mir schwer. Aber dieser leichte, filmhafte Schreibstil, die packenden Übergänge und Verknüpfungen haben es mir einfach angetan und mich nur so durch die Seiten fliegen lassen.

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