Cover-Bild Wolf
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8,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 28.02.2025
  • ISBN: 9783551322494
  • Empfohlenes Alter: bis 14 Jahre
Saša Stanišić

Wolf

Regina Kehn (Illustrator)

Eine Woche Ferienlager. Zu lang zum Wegsehen. 

Wir sind mitten im Wald. Willkommen zu Mücken und Wanderstöcken, zu Stockbetten und Kletterbäumen! Willkommen am Lagerfeuer! Willkommen zur Folienkartoffel, der traurigsten Kartoffel der Welt! Willkommen in der Gruppe! Alle können Teil der Gruppe sein, oder? Obwohl jeder für sich unterschiedlich und anders ist. Was, wenn es aber einen gibt, der von den anderen noch mal andersiger gemacht wird? Einen, der überall unwillkommen ist? Und was, wenn die Gruppe langsam kippt – und ich mittendrin stehe? 

  • Lakonisch-witzig und doch beklemmend: Kemis schonungslose Sicht auf die Dinge macht das Innere einer sich zuspitzenden Gruppendynamik spürbar — nah, unbequem und immer wieder überraschend herzlich 
  • Mobbing unter Jugendlichen – grandios erzählt von Bestseller-Autor Saša Stanišić, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2024 
  • Mit atmosphärischen, vielschichtigen Tuschezeichnungen von Regina Kehn in Schwarz-Gelb 
  • Kemi ist weder Opfer noch Täter — er ist der, der zuschaut. Seine Ich-Erzählung macht spürbar, wie schwer es sein kann, einzugreifen. Ab 11 Jahren 
  • Wolf ist ein Einzelband und der erste Kinderroman von Saša Stanišić 
  • Eine Geschichte, die tief unter die Haut geht und nichts beschönigt. Und die dennoch Mut macht. Für alle, die sich fragen: Hätte ich eingegriffen oder weggeschaut?  

 
WOLF ist ein meisterhaft beobachtender Kinderroman darüber, wie schmal der Grat zwischen Anderssein und Ausgrenzung ist 

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein absolutes Highlight und ein enorm wichtiges Kinder- und Jugendbuch

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Inhalt:
Der Protagonist dieser Geschichte muss die Ferien in einem Ferienlager verbringen, obwohl er dies überhaupt nicht will. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen, die er aus seiner Schule kennt sowie ...

Inhalt:
Der Protagonist dieser Geschichte muss die Ferien in einem Ferienlager verbringen, obwohl er dies überhaupt nicht will. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen, die er aus seiner Schule kennt sowie natürlich einigen Betreuern verbringt er eine gefühlt unendlich lange Zeit mitten in einem Wald. Er teilt sich das Zimmer mit Jörg, dem begeisterten Wanderer, der immer von Moritz gepiesackt wird. Als sich diesem mehr und mehr Jugendliche anschliessen und die Situation droht, ausser Kontrolle zu geraten, begegnet unser Protagonist in seinen Träumen einem Wolf, der all das Ungesagte verkörpert und ihm zur Seite steht.

Meine Meinung:
Mit riesiger Vorfreude habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt und unseren Protagonisten sooo gut verstanden. Die meisten Aktivitäten, welche dieses sehr kunterbunt zusammengewürfelte Leitungsteam des Ferienlagers zusammengestellt hat, hätten mich nämlich auch abgeschreckt. Von den Duschen ganz zu schweigen... Und ja, auch ich hätte mitten im Wald ausgerechnet Salat vermisst und mich mit dem Koch angefreundet. Dieser scheint so oder so der einzige Erwachsene zu sein, der den Durchblick hat. Alle anderen sprechen lediglich davon, dass die Kinder "ihre Konflikte selber lösen sollen" und vergessen dabei, dass nur ein sehr schmaler Grat zwischen anders sein und anders gemacht werden, zwischen harmlosen Neckerein und Mobbing verläuft. Doch unser Protagonist versteht, dass etwas schief läuft und ähnlich wie das Monster in "Sieben Minuten nach Mitternacht" von Patrick Ness und Siobhan Dowd steht auch der Wolf in seinen Träumen für alles, was er nicht in Worte fassen kann. Für Ängste und Wut und auch für den Mut, für sich und andere einzustehen.

Schreibstil und Gestaltung:
Stanišić kann einfach schreiben und er kann sich in alle möglichen Menschen hineinversetzen und in Worte fassen, was diese fühlen. Mit seinem charakteristischen feinsinnigen Humor aber auch der nötigen Intensität erzählt er diese wichtige Geschichte und lässt dabei sogar einen Hirsch zu Wort kommen (und der Hirsch hat übrigens eine eigene Mailadresse). Das Buch ist so aufgebaut und gestaltet, dass es sich ideal als Schullelktüre eignet, zum Diskutieren und Weiterdenken anregt und durch die wunderbaren Illustrationen von Regina Kehn noch eine zusätzliche Tiefe gewinnt.

Meine Empfehlung:
Ich musste mich beim Lesen zum Pausieren zwingen, damit ich länger etwas von der Geschichte hatte und bin nach der Lektüre absolut begeistert. Lest dieses Buch, lest es mit den Kindern in eurem Umfeld oder lest es ihnen gleich vor, damit ihr den Inhalt direkt miteinander besprechen könnt.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Der Wolf in unserem Pelz

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Es geht in den Wald, in ein Ferienlager mit vielen Gleichaltrigen und Kemi muss mit: unfreiwillig und ohne auch nur irgendetwas an der Situation, dem Wald, den Gleichaltrigen in einer abgeschlossenen Gruppe ...

Es geht in den Wald, in ein Ferienlager mit vielen Gleichaltrigen und Kemi muss mit: unfreiwillig und ohne auch nur irgendetwas an der Situation, dem Wald, den Gleichaltrigen in einer abgeschlossenen Gruppe in den Ferien oder der Natur im Allgemeinen zu mögen.
Aber seine alleinerziehende Mutter kann ihn nicht betreuen und so ist es beschlossen.
Kemi lässt den Leser nun an all seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben - er beschreibt, beurteilt und lässt dabei nichts aus.
Er ist ein besonderer Junge, das ist schnell zu merken, seine Sprache zum Teil sehr erwachsen, seine Gedanken gewitzt und seine Worte schnörkellos.
Eben sehr ehrlich.
Und so beschreibt er auch ehrlich, wie es ist, wenn in einer Gruppe ein Kind nicht nur anders ist, sondern auch noch zum Außenseiter gemacht wird.
Er beschreibt das Machtungleichgewicht, die Wehrlosigkeit, die Unschuld am Anderssein. Aber genauso schonungslos beschreibt er, wie man zum Zuschauenden wird, der selbst nichts unternimmt, obwohl man es besser weiß.

Aus meiner Sich ein wirklich starkes Buch zum Thema soziale Gruppe, Ausgrenzung, Mobbing und den Gefühlen, die dies in Kindern auslöst - und das nicht nur in den Opfern oder Tätern, sondern auch in den Zuschauenden, die nichts unternehmen.
Das Buch ist dabei so ehrlich, dass es einen immer wieder an eigene Erlebnisse erinnert und man sich wirklich mittendrin fühlt.
Aber gleichzeitig schildert Stanisiç die Innenwelt des Kemi in einer so herzerfrischend lustigen und ideenreichen Sprache, dass man auch herzhaft lachen und den Kopf schütteln kann.

Insgesamt eine klare Kaufempfehlung!
Ein schonungslos ehrlicher Roman über das Erwachsenwerden und das Miterleben von Mobbing. Ein leicht und witzig zu lesender Innenblick eines Jungen, der weiß, wie es ist, nicht zu einer Gruppe zu gehören, und der gleichzeitig nicht stark genug ist, seinen Emotionen zu trauen.
Stanisiç erdrückt den Lesenden nicht mit dem Thema einer sich zuspitzenden Mobbingsituation oder hebt den moralischen Zeigefinger.
Es bleibt viel Platz zum Nachdenken, eigene Ideen hineinfinden und interpretieren.
Alleine, ob das Buch mit relativ wenig Handlung, sondern mehr subtiler Erzählung bei Jugendlichen den Nerv trifft, den es verdient, wage ich zu bezweifeln. Leider, den verdient hätte es es!

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