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Dani_Lisbeth

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Wenig Miss Marple, aber viel Charme in einem echten Krimi-Klassiker

Mord im Pfarrhaus
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Mit Mord im Pfarrhaus beginnt die Reihe um die beliebte Laienermittlerin Miss Marple.
Im Pfarrhaus wird die Leiche von Kirchenvorsteher Colonel Protheroe aufgefunden. Er war mit dem Pfarrer verabredet, ...

Mit Mord im Pfarrhaus beginnt die Reihe um die beliebte Laienermittlerin Miss Marple.
Im Pfarrhaus wird die Leiche von Kirchenvorsteher Colonel Protheroe aufgefunden. Er war mit dem Pfarrer verabredet, der aber zu einem anderen Schäfchen seiner Gemeinde gerufen wurde.
Schnell melden sich gleich zwei Verdächtige, die sogar Geständnisse abgeben. Aber nicht nur Miss Marple, die günstig neben dem Pfarrhaus wohnt, ahnt, dass es weit mehr Menschen nicht schade um das Leben des Colonel finden. Sie beginnt sich ihre Gedanken zu machen…

Ich habe schon als Kind die Filme um Miss Marple geliebt und auch alle Bücher aus der damaligen Jugendreihe verschlungen. Nun war ich sehr gespannt, wie mir die Reihe im Original (auf Deutsch) gefallen würde.
Die Sprache ist tatsächlich sehr aus der zeit gefallen - etwas woran man sich zunächst gewöhnen muss, aber auch kann. Dann liest sich das Buch recht leicht, da es nicht zu kompliziert geschrieben ist.
Das halbe Dorf kommt in den Schilderungen vor - hilfreich sind hierbei Karten, die sich im Buch befinden.
Der Kriminalfall wird in Gänze aus Sicht des Pfarrers geschrieben. Das finde ich etwas schade, weil es meiner Meinung nach etwas unrealistisch ist, wie viele Informationen die ermittelnde Polizei auch mit dem Pfarrer teilt. Was ich weitaus mehr vermisst habe, ist Miss Marple. Sie taucht zwar immer mal wieder auf, ist aber eher eine Randfigur der Story, die dann aber plötzlich auf den letzten Seiten das ganze Rätsel lösen und entwirren kann.

Als Auftakt der Reihe ein solider Krimi mit viel altmodischem Charme. Leider kommt Miss Marple nicht zu der ihr zustehenden Hautrolle - aber das kann sich in der Fortsetzung der Bücher nich ergeben.
Ein echter Klassiker und schon deshalb das Lesen wert!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Unendlichkeit im Angesicht der Endlichkeit

Write Me for You
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Tillie Cole nimmt uns mit auf eine schwere Reise, die gegen den Krebs und mit der großen Liebe. Der Krebs hat auch der Autorin große Verluste zugefügt, wodurch sie weiß, wovon sie schreibt, und das merkt ...

Tillie Cole nimmt uns mit auf eine schwere Reise, die gegen den Krebs und mit der großen Liebe. Der Krebs hat auch der Autorin große Verluste zugefügt, wodurch sie weiß, wovon sie schreibt, und das merkt man auch.

June ist erst 17 Jahre alt, als bei ihr eine Leukämie im Endstadium diagnostiziert wird. Sie glaubt, ihren Traum vom Schreiben, ihre erste Liebe und wahre Freundschaft nicht mehr erleben zu können, weil ihr die Zeit entrinnt. Ihre einzige Chance ist eine neue Studie, die eine Therapie speziell für jugendliche Krebserkrankte erforscht. June begibt sich auf die Reise zu der Ranch, auf der diese Therapie angeboten wird. Sie begibt sich zugleich auf die Reise ihres Kampfes gegen den Tod und damit der Reise ihres Lebens. Und sie schreibt sie auf, denn sie möchte Autorin werden.
Das Buch führt junge Lesende zu einem schweren Thema. Es erzählt von der Endlichkeit des Lebens und auch davon, dass die Krankheit Krebs nicht fair ist, sich nicht an Regeln hält. Auch junge Menschen sind betroffen und zu oft ist ein Leben einfach zu kurz.
Während „Write me for you“ mich gleich zu Anfang durch die wundervolle Sprache Coles mit den wirklich beeindruckenden sprachlichen Bildern sofort in seinen Bann zog, begeisterte es mich kurz darauf für eine Weile weniger: Das Leben auf der Ranch, die Jugendlichen in ihrer Bubble, die schnelle intensive Liebesgeschichte waren mir zu seicht, zu oberflächlich, zu rosarot.
Rückblickend muss ich aber zugeben, dass es wahrscheinlich genau das brauchte, um auch Jugendliche mit dem Thema einer lebensbedrohlichen Krankheit vertraut zu machen, ohne zu dunkel zu werden. Und mal ehrlich: Was erwartet man bei dem Cover – KEIN Rosarot?!?
Schließlich entfaltet sich Junes Geschichte zu einer wahren „Story in der Story“, die den Leser/die Leserin auffordert, sich gedanklich selbst einzubringen und zu entscheiden, welches welche ist. Eine wirkliche Glanzleistung, die mich tief beeindruckt hat.
Als Mutter konnte ich viel aus der Geschichte mitnehmen. Als Mensch kann dies bestimmt jeder von uns, wenn wir das Buch und sein Thema an uns heranlassen.
Allerdings wäre auch ein Mehr an Tiefgang, mehr Charakter und mehr Information möglich gewesen. Die Story hätte diesbezüglich definitiv mehr gekonnt.
Cole schreibt eine Romanze für jugendliche Leser:innen, die auch ein ernstes Thema aufgreift, wenn auch unter einem wirklich dichten zartrosa Schleier – für dieses Publikum auf jeden Fall eine Empfehlung!


Tillie Cole ist bekannt dafür, dass ihre Bücher die Leserschaft zu Tränen rührt und führt. Doch neben einer Packung Taschentücher für die Tränen, braucht man definitiv auch ein bisschen Schokolade fürs Herz beim Lesen dieses wundervollen YoungAdult-Romans.
Er erzählt die Liebesgeschichte von June und Jesse: eine Geschichte von intensiver Freundschaft und eine Geschichte über die eigene Kraft und auch die eigene Endlichkeit.
Thank you, Tillie Cole, that you „Wrote them for us“!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein Buch, das nur so sprüht vor Wortwitz, heißen Blicken und … Blut

A Killer Crush
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Shailee Thompson lädt die Leserschaft in ihrem Debütroman A Killer Crush zu einer Mischung aus Romcom und Slasher ein. Denn Hauptfigur Jamie schreibt eine Dissertation über die Gemeinsamkeiten von Romcoms ...

Shailee Thompson lädt die Leserschaft in ihrem Debütroman A Killer Crush zu einer Mischung aus Romcom und Slasher ein. Denn Hauptfigur Jamie schreibt eine Dissertation über die Gemeinsamkeiten von Romcoms und Slasherfilmen – und wird, als sie ganz privat zu einem Speeddating geht, unfreiwillig zur Hauptfigur in einer Mischung aus genau diesen Genres.

Mich hat das Buch absolut abgeholt!
Der Schreibstil von Thompson ist unterhaltsam, kurzweilig und absolut witzig. Jedes Kapitel beginnt mit einem umgeänderten Filmzitat und macht schon dabei Lust, mitzurätseln, wie das Original lautet.
Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: Jamie geht mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin zu einem Speeddating in eine alte Fabrik, die einmal ein Club war. Leider endet schon eines ihrer Dates damit, dass ihr Datingpartner es nicht überlebt. Anschließend sind alle Anwesenden im Gebäude eingesperrt und die Mordlust des Täters scheint keine Grenzen zu kennen. Aber auch die Liebeslust von Jamie nicht. Und dabei hat sie es gleich mit zwei Männern zu tun, aus deren Dates sich etwas entwickeln könnte. Neben heißen Avancen gilt es aber auch unter Hochdruck daran zu arbeiten, lebend aus dem Gebäude zu kommen.
Als Leserin konnte ich die ganze Zeit wunderbar in das Buch abtauchen und vor allem auch mitraten, wer wohl hinter all dem steckt. Spannend war es auf jeden Fall!
Kritisch zu sehen ist, dass nicht alles penibel realistisch ist – es wird schon sehr viel gemeuchelt und trotzdem viel Spice verströmt. Die Hauptfiguren zeigen vielleicht wenig Tiefe zeigen und die Story wirft nun auch nicht mit tiefgreifenden Erkenntnissen immer neue Aspekte auf. Aber all das habe ich auch weder bei Slasher noch bei Romcom erwartet. Von daher bin ich sehr glücklich, einfach total gut unterhalten worden zu sein – und das ist ja auch die wesentliche Gemeinsamkeit beider Genres.

Für mich also ein Roman, der Spannung, Liebe und sehr viel Humor mitbringt. Das Buch verbindet wirklich gut die Genres Romcom und Horror - ist daher aber auch nicht für jeden was. Für mich absolut ein Highlight in diesem Jahr!
Ich muss gestehen, ich habe einen killermäßigen Crush auf „A Killer Crush“ entwickelt und freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

In der Klappe steckte mehr als dazwischen

Der Papierpalast
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Elle ist 50 Jahre alt, verheiratet mit Peter, hat drei Kinder und verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie und ihrer Mutter in der Sommerresidenz der Familie: dem Papierpalast. Seit Kindertagen trifft ...

Elle ist 50 Jahre alt, verheiratet mit Peter, hat drei Kinder und verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie und ihrer Mutter in der Sommerresidenz der Familie: dem Papierpalast. Seit Kindertagen trifft sie hier auf den nur wenig jüngeren Jonas. Alle kennen einander gut und dann passiert es: Es kommt zum Sex zwischen Elle und Jonas. Bleibt sie nun bei ihrem Mann oder entscheidet sie sich für ihre Jugendliebe?

Das Buch bietet einen Einblick in das Leben von Elle. In Rückblicken wird so nicht nur ihre Kindheit erzählt, sondern die ihrer Familie - vornehmlich der weibliche Teil.
Wenn das Buch auch wirklich gut zu lesen ist - der Schreibstil ist flüssig und mitunter auch wirklich witzig, leider manchmal auch einfach sehr plump - hat es mich doch enttäuscht.
Insgesamt erfährt man nur wenig über die Charaktere. Dabei hatte ich angesichts der Frage, die der Klappentext aufwirft: Für welche Liebe entscheidet Elle sich? - gerade hier mehr erwartet.
Selbst über Elle und ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle, erfährt man nur wenig.
Die ganze Geschichte der Vergangenheit strotzt nur so vor Katastrophen: Trennungen, Missbrauch (immer wieder), Tod und Unzufriedenheit scheinen in der Familie ein roter Faden zu sein.
Dann heißt es: Elle hat nur einen Tag, um sich zwischen den beiden Männern zu entscheiden. Aber warum? Sie trifft ihre Jugendliebe im Laufe ihres Lebens immer wieder. Und auch der Sommer, indem sie nun Sex mit ihm hatte, ist nicht zu Ende. Warum also der eine Tag?
Mir persönlich fehlte es an emotionalem Tiefgang: Der Sex allein scheint hier die Frage in den Raum geworfen zu haben - nicht etwa die jahrelange Freundschaft und Zuneigung oder Anziehung.
Die Liebe zu Peter, dem Ehemann, ist einfach da und es bestehen auch keine Zweifel oder Fragen.
Eigentlich ein Luxusproblem: Elle hat zwei Männer, die sie über alles lieben und begehren - aber ihre Zweifel, welcher der Richtige ist, bleiben unerzählt.

Schade, für mich hätte die innere Bewegtheit, die Zweifel und die Gefühlswelt einer Frau in der Mitte des Lebens sicherlich eine gute Geschichte hergegeben. Leider wird diese aber nicht erzählt.
Dafür aber um so mehr andere Stränge, Geschichten und Charaktere, die sich dann im Nichts verlieren.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Gelungene Sportsromance, die Lust auf die weiteren Teile der Reihe macht

Rival Darling
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Violett wird in ihrem letzten Schuljahr beim Onkel im kalten Minnesota abgesetzt - die Mutter hat beruflich viel um die Ohren und interessiert sich wenig für Violet. Der Tapetenwechsel in den Sommerferien ...

Violett wird in ihrem letzten Schuljahr beim Onkel im kalten Minnesota abgesetzt - die Mutter hat beruflich viel um die Ohren und interessiert sich wenig für Violet. Der Tapetenwechsel in den Sommerferien von Californien hierher bringt es mitnichten, dass Violett ständig freier, aber schnell lernt sie mit Jeremy einen vermeintlich tollen Jungen kennen. Der entpuppt sich aber als Kapitän der Eishockeymannschaft und Violet hat doch eine Keine-Sportler-Tegel. Nun sie macht eine Ausnahme für Jeremy - und wird bitter enttäuscht. Die Idee: eine Fake-Beziehung zu Reed, dem Kapitän der gegnerischen Mannschaft, ein „Darling-Devil“, wie er im Buche steht.

Die Geschichte um Violet und Reed wird aus wechselnder Perspektive der beiden dargestellt. Zudem lernt man Freunde und Familie kennen.
Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm; das Lesen fällt leicht.
Die Charaktere werden gut herausgearbeitet - mit all ihren Gedanken, Gefühlen und (Selbst-)Zweifeln.
Eine interessante Idee, den Ex-Freund mit einer Fake-Beziehung zum ärgsten Rivalen ärgern zu wollen. Natürlich klappt das mit dem Fake nicht so wirklich, aber zum Glück geht auch nicht alles völlig problemlos dem selbstverständlichen Happyend entgegen. Dafür sind die Charaktere mit ihren individuellen Unsicherheiten zu realistisch dargestellt.

Eine wundervolle Romanze, gut geschrieben und das Herz jeden Teenagers erobernd!
Klare Kaufempfehlung für junge Leser und auch für Frauen, die sich gerne mal beim Lesen auf´s Eis der Gefühle wagen, ein guter Griff.
Ich jedenfalls freue mich, dass es in den nächsten Bänden der Reihe um die Geschichte der beiden anderen Darling-Devil-Brüder geht, die so ganz andere Charaktere haben.

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