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Dani_Lisbeth

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Gelungene Sportsromance, die Lust auf die weiteren Teile der Reihe macht

Rival Darling
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Violett wird in ihrem letzten Schuljahr beim Onkel im kalten Minnesota abgesetzt - die Mutter hat beruflich viel um die Ohren und interessiert sich wenig für Violet. Der Tapetenwechsel in den Sommerferien ...

Violett wird in ihrem letzten Schuljahr beim Onkel im kalten Minnesota abgesetzt - die Mutter hat beruflich viel um die Ohren und interessiert sich wenig für Violet. Der Tapetenwechsel in den Sommerferien von Californien hierher bringt es mitnichten, dass Violett ständig freier, aber schnell lernt sie mit Jeremy einen vermeintlich tollen Jungen kennen. Der entpuppt sich aber als Kapitän der Eishockeymannschaft und Violet hat doch eine Keine-Sportler-Tegel. Nun sie macht eine Ausnahme für Jeremy - und wird bitter enttäuscht. Die Idee: eine Fake-Beziehung zu Reed, dem Kapitän der gegnerischen Mannschaft, ein „Darling-Devil“, wie er im Buche steht.

Die Geschichte um Violet und Reed wird aus wechselnder Perspektive der beiden dargestellt. Zudem lernt man Freunde und Familie kennen.
Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm; das Lesen fällt leicht.
Die Charaktere werden gut herausgearbeitet - mit all ihren Gedanken, Gefühlen und (Selbst-)Zweifeln.
Eine interessante Idee, den Ex-Freund mit einer Fake-Beziehung zum ärgsten Rivalen ärgern zu wollen. Natürlich klappt das mit dem Fake nicht so wirklich, aber zum Glück geht auch nicht alles völlig problemlos dem selbstverständlichen Happyend entgegen. Dafür sind die Charaktere mit ihren individuellen Unsicherheiten zu realistisch dargestellt.

Eine wundervolle Romanze, gut geschrieben und das Herz jeden Teenagers erobernd!
Klare Kaufempfehlung für junge Leser und auch für Frauen, die sich gerne mal beim Lesen auf´s Eis der Gefühle wagen, ein guter Griff.
Ich jedenfalls freue mich, dass es in den nächsten Bänden der Reihe um die Geschichte der beiden anderen Darling-Devil-Brüder geht, die so ganz andere Charaktere haben.

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  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Starkes Thema mit tollen Introspektiven, aber verblassendem Fokus

Hazel sagt Nein
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Starkes Thema, intensive Innenansichten, inkonsequente Handlungsverfolgung

Familie Blum zieht aus New York ins beschauliche Main und hier in die Kleinstadt Riverburg. Vater Gus bekommt eine lukrative ...

Starkes Thema, intensive Innenansichten, inkonsequente Handlungsverfolgung

Familie Blum zieht aus New York ins beschauliche Main und hier in die Kleinstadt Riverburg. Vater Gus bekommt eine lukrative Anstellung als Professor am College, Mutter Clair will sich in einer eigenen Modelinie verwirklichen, der liebenswert-besondere Sohn Wolf mit versucht in der neuen Junior High zurecht zu kommen und Tochter Hazel soll hier Abschlussjahr an der Highschool verbringen. Doch schon am ersten Schultag wird sie zum Schulleiter White ins Büro gerufen. Und der eröffnet ihr unglaubliches: Jedes Jahr hat er Sex mit einer Schülerin und dieses Mal soll es Hazel sein! Doch die sagt Nein.
Jessica Berger Gross schildert in ihrem Roman die Innensicht der Familie nach diesem Ereignis. Jedes Familienmitglied kämpft mit eigenen Problemen und mit dem sexuellen Machtmissbrauch des Schulleiters an Hazel. Wie ihr Nein das gesamte Familienleben, aber auch das Leben in der Kleinstadt beeinflusst, in der White ein sehr angesehener Mann ist, möchte das Buch dem Leser erzählen.

Das Buch behandelt ein so wichtiges Thema und darüber muss geschrieben, nachgedacht und diskutiert werden.
Gerade weil es hier nicht zu der sexuellen Handlung kommt, da Hazel sich widersetzt, ist das Thema Machtmissbrauch und sexueller Missbrauch hier so gelungen erzählt. Es muss nicht zum Akt kommen, um dennoch ein Trauma auszulösen und um dennoch Missbrauch zu sein!
Meiner Meinung nach beschreibt Berger Gross mit einer starken Empathie für die verschiedenen Familienmitglieder genau dieses Trauma. Die Selbstzweifel, die unglaublichen Reaktionen in der kleinstädtischen Gemeinschaft, die Ängste und Sorgen werden gut herausgearbeitet. Dabei ist der Erzählstil durchgehend leicht zu lesen und nehmen aufgrund des feinen Witzes der Sprache dem Lesenden die Last, zu sehr von der Düsternis des Themas erdrückt zu werden.
Achtung: Spoiler!
Aber: viele der dann erzählten Handlungsstränge werden danach nicht auserzählt. Der Direktor und seine Handlungen bleiben bis auf kurze, geradezu plötzliche Momente komplett außen vor. Die schweren Angriffe auf die Familie werden nicht weiter behandelt und bleiben sogar diffus. Die Familie des Direktors bekommt kurz Raum, wird aber wieder aus der Erzählung genommen.
Hazel wird nun sehr gehypt und erlangt aufgrund ihrer Geschichte viel positive Aufmerksamkeit, soll ein Buch schreiben, wird interviewt, erscheint in Podcasts und Zeitungsartikeln. Und das in so rasender Geschwindigkeit, dass man beim Lesen die vielen Möglichkeiten und Namen kaum mehr verfolgen kann.
Schlussendlich wird sich Hazel auch dessen bewusst und setzt dem erneut ein klares Nein entgegen. Sie sagt dafür Ja zu einer unbeschwerten, weniger populistischen Zukunft. Ein starkes Stück Selbstfindung!
Leider findet auch der Rest der Familie völlig zufällig oder einfach zu schnell ein persönliches Happyend – das ist fast überfordernd romantisiert.

Ein Roman zu einem wichtigen Thema, der einfühlsam und doch humorgespickt die Geschichte erzählt, wie ein Missbrauch und ein starkes Nein dazu ein Leben aus der Bahn wirft. Berger Gross gelingt es, die starke Hauptfigur nachempfinden zu lassen und zu einer noch stärkeren gereiften jungen Erwachsenen werden zu lassen.
Für mich fehlt dem Buch in der zweiten Hälfte jedoch eindeutig der rote Faden oder er wird eben vielfach einfach gekappt.
Das hat mich traurig hinterlassen, denn ich mochte den ersten Buchteil so sehr! Manchmal wären ein paar angerissene Ideen oder gleich ein paar Seiten zu demselben Thema weniger einfach mehr. So verliert die Geschichte das eigentliche Thema aus dem Blick.
Es mag die amerikanische Art sein, aber viele Details sind einfach sehr unrealistisch und die vielen Happyendings fliegen der Familie nur so zu. Mich hat das enttäuscht, gerade nach der so gelungenen und starken ersten Buchhälfte. Gleichsam hallt das Buch noch lange in mir nach – aber leider nicht in erster Linie wegen des starken Themas.
Hier wurde der verlorene rote Faden leider kurzerhand zu einem rosa-roten verwaschen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Der Wolf in unserem Pelz

Wolf
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Es geht in den Wald, in ein Ferienlager mit vielen Gleichaltrigen und Kemi muss mit: unfreiwillig und ohne auch nur irgendetwas an der Situation, dem Wald, den Gleichaltrigen in einer abgeschlossenen Gruppe ...

Es geht in den Wald, in ein Ferienlager mit vielen Gleichaltrigen und Kemi muss mit: unfreiwillig und ohne auch nur irgendetwas an der Situation, dem Wald, den Gleichaltrigen in einer abgeschlossenen Gruppe in den Ferien oder der Natur im Allgemeinen zu mögen.
Aber seine alleinerziehende Mutter kann ihn nicht betreuen und so ist es beschlossen.
Kemi lässt den Leser nun an all seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben - er beschreibt, beurteilt und lässt dabei nichts aus.
Er ist ein besonderer Junge, das ist schnell zu merken, seine Sprache zum Teil sehr erwachsen, seine Gedanken gewitzt und seine Worte schnörkellos.
Eben sehr ehrlich.
Und so beschreibt er auch ehrlich, wie es ist, wenn in einer Gruppe ein Kind nicht nur anders ist, sondern auch noch zum Außenseiter gemacht wird.
Er beschreibt das Machtungleichgewicht, die Wehrlosigkeit, die Unschuld am Anderssein. Aber genauso schonungslos beschreibt er, wie man zum Zuschauenden wird, der selbst nichts unternimmt, obwohl man es besser weiß.

Aus meiner Sich ein wirklich starkes Buch zum Thema soziale Gruppe, Ausgrenzung, Mobbing und den Gefühlen, die dies in Kindern auslöst - und das nicht nur in den Opfern oder Tätern, sondern auch in den Zuschauenden, die nichts unternehmen.
Das Buch ist dabei so ehrlich, dass es einen immer wieder an eigene Erlebnisse erinnert und man sich wirklich mittendrin fühlt.
Aber gleichzeitig schildert Stanisiç die Innenwelt des Kemi in einer so herzerfrischend lustigen und ideenreichen Sprache, dass man auch herzhaft lachen und den Kopf schütteln kann.

Insgesamt eine klare Kaufempfehlung!
Ein schonungslos ehrlicher Roman über das Erwachsenwerden und das Miterleben von Mobbing. Ein leicht und witzig zu lesender Innenblick eines Jungen, der weiß, wie es ist, nicht zu einer Gruppe zu gehören, und der gleichzeitig nicht stark genug ist, seinen Emotionen zu trauen.
Stanisiç erdrückt den Lesenden nicht mit dem Thema einer sich zuspitzenden Mobbingsituation oder hebt den moralischen Zeigefinger.
Es bleibt viel Platz zum Nachdenken, eigene Ideen hineinfinden und interpretieren.
Alleine, ob das Buch mit relativ wenig Handlung, sondern mehr subtiler Erzählung bei Jugendlichen den Nerv trifft, den es verdient, wage ich zu bezweifeln. Leider, den verdient hätte es es!

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Veröffentlicht am 26.12.2025

24 Kapitel - Masche um Masche, Wort um Wort kuschelig

Stricktraum und Weihnachtszauber. Eine Kreativ-Romance. Mit Multimuster-Tuch-Knit-Along. Adventskalenderbuch
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Olivia hat mit ihrem Freund Schluss gemacht und die gemeinsame Wohnung in London verlassen. Sie setzt sich ab in die Cotswolds, um in Ruhe und unkommentiert Arbeiten gut können. Sie ist Workaholic und ...

Olivia hat mit ihrem Freund Schluss gemacht und die gemeinsame Wohnung in London verlassen. Sie setzt sich ab in die Cotswolds, um in Ruhe und unkommentiert Arbeiten gut können. Sie ist Workaholic und Weihnachtsmuffel. Sie Auszeit in dem kleinen Dorf Greenhill soll dazu dienen, ungestört arbeiten und dem Weihnachtsstress mit der Familie entfliehen zu können. Doch in Greenhill bleibt keiner lange allein und ungestört: Es wird Gemeinsamkeit zelebriert, gestrickt und Tee getrunken…

Schon das Cover des Buches ist einfach cozy - warme Farben auf schneebedecktem Hintergrund und ein glitzernder Schriftzug - da weiß man gleich, worauf man sich einläßt.
Die Liebesgeschichte zwischen Olivia, die eigentlich ihre Ruhe haben wollte, und Jacob, der den Strickladen des Ortes geerbt hat, verläuft zunächst holprig, aber schnell knisternd.
Der Schreibstil hat seine Mängel in der Orthographie und vor allem der Zeichensetzung: Ich habe selten erlebt, dass dauernd zu viele Kommata gesetzt werden. Das bremst den Lesefluss schon. Aber die verwendete Sprache an sich ist einfach hinreißend: Eine wirklich wärmende Liebesgeschichte, die auch noch sprachlichen Humor aufweist.
Natürlich sind die Handlung und das Ende der Geschichte nicht wirklich überraschend, aber es ist einfach einwirklich gut gelungene Liebesgeschichte, die einem die Weihnachtszeit so richtig versüßt.
Mir persönlich waren die 24 Kapitel, die das Buch zu einem Adventskalender machen, oft einfach zu kurz - ich wollt einfach weiterlesen, weil es so schön war. Verratet mich nicht - ich habe daher ein paarmal gemogelt.
Das Stricktuch, welches nebenbei in 24 Stickabschnitten entstehen kann, ist sicherlich nicht unbedingt anfängerInnengeeignet. Ich bin wirklich gutbestrickt und habe mich anfangs ganz schön reinfuchsen müssen. Aber zum Glück gibt es sogar ein Videotutorial, um den Beginn zu erleichtern. Auch beim fertigen Ergebnis ist mein Empfinden, dass es nicht 24 verschiedene Muster hätten sein müssen. Das sorgt zwar für Abwechslung, aber mir hätte das Endergebnis vielleicht noch besser gefallen, wenn die Muster zum Schluss nicht nur 1.2 cm breit wären. Dafür hätte ich Wiederholungen bereitwillig hingenommen. Aber das ist Geschmackssache und Meckern auf sehr hohem Niveau. Denn das Tuch sieht toll aus und wird mich nun immer an diesen schönen Roman erinnern.
Man kann das Buch aber auch getrost lesen, ohne zu stricken!

Für mich eine wirkliche Wohltat:
Stricken und Lesen - etwas Beruhigerendes und Entspannenderes kann man sich an langen Winterabenden kaum wünschen - ach ja, vielleicht noch der passende Tee dazu. Daher ist das Buch für mich ein wirklich gelungener Begleiter durch die Adventszeit.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Eine tolle Idee - anstrengend zu lesen

The Nightmare Before Kissmas
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Weihnachten trifft auf Halloween, Liebe trifft auf Intrigen und ein queeres Weihnachtsmärchen trifft auf Humor - der Klappentext machte eine perfekten ersten Eindruck.

Ich liebe Weihnachten und eine queere ...

Weihnachten trifft auf Halloween, Liebe trifft auf Intrigen und ein queeres Weihnachtsmärchen trifft auf Humor - der Klappentext machte eine perfekten ersten Eindruck.

Ich liebe Weihnachten und eine queere Liebesgeschichte mag ich auch gern lesen.
Soweit so gut.
Dann aber ging es insgesamt um eine Intrige des Santas, gegen die sich seine Söhne gemeinsam mit der Tochter von Ostern und dem Prinzen von Halloween auflehnen. Sie wollen wieder die echte, nicht die kommerzielle Freude zurück zu den Menschen bringen. Eine Geschichte, die durchaus Potential besitzt.
Auch die Liebesgeschichte um Hex und Coal sollte heimlich und sich langsam steigernd gestalten.
Außerdem versprach die Geschichte Humor, was die Autorin in der Danksagung noch einmal betonte.
Aber mir ging es wie einigen anderen:
Man wird direkt in die Geschichte geworfen und es ist anfangs echt schwer, sich einzulesen.
Die Geschichte um die herrschende Familie Weihnachten mit den dazugehörigen Winterfeiertagen und Adelshäusern wird nicht ganz zu Ende erzählt. Das verwirrt schon und ich habe mir mehrfach gewünscht, von den anderen Häusern mehr über deren Bedeutung und nicht nur ihre Namen zu erfahren. Ich was ist der Unterschied zwischen den Adelshäusern, die von Beginn an in der Weihnachtszeit im Palast sind, und den Winterfeiertagen?
Die Charaktere sind gut dargestellt, bleiben aber auch recht oberflächlich.
Den versprochenen Humor konnte ich auch nur selten nachempfinden - oder er traf einfach nicht meinen.
Leider empfinde ich auch die Liebesgeschichte als sehr rasant in der Entwicklung und für ein NewAdultBook ohne Empfehlung für ein Lesealter auch schon sehr dataillreich und very spicy!
Hat man sich einmal zurechtgefunden, gewinnt die Geschichte.
Allerdings war ich mehrfach kurz davor, aufzugeben und das Buch nicht bis zum Ende zu lesen. Der Schreibstil war mir nicht so leicht zu verdauen.

Insgesamt eine schöne Idee, die aber nicht auserzählt wurde und aus meiner Sicht nur an der Oberfläche ihres Potentials kratzt.
Ich werde keinen weiteren Teil kaufen.

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