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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Gute Unterhaltung mit einigen Irrwegen

Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei
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Inhalt:
Die Freundinnen Sadie und Cat haben bereits einige Herausforderungen gemeistert. Sadie ist nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann alleinerziehend und Cat hat das mit zwei Michelinsternen ...

Inhalt:
Die Freundinnen Sadie und Cat haben bereits einige Herausforderungen gemeistert. Sadie ist nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann alleinerziehend und Cat hat das mit zwei Michelinsternen gekürte Restaurant in Paris verlassen, in dem sie als Köchin gearbeitet hat, um sich ein neues Leben als Geschäftsinhaberin aufzubauen. Gemeinsam stürzen sich die Frauen in dieses neue Projekt und eröffnen das Geschäft „Smart Cookies“. Schon in ihrem ersten Jahr als Unternehmerinnen werden ihnen aber zahlreiche Steine menschlicher, romantischer und geschäftlicher Natur in den Weg gelegt. Ihre Freundschaft überdauert aber auch das stärkste Unwetter.

Meine Meinung:
Holly Hepburn Bücher sind stets ein wunderbares Lesevergnügen für mich. Vier ihrer neueren Romane habe ich - in der übersetzen Version - innerhalb von kürzester Zeit gelesen. Dabei haben mich vor allem ihre Figuren, deren mitten aus dem Leben gegriffenen alltäglichen Herausforderungen und Freuden sowie die wunderschön beschriebenen Szenen der Handlung. Ob traumhafte Landschaften auf den Orkney Islands oder geschäftige Strassen in einer gemütlichen Altstadt, Hepburn holt mich einfach immer ab. Und auch das Schicksal des edlen Geschäfts „Smart Cookies“ sowie die wunderbaren und sehr modernen Nebenfiguren in „A Year at Castle Court“ haben mich überzeugt. Allen voran haben vor allem die dinosaurierliebende vierjährige Tochter von Sadie sowie der Imker Adam mein Herz im Sturm erobert.
Allerdings muss ich leider sagen, dass mir dieser Roman trotzdem nicht ganz so gut gefallen hat, wie die anderen Bücher. Das kann daran liegen, dass er ein wenig älter ist, als die anderen Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe, oder dass man ihm deutlich angemerkt hat, dass er zuerst in vier Teilen als eBook und dann erst als ganzer Roman erschienen ist. Dies ist zwar bei allen ihren Romanen der Fall, bei den anderen Bücher empfand ich aber die Übergänge und Zusammenhänge der einzelnen Teile als sehr viel stimmiger. Zudem beinhaltet die Handlung für meinen Geschmack zu viele romantische Irrwege und die Hauptfiguren waren mir leider nicht so sympathisch, wie die Nebenfiguren.

Meine Empfehlung:
Das Buch ist in meinen Augen der bisher schwächste Roman der Autorin, er enthält aber dennoch sehr gut, liest sich leicht und stimmig, beinhaltet viele kulinarische Details und Bienenliebe und tolle Nebenfiguren.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Einfach grandios

Rory Shy, der schüchterne Detektiv – Der geheimnisvolle Fall der Braut (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 8)
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Inhalt:
In ihrem achten Fall ermitteln Matilda und Rory in einem wunderschönen Nostalgie-Hotel inmitten einer Hochzeitsgesellschaft. Die Braut ist aus dem Fenster gestürzt, aber der Bräutigam glaubt an ...

Inhalt:
In ihrem achten Fall ermitteln Matilda und Rory in einem wunderschönen Nostalgie-Hotel inmitten einer Hochzeitsgesellschaft. Die Braut ist aus dem Fenster gestürzt, aber der Bräutigam glaubt an ein Verbrechen und hat deshalb alle Gäste gebeten, im Hotel zu bleiben und Matilda und Rory für die Ermittlungen zur Verfügung zu stehen. Schnell wird klar, dass verschiedene Menschen ein Motiv und noch viel mehr Gäste kein Alibi haben. Ausserdem fallen eine seltsame Hochzeitsfotografin, ein bissiger Hundefeind und die Eltern des Bräutigams sehr schnell negativ auf...

Meine Meinung:
Ich bin begeistert, schon wieder! Oliver Schlick hat mit seinen Figuren Matilda und Rory ein Team geschaffen, das es in sich hat. Die fantasievollen, klug aufgebauten Fälle, die schrägen, witzigen, spannenden und stets sehr detailliert und liebevoll beschriebenen Nebenfiguren und die wunderschöne Aufmachung und Vorsatzgestaltung machen jeden einzelnen Band zu einem kleinen Schatz.
An diesem Band besonders gut gefallen hat mir, dass mir lange gar nicht klar war, wie alles zusammenhängen könnte und dass die Fälle auch immer komplexer, gefährlicher und erwachsener werden. Parallel dazu wird unsere eigentliche Hauptfigur Matilda auch immer älter und dadurch zu einer um so wertvolleren und selbstbewussteren Mitarbeiterin. Rorys geheime Gabe, die ihm hilft, einige der Fälle aufzulösen, kommt in diesem Band kaum zum Einsatz, dafür überzeugt unser Team mit kluger Ermittlungsarbeit und einem gar nicht mehr so hasenfüssigen Dr. Herkenrath an seiner Seite.
Einmal mehr bin ich nur so durch die Seiten geflogen und ich hätte gerne noch lange weitergelesen. Dieser Krimi ist spannend, der Fall wird immer gefährlicher und trotzdem beinhaltet er auch eine grosse Portion Humor und ein Herz für Schüchterne.

Meine Empfehlung:
Lest die Reihe alleine oder mit den Kindern in eurem Umfeld. Lasst euch unterhalten und begeistern und beginnt natürlich unbedingt beim ersten Band.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Aussergewöhnlich

Walzer für Niemand
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Inhalt:
Die Musikerin Sophie Hunger baut in ihrem Roman ihren 2008 erschienenen Song "Walzer für Niemand" zum Roman aus. Ihre Ich-Erzählerin erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in einer Berner Gemeinde, ...

Inhalt:
Die Musikerin Sophie Hunger baut in ihrem Roman ihren 2008 erschienenen Song "Walzer für Niemand" zum Roman aus. Ihre Ich-Erzählerin erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in einer Berner Gemeinde, ihren ersten Schritten als Musikerin und einer innigen Freundschaft, die über die Jahre zerklüftet wird.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich aus einem Bücherschrank mitgenommen und hatte überhaupt keine Erwartungen an den Roman. Die Musikerin Sophie Hunger ist mir natürlich ein Begriff, aber ihre Songs kenne ich leider wirklich nicht so gut. Dies könnte sich allerdings bald ändern, schliesslich hat mich der Roman so richtig neugierig auf ihr Werk gemacht.
Besonders gut gefallen haben mir die kreative Erzähllust, der sehr freie Umgang mit Worten und die aussergewöhnlichen aber äusserst starken Sprachbilder, welche Erinnerungen und grosse Emotionen wecken. Ausserdem spricht natürlich aus jeder Sequenz Hungers enorme Liebe zur Musik, wohl das einzige, das sie und ihre Ich-Erzählerin verbindet.
Die teilweise ziemlich skurrilen Beschreibungen und Coming-of-Age-Elemente hatten dabei eine komische und unterhaltsame Komponente, stimmen aber auch wehmütig und die kurzen Abschnitte und Kapitel sorgten dafür, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Meine Empfehlung:
Dieses aussergewöhnliche Büchlein ist ein grosses Gedicht in Buchform, verbindet Legenden, Fantasie, die Liebe zur Musik und die tragische Geschichte einer zuerst innigen und später dahinschwindenden Freundschaft. Dieser Roman ist definitiv ein kleines Abenteuer für alle, die sich darauf einlassen wollen.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Lesenswert aber heftig

Die schönste Version
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Inhalt:
Jella und Yannick, eine scheinbar perfekte Liebesgeschichte. Doch eines Tages geht er zu weit und wird handgreiflich. Es gibt eine Zeugin, es gibt eine Aussage und in zahlreichen Rückblenden werden ...

Inhalt:
Jella und Yannick, eine scheinbar perfekte Liebesgeschichte. Doch eines Tages geht er zu weit und wird handgreiflich. Es gibt eine Zeugin, es gibt eine Aussage und in zahlreichen Rückblenden werden Hintergründe und Abgründe ertastet. Freundschaften, Machtgefälle, Missbrauch und herausfordernde Familienstrukturen prägen Jellas Alltag genau so, wie die gefährlichen Beziehungen, aus denen sie kaum ausbrechen kann.

Meine Meinung:
Ich bin froh, das Buch gemeinsam mit Sina gelesen und diskutiert zu haben. Im Austausch konnten wir einiges besser einordnen und verarbeiten. Und auch wenn zum Glück nicht alle Details aus Jellas Leben auch Teil meines Lebens sind (oder waren), so habe ich mich und mein Umfeld doch immer wieder in einigen der Szenen, Erinnerungen oder Gedanken erkannt. Ruth-Maria Thomas ist es mit ihrem Debüt gelungen, aufzurütteln, zu schockieren und zu berühren. Und leider zeigt sie einen Alltag auf, den so viele von uns so, die in den 90er-Jahren geboren worden sind, zumindest in Teilen erlebt haben. Vom Kontrollieren und Aushungern des eigenen Körpers über den Gruppenzwang, sich riskanten Spielen, Substanzen oder Menschen hinzugeben bis hin zum von abwesenden Eltern und Erziehungsberechtigten fast komplett unbeaufsichtigten Verbringen der Freizeit in Hinterhöfen, Kneipen und Betten viel älterer Männer lässt Thomas kein damals wie heute für einige Mädchen und junge Frauen noch immer hochaktuelles Thema aus.
Jella lebt und überlebt nach Yannicks Tat bei ihrem Vater. Sie beginnt, gesellschaftliche Strukturen zu durchschauen und zeigt anhand ihrer Kindheit und Jugend auf, was unter anderem dazu geführt hat, dass sie an den Punkt gelangt ist, an dem sie gerade steht. Sie erinnert sich an das Dulden, das in-Schutz-Nehmen, das Ausprobieren und das Bewundern von denen, die alles durften und konnten und älter und stärker waren.

Meine Empfehlung:
Ruth-Maria Thomas erzählt knapp und intensiv, vulgär, messerscharf und aufrüttelnd. Sie sorgt dafür, dass wir hinsehen, dass wir unser jüngeres Ich an die Hand nehmen und gemeinsam mit unserer Protagonistin Jella heilen wollen. Und dafür, dass wir beginnen, die Vorläufer und Anfänge von häuslicher und sexualisierter Gewalt ernst zu nehmen, dass wir aufhorchen und einschreiten und mitdenken, dass wir Täter klar benennen und uns mit anderen Frauen verschwestern. Lest dieses Buch und sprecht darüber.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Wichtiges Buch

Zusammenkunft
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Inhalt:
Fragmentarisch setzen sich in diesem dünnen Buch Szenen aus dem Leben der namenlosen Schwarzen Ich-Erzählerin zu einem nachhallende Einblick in ihren Alltag zusammen. In Grossbritannien erlebt ...

Inhalt:
Fragmentarisch setzen sich in diesem dünnen Buch Szenen aus dem Leben der namenlosen Schwarzen Ich-Erzählerin zu einem nachhallende Einblick in ihren Alltag zusammen. In Grossbritannien erlebt sie alltäglichen Rassismus und Sexismus, muss einen enormen Mehraufwand leisten, um ernst genommen zu werden und voranzukommen, muss einstecken, sich zusammenreissen und wird dabei immer wieder mit eigenen (körperlichen) Grenzen konfrontiert.

Meine Meinung:
Das Buch ist mir schon oft begegnet und empfohlen worden, entsprechend wollte ich mir selber ein Bild machen. Und obwohl es nur wenige Seiten hat, liest es sich nicht so schnell, wie erwartet. Die Themen sind intensiv, lassen Raum zum Nachdenken und Leerstellen, die man selber füllen kann, aber nicht muss. Die einzelnen Textfragmente, Listen und Gedanken springen zwischen verschiedenen Szenen hin und her. Mal befinden wir uns in einem Büro im beruflichen Kontext, mal im hart erarbeiteten Townhouse, der Protagonistin, mal auf einer Gartenparty und mal im Krankenhaus.
Natasha Brown benennt Missstände, das immer noch kolonialistische Gedankengut und das kaum überwindbare Klassensystem, in dem ihre unbenannt bleibende Protagonistin agiert und ohne Namen steht sie um so mehr für so viele Frauen, welche ähnliche Abwertungen, Hürden und Übergriffe erfahren.

Meine Empfehlung:
Das Buch ist eine sprichwörtliche Zusammenkunft von schlechten Erfahrungen aber auch von Mut und Kraft, welche sich diesen entgegenstellen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Geschichte zu lesen, sich den teilweise äusserst unangenehmen Szenen zu stellen und sich und das eigene (rassistische) Handeln zu hinterfragen.

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