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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2017

Wie jetzt?

Projekt Rahanna
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Es dauert ein wenig, um hinter die erste Grundidee des Buches zu kommen. Die zweite erschliesst sich erst ziemlich am Ende.
Bornholm soll in den Zustand, der zu Wikingerzeiten gegeben war, zurückversetzt ...

Es dauert ein wenig, um hinter die erste Grundidee des Buches zu kommen. Die zweite erschliesst sich erst ziemlich am Ende.
Bornholm soll in den Zustand, der zu Wikingerzeiten gegeben war, zurückversetzt werden: jeder hat etwas Land, Vieh, intakte Natur. Weg mit Industriefutter, Massentierhaltung, korrupten Politikern. Dazu verwandeln sich einige Inselbewohner in König Knud, Blut-Eigil, Gullinbursti oder Berserker. Diese besetzen strategisch wichtige Orte wie Armeestützpunkt, Radiosender, setzen die Inselleitung auf See aus, bestrafen Großbauern und öffnen Tierställe mehr oder weniger gewalttätig. Zwei Ordnungshüter versuchen u.a. aus einem alten Nazibunker heraus den Widerstand und holen einen vulgären NATO- Kommandeur zu Hilfe. Norwegerinnen besetzen eine Festung und scheinen zunächst nichts zu tun.
Schwerarbeit, sich durch das Buch zu ackern. Gewaltexzesse, Verbrüderungen, obzöne Sprache, einfältige Inselbewohner - nicht meins. Eine nette Idee, schlecht umgesetzt.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Bewegend

Überleben ist ein guter Anfang
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Anja, Ende 40, verheiratet, eine erwachsene Tochter. Sie hat Brustkrebs. Durch Zufall und Überredung landet sie in einer Selbsthilfegruppe. Angenehm überrascht stellt sie fest, dass hier nicht gejammert ...

Anja, Ende 40, verheiratet, eine erwachsene Tochter. Sie hat Brustkrebs. Durch Zufall und Überredung landet sie in einer Selbsthilfegruppe. Angenehm überrascht stellt sie fest, dass hier nicht gejammert wird, sondern man gibt sich Tipps, lacht zusammen, pflanzt einen Baum. Eine der Frauen, fast 83, stirbt, bevor sie ihren Plan - eine Weltreise- umsetzen kann. Die Planung dafür und das nötige Geld hinterlässt sie ihren fünf Gefährtinnen. Anja, Gret, Hertha, Sabine und Marion beschliessen, diese Reise selbst zu unternehmen. Fünf Stationen sind geplant und werden abgearbeitet.
Wie die Frauen das managen und zugleich die Zuhaus-Gebliebenen einbezogen werden, beschreibt Andrea Ulmer sehr liebevoll. Natürlich ist das eine Riesenherausforderung für die krebskranken Frauen. Ob das wirklich so relativ problemlos bewältigt werden kann?
Egal. Die Autorin, deren Mutter selbst an Krebs verstarb, hat ein optimistisches Buch geschrieben. Was bleibt, ist das unbestritten Mut machende Motto: Nie aufgeben, kämpfen!

Veröffentlicht am 10.04.2017

Eine besondere Liebe

Demnächst in Tokio
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Eine schöne Kindheit hatte Elisabeth, ganz sicher nicht: zu Hause ein despotischer und gewalttätiger Vater, eine eingeschüchterte Mutter. Aus Karrieresucht verheiratet dieser Vater das Mädchen mit dem ...

Eine schöne Kindheit hatte Elisabeth, ganz sicher nicht: zu Hause ein despotischer und gewalttätiger Vater, eine eingeschüchterte Mutter. Aus Karrieresucht verheiratet dieser Vater das Mädchen mit dem Firmenerben, der aus politischen Gründen aus Nazideutschland fliehen muss und als Diplomat in Tokio unbedingt eine Gattin braucht. Nun, Elisabeth hätte es schlechter treffen können. Ernst Wilhelm ist höflich, großzügig und schläft getrennt von ihr. Ein guter Freund, Alexander, Korrespondent, besucht das Paar oft. Man erfährt viel über Tokio, das Leben der Diplomaten dort und ein wenig auch von den Einwohnern. Der Zweite Weltkrieg ist für Elisabeth zunächst weit weg. Sie wird schwanger, Probleme treten auf, es ergeben sich gefährliche Situationen.
Sehr anschaulich und faszinierend geschrieben. Geheimnisse stehen ständig im Raum, es ist Vieles nicht so, wie es scheint. Man kann einiges erahnen, die wirkliche Auflösung kommt erst am Ende, als auch Elisabeths Leben sich neigt.
Dieses Buch gibt mit einer besonderen Liebesgeschichte ein spannendes Bild der 30-er und 40-er Jahre, gut zu lesen und anrührend.

Veröffentlicht am 30.03.2017

Das Geheimnis des Perlenschmucks

Aimées geheimer Wunsch
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Aimee wird von ihrem dominanten Vater erzogen und verheiratet. Für ihr Hochzeitskleid fertigt sie einen prächtigen Kragen. Um diesen dreht sich das Buch. Er gelangt in die Hände einer Zofe, einer Artistin, ...

Aimee wird von ihrem dominanten Vater erzogen und verheiratet. Für ihr Hochzeitskleid fertigt sie einen prächtigen Kragen. Um diesen dreht sich das Buch. Er gelangt in die Hände einer Zofe, einer Artistin, einer Tänzerin, eines Models ... und landet schließlich bei Maggy. Maggy arbeitet erfolgreich in einem Auktionshaus. Bei einem Fernsehauftritt erkennt eine ehemalige Besitzerin das Schmuckstück und hat den dringenden Wunsch, seine Herkunft zu erfahren. Die Suche beginnt, aber birgt dieser Kragen möglicherweise ein unheilvolles Geheimnis? Und ganz nebenbei: wie schafft frau den Spagat zwischen Tochter, aufmüpfiger Stieftochter, Mann, egozentrischer Mutter, Versuchung und Job?
Eine reizvolle Idee, dem Kragen durch die Jahrzehnte zu folgen. Ausführlich beschrieben die Faszination dieses Stücks. Viele Erzählstränge werden angerissen. Vielleicht zu viele? Trotzdem gut zu lesen, nette Unterhaltung.

Veröffentlicht am 15.03.2017

Gefühlvoll mit tollen Rezepten

Das Brombeerzimmer
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Nora ist jung vewitwet und leidet stark unter Julians Tod. Jeden Sonntag kocht sie Marmelade ein und lagert diese in Julians Zimmer. Ihre Freundin Katharina und ihre Mutter versuchen, sie wieder für das ...

Nora ist jung vewitwet und leidet stark unter Julians Tod. Jeden Sonntag kocht sie Marmelade ein und lagert diese in Julians Zimmer. Ihre Freundin Katharina und ihre Mutter versuchen, sie wieder für das Leben zu begeistern, aber erst die Antwort auf einen von Julians Briefen reißt sie aus ihrer Trauer. Sie besucht ihre Schwiegeroma, das schwarze Schaf der Familie. Klara hütet ein Familiengeheimnis, kennt fantastische Rezepte und rekrutiert Nora zu ihrer Unterstützung. Die Enkelin ihrer Bekannten, Mandy, ist Nora sofort sympathisch und beide unternehmen so einiges. Fast nebenbei kommen sie dem Familiengeheimnis auf die Spur.
Anschaulich und nachvollziehbar geschrieben, habe ich das Buch gern gelesen. Liebevoll werden Personen und Landschaften beschrieben, ein Happyend deutet sich an.
Schöne Entspannungslektüre in locker-leichtem Schreibstil.
Als Bonus gibt es interessante Rezepte; einige davon werde ich ganz sicher ausprobieren.