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Veröffentlicht am 21.08.2022

Durants neuer Fall

Todesruf
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Julia Durant wird am Heiligabend von einer Frau angefordert, die halbtot im Krankenhaus liegt. Durants Vorgesetzter und gleichzeitig Verlobter muss zur gleichen Zeit einen Mord untersuchen. Die Tote stammt ...

Julia Durant wird am Heiligabend von einer Frau angefordert, die halbtot im Krankenhaus liegt. Durants Vorgesetzter und gleichzeitig Verlobter muss zur gleichen Zeit einen Mord untersuchen. Die Tote stammt aus dem Rotlichtmilieu, umfassende, Ermittlungen folgen. Hat der Täter sein Opfer telefonisch bestellt? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten?
Es geht um Psychopathen, Zuhälter und Erpresser und um engagierte, mitunter aber chaotisch anmutende Polizeiarbeit. Manchmal wissen allerdings nicht nur die Ermittler nicht weiter. Und um familiäre Probleme, die hier eigentlich nicht hineinpassen, geht es auch.
Zusammen haben Andreas Franz und Daniel Holbe einen weiteren soliden Krimi um die sympathische, aber dennoch schusselige Ermittlerin Julia Durant verfasst, Frankfurter Lokalkolorit inclusive.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Fantasievolles Abenteuer

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
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Was fällt auf: viele, zu viele, offenbar selbst kreierte Worte versetzen den Leser in eine Fantasiewelt. Merkwürdige Berufe, Bezeichnungen, Fähigkeiten wie Stimmenwerfen, Weben von Lügen und Ähnliches ...

Was fällt auf: viele, zu viele, offenbar selbst kreierte Worte versetzen den Leser in eine Fantasiewelt. Merkwürdige Berufe, Bezeichnungen, Fähigkeiten wie Stimmenwerfen, Weben von Lügen und Ähnliches sind hier ganz normal.
Die Diebesgilde ist eine mächtige Organisation, die Schüler in kriminellen oder seltsamen Bereichen ausbildet und dafür ordentlich kassiert. Beispielsweise von Kinsch. Bezahlt wird u.a. durch die Erledigung spezieller Aufträge. Kinsch lässt sich gezwungenermaßen darauf ein.
Fantasievolle Begegnungen, eine gefährliche Reise und satirisch-bissige Bemerkungen sowie viele Kraftausdrücke begleiten die drei Reisenden Kinsch, Ritterin Galva, eine Hexe in Ausbildung und Kater Karl. Zunächst eine Zweckgemeinschaft, wird aus der Truppe ein eingeschworene Gemeinschaft. Sie begegnen merkwürdigen Gestalten, bestehen bizarre Abenteuer und sind mehrfach dem Tode nah. Doch was ist ihr Ziel? Werden ihre zahlreichen Götter ihnen beistehen? Welche Rolle spielt das Glück?
Christopher Buehlmann hat eine fantasievolle, verdrehte und spannende Fantasystory verfasst, unterhaltsam zu lesen und originell gestaltet.

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Veröffentlicht am 17.08.2022

Beeindruckend

Wo vielleicht das Leben wartet
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500 elternlose Kinder sollen 1923 in Kasan vor dem Hunger- und Kältetod gerettet und mit einem Zug nach Samarkand gebracht werden. Dejew, ehemaliger Rotarmist, wird diese Mission leiten. An seiner Seite ...

500 elternlose Kinder sollen 1923 in Kasan vor dem Hunger- und Kältetod gerettet und mit einem Zug nach Samarkand gebracht werden. Dejew, ehemaliger Rotarmist, wird diese Mission leiten. An seiner Seite agiert die strenge und rigorose Belaja.
Es fehlt an allem: an Kleidung, Proviant, Heizmaterial für die Lokomotive, Seife, Medikamenten. Nicht einmal Schuhe gibt es. Es sind mehr Kinder als die vorgegebene Anzahl, viele sind krank und eigentlich auch zu klein für die strapaziöse Fahrt.
Dejew engagiert sich unermüdlich, organisiert, droht, bettelt, geht ungewöhnliche Wege und kämpft um jedes einzelne Leben. Mit viel Herz kümmert er sich um die ihm anvertrauten Kinder. Auf dieser ganz besonderen Reise gibt es zahlreiche Begebenheiten, die dem Leser Tränen in die Augen treiben. Die Kinder sind hart im Nehmen, machen das beste aus der Situation. Allein ihre selbstgewählten Namen! Ihre Eheschließungen!
Dejews Mitgefühl und Verständnis setzt allerdings für Erwachsene oft aus. Deren Schicksal ist meist nicht minder erbärmlich.
Ein emotional mitnehmender Bericht über unglaubliche Not, Armut, Verzweiflung, Fieberphantasien und entsetzliches Elend. Aber es wird auch von großer Menschlichkeit, Opfermut und unerschütterlichem Optimismus erzählt. Und über sozialistische Idealgestalten. Die dieser „Sozialismus“ nicht verdient hatte. Ein unmenschliches, korruptes und schlecht organisiertes System.
Beeindruckender, schwer zu ertragender und doch sehr lesenswerter Roman von Gusel Jachina, verlegt vom Aufbau Verlag.

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Veröffentlicht am 13.08.2022

Kaffeegeschichten

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück
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Nach dem Krieg folgten Jahre des mühsamen Wiederaufbaus für den Hamburger Kaffeehandel. Anna, Tochter einer wohlhabenden Kaffee-Familie, möchte ihren Weg finden. Ein Kunststudium durfte sie nicht aufnehmen, ...

Nach dem Krieg folgten Jahre des mühsamen Wiederaufbaus für den Hamburger Kaffeehandel. Anna, Tochter einer wohlhabenden Kaffee-Familie, möchte ihren Weg finden. Ein Kunststudium durfte sie nicht aufnehmen, also heiratet sie den Mann, den ihre Eltern aussuchen. Ihre Mutter Cläre ist eine kluge Geschäftsfrau. Aber leicht hat auch sie es nicht.
Ein ganz anderes Kaliber ist die burschikose Erna Klappke. Originell angelegt.
Inge, Parteisekretärin in Magdeburg, lebt mit ihrer kleinen Tochter In Magdeburg, ist zunächst zufrieden in der DDR. Ihr Mann nicht, der flieht nach Hamburg. Dafür wird sie bestraft. Stasimachenschaften folgen.
Ganz unterschiedliche Lebenswelten, die Anja Marschall zeichnet. Glaubhaft, authentisch für die 60er- und 70er Jahre beschreibt sie Frauen, die sich nicht mehr mit den altbackenen Vorstellungen einiger fürchterlicher Männer abfinden wollen und ihre Träume verwirklichen wollen.
Gut zu lesen, geschickt mit zeitgeschichtlichen Ereignissen ergänzt, ist dieser Roman aus dem Piper Verlag interessant und unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Von Vierbeinern und Menschen

Das macht der sonst nie
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„Der Hund heißt Chantal“, staunt die junge Reporterin, die Guiseppe Infantino, den Hundetrainer, porträtieren soll. Chantal steht für eine lange Reihe von Hunden, deren Besitzer denken, ihr Wauwi hätte ...

„Der Hund heißt Chantal“, staunt die junge Reporterin, die Guiseppe Infantino, den Hundetrainer, porträtieren soll. Chantal steht für eine lange Reihe von Hunden, deren Besitzer denken, ihr Wauwi hätte ein Problem. Allerdings haben sie meistens auch Eines. Angst vorm eigenen Cockerspaniel? Endloser Redefluss? Nutellabrote fordernde Vierbeiner? Hunde, die den Trainer mehr lieben als ihre eigentlichen Besitzer? Ausreißer? Nur ein kleiner Auszug aus Infantinos Berufsalltag.
Und sogar Guiseppe selbst hat so seine Sorgen. Ruinierte Gemälde, verscheuchte Vaterfreundinnen und andere „schwanzwedelnden Goldschätzchen“ begegnen dem amüsierten Leser.
Italienischer Charme, Fachwissen und nützliche Tipps findet man in dem Büchlein von Günter Krieger und Guiseppe Infantino und läßt sich nebenbei gut unterhalten.

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